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EDITIO ALTERA.
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der lateiniſchen Ausgabe zu Grunde liegender
£ Entwurf.
(Deutſche Ausgabe. )
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. Berlin, 1882.
R. von Deckers Verlag
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Einleitung.
Das nachſtehende Druckwerk giebt den Entwurf zur Phar-
macopoea germanica (editio altera) in derjenigen deutſchen
Faſſung wieder, in welcher derſelbe aus den Berathungen der
behufs Ausarbeitung des neuen Arzneibuchs berufenen Sach—
verſtändigen⸗Kommiſſion hervorgegangen iſt Auf Grund dieſes
deutſchen Entwurfs iſt demnächſt die vom Bundesrath unterm
5. Juli 1882 genehmigte, durch die Bekanntmachungen des
Reichskanzlers vom 8. Juli und 9. September 1882 (Central⸗
blatt für das Deutſche Reich S. 333 und 389) angekündigte
lateiniſche Ausgabe des Werkes hergeſtellt worden.
Nachdem der Bundesrath beſchloſſen hat, daß nach Bekannt⸗
machung der officiellen lateiniſchen Pharmacopoea germanica
(editio altera) eine Drucklegung des deutſchen Urtextes der
Pharmakopöe für den Verkauf ſtattzufinden habe, iſt der
Verlag des Werkes der R. v Decker ' ſchen Verlagsbuchhandlung
= ( Marquardt & Schenck), unter Feſtſetzung des Ladenpreiſes für
eeein brochirtes Exemplar auf höchſtens 2 A. 30 f, ſeitens des
. Reichskanzlers übertragen worden.
Vorrede.
2 Gebrauche der erſten Ausgabe der Pharmacopoea ger-
manica wurde im Laufe der Zeit allſeitig erkannt, daß dieſelbe
ihren Zwecken nicht mehr genüge. Der Bundesrath hat ſich daher,
in Würdigung dieſer Erfahrung und auf eine Anregung von Seiten
des Herrn Reichskanzlers, in ſeiner Sitzung vom 6. Juni 1878
dahin ausgeſprochen, daß dieſes Werk einer Reviſion zu unter⸗
ziehen ſei.
Demgemäß wurde eine Kommiſſion aus 6 Klinikern, 6 Aerzten,
6 Pharmakologen, 6 Chemikern, 6 Apothekern, 2 von Seiten
des Königlich preußiſchen Herrn Kriegsminiſters delegirten Ober-
Militärärzten und 1 Corps⸗Stabsapotheker berufen, und dieſer
der Auftrag ertheilt, dem Bundesrathe Vorſchläge wegen Ab-
änderung und Ergänzung des Arzneibuches vom Jahre 1872
zu unterbreiten. | |
Zur Beſchaffung einer für eine erſprießliche Wirkſamkeit der
Kommiſſion geeigneten Vorlage wurde von Seiten des Herrn
VI
Reichskanzlers an die deutſchen Bundesregierungen das Erſuchen
gerichtet, zunächſt die ärztlichen und pharmaceutiſchen Kreiſe, ins⸗
beſondere auch einzelne namhafte Medicinalbeamte, Univerſitäts⸗
lehrer, Kliniker und Apotheker zu einer Aeußerung darüber zu
veranlaſſen: welche Zweifel und Mängel bei der Anwendung der
bisherigen Pharmakopöe hervorgetreten ſeien und welche Bereiche⸗
rung der Arzneiſchatz ſeit der erſten Herausgabe dieſes Buches
erfahren habe.
Die demzufolge eingelaufenen Erklärungen ſind, unter Hinzu⸗
ziehung verſchiedener von anderen Seiten eingegangener, verwerth⸗
barer Beiträge, geſondert und geordnet worden und haben, zu
einer paſſenden Zuſammenſtellung vereint, der Kommiſſion als
Grundlage für ihre Berathungen gedient. .
Bei den an der Hand dieſer Erklärungen gepflogenen Ber
rathungen ftellte es ſich heraus, daß eine ganze Reihe der in
der erſten Ausgabe enthaltenen Arzneimittel den jetzt zur Geltung
gekommenen Anſchauungen der Heilwiſſenſchaft nicht mehr ent⸗
ſprechen und aus der Pharmakopöe zu entfernen ſeien, und daß
zur Neuaufnahme nur ſolche zu empfehlen ſein würden, deren
Werth für die Praxis ſowohl von wiſſenſchaftlicher Seite als
auch durch die Erfahrung bereits außer Zweifel geſtellt ſei.
Es zeigte ſich ferner, daß die einzelnen in der Pharmakopöe
enthaltenen Artikel einer weſentlichen Aenderung ihrer Faſſung
und Anordnung ihres Inhaltes, wie einer Vervollſtändigung
durch genauere Charakteriſtrung und eingehende Prüfungsmethoden
VII
bedürfen, wenn für die Kontrole über die Beſchaffenheit der
Arzneimittel in den Apotheken eine ſichere Handhabe geboten
werden ſolle.
Nachdem die Kommiſſion ſich, unter Zugrundelegung dieſer
Geſichtspunkte, die bei ihren Arbeiten zu verfolgenden Wege
vorgezeichnet hatte, wurde eine Vereinbarung dahin erzielt, daß
die zunächſt gefaßten allgemeinen Beſchlüſſe nebſt der Liſte der
zur Streichung und Neuaufnahme empfohlenen Mittel veröffent-
licht und eine Kritik der ſachverſtändigen Kreiſe über dieſelben
erbeten werden ſolle. Durch die Ausführung dieſes Beſchluſſes
wurde abermals ein umfangreiches und vielſeitiges Material ge⸗
wonnen, bei deſſen Einlieferung ſich eine große Mehrzahl der
deutſchen Aerzte und Apotheker⸗Vereine betheiligen konnten.
Es wurde ferner eine Entſcheidung über die Einfügung ſolcher
Mittel, welche lediglich zu Veterinärzwecken dienen, durch eine
beſondere Kommiſſion aus Veterinärärzten und Veterinärbeamten
herbeigeführt.
Endlich wurde eine eingehende kritiſche, im gegebenen Falle
auch experimentelle Bearbeitung der einzelnen Artikel von Seiten
der der Kommiſſion angehörenden Chemiker und Apotheker für
nöthig erachtet und mit Erfolg ins Werk geſetzt.
An der Hand einer auf dieſe Weiſe fertig geſtellten, wohl⸗
vorbereiteten und nahezu erſchöpfenden Vorlage hat die Kom⸗
miſſion die ihr geſtellte Aufgabe in einer zweiten Sitzungsperiode
nunmehr definitiv zu Ende geführt.
VIII
Während des Verlaufes der zum Zwecke der Revifion der
Pharmacopoea germanica von der Kommiſſion gepflogenen Be-
rathungen ſind folgende ſpecielle Geſichtspunkte als beſonders
maßgebend in den Vordergrund geſtellt worden:
Zunächſt wurde eine möglichſte Einheitlichkeit in der Aus⸗
drucksweiſe und der Anordnung der einzelnen Artikel als unerläß⸗
lich betrachtet. Demgemäß wurde die Beſprechung jedes einzelnen
Mittels ſo eingerichtet, daß im erſten Abſchnitte die Merkmale
und Kennzeichen beſchrieben und im zweiten Abſchnitte die An⸗
forderungen an die Beſchaffenheit, Reinheit u. ſ. w. der Körper
aufgezählt wurden. Bei der Beſprechung der Rohdrogen trat
eine gleiche Anordnung ein. Bei der Bearbeitung der chemiſchen
Artikel bildete der officielle Name und wenn nöthig die Vor⸗
ſchrift zur Darſtellung den Anfang; dann erſt folgte: die Be⸗
ſprechung der phyſikaliſchen und chemiſchen Eigenſchaften, die
Identitätsreactionen, die Prüfung — Anforderung an die Rein-
heit, Reaction — und endlich die Art der Aufbewahrung, wie
im gegebenen Falle die Bezeichnung der Maximal⸗Einzelgabe
und Tagesgabe.
Bei den Chemikalien wurden die Grenzen fär den geſetzlich
zuläſſigen Gehalt an anderen Körpern, ſoweit wie möglich, genau
feſtgeſtelt.
Den chemiſchen Verbindungen wurden Formeln nicht bei-
gefügt, auch wurde von der Aufftellung einer Atomgewichts⸗
tabelle Abſtand genommen.
IX
Bei den lateiniſchen Namen der Pflanzen und Thiere wurden
die Autornamen „als für die Zwecke der Pharmakopöbe nicht
erforderlich, nach eingehender Erwägung ausgeſchieden.
Die Kryſtallform der Chemikalien wurde nur dann bei⸗
gefügt, wenn das praktiſche Intereſſe dieſes als erforderlich
erachten ließ.
Bezüglich der Angaben über die Aufbewahrung der Arznei⸗
mittel beſchränkte man ſich faſt ausſchließlich darauf, den Er-
forderniſſen Rechnung zu tragen, welche in den Tabellen B und C
ihren entſprechenden Ausdruck gefunden haben. Maßgebend dafür
war die allſeitig gehegte Ueberzeugung, daß die bezüglich der Be⸗
ſchaffenheit der einzelnen Mittel geſtellten ſtrengen Anforderungen
ſchon an und für ſich eine zweckentſprechende Aufbewahrung be⸗
dingen und Vernachläſſigungen in dieſer Hinſicht bei den vor⸗
geſchriebenen Prüfungen ſich mit Sicherheit erkennen laſſen. In
einzelnen Fällen wurde eine Bezeichnung der Nothwendigkeit des
Schutzes vor dem Lichte als unerläßlich angeſehen; die Wahl des
dabei für zweckmäßig zu erachtenden Verfahrens dem Ermeſſen
der Apotheker anheimgeſtellt.
Von einer beſonderen Kennzeichnung derjenigen Mittel, welche
im Intereſſe der Veterinärmedicin in die Pharmakopöe auf⸗
genommen wurden, wurde abgeſehen. Bei denjenigen Mitteln
dieſer Art, welche nur für äußerliche Zwecke zu dienen beſtimmt
ſind, wurde eine Prüfung auf ihre Reinheit nicht für erforder⸗
lich gehalten.
8
x
Die Synonymen wurden in die Ueberſchriften des Textes
nicht mitaufgenommen, wohl aber die Aufſtellung eines umfaſſen⸗
den Synonymenregiſters als Anhang zur Pharmakopbe für zweck⸗
dienlich erachtet.
Zur Charakteriſtik wurden die auf wiſſenſchaftlichem Wege
ermittelten Grenzen für die Löslichkeit einzelner Mittel im Texte
aufgeführt, dahingegen ſind die für die Praxis maßgebenden
Löslichkeitsverhältniſſe, in einer entſprechenden Weiſe abgerundet,
in einer beſonderen Löslichkeitstabelle zuſammengeſtellt.
Die Identitätsreactionen find, wo es ſich irgend durch⸗
führbar erwies, jedesmal in einem beſonderen Abſatze behandelt
worden.
Bei den Vorſchriften zur Prüfung iſt überall den leicht
auszuführenden, zuverläſſigeren Methoden der Vorzug gegeben
worden und deshalb die Maßanalyſe in allen denjenigen Fällen
als obligatoriſch eingeführt, wo ſich mit der Gewichtsanalyſe
weder ſicherere, noch raſcher zum Ziele führende Reſultate er⸗
halten laſſen.
Bei Prüfungen auf dieſelben Körper iſt in der ganzen
Pharmakopöe in der Regel dieſelbe Methode zur Anwendung
gekommen.
Ueberhaupt wurde, wo es eben angängig war, auf eine
genaue Feſtſtellung der Concentration der Löſung — bei Prüfung
der Präparate nebſt Angabe der Mengen der zuzuſetzenden
Reagentien — nicht minder auf eine ſcharfe Faſſung der bei den
XI
Reactionen entſtehenden Erſcheinungen (Trübungen, Niederſchläge,
Färbungen u. ſ. w.) beſonders Bedacht genommen.
Zur Orientirung bei Benutzung der Pharmakopböe diene
Folgendes:
1.
1
w
m
Für die Gewichtsangaben im Text gilt das Gramm als
Einheit; dahingegen ſind bei den Maßangaben die Be—
zeichnungen m, dm, em, mm als gleichberechtigt ev-
achtet worden.
„Bei der Angabe der Löſungsverhältniſſe bedeuten die
Ausdrücke 1 = 10, 1=20 u. ſ. w., daß ein Theil
Subſtanz in neun, bezüglich neunzehn Theilen Flüſſig ·
keit u. ſ. w. zu löſen iſt. Die im Text aufgeführten
Reagentien beziehen ſich, wenn ein beſonderes Löſungs⸗
verhältniß nicht angegeben, oder nur der Name des
Reagens genannt iſt, immer auf die in der Neagentien-
tabelle vorgeſchriebenen Löſungen.
Wo das ſpecifiſche Gewicht eines in der Tabelle der
ſpecifiſchen Gewichte genannten Mittels innerhalb gewiſſer
Grenzen ſchwanken darf, findet die gleiche Licenz für
dieſes Mittel bei allen in der Tabelle vorkommenden
Temperaturgraden ſtatt.
Wo in der Pharmakopöe der Ausdruck Waſſer ge⸗
braucht worden iſt, ſoll ſtets, auch bei den In⸗
XII
fuſionen und Decocten, deſtillirtes Waſſer zur Ver-
wendung kommen. |
Bei den Temperaturangaben ift überall das 100 theilige
Thermometer zur Grundlage genommen worden.
2
50
Wo bei den Prüfungen beſondere Temperaturgrade nicht
angegeben ſind, iſt überall eine Temperatur von 15 Grad
gemeint.
an
Bei der Anfertigung der Extracte, Kräutermiſchungen,
Salben, Tincturen u. ſ. w. ſind überall die in den
betreffenden allgemeinen Artikeln enthaltenen Vorſchriften
zu beachten.
Zur Bereitung pharmaceutiſcher Präparate ſind, wo
nicht ausdrücklich das Gegentheil vorgeſchrieben iſt, die
Vegetabilien ſtets im getrockneten Zuſtande zu ver⸗
wenden.
D
Berlin, den 31. März 1882.
Acetum.
Eſſig.
Klare, faſt farbloſe oder gelbe Flüſſigkeit von ſauerem Geſchmacke
und dem ſtechenden Geruche der Eſſigſäure.
Der Eſſig muß klar ſein und darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer
nicht getrübt werden. 20 g müſſen nach Vermiſchung mit 0,5 cem
Baryumnitratlöſung und 1 cem Zehntel⸗Normalſilberlöſung ein Filtrat
geben, welches weder Chlor noch Schwefelſäure enthält. Werden
2 Volumen Eſſig vorſichtig mit 1 Volumen Schwefelſäure vermiſcht
und mit 1. Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, jo darf zwiſchen
beiden Flüſſigkeiten eine braune Zone ſich nicht bilden. Der Ver⸗
dampfungsrückſtand von 100 g Eſſig ſoll nicht mehr als 1,5 g
betragen. Derſelbe darf einen ſcharfen Geſchmack nicht zeigen und
muß eine alkaliſch reagirende Aſche geben. Der Eſſig ſoll in 100 Theilen
6 Theile Eſſigſäure enthalten; 10 g Eſſig müſſen daher 10 cem Normal-
kalilöſung ſättigen.
Acetum aromaticum.
Aromatiſcher Eſſig.
Ein hel 3 1
Ein Theil Pfeſfer mis nk 1
Ein Theil NosmarinbPꝝ sz 1
eder! 1
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„/ essen. cancer san 2
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hundert Theile Weingeiſttt!! 300
Vierhundertfünfzig Theile verdünnter Eſſigſäure 450
Zwölfhundert Theile Waſſeer nn 1200.
Die Oele werden in dem Weingeiſt gelöſt, die Säure und das
Waſſer hinzugefügt, die trübe Miſchung einige Tage unter bisweiligem
Umſchütteln hingeſtellt, alsdann filtrirt.
Es ſei eine klare, farbloſe Flüſſigkeit von aromatiſchem und ſauerem
Geruche, welche ſich ohne Trübung mit Waſſer in allen Verhältniſſen
vermiſchen läßt. Spec. Gewicht 0,987 bis 0,991.
Acetum Digitalis.
Fingerhuteſſig.
uf Theile Fingerhutblatter rr!!! 5
% BR Sn 5
Neun Theile verdünnter Eſſigſäurrrku 9
Sechsunddreißig Theile Waſſe r.. wel
Die feingeſchnittenen Blätter werden mit den Flüſſigkeiten in einer
verſchloſſenen Flaſche acht Tage hindurch unter öfterem Umſchütteln
macerirt, alsdann ausgepreßt und filtrirt.
Klare, bräunlichgelbe Flüſſigkeit von ſauerem und ſtark bitterem
Geſchmacke und ſäuerlichem Geruche.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 2,0.
Maximale Tagesgabe 10,0.
3
Acetum pyrolignosum crudum.
Roher Holzeſſig.
Braune, nach Theer und zugleich nach Eſſigſäure riechende, ſauer
und bitterlich ſchmeckende Flüſſigkeit, aus welcher beim Aufbewahren
theerartige Subſtanzen ſich abſcheiden.
Der mit gleichem Volumen Waſſer verdünnte Eſſig darf durch Ba⸗
ryumnitrat kaum eine Trübung erleiden und durch Schwefelwaſſerſtoff—
waſſer nicht verändert werden. Der Gehalt an Eſſigſäure muß min⸗
deſtens 6 Theile in 100 Theilen betragen. 10 g Holzeſſig dürfen daher
nicht weniger als 10 cem Normalkalilöſung zur Sättigung erfordern.
Acetum pyrolignosum rectificatum.
Rectificirter Holzeſſig.
Farbloſe oder gelbliche, klare Flüſſigkeit von brenzlichem und ſauerem
Geruche und Geſchmacke, welche weder durch Baryumnitrat, noch
durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer eine Trübung erleiden und nicht unter
6 Procent Eſſigſäure enthalten darf. 10 g rectificirter Holzeſſig müſſen
daher mindeſtens 10 cem Normalkalilöſung zur Sättigung erfordern.
Acetum Seillae,
Meerzwiebeleſſig.
Fünf Theile getrockneter Meerzwiebelaœnꝙã nns 5
uf t ß 5
Neun Theile verdünnter Eſſigſäurrre 9
Sechsunddreißig Theile Waſſe rr. 36
4
werden nach dem bei Acetum Digitalis angegebenen Verfahren
drei Tage macerirt. Beim Coliren iſt ſtärkeres Auspreſſen zu ver⸗
meiden.
Klare, gelbliche Flüſſigkeit von ſauerem, hintennach bitterem Ge⸗
ſchmacke und ſäuerlichem Geruche.
10 g müſſen zur Sättigung 8,5 cem Normalkalilöſung erfordern,
was einem Eſſigſäuregehalt von 5,1 Procent entſpricht.
Acidum acetieum.
Eſſigſäure.
Klare, farbloſe, ätzende, ſtechend ſauer riechende und ſtark ſauer
ſchmeckende, mit Waſſer, Weingeiſt und Aether in jedem Verhältniſſe
miſchbare, flüchtige Flüſſigkeit, in der Kälte erſtarrend. Sie ſiedet bei
etwa 117°. Spec. Gewicht 1,064.
1g genüge, um 16 cem Normalkalilöſung zu ſättigen, was
96 Theilen Eſſigſäure in 100 Theilen entſpricht.
Werden 5 cem Eſſigſäure mit 15 cem Waſſer und 1 cem Kalium⸗
permanganatlöſung gemiſcht, ſo darf die rothe Färbung innerhalb
10 Minuten nicht verſchwinden. Die mit 20 Theilen Waſſer ver⸗
dünnte Säure darf weder durch Baryumnitrat, noch durch Silber⸗
nitrat, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer verändert werden.
Acidum acetieum dilutum.
Verdünnte Eſſigſäure.
Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit, von ſauerem Geruche und
Geſchmacke. Spec. Gewicht 1,041.
5
Sie beſitze keinen brenzlichen Geruch. 10 g derſelben ſollen
50 cem Normalkalilöſung ſättigen, was 30 Theilen Eſſigſäure in
100 Theilen entſpricht.
Werden 20 cem verdünnter Eſſigſäure mit 1 cem Kaliumper⸗
manganatlöſung gemiſcht, fo darf die rothe Farbe innerhalb 10 Mi-
nuten nicht verſchwinden. Die mit 5 Theilen Waſſer verdünnte
Säure darf auf Zuſatz von Baryumnitrat, Silbernitrat und Schwefel ⸗
waſſerſtoffwaſſer nicht verändert werden.
Acidum arsenicosum.
Arſenige Säure.
Weiße, porzellanartige oder durchſichtige Stücke, welche in einem
Glasrohre vorſichtig erhitzt ein weißes oder in glasglänzenden Oktasdern
oder Tetrasdern kryſtalliſirendes Sublimat geben und, auf Kohle
erhitzt, ſich unter Verbreitung eines knoblauchartigen Geruches ver⸗
flüchtigen.
Das Präparat ſei vollſtändig flüchtig und löſe ſich, wenn auch
langſam, in 15 Theilen heißen Waſſers ohne Rückſtand. Die Löſung
in 10 Theilen warmen Ammoniaks werde durch überſchüſſige Salz
ſäure nicht gelb gefärbt.
Sehr vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,005.
Maximale Tagesgabe 0,02.
Acidum benzoicum.
Benzosſäure.
Durch Sublimation aus der Benzos bereitete, gelbliche bis gelblich⸗
braune Blättchen oder nadelförmige Kryſtalle von ſeidenartigem Glanze,
6
benzosähnlichem und zugleich empyreumatiſchem Geruche, in 372 Theilen
Waſſer, reichlich in Weingeiſt, Aether und Chloroform löslich und
mit Waſſerdämpfen flüchtig.
Im Glasröhrchen erhitzt, ſchmelzen ſie zuerſt zu einer gelben bis
ſchwach bräunlichen Flüſſigkeit und ſublimiren dann vollſtändig oder
mit Hinterlaſſung eines geringen braunen Rückſtandes.
Die wäſſerige Löſung giebt mit Eiſenchlorid einen voluminöſen,
bräunlichgelben Niederſchlag, welcher durch Schwefelſäure unter Ab⸗
ſcheidung von Benzosſäure zerſetzt wird.
Die in einem loſe verſchloſſenen Probirröhrchen mit dem gleichen
Gewichte Kaliumpermanganat und 10 Theilen Waſſer einige Zeit
gelinde erwärmte Benzoéſäure darf beim Oeffnen des Röhrchens nach
dem Erkalten keinen Geruch nach Bittermandelöl zeigen.
0,1 g der Säure in 5 cem ſiedenden Waſſers gelöſt, muß, nach
dem Erkalten mit 16 Tropfen Kaliumpermanganatlöſung (1 = 200)
verſetzt, nach Verlauf von 8 Stunden faſt farblos erſcheinen.
Acidum boricum.
Borſäure.
Farbloſe, glänzende, ſchuppenförmige ſich fettig anfühlende
Kryſtalle, in 25 Theilen kalten, in 3 Theilen ſiedenden Waſſers
und in 15 Theilen Weingeiſt, auch in Glycerin löslich, beim Er⸗
hitzen ſchmelzend und eine nach dem Erkalten glasartige Maſſe hinter-
laſſend.
Die wäſſerige Löſung (1 = 50), mit wenig Salzſäure verſetzt,
färbt Curcumapapier braun; die Löſung in Weingeiſt (1 = 16) oder
Glycerin (1 = 40) verbrennt mit grüngeſäumter Flamme.
-
d
Die wäſſerige Löſung (1 = 50) werde weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat oder Silbernitrat verändert.
Durch Kaliumſulfocyanat darf ſie nicht geröthet und durch überſchüſſiges
Ammoniak nicht gebläut werden.
Acidum carbolicum.
Carbolſäure.
Farbloſe oder kaum röthliche, eigenthümlich, nicht unangenehm
riechende, ätzend wirkende, flüchtige, aus dünnen, langen, zugeſpitzten
Kryſtallen beſtehende, neutrale Maſſe, welche bei 35 bis 44 ° zu einer
ſtark lichtbrechenden Flüſſigkeit von dem ſpec. Gewicht 1,060 ſchmilzt,
die bei etwa 180 bis 184 ° ſiedet, mit weißer Flamme ohne Rückſtand
verbrennt, in 20 Theilen Waſſer, in jeder Menge Weingeiſt, Aether,
Chloroform, Glycerin, Schwefelkohlenſtoff und auch Natronlauge
löslich iſt.
20 Theile Carbolſäure, in 10 Theilen Weingeiſt gelöſt, geben mit
1 Theil Eiſenchloridlöſung eine ſchmutzig grüne Flüſſigkeit, welche beim
Verdünnen mit Waſſer, ſogar bis zu 1000 Theilen, noch eine ſchön
violette, ziemlich beſtändige Färbung annimmt.
Brom erzeugt noch in einer Löſung von 1 Theil Carbolſäure in
50 000 Theilen Waſſer einen weißen, flockigen Niederſchlag.
Vorſichtig aufzubewahren.
| Maximale Einzelgabe 0,1.
Maximale Tagesgabe 0,5.
Acidum carbolieum erudum.
Rohe Carbolſäure.
Gelbliche bis gelbbraune, klare, unangenehm brenzlich riechende,
neutrale, in Waſſer nicht völlig, leicht in Weingeiſt und Aether lös⸗
liche Flüſſigkeit, ſchwerer als Waſſer.
Beim Schütteln von 10 Volumen derſelben mit 90 Volumen einer
Miſchung aus gleichen Gewichtstheilen Natronlauge und Waſſer darf
ſie nicht mehr als 1 Volumen flüſſigen oder halbflüſſigen Rückſtandes
hinterlaſſen. Die alkaliſche Flüſſigkeit von dieſem auf geeignete Weiſe
getrennt und mit verdünnter Schwefelſäure bis zur ſtark ſaueren Reac⸗
tion verſetzt, ſoll ein gelbliches bis gelbbraunes Oel abſcheiden, welches
die Reactionen der Carbolſäure giebt und in dem 30 fachen Volumen
Waſſer faſt löslich iſt.
Acidum earbolieum liquefactum.
Verflüſſigte Carbolſäure.
Eine Miſchung aus 100 Theilen Carbolſäure und 10 Theilen
Waſſer.
Klare, farbloſe, nach Carbolſäure riechende Flüſſigkeit, welche ſich
in 18 Theilen Waſſer klar löſt. 5
1g des Präparates werde mit Waſſer zu einem Liter aufgefüllt.
Von dieſer Löſung dürfen nicht mehr als 51,6 bis 52,6 cem ver-
braucht werden, um das Brom zu binden, welches aus der Miſchung
von je 50 cem der volumetriſchen Löſungen von Kaliumbromat und
Kaliumbromid bei Zuſatz von 5 cem Schwefelſäure frei wird. Das
9
Ende der Reaction wird daran erkannt, daß Jodzinkſtärkepapier durch
die filtrirte Flüſſigkeit nicht mehr gebläut wird.
Vorſichtig aufzubewahren.
Acidum chromicum.
Chromſäure.
Scharlachrothe, glänzende, an der Luft zerfließende Kryſtalle, oder
heller roth gefärbte, lockere, wollige Maſſe, in Waſſer und Weingeiſt
leicht löslich, beim Erhitzen ſich dunkler färbend, dann unter Sauer⸗
ſtoffentwickelung ſchmelzend. Mit Salzſäure erwärmt entwickelt die
Chromſäure Chlor.
Zum Gebrauch darf dieſelbe in dem gleichen Gewichte Waſſer
gelöſt vorräthig gehalten werden.
Vorſichtig aufzubewahren.
Acidum eitricum,
Citronenſäure.
Große, farbloſe, durchſcheinende, luftbeſtändige Kryſtalle, welche bei
geringer Wärme verwittern, bei ungefähr 165° ſchmelzen und beim
Glühen verkohlen. 1 Theil der Säure bedarf zur Löſung 0,54 Waſſer,
1 Theil Weingeiſt und etwa 50 Theile Aether.
Die wäſſerige Löſung bleibt beim Vermiſchen mit überſchüſſigem
Kalkwaſſer klar, läßt aber beim Erhitzen einen weißen Niederſchlag
fallen, welcher beim Erkalten faſt völlig wieder verſchwindet.
2
10
Die wäſſerige Löſung der Säure (1=10) werde weder durch
Baryumnitrat, noch durch Ammoniumonalat mehr als ſchwach opaliſirend
getrübt. In gepulvertem Zuſtande mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer über⸗
goſſen, werde ſie nicht verändert. Beim Verſetzen einer weingeiſtigen
Kaliumacetatlöſung mit einer wäſſerigen Löſung der Säure (1 = 3)
entſtehe kein weißer kryſtalliniſcher Niederſchlag.
Acidum formieicum.
Ameiſenſäure.
Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit, welche einen ſtechenden,
keineswegs brenzlichen Geruch und ſtark ſaueren Geſchmack beſitzt.
Spec. Gewicht 1,060 bis 1,063. Mit Bleieſſig vermiſcht, giebt ſie
einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag. Die durch Sättigung der
mit dem 5 fachen Gewichte Waſſer verdünnten Säure mit gelbem Queck⸗
ſilberoxyd ſich bildende klare Flüſſigkeit läßt beim Erhitzen unter Gas⸗
entwickelung einen weißen, ſchnell grau werdenden und ſchließlich ſich
zu glänzenden Metallkügelchen vereinigenden Niederſchlag fallen.
10 g der Säure follen 54,35 cem Normalkalilöſung ſättigen, was
25 Theilen Ameiſenſäure in 100 Theilen entſpricht.
Die mit 5 Theilen Waſſer verdünnte Säure werde weder durch
Silbernitrat, noch nach der Neutraliſation mit Ammoniak durch
Calciumchlorid, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer verändert.
1 g der Säure, mit 5 g Waſſer verdünnt und mit 1 g gelben Queck⸗
filberogyds 10 Minuten erhitzt, gebe ein neutrales Filtrat.
11
Acidum hydrochloricum.
Salzſäure.
Klare, farbloſe, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von 1,124
ſpez. Gewicht, in 100 Theilen 25 Theile Chlorwaſſerſtoff enthaltend,
welche mit Silbernitrat einen weißen, käſigen, in Ammoniak löslichen
Niederſchlag giebt und, mit Braunſtein erwärmt, Chlor entwickelt.
Mit dem 5fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf ſie weder durch
Jodzinkſtärkelöſung gebläut, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer ver-
ändert werden, mit wenig Weinſäurelöſung und überſchüſſigem Am⸗
moniak verſetzt, durch Schwefelammonium nur grün gefärbt und
durch Baryumnitrat innerhalb fünf Minuten nicht getrübt werden,
auch nicht nach Zuſatz von Zehntel⸗Normaljodlöſung bis zur ſchwach⸗
gelben Färbung.
3 cem Salzſäure und 6 cem Waſſer werden in einem Probirrohre
(ungefähr 3 em weit) mit Jodlöſung bis zur Gelbfärbung vermiſcht,
hierauf einige Stückchen Zink hinzugefügt; nach Einſchiebung eines
loſen Baumwollpfropfens wird die Oeffnung des Rohrs mit einem
Blatte weißen Filtrirpapiers verſchloſſen, welches in ſeiner Mitte mit
einem Tropfen concentrirter Silberlöſung (1 2) befeuchtet wird.
Weder ſogleich, noch nach einer halben Stunde darf die mit Silber⸗
nitrat benetzte Stelle ſich gelb färben, noch die Färbung von der
Peripherie aus in braun bis ſchwarz übergehen.
2 g der Säure bedürfen zur Neutraliſation 13,7 cem Normal⸗
kalilöſung. 8
Vorſichtig aufzubewahren.
2*
12
Acidum hydrochloricum erudum.
Rohe Salzſäure.
Klare oder opaliſirende, mehr oder weniger gelbe Flüſſigkeit, an
der Luft rauchend. Spec. Gewicht nicht unter 1,158, in 100 Theilen
mindeſtens 29 Theile Chlorwaſſerſtoff enthaltend.
Vorſichtig aufzubewahren.
Acidum hydrochloricum dilutum.
Verdünnte Salzſäure.
Eine Miſchung aus gleichen Theilen Salzſäure und Waſſer.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von 1,061 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen
12,5 Theile Chlorwaſſerſtoff enthaltend.
Acidum lacticum.
Milchſäure.
Klare, farbloſe oder ſchwach gelbliche, geruchloſe, ſyrupdicke, rein
ſauer ſchmeckende Flüſſigkeit, welche das ſpec. Gewicht 1,21 bis 1,22
beſitzt, in jedem Verhältniſſe mit Waſſer, Weingeiſt und Aether miſch⸗
bar iſt, beim Erwärmen mit Kaliumpermanganat Aldehydgeruch
giebt, bei ſtarker Hitze verkohlt und mit leuchtender Flamme ohne
Rückſtand verbrennt.
Beim gelinden Erwärmen gebe fie keinen Geruch nach Fettſäuren
aus, und beim Vermiſchen mit dem gleichen Volumen Schwefelſäure
färbe ſie ſich nicht.
13
In 10 Theilen Waſſer gelöft, darf fie weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch durch Silbernitrat, noch
durch Ammoniumoxalat, noch durch überſchüſſiges Kalkwaſſer — durch
dieſes auch nicht beim Erwärmen — verändert werden.
Dampft man die Säure mit überſchüſſigem Zinkoxyd im Waſſerbade
faſt zur Trockne ein und zieht den Rückſtand mit der 3fachen Menge ab⸗
ſoluten Weingeiſtes aus, ſo darf die filtrirte Flüſſigkeit beim Ver⸗
dunſten keinen ſüßſchmeckenden Rückſtand hinterlaſſen.
Acidum nitricum.
Salpeterſäure.
Klare, farbloſe, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von 1,185
ſpec. Gewicht, in 100 Theilen 30 Theile Salpeterſäure enthaltend und,
mit Kupfer erwärmt, dasſelbe unter Entwickelung gelbrother Dämpfe
zu einer blauen Flüſſigkeit löſend.
Mit dem 5 fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf fie weder durch
Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Silbernitrat, noch nach Ueber-
ſättigung mit Ammoniak und Zuſatz von wenig Weinſäurelöſung durch
Schwefelammonium verändert, noch durch Baryumnitrat innerhalb
5 Minuten mehr als opaliſirend getrübt werden.
Wird die mit dem doppelten Volumen Waſſer verdünnte Säure
mit wenig Chloroform geſchüttelt, ſo darf letzteres nicht violett gefärbt
werden, auch nicht nach Zuſatz von etwas Zinnfeile und ſchwachem
Erwärmen.
3 g der Säure bedürfen zur Sättigung 14,3 cem Normalkali⸗
löſung.
Vorſichtig aufzubewahren.
14
Acidum nitricum fumans,
Rauchende Salpeterſäure.
Klare, rothbraune Flüſſigkeit, welche erſtickende, gelbrothe Dämpfe
ausſtößt. Spec. Gewicht 1,45 bis 1,50.
Mit dem 150 fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf fie durch
Baryumnitrat und durch Silbernitrat erſt nach 5 Minuten getrübt
werden.
Vorſichtig aufzubewahren.
Acidum phosphoricum.
Phosphorſäure.
Klare, farb- und geruchloſe Flüſſigkeit von 1,120 ſpec. Gewicht,
in 100 Theilen 20 Theile Phosphorſäure enthaltend, nach Neutrali⸗
ſation mittelſt Natriumcarbonats mit Silbernitrat einen gelben, in
Ammoniak und in Salpeterſäure löslichen Niederſchlag gebend.
Mit Silbernitrat darf ſie ſich weder in der Kälte noch beim Er⸗
wärmen trüben, mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer vermiſcht, auch nach
längerer Zeit nicht verändert und, mit dem Zfachen Volumen Waſſer
verdünnt, weder durch Baryumnitrat, noch nach Zuſatz von über⸗
ſchüſſigem Ammoniak durch Ammoniumonalat ſogleich getrübt werden.
Mit dem 4 fachen Volumen Weingeiſt gemiſcht, bleibe die Säure klar.
2 Volumen der Säure, mit 1 Volumen Schwefelſäure vermifcht, dürfen
nach dem Ueberſchichten mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung keine braune
Zone zeigen.
5 cem Phosphorſäure, 5 cem verdünnte Schwefelſäure, mit Jod-
löſung und Zink verſetzt, dürfen unter den bei Acidum hydro-
15
chloricum erwähnten Bedingungen das mit der concentrirten Silber
löſung (1 = 2) befeuchtete Papier nicht verändern.
Acidum pyrogallicum.
Pyrogallusſäure. N
Sehr leichte, weiße, glänzende Blättchen oder Nadeln von bitterem
Geſchmacke, die ſich in 2,3 Theilen Waſſer zu einer klaren, farbloſen
und neutralen Flüſſigkeit, auch in Weingeiſt und Aether auflöſen. Sie
ſchmelzen bei 131° und ſublimiren bei vorſichtigem Erhitzen ohne
Rückſtand.
Die wäſſerige Löſung wird auf Zuſatz von Natronlauge ſchnell ge-
bräunt, durch eine friſch bereitete Löſung von Ferroſulfat (183)
tief indigblau, durch Eiſenchloridlöſung braunroth gefärbt. Aus einer
Löſung von Silbernitrat ſcheidet ſie faſt ſofort Silber ab.
Acidum salieylicum.
Salicylſäure.
Leichte, weiße, nadelförmige Kryſtalle oder ein lockeres, weißes,
kryſtalliniſches Pulver von ſüßlich⸗ſauerem, kratzendem Geſchmacke, in
538 Theilen kalten Waſſers, leicht in heißem Waſſer und heißem Chloro-
form, ſehr leicht in Weingeiſt und in Aether löslich, bei etwa 160°
ſchmelzend, dann, vorſichtig erhitzt, unzerſetzt, bei ſchnellem Erhitzen
aber unter Entwickelung von Carbolſäuregeruch flüchtig. Die wäſſerige
Löſung wird durch Eiſenchlorid dauernd blauviolett, in ſtarker Verdün⸗
nung violettroth gefärbt.
16
Von dem 6fachen Gewichte kalter Schwefelſäure werde die Salicyl-
ſäure faſt ohne Färbung aufgenommen. Schüttelt man die Löſung
der Säure in überſchüſſigem Natriumcarbonat mit Aether, ſo darf
dieſer beim Verdunſten keinen Rückſtand laſſen. Der beim freiwilligen
Verdunſten der weingeiſtigen Löſung bleibende Rückſtand ſei voll⸗
kommen weiß. Die Löſung in 10 Theilen Weingeiſt werde nach dem
Zuſatze von wenig Salpeterſäure durch Silbernitrat nicht verändert.
Acidum sulfuricum.
Schwefelſäure.
Farb- und geruchlofe, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von öl⸗
artiger Conſiſtenz, von 1,836 bis 1,840 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen
94 bis 97 Theile Schwefelſäure enthaltend, in welcher nach Verdün⸗
nung mit Waſſer durch Baryumnitrat ein weißer, in Säuren unlös⸗
licher Niederſchlag erzeugt wird.
Mit dem 5fachen Volumen Weingeiſt vorſichtig verdünnt, darf ſie
auch nach längerer Zeit nicht getrübt werden und 10 cem der mit dem
5 fachen Volumen Waſſer vermiſchten Säure dürfen, mit 3 bis 4
Tropfen Kaliumpermanganatlöſung verſetzt, letztere in der Kälte nicht
ſogleich entfärben.
Mit dem 20 fachen Volumen Waſſer verdünnt, darf die Säure weder
durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Silbernitrat, noch, nach
Ueberſättigung mit Ammoniak, durch Schwefelammonium verändert
werden. Mit dem gleichen Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet,
darf ſie keine braune Zone zeigen.
2 cem der Säure mit 10 cem Waſſer verdünnt, dürfen nach Zuſatz
von Jodlöſung und Zink unter den bei Acidum hydrochloricum
17
erwähnten Bedingungen das mit der concentrirten Silberlöfung (
benetzte Papier nicht verändern.
Vorſichtig aufzubewahren.
12
Acidum sulfuricum erudum.
Rohe Schwefelſäure.
Klare, farbloſe bis bräunliche Flüſſigkeit von ölartiger Conſiſtenz,
in 100 Theilen mindeſtens 91 Theile Schwefelſäure enthaltend. Spec.
Gewicht nicht unter 1,830.
Vorſichtig aufzubewahren.
Acidum sulfuricum dilutum.
Verdünnte Schwefelſäure.
Eine Miſchung von
JJ a een nein ehe 5
mit
Be Eee HET a a ne a Sehe *
Spec. Gewicht 1,110 bis 1,114.
Acidum tannicum.
Gerbſäure.
Weißes oder gelbliches Pulver oder glänzende, kaum gefärbte,
lockere Maſſe, mit gleich viel Waſſer und mit 2 Theilen Weingeiſt
eine klare, ſchwach, eigenthümlich, nicht nach Aether riechende, ſauer
— 3
18
reagirende und zuſammenziehend ſchmeckende Löſung gebend, löslich in
8 Theilen Glycerin, unlöslich in abſolutem Aether. Aus der wäſſerigen
Löſung (15) wird durch Zuſatz von Schwefelſäure oder von Koch⸗
ſalz die Säure abgeſchieden; Eiſenchlorid erzeugt einen blauſchwarzen,
auf Zuſatz von Schwefelſäure wieder verſchwindenden Niederſchlag.
Die Löſung in 5 Theilen Waſſer muß auf Zuſatz eines gleichen
Volumens Weingeiſt klar bleiben, und die weingeiſtige Flüſſigkeit darf
ſich auch durch Hinzufügung von 0,5 Volumen Aether nicht trüben.
1 g hinterlaſſe beim Einäſchern einen nicht wägbaren Rückſtand.
Acidum tartaricum.
Weinſäure.
Große, farbloſe, durchſcheinende, ſäulenförmige, oft in Kruſten
zuſammenhängende, luftbeſtändige, beim Erhitzen unter Ausſtoßung des
Geruchs nach verbrennendem Zucker verkohlende Kryſtalle, in 0,8 Theilen
Waſſer und in 2,5 Theilen Weingeiſt löslich.
Die wäſſerige Löſung der Säure giebt mit Kaliumacetatlöſung einen
kryſtalliniſchen, mit überſchüſſigem Kalkwaſſer einen anfangs flockigen,
bald kryſtalliniſch werdenden, in Ammoniumchlorid und in Natron-
lauge löslichen, aus letzterer Löſung beim Kochen ſich gelatinös ab⸗
ſcheidenden, beim Erkalten ſich wieder löſenden Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung der Säure (1 = 10) werde weder durch
Calciumſulfat noch durch Baryumnitrat oder Ammoniumoxalat getrübt.
In gepulvertem Zuſtande mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſ übergoſſen, werde
ſie nicht verändert. f
19
Adeps suillus.
Schweineſchmalz.
Das aus dem Zellgewebe des Netzes und der Nieren des Schweines,
Sus Serofa, ausgeſchmolzene, gewaſchene und von Waſſer befreite
Fett. Es ſei weich, von gleichmäßiger Conſiſtenz, bei 38 bis 42° zu
einer farbloſen, klaren Flüſſigkeit von nicht ranzigem Geruche ſchmelzend.
Heißer Weingeiſt mit dem Schweinefett geſchüttelt, darf nach dem
Erkalten, mit gleichen Theilen Waſſer verdünnt, Lakmuspapier nicht
verändern. Kocht man 2 Theile Schweineſchmalz mit 2 Theilen Kalilauge
und 1 Theile Weingeiſt, bis ſich die Miſchung klärt, und dampft im
Waſſerbade ein, ſo muß ſich die zurückbleibende weiche Seife in 50 Theilen
warmen Waſſers unter Zuſatz von 10 Theilen Weingeiſt auflöſen.
Aether.
Aethyläther.
Klare, farbloſe, leicht bewegliche, eigenthümlich riechende und
ſchmeckende, leicht flüchtige, bei 34 bis 36° ſiedende, in jedem Ver⸗
hältniſſe mit Weingeiſt und fetten Oelen miſchbare Flüſſigkeit von dem
ſpec. Gewicht 0,724 bis 0,728.
Fließpapier, mit dem Aether getränkt, darf nach dem Verdunſten
desſelben nicht mehr riechen und befeuchtetes Lakmuspapier durch den⸗
ſelben nicht geröthet werden. Werden gleiche Volumen Aether und
Waſſer kräftig geſchüttelt, ſo darf das Volumen des letzteren höchſtens
um den zehnten Theil zunehmen.
Aether acetieus.
Eſſigäther.
Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit von eigenthümlichem, an⸗
genehmem, erfriſchendem Geruche, mit Weingeiſt und Aether in jedem
3.
20
Verhältniſſe miſchbar, bei 74 bis 76° ſiedend. Spec. Gewicht 0,900
bis 0,904.
Lakmuspapier darf durch den Eſſigäther nicht ſofort geröthet werden.
Werden gleiche Volumen Eſſigäther und Waſſer kräftig gefchüttelt, fo
darf das Volumen des letzteren höchſtens um den zehnten Theil zunehmen.
Aloò.
Aloe,
Der eingekochte Saft der Blätter von Alo& ferox, A. spicata,
A. vulgaris, A. lingua und wohl noch anderer Alos-Arten des
Caplandes. Dunkelbraune, leicht in großmuſchelige, glasglänzende Stücke
und in ſcharfkantige, röthliche bis hellbraune, durchſichtige Splitterchen
brechende Maſſe von eigenthümlichem Geruche und Geſchmacke. In der
Wärme des Waſſerbades darf die Alos anfangs erweichen, doch nicht
zuſammenfließen; völlig ausgetrocknet und auf das feinſte zerrieben,
giebt fie ein gelbes Pulver, welches bei 100° nicht zuſammenbacken
und ſeine Farbe nicht verändern darf. Siedendes reines Chloroform
wird durch Alos gar nicht, reiner Aether nur ſehr ſchwach gelblich
gefärbt.
5 Theile Aloe müſſen mit 10 Theilen ſiedenden Waſſers eine faft
klare Löſung geben, aus welcher ſich jedoch in der Kälte ungefähr
3 Theile wieder abſcheiden. Eine Löſung in 5 Theilen Weingeiſt muß
auch in der Kälte klar bleiben.
Alumen.
Kali⸗Alaun.
Farbloſe, durchſcheinende, harte, regulär oktasdriſche Kryſtalle oder
kryſtalliniſche Bruchſtücke, oberflächlich beſtäubt, in 10,5 Theilen Waſſer
21
löslich, in Weingeiſt unlöslich. Die wäfferige Löſung von ſaurer Re
action und ſüßlichem, ſtark zuſammenziehendem Geſchmacke giebt mit
Natronlauge einen weißen, gelatinöſen, im Ueberſchuſſe des Fällungs⸗
mittels löslichen Niederſchlag, welcher auf Zuſatz von Ammonium-
chlorid wieder erſcheint.
Die wäſſerige Löſung (1 20) darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer
nicht verändert werden und durch Kaliumferrocyanatlöſung erſt nach
zehn Minuten eine bläuliche Färbung annehmen. Der bei gewöhnlicher
Temperatur durch Natronlauge entſtandene Niederſchlag löſe ſich im
Ueberſchuſſe derſelben vollſtändig auf, ohne den Geruch nach Ammoniak
zu verbreiten; auch darf dieſe Löſung durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht
getrübt werden.
Alumen ustum.
Gebrannter Alaun.
Hundert Theile gepulverten Alauns werden in dünner Schicht ſo
lange bei 50° getrocknet, bis fie etwa 30 Theile an Gewicht ver-
loren haben und dann in einer Porzellanſchale im Sandbade unter
beftändigem Umrühren fo lange bei einer 160° nicht überſchreitenden
Temperatur erhitzt, bis der Rückſtand nur 55 Theile an Gewicht
beträgt.
Es ſei ein weißes Pulver, welches beim gelinden Glühen nicht mehr
als 10 Procent an Gewicht verlieren darf und ſich in 25 Theilen Waſſer
langſam, aber klar auflöſen muß.
Aluminium sulfuricum.
Aluminiumſulfat.
Weiße, kryſtalliniſche Stücke, welche ſich in 1,2 Theilen kaltem, weit
leichter in heißem Waſſer löſen, in Weingeiſt aber unlöslich ſind. Die
22
wäſſerige Löſung reagirt und ſchmeckt ſauer und zuſammenziehend und
giebt mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure unlöslichen und
mit Natronlauge einen farbloſen, gelatinöſen, im Ueberſchuſſe löslichen
Niederſchlag.
1 g des Präparats muß mit 10 cem Waſſer eine farbloſe Löſung
geben und nach Zuſatz von 1,2 g Baryumchlorid und einigen Tropfen
Phenolphtaleinlöſung 8,3 bis 8,7 cem Normalkalilöſung bis zur
dauernden Röthung verbrauchen. 1 g, in 10 cem Waſſer gelöſt, darf
durch 1 Tropfen Tanninlöſung entweder nicht oder nur bläulich ge-
färbt werden.
Ammoniacum.
Ammoniakgummi.
Das Gummiharz der Ammoniakdolde Dorema Ammoniacum.
Es beſteht aus loſen oder mehr weniger zuſammenhängenden Körnern
oder größeren Klumpen von bräunlicher, auf dem friſchen Bruche
trübe weißlicher Farbe. In der Kälte ſpröde, erweicht es in der
Wärme, ohne klar zu ſchmelzen; ſein Geruch iſt eigenartig, der
Geſchmack bitter und etwas ſcharf, unangenehm aromatiſch.
Mit dem Zfachen Gewichte Waſſer zerrieben, bildet es eine weiße
Emulſion, welche durch Natronlauge gelb, dann braun wird. Ueber⸗
gießt man es mit dem Zfachen Gewichte Salzſäure, fo darf ſich
dieſelbe, ſelbſt beim Erwärmen auf 60°, nicht färben.
Zum pharmaceutiſchen Gebrauche laſſe man es in der Kälte
hart werden, pulvere es und befreie es mittelſt eines Siebes von
Aureinta tet I.
23
Ammonium bromatum,
Ammoniumbromid.
Weißes, kryſtalliniſches Pulver, in Waſſer leicht, in Weingeiſt
ſchwer löslich, beim Erhitzen flüchtig. Die wäſſerige Löſung färbt
nach Zuſatz von wenig Chlorwaſſer und Chloroform letzteres roth—
gelb und entwickelt beim Erhitzen mit Natronlauge Ammoniak.
Eine kleine Menge des gepulverten Salzes auf Porzellan ausge—
breitet, darf feuchtes Lakmuspapier nicht röthen, ebenſowenig nach
Zuſatz von wenigen Tropfen verdünnter Schwefelſäure ſich ſofort gelb
färben.
5 cem der wäſſerigen Löſung (1 10) mit 1 Tropfen Eifen-
chloridlöſung verſetzt, färben zugeſetztes Chloroform nach dem Umſchüt⸗
teln nicht violett. 10 cem einer Löſung von 3g ſcharf getrockneten
Ammoniumbromids in 100 cem Waſſer dürfen nach Zuſatz einiger
Tropfen Kaliumchromatlöſung nicht mehr als 31,1 cem Zehntel—
Normalſilberlöſung bis zur bleibenden Röthung verbrauchen.
Ammonium earbonicum.
Ammoniumcarbonat.
Dichte, harte, durchſcheinende, faſerig⸗kryſtalliniſche Maſſen von
ſtark ammoniakaliſchem Geruche, mit Säuren aufbrauſend, an der
Luft verwitternd und häufig an der Oberfläche mit einem weißen Pulver
bedeckt. Es iſt in der Wärme flüchtig und in 4 Theilen Waſſer langſam,
aber vollſtändig löslich.
24
Die wäſſerige, mit Eſſigſäure überfättigte Löſung (120) darf
weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat,
noch durch Ammoniumopalat verändert werden, noch darf fie nach
dem Zuſatz von wenig Chlorwaſſer und Chloroform letzteres violett
färben.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit Silbernitrat im Ueberſchuſſe
verſetzt, darf nach dem Ueberſättigen mit Salpeterſäure weder ge
bräunt, noch innerhalb zwei Minuten mehr als opaliſirend getrübt
werden.
lg des Salzes, mit Salpeterſäure überfättigt und im Waſſerbade
zur Trockne verdampft, muß einen farbloſen, bei höherer Temperatur
flüchtigen Rückſtand geben.
Ammonium chloratum.
Ammoniumchlorid.
Weiße, harte, faſerig⸗kryſtalliniſche Kuchen oder weißes, farb⸗ und
geruchloſes, luftbeſtändiges Kryſtallpulver, in der Wärme flüchtig, in
3 Theilen kalten und dem gleichen Theile ſiedenden Waſſers löslich, in
Weingeiſt faſt unlöslich. Die wäſſerige Löſung giebt mit Silbernitrat
einen weißen, käſigen, in Ammoniak löslichen Niederſchlag und ent⸗
wickelt, mit Natronlauge erwärmt, Ammoniak.
Die wäſſerige Löſung (1 20) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch durch verdünnte Schwefel⸗
ſäure verändert, noch mit Salzſäure angeſäuert auf Zuſatz von
Eiſenchlorid geröthet werden. Mit Schwefelammonium darf ſie nur
eine dunkelgrüne Färbung, keinen ſchwarzen Niederſchlag geben. 1 g
des Salzes, mit wenig Salpeterſäure im Waſſerbade zur Trockne
25
verdampft, muß einen weißen, bei höherer Temperatur flüchtigen
Rückſtand geben.
Ammonium chloratum ferratum.
Eiſenſalmiak.
Zweiunddreißig Theile Ammoniumchlorid 32
werden in einer Porzellanſchale mit
Neun Theilen Eiſenchloridlöſun . 9
gemiſcht und unter fortwährendem Umrühren im Dampf⸗
bade zur Trockne verdampft.
Rothgelbes, an der Luft feucht werdendes, in Waſſer leicht lösliches
Pulver, ungefähr 2,5 Procent Eiſen enthaltend.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Amygdalae amarae.
Bittere Mandeln.
Die Samen von Prunus Amygdalus. Sie find unſymmetriſch
eiförmig, abgeplattet, ungefähr 2 em lang und durchſchnittlich 1,5 em
breit, ſpitz genabelt, am ſtumpf gerundeten entgegengeſetzten Ende bis
lem dick. Die braune, ſchülferige, von wenig verzweigten Gefäß
bündeln durchzogene Samenhaut läßt ſich nach dem Einweichen in
Waſſer von den rein weißen Cotyledonen leicht abziehen. Die letzteren
ſchmecken ſtark bitter.
26
Amygdalae dulces.
Süfe Mandeln.
Die Samen von Prunus Amygdalus. Sie find unſymmetriſch
eiförmig, abgeplattet, ſpitz genabelt, am entgegengeſetzten Ende ſtumpf
abgerundet. Man wähle die größeren, durchſchnittlich ungefähr 2,25 cm
langen und mindeſtens 1,5 em breiten Sorten. Die braune, ſchülferige,
von wenig verzweigten Gefäßbündeln durchzogene Samenhaut läßt ſich
nach dem Einweichen in Waſſer leicht von den rein weißen Cotyledonen
abziehen. Dieſe müſſen milde ölig, zugleich etwas ſüß und ſchleimig,
nicht ranzig ſchmecken.
Amylium nitrosum.
Amylnitrit.
Klare, gelbliche, flüchtige Flüſſigkeit von nicht unangenehmem, frucht⸗
artigem Geruche, von brennendem, gewürzhaftem Geſchmacke, kaum
löslich in Waſſer, in allen Verhältniſſen mit Weingeiſt und Aether
miſchbar, bei 97 bis 99 ſiedend, angezündet mit gelber, leuchtender
und rußender Flamme verbrennend.
10 cem des Amylnitrits dürfen die alkaliſche Reaction von
2 cem einer Miſchung aus 1 Theil Ammoniak und 9 Theilen Waſſer
nicht aufheben.
Mit dem 3 fachen Volumen einer Miſchung aus gleichen Theilen
Ammoniak und abſoluten Weingeiſtes, nach Zuſatz von etwas Silber⸗
nitrat gelinde erwärmt, darf Amylnitrit keine Bräunung oder Schwärzung
hervorrufen.
Vor Licht geſchützt über einigen Kryſtallen von Kaliumtartrat
vorſichtig aufzubewahren.
27
Amylum Tritici.
Weizenſtärke.
Das Stärkemehl der Früchte von Triticum vulgare. Weißes,
ſehr feines Pulver; unter Waſſer bei 150 facher Vergrößerung betrachtet,
annähernd kreisrunde Körner; die einen von ſehr geringem, die anderen,
weniger zahlreichen von ſehr viel größerem Durchmeſſer; mittlere
Körner finden ſich ſeltener. Läßt man Weingeiſt dazu treten, ſo
zeigt ſich, daß die großen Körner linſenförmig oder planconvex find.
Das Mikroſkop läßt leicht eine Beimiſchung der viel größeren und
unregelmäßigeren Stärkekörner der Kartoffel erkennen. Beim Ver⸗
brennen darf die Stärke nicht über 1 Procent Aſche hinterlaſſen. Mit
50 Theilen Waſſer gekocht, giebt die Weizenſtärke einen nach dem
Erkalten dünnflüſſigen, trüben Schleim, der keinen beſonderen Geruch
und Geſchmack beſitzt und Lakmuspapier nicht verändert.
Antidotum Arseniei.
Gegengift der arſenigen Säure.
Hundert Theile Ferriſulfatlöſun ggg. 100
werden mit ö
Zweihundertfünfzig Theilen WaſſerXrrr r e 250
vermiſcht und dieſer Flüſſigkeit alsdann unter Um⸗
ſchütteln und möglichſter Vermeidung der Erwärmung
eine Miſchung aus
Fünfzehn Theilen gebrannter Magne in 15
mit
Zweihundertfünfzig Theilen Waſſe nãnrõrõrr r 250
hinzugefügt.
28
Eine braune Schüttelmixtur, welche zum Gebrauche jedesmal friſch
zu bereiten iſt.
Es müſſen zu dem Zwecke mindeſtens 500 g Ferriſulfatlöſung
und 150 f gebrannter Magneſia jederzeit vorräthig gehalten werden.
Apomorphinum hydrochloricum.
Apomorphiuhydrochlorat.
Weißes oder grauweißes, trockenes, kryſtalliniſches, neutrales Pul⸗
ver, in Waſſer löslich, in Aether oder Chloroform faſt unlöslich. Das
Salz färbt ſich an feuchter Luft bei Einwirkung von Licht bald grün.
Salpeterſäure färbt es blutroth. Es löſt ſich in überſchüſſiger Natron-
lauge, die Löſung färbt ſich an der Luft raſch purpurroth, ſpäter ſchwarz.
Silbernitratlöſung wird dadurch reducirt. Der durch Natriumbicarbonat
entſtehende Niederſchlag färbt ſich an der Luft ſchnell grün.
Die wäſſerige Löſung des Salzes ſei farblos oder nicht ſtark
gefärbt; ein Präparat, welches mit 100 Theilen Waſſer eine ſmaragd⸗
grüne Löſung giebt, iſt zu verwerfen.
Vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,01.
Maximale Tagesgabe 0,05.
Aquae destillatae.
Deſtillirte Wäſſer.
Die deſtillirten Wäſſer ſollen den Geruch und den eigenthümlichen
Geſchmack der flüchtigen Beſtandtheile derjenigen Subſtanzen haben,
aus welchen ſie bereitet ſind.
29
Zum Zwecke der Dispenfation find fie durch Filtration von nicht
gelöſtem atheriſchem Oele zu befreien.
Schleimige und gefärbte Wäſſer ſind zu verwerfen.
Mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer vermiſcht, dürfen fie keine Verän—
derung erleiden.
Aqua Amygdalarım amararum.
Bittermandelwaſſer.
Zwölf Theile bitterer Mandelas 12
werden zerſtoßen und vermittelſt der Preſſe ohne Erwär⸗
mung ſo weit als möglich von dem fetten Oele befreit,
dann in ein feines Pulver verwandelt.
Dieſes werde in einer geräumigen Deſtillirblaſe, welche am
zweckmäßigſten ſo eingerichtet iſt, daß die in einem Dampferzeuger
entwickelten Waſſerdämpfe hindurchſtreichen können, mit
Achtzig Theilen gewöhnlichen Waſſernnn mmm. 80
gut gemiſcht
Ein Theil Weingeiſt c. . asien 3 ee ee 1
zugefügt und die Miſchung gut verſchloſſen zwölf Stunden
lang ſtehen gelaſſen. Hierauf werden vorſichtig bei ſorg⸗
fältiger Abkühlung
EEE ( ! 11
in eine Vorlage abdeſtillirt, welche
— Ww u ar: 1
enthält.
Das Deſtillat werde auf ſeinen Gehalt an Cyan⸗
waſſerſtoff geprüft und mit ſoviel von einer Miſchung aus
Einem Theil Wenge 1
und
Fünf Theilen Waſſeer. b e L i 5
30
verdünnt, daß in Tauſend Theilen ein Theil Cyan⸗
waſſerſtoff enthalten iſt.
27,0 g Bittermandelwaſſer mit 54,0 g Waſſer verdünnt, verſetze
man mit breiförmigem Magneſiumhydrat bis zur Undurchſichtigkeit
und füge einige Tropfen Kaliumchromatlöſung hinzu. Hierauf laſſe
man ſo lange Zehntel⸗Normalſilberlöſung zufließen, bis die bei jedes⸗
maligem Zuſatze entſtehende rothe Färbung von Silberchromat beim
Umrühren eben nicht mehr verſchwindet. Die Anzahl der verbrauchten
Cubikcentimeter Silberlöſung, mit 0,01 multiplicirt, ergiebt den
Procentgehalt an Cyanwaſſerſtoff.
Das Bittermandelwaſſer ſei klar oder faſt klar und rieche ſtark nach
Bittermandelöl und Blauſäure. Der Geruch nach erſterem muß auch
nach Wegnahme der Blauſäure vermittelſt Silbernitrat verbleiben.
Vorſichtig aufzubewahren.
Für Aqua Lauro-Cerasi iſt Aqua Amygdalarum amararum
zu dispenſiren.
Maximale Einzelgabe 2,0.
Maximale Tagesgabe 8,0.
Aqua Calcariae.
Kalkwaſſer.
Ein Theil ghmner 1
werde mit
in Wa nf,f, 4
gelöſcht und unter Umrühren mit
Bei len , 22 2 Ka 50
gemischt. Nach einigen Stunden gieße man die Flüffig-
keit fort und vermiſche den Bodenſatz mit weiteren
31
Das Kalkwaſſer ſei klar, farblos und von ſtark alkaliſcher Reaction.
100 cem Kalkwaſſer, mit 3,5 bis 4,0 cem Normalſalzſäure ge—
miſcht, dürfen keine ſaure Flüſſigkeit geben.
Aqua carbolisata.
Carbolwaſſer.
Eine Miſchung aus
Dreiunddreißig Theilen verflüffigter Carbolſäu re 33
und
Neunhundertſiebenundſechszig Theilen Waſſer . 3 967.
Klare, nach Carbolſäure riechende Flüſſigkeit.
Aqua chlorata.
Chlorwaſſer.
Klare, gelbgrüne, in der Wärme flüchtige Flüſſigkeit von erſtickendem
Geruche, welche blaues Lakmuspapier ſofort bleicht, in 1000 Theilen
mindeſtens 4 Theile Chlor enthaltend.
Werden 25 g Chlorwaſſer in eine mit Stärkelöſung verſetzte wäſſe⸗
rige Löſung von 1 g Kaliumjodid eingegoſſen, jo müſſen zur Bindung
des ausgeſchiedenen Jods mindeſtens 28,2 cem Zehntel⸗Normalnatrium⸗
thioſulfatlöſung verbraucht werden.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Aqua Cinnamomi.
Zimmtwaſſer.
Ein Theil gröblich zerſtoßenen Zimmt s. 1
werde mit
ien Theil Weingeiſt =
32
und der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers übergoſſen,
und nach zwölf Stunden
Es ſei trübe, ſpäter klar werdend.
Aqua destillata.
Deſtillirtes Waſſer.
Klare, ohne Rückſtand verdampfende Flüſſigkeit, ohne Farbe, Geruch
und Geſchmack.
Es darf weder durch Queckſilberchlorid, noch durch Silbernitrat,
noch beim Vermiſchen mit dem doppelten Volumen Kalkwaſſer eine
Trübung erleiden.
Aqua Florum Aurantii.
Orangenblüthenwaſſer.
Klare oder ſchwach opaliſirende, farbloſe Flüſſigkeit von angenehmem
Geruche nach Orangenblüthen.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Aqua Foeniculi.
Fenchelwaſſer.
es "Shell eren n 1
werde mit der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers
übergoſſen und
„ t 30
abdeſtillirt.
Es ſei wenig trübe.
33
Aqua Menthae erispae.
Krauſeminzwaſſer.
Ein Theil zerſchnittener Krauſeminzblätte rr 1
werde mit der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers
übergoſſen und
Es ſei etwas trübe.
Aqua Menthae piperitae.
Pfefferminzwaſſer.
Ein Theil zerſchnittener Pfefferminzblätterrõrr e 1
werde mit der nöthigen Menge gewöhnlichen Waſſers
übergoſſen und
Es ſei etwas trübe.
Aqua Picis.
Theerwaſſer.
/ſJ%%%%%%000 ↄ ///, ĩͤ ß „ 1
werde mit
Drei Theilen gepulverten Bimsſteinnn . 3,
welcher vorher mit Waſſer ausgewaſchen und wieder ge⸗
trocknet wurde, gemiſcht und zum Gebrauche aufbewahrt.
Von dieſer Miſchung werden
Bier Theile nie nee 4
mit
Zehn Theilen Waller» nee ae ee 10
5 Minuten lang geſchüttelt und dann filtrirt.
34
Es ſei klar, gelblich bis bräunlichgelb, vom Geruche und Ge—
ſchmacke des Theeres. |
Es werde entweder bei jedesmaligem Bedarf friſch bereitet oder
doch nur für kurze Zeit vorräthig gehalten.
Aqua Plumbi.
Bleiwaſſer.
Ein Zu d ⁵ð2 ne 1
werde mit
Neunundvierzig Theilen Ball -..,.0a8 dr cn 49
gemiſcht.
Es ſei etwas trübe.
Vor der Dispenſation werde es umgeſchüttelt.
Für Aqua Plumbi Goulardi iſt Aqua Plumbi zu dispenſiren.
Aqua Rosae.
Roſenwaſſer.
Vier Tropfen Roſenöl
werden mit
Tauſend Gramm lauwarmen Waſſers einige Zeit geſchüttelt und
die Miſchung filtrirt.
Es ſei klar.
Argentum foliatum.
Blattſilber.
Zarte Blättchen von reinem Silberglanze, in Salpeterfänne zu
einer klaren, farbloſen Flüſſigkeit löslich, in welcher durch Salzſäure
ein weißer, käſiger, in Salpeterſäure unlöslicher, in Ammoniak leicht
löslicher Niederſchlag erzeugt wird.
35
Argentum nitricum.
Silbernitrat.
Weiße, glänzende oder grauweiße, ſchmelzbare Stäbchen mit
kryſtalliniſch ſtrahligem Bruche, in 0,6 Theilen Waſſer, in 10,2 Theilen
Weingeiſt und in Ammoniak klar und farblos löslich. Die wäſſerige
Löſung iſt neutral; Salzſäure fällt daraus weiße Flocken, welche ſich
leicht in Ammoniak löſen, dagegen unlöslich in Salpeterſäure ſind.
Die wäſſerige Löſung (1 = 10) darf ſich nach dem Vermiſchen mit
dem 4 fachen Volumen verdünnter Schwefelſäure und Erhitzen bis
zum Sieden nicht trüben. Nach Ausfällen eines anderen Theils der
Löſung mit Salzſäure muß ein Filtrat erhalten werden, welches beim
Verdampfen keinen Rückſtand giebt.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,2.
Argentum nitricum cum Kalio nitrico.
Salpeterhaltiges Silbernitrat.
ae e 1
und
i 04040. 2
werden gemiſcht, vorſichtig geſchmolzen und in Stäbchenform gegoſſen.
Weiße oder grauweiße, harte, im Bruch porzellanartige, kaum
kryſtalliniſche Stäbchen.
Wird 1 g des eee in 10 cem Waſſer gelöſt und mit
20 cem Zehntel ⸗N iumchloridlöſung und 10 Tropfen Kalium⸗
chromatlöſung gemiſcht, ſo erf u nur 0,5 bis 1,0 cem Zehntel-Normal⸗
ſilberlöſung zur Röthung der Flüſſigkeit verbraucht werden.
Vorſichtig aufzubewahren.
5
36
Asa foetida.
Aſant.
Das Gummiharz von Ferula- (Peucedanum-) Arten des weſt⸗
lichen Hochaſiens, beſonders Ferula Scorodosma und Ferula
Narthex. Es bildet entweder loſe oder verklebte Körner oder anſehn⸗
lichere Klumpen; an der Oberfläche iſt es grau bis violett, braun,
innen weiß, aber auf dem Bruche anfangs roth anlaufend, dann in
braun übergehend. Geruch und Geſchmack des Aſants ſind höchſt
eigentümlich. Mit dem 3fachen Gewichte Waſſer zerrieben, liefert er
eine weißliche Emulſion, die auf Zuſatz von Natronlauge gelb wird.
Gießt man Salzſäure auf Aſant, ſo darf kein ſtarkes Aufbrauſen er⸗
folgen und nach 6 Stunden ſoll die Säure kaum gefärbt ſein. Beim
Verbrennen darf der Aſant nicht über 10 Procent Aſche hinterlaſſen.
Zum pharmaceutiſchen Gebrauche laſſe man ihn in der Kälte hart
werden, pulvere ihn und befreie ihn von Unreinigkeiten vermittelſt
eines Siebes.
Atropinum sulfuricum.
Atropinſulfat.
Weißes, kryſtalliniſches Pulver, mit gleichviel Waſſer, ſowie mit
dem Zfachen Gewichte Weingeiſt neutrale Löſungen gebend. Von
Aether und Chloroform wird es nicht aufgenommen.
Zu 0,001 g, welches im Glasröhrchen bis zum Auftreten weißer
Nebel erhitzt wird, gebe man 1,5 g Schwefelſäure und erwärme bis
zur beginnenden Bräunung. Sofortiger Zuſatz von 2 g Waſſer ruft
die Entwickelung eines angenehmen, höchſt eigenthümlichen Geruches
hervor; fügt man alsdann ein Kryſtällchen Kaliumpermanganat zu, ſo
entwickelt ſich Geruch nach Bittermandelböl.
37
Die wäſſerige Löſung werde durch Natronlauge, nicht aber durch
Ammoniak getrübt.
Selbſt bei 1000 facher Verdünnung ſchmeckt die Auflöſung bitter
und kratzend.
Sehr vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,001.
Maximale Tagesgabe 0,003.
Auro-Natrium chloratum.
Natriumgoldchlorid.
Fünfundſechszig Theile reinen Goldes 65
werden unter gelindem Erwärmen gelöſt in einer
Miſchung aus
Fünfundſechszig Theilen Salpeterſäure n 65
und
Zweihundertvierzig Theilen Salzſäure .. 240.
Die Löſung wird mit
Weribunbert Theilen Waſſ er 200
verdünnt und darin
Hundert Theile reinen, ausgetrockneten Natriumchlorids . 100
aufgelöſt.
Die klare Flüſſigkeit wird im Waſſerbade unter Umrühren zur
Trockne gebracht.
Das Präparat iſt ein goldgelbes Pulver, welches in 2 Theilen
Waſſer vollſtändig, in Weingeiſt aber nur zum Theil löslich iſt. Beim
Glühen wird es unter Abſcheidung von Gold zerſetzt.
Es darf bei Annäherung eines mit Ammoniak benetzten Glasſtabes
keine Nebel geben. 0,5 g im bedeckten Porzellantiegel langſam zum
38
Glühen erhitzt, müſſen nach dem Auslaugen des Rückſtandes mit
Waſſer mindeſtens 0,150 g — 30 Procent Gold hinterlaſſen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,2.
Balsamum Copaivae.
Copaivabalſam.
Der Harzſaft ſüdamerikaniſcher Copaifera-Arten, vorzüglich der
Copaifera officinalis und der Copaifera guianensis.
Klare, gelbbräunliche, gar nicht oder nur ſchwach fluorescirende Flüf-
ſigkeit von eigenthümlich aromatiſchem Geruche und anhaltend ſcharfem
und bitterlichem Geſchmacke. Man wähle die dickflüſſigeren Sorten
von 0,96 bis 0,99 ſpec. Gewicht, welche im Waſſerbade abgedampft hell⸗
braunes, nach dem Erkalten amorphes, klares und ſprödes Harz zurück—
laſſen. Man verdünne den Balſam mit dem 20 fachen Gewichte
Schwefelkohlenſtoff und ſchüttle dieſe Auflöſung mit einigen Tropfen
eines abgekühlten Gemiſches von gleich viel Schwefelſäure und rauchender
Salpeterſäure, wobei ſich keine rothe oder violette Färbung einſtellen
darf. 1 Theil Copaivabalſam, mit 5 Theilen Waſſer von 50 kräftig
geſchüttelt, gebe ein trübes Gemenge, das ſich im Waſſerbade bald wieder
in zwei klare Schichten trennen muß.
Balsamum Nueistae.
Muscatbalſam.
Ein Theil gelben Wachſeszzz . 1
Zwei Theile Olivenöl ...... ser ae ee 2
39
werden im Dampfbade zuſammen geſchmolzen, colixt und
in Rapfeln ausgegoſſen.
Er ſei von bräunlichgelber Farbe und aromatiſchem Geruche.
Balsamum peruvianum.
Perubalſam.
Der durch Anſchwelen der Stammrinde der Toluifera Pereirae
(Myroxylon Pereirae) gewonnene Harzſaft, eine braunrothe bis tief
dunkelbraune, in dünner Schicht klar durchſichtige, nicht fadenziehende
Flüſſigkeit von angenehmem Geruche und ſcharf kratzendem, bitterlichem
Geſchmacke. Der Perubalſam beſitzt ein ſpec. Gewicht von 1,137 bis
1,145, klebt nicht und trocknet an der Luft nicht ein. Er iſt klar
miſchbar mit dem gleichen Gewichte Weingeiſt. 3 Theile des Balſams
nehmen 1 Theil Schwefelkohlenſtoff ohne Trübung auf; aber nach
Zuſatz von ferneren 8 Theilen des letzteren ſcheidet ſich ein braun⸗
ſchwarzes Harz ab. Die davon abgegoſſene klare Flüſſigkeit darf nur
ſchwach bräunlich gefärbt ſein, und nicht oder doch nur ſchwach
fluoresciren. Wird 1g Balſam mit 5 g Petroleumbenzin kräftig
durchgeſchüttelt und werden von dieſer Miſchung, nachdem dieſelbe kurze
Zeit geſtanden, 30 Tropfen in einem Porzellanſchälchen der freiwilligen
Verdunſtung überlaſſen, ſo darf der ölartige, gelblich gefärbte Rückſtand
auch beim gelinden Erwärmen nicht den Geruch des Terpenthins,
Styrax oder Copaivabalſams zeigen und mit 5 Tropfen ſtarker Salpeter⸗
ſäure (1,30 bis 1,33 ſpec. Gewicht) verſetzt, eine blaue oder blaugrüne
Färbung auch bei ſchwächerem Erwärmen nicht annehmen.
Werden 5 Tropfen Balſam mit 3 cem Ammoniak durch kräftiges
Schütteln gemiſcht, ſo darf nur ein geringer, bald zerfallender Schaum
ſich bilden und die Miſchung ſelbſt nach 24 Stunden nicht gelatiniren.
F
. . 7
40
Reibt man 10 Tropfen Balſam mit 20 Tropfen Schwefelſäure zu⸗
ſammen, ſo muß eine gleichmäßige, zähe, kirſchrothe Miſchung entſtehen,
die, nach einigen Minuten mit kaltem Waſſer ausgewaſchen, einen harz⸗
artigen, in der Kälte brüchigen Rückſtand hinterläſt. Mit dem
200 fachen Gewichte Waſſer der Deſtillation unterworfen, darf der
Perubalſam kein ätheriſches Oel liefern.
Benzinum Petrolei.
Petroleumbenzin.
Farbloſe, nicht fluorescirende Antheile des Petroleums von 0,64
bis 0,67 ſpec. Gewichte, bei der Deſtillation zwiſchen 55 und 75°
faſt ganz übergehend, von ſtarkem, nicht unangenehmem Gerüche, leicht
entzündlich. Schüttelt man 2 Theile Petroleumbenzin mit einer ab⸗
gekühlten Miſchung von 1 Theile Schwefelſäure und 4 Theilen rauchen⸗
der Salpeterſäure, ſo darf ſich das Gemenge nicht färben und nicht
den Geruch nach Bittermandelöl annehmen.
Benzoe.
Benzo.
Das Harz der Styrax Benzoin. Graubräunliche, oft löcherige,
leicht zerreibliche Maſſe mit hellen Körnchen oder Klümpchen, oder auch
flache, gelbbräunliche, innen hellere Stücke. Im öfachen Gewichte
Weingeiſt löſt ſich die Benzos in gelinder Wärme bis auf eine geringe
Menge Pflanzentrümmer auf; das Filtrat giebt mit Waſſer eine
milchige Flüſſigkeit von ſaurer Reaction.
41
Bismutum subnitrieum.
Baſiſches Wismutnitrat.
Biel Then Wem ee 2
und
Ein Theil Natriumnitrat re 1
werden in einer eiſernen Schale bis zum ſchwachen Roth;
glühen erhitzt und, ſobald die Maſſe zu ſchwellen beginnt,
umgerührt, bis das Metall fein zertheilt kaum noch ſichtbar
iſt. Der halberkalteten Maſſe giebt man
GUN, en rn an 5
und
Drei Theile Natrontauge a ER en 3
zu, kocht einige Minuten, ſammelt das fein zertheilte
Wismut nebſt dem gebildeten Oxyd auf einem Filter,
wäſcht mit Waſſer bis zur völligen en des Alkali
aus und trocknet den Rückſtand.
Derſelbe wird ſodann in
Acht Theile heißer Salpeterſd ure Ju 8
allmälig eingetragen, das Ganze einige Minuten auf
80 bis 90° erwärmt, dann durch Asbeſt filtrirt und bis
auf 6 Theile verdunſtet.
Die nach dem Erkalten erhaltenen Kryſtalle werden mit wenig ſal⸗
peterſäurehaltenden Waſſers einige Male abgeſpült, hierauf wird 1 Theil
derfelben mit 4 Theilen Waſſer gleichmäßig zerrieben und unter Um-
rühren in 21 Theile ſiedenden Waſſers eingetragen. Sobald der
Niederſchlag ſich ausſcheidet, wird die überſtehende noch warme
Flüſſigkeit entfernt, der Niederſchlag geſammelt, nach völligem Ab⸗
laufen des Filtrates mit dem gleichen Volumen kalten Waſſers nach⸗
gewaſchen und nach Ablauf desſelben bei 30° ausgetrocknet.
6
42
Weißes, mikrokryſtalliniſches, ſauer reagirendes Pulver. Bei 120°
verliere es 3 bis 5 Procent an Gewicht und hinterlaſſe nach dem
Glühen, unter Entwickelung gelbrother Dämpfe, 79 bis 82 Procent
Wismutoxyd.
0,5 g des baſiſchen Wismutnitrats löſen ſich in 25 cem ver
dünnter Schwefelſäure ohne Entwickelung von Kohlenſäure klar auf.
Ein Theil dieſer Löſung, mit überſchüſſigem Ammoniak verſetzt, gebe
im farbloſen Filtrate mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer keine Reaction.
Ein zweiter Theil, mit mehr Waſſer verdünnt und mit Schwefelwaſſer⸗
ſtoff vollſtändig ausgefällt, gebe ein Filtrat, das nach dem Eindampfen
keinen Rückſtand hinterläßt.
In Salpeterſäure löſe ſich das Wismutnitrat klar; die Löſung
werde weder durch Silbernitrat, noch durch Löſung von Baryumnitrat
(150) getrübt. Mit Natronlauge im Ueberſchuß erwärmt, darf das
Präparat kein Ammoniak entwickeln; wird dieſe Flüſſigkeit filtrirt und
in einer Probirröhre mit einigen Stückchen blanken Eiſendrahtes und
etwas Zinkfeile erwärmt, fo darf ein mit Silberlöſung (1=2) be
feuchtetes Papier durch das entweichende Gas binnen einer Stunde
nicht gefärbt werden.
Bolus alba.
Weißer Thon.
Eine weißliche, zerreibliche, abfärbende, durchfeuchtet etwas zähe,
im Waſſer zerfallende, aber nicht lösliche, erdige Subſtanz, welche e
ſächlich aus waſſerhaltigem Aluminiumſilicat beſteht.
Beim Uebergießen mit Salzſäure darf kein Aufbrauſen ſtattfinden
und beim Abſchlämmen kein ſandiger Rückſtand bleiben.
43
Borax.
Natriumborat.
Harte, weiße Kryſtalle oder kryſtalliniſche Stücke, welche ſich in
17 Theilen kalten, der Hälfte ihres Gewichtes ſiedenden Waſſers und
reichlich in Glycerin löſen, in Weingeiſt aber unlöslich find,
Die wäſſerige Löſung färbt Curcumapapier auf Zuſatz von wenig
Salzſäure braun. Am Oehre des Platindrahtes färbt der Borax die
Flamme gelb.
Die wäſſerige Löſung (1850) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch durch Ammoniumcarbonat verändert werden, mit
Salpeterſäure angeſäuert nicht aufbrauſen und weder durch Baryum⸗
nitrat, noch durch Silbernitrat nach 5 Minuten mehr als opaliſirend
getrübt werden.
Bromum.
Brom.
Dunkelrothbraune, flüchtige Flüſſigkeit von 2,9 bis 3,0 ſpec. Gewicht,
bei gewöhnlicher Temperatur verdampfend und gelbrothe Dämpfe
bildend. Es löſt ſich in 40 Theilen Waſſer, leicht in Weingeiſt,
Aether, Schwefelkohlenſtoff und Chloroform mit tief rothgelber Farbe.
Das Brom ſei in Natronlauge leicht löslich. Eine Löſung in
Waſſer (1 40), mit überſchüſſigem gepulverten Eifen geſchüttelt, gebe
eine Flüſſigkeit, welche nach Zuſatz von wenig Eiſenchlorid und Chloro—
form letzteres nicht violett färbt.
Vorſichtig aufzubewahren.
—
44
Bulbus Scillae.
Meerzwiebel.
Aus den mittleren Schalen der Zwiebel von Urginea maritima
(Seilla maritima) geſchnittene Streifen von durchſchnittlich 3 mm Dicke.
Sie ſind gelblichweiß, durchſcheinend, von ſtarken Querſtreifen durch⸗
zogen und ſchmecken widerlich bitter.
Calcaria chlorata.
Chlorkalk.
Weißes oder weißliches Pulver von chlorähnlichem Geruche, in
Waſſer nur theilweiſe löslich, in 100 Theilen mindeſtens 20 Theile
wirkſamen Chlors enthaltend. Mit Eſſigſäure giebt es unter reichlicher
Chlorentwickelung eine Löſung, welche, mit Waſſer verdünnt und
filtrirt, durch Ammoniumoxalat weiß gefällt wird.
Werden 0,5 g Chlorkalk mit 100 cem Waſſer angerieben, 2 g Ka⸗
liumjodid, 20 Tropfen Salzſäure ur etwas Stärkelöſung zugefügt, fo
müſſen 28,5 cem Zehntel⸗N iumthioſt g zur Bindung
des ausgeſchiedenen Jods verbraucht werden.
Wäſſerige Löſungen von Chlorkalk ſind filtrirt zu dispenſiren.
4 1 1 1
Calearia usta.
Gebrannter Kalk.
Dichte, weißliche Maſſen, welche, mit der Hälfte ihres Gewichtes
Waſſer beſprengt, ſich ſtark erhitzen und zu Pulver zerfallen, mit
der 3, bis 4fachen Menge Waſſer einen dicken, gleichmäßigen Brei
bilden, der in Salpeterſäure faſt ohne Aufbrauſen zum größeren
Theile löslich iſt. Letztere Löſung, mit Waſſer verdünnt und mit
45
Natriumacetat verſetzt, giebt mit Ammoniumoxalat einen weißen
Niederſchlag.
Calcium carbonicum praeeipitatum.
Calciumcarbonat.
Weißes, mikrokryſtalliniſches, in Waſſer faſt unlösliches Pulver.
In Eſſigſäure löſt es ſich unter Aufbrauſen und die Löſung giebt
mit Ammoniumoxalat einen weißen Niederſchlag.
Mit der 50 fachen Menge Waſſer geſchüttelt, gebe es ein Filtrat,
welches nicht alkaliſch reagirt.
Die mit Hülfe von Eſſigſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (150)
darf durch Baryumnitrat nicht verändert und durch Silbernitrat nach
Zuſatz von Salpeterſäure nur opaliſirend getrübt werden.
Die mit Hülfe von Salzſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (150)
darf durch Ueberſättigung mit Ammoniak nicht getrübt werden und
auf Zuſatz von Schwefelammonium nur dunkelgrüne Färbung geben.
Calcium phosphoricum.
Calciumphosphat.
Zwanzig Theile kryſtalliniſchen Ealeiumcarbonats ....... 20
werden mit
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und
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übergoſſen und, nachdem die Einwirkung in der Kälte
aufgehört hat, damit erwärmt. Die klar abgegoſſene
Flüſſigkeit werde mit friſch bereitetem überſchüſſigem
46
Chlorwaſſer vermiſcht. Hierauf erwärme man, bis der
Chlorgeruch verſchwunden iſt, und digerire eine halbe
Stunde mit
JJ c 1.
Der klaren, mit verdünnter Eſſigſäure ſchwach an⸗
geſäuerten Flüſſigkeit werde eine filtrirte Löſung von
Einundſechszig Theilen Natriumphosp hann 61
in
Dreihundert Theilen ſiedenden Waſſerss 6. 300
nach und nach unter Umrühren zugeſetzt, die Miſchung einige Stunden
ſtehen gelaſſen, der entſtandene kryſtalliniſche Niederſchlag auf einem
angefeuchteten leinenen Tuche geſammelt und ſo lange mit Waſſer
ausgewaſchen, bis eine Probe der Waſchflüſſigkeit, mit Salpeterſäure
angeſäuert, mit Silbernitrat nur noch eine ſchwache Opaliſirung zeigt.
Nach vollſtändigem Abtropfen werde der Niederſchlag ſtark aus-
gepreßt, bei gelinder Wärme getrocknet und zu Pulver zerrieben.
Leichtes, weißes, kryſtalliniſches, in Waſſer unlösliches Pulver, in
kalter Eſſigſäure ſchwer löslich, in Salzſäure und Salpeterſäure ohne
Aufbrauſen leicht löslich.
Die ſalpeterſaure Löſung, mit Silbernitrat vermiſcht, giebt nach
vorſichtiger Neutraliſirung mit verdünntem Ammoniak einen gelben,
mit Natriumacetat im Ueberſchuſſe verſetzt, mit Ammoniumoxalat einen
weißen Niederſchlag. Mit Silbernitrat befeuchtet, wird das Calcium-
phosphat gelb, was nicht geſchieht, wenn es zuvor auf Platinblech
längere Zeit geglüht war. Der Glühverluſt betrage 25 bis 26 Procent.
Wird Calciumphosphat mit der 20 fachen Menge Waſſer ge
ſchüttelt, die Miſchung filtrirt und das Filtrat mit Eſſigſäure an⸗
geſäuert, ſo darf es durch Baryumnitrat nicht verändert werden.
Die mit Hülfe von Salpeterſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung
(1=20) darf durch Silbernitrat nach 2 Minuten nur opaliſirend ge-
47
trübt werden und muß, mit überſchüſſigem Ammoniak und Schwefel:
ammonium verſetzt, einen weißen Niederſchlag geben.
Calcium phosphoricum erudum.
Rohes Calciumphosphat.
Weißes oder grauweißes, in Salzſäure unter ſchwachem Aufbrauſen
mit Hinterlaſſung eines geringen Rückſtandes lösliches Pulver.
Eine kleine Menge des Salzes, mit Silbernitratlöſung übergoſſen,
färbt ſich beim Stehen gelb.
Calcium sulfuricum ustum.
Gebrannter Gyps.
Weißes, amorphes Pulver, welches, mit der Hälfte ſeines Gewichtes
Waſſer gemiſcht, innerhalb fünf Minuten erhärten muß.
Camphora.
Campher.
Durch Sublimation aus Cinnamomum Camphora ge
wonnenes Stearopten. Weiße, kryſtalliniſche, mürbe Maſſe von eigen⸗
artigem Geruche und Geſchmacke, aus offener Schale nach kurzer Zeit
ohne Rückſtand verdampfend, die Wandung halbgefüllter Flaſchen mit
glänzenden Kryſtallen bedeckend. In Waſſer kaum löslich. Aether,
Chloroform, Weingeiſt löſen den Campher reichlich; mit dieſen Flüſſig⸗
keiten beſprengt, läßt er ſich pulvern.
48
Cantharides.
Spaniſche Fliegen.
Der möglichſt wenig beſchädigte Käfer Lytta vesicatoria, von
ſchön glänzend grüner und beſonders in der Wärme blau ſchillernder
Farbe, 1,5 bis gegen 3 em lang und 6 bis 8 mm breit. Beim Ver⸗
brennen dürfen die Käfer nicht über 8 Procent Aſche liefern.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,15.
Carbo ligni pulveratus.
Gepulverte Holzkohle.
Die käufliche Meilerkohle werde in genügend geſchloſſenen Gefäßen
erhitzt, bis ſie keine Dämpfe mehr giebt, nach dem Erkalten ſogleich
gepulvert.
Das Pulver muß ſchwarz ſein und darf an Weingeiſt nichts ab⸗
geben. Auf Platinblech erhitzt, muß es bis auf eine geringe Menge
Aſche ohne Flamme verbrennen.
Carrageen.
Irländiſches Moos.
Der höchſtens handgroße, laubartige, in ſchmälere oder breitere
Lappen getheilte Thallus des Chondrus erispus (Fucus erispus)
und der Gigartina mammillosa. Andere Florideen und Algen
dürfen nur in höchſt geringer Menge vorhanden ſein. Mit 30 Theilen
Waſſer übergoſſen wird das irländiſche Moos ſchlüpferig weich und giebt
49
damit beim Kochen einen fade ſchmeckenden, in der Kälte ziemlich
dicken Schleim, welcher durch Jod nicht blau gefärbt wird.
Caryophylli.
Gewürznelken.
Die nicht geöffneten Blüthen der Eugenia caryophyllata
(Caryophyllus aromatica). Der gerundet vierkantige, 10 bis 15 mm
lange, bis 4 mm dicke, braune Fruchtknoten breitet ſich in 4 Kelch⸗
lappen aus, über welche ſich die 4 kugelig zuſammenſchließenden
helleren Blumenblätter erheben. Auf dem Querbruche erkennt man
mit der Loupe am Rande große Oelzellen; aus denſelben ergießen
ſich Tropfen des ätheriſchen Oeles, wenn man Längsſchnitte der
Gewürznelken auf Löſchpapier drückt. Dieſelben müſſen kräftig riechen
und ſchmecken.
Castoreum.
Bibergeil.
Mit dem Geſchlechtsapparate des amerikaniſchen Bibers, Castor
americanus, in Verbindung ſtehende Beutel. Sie beſtehen aus
2 äußeren, nicht leicht zu trennenden und 2 inneren, wenig auf—
fallenden Häuten, welche letztere den in trockenem Zuſtande glänzenden,
harten, dunkelbraunen Inhalt durchſetzen. Derſelbe liefert ein bell-
braunes, eigenthümlich riechendes, kratzend und bitterlich ſchmeckendes
Pulver, welches bei 100° nicht ſchmilzt.
Catechu.
Catechu.
Ein in Indien aus Uncaria Gambir und Areca Catechu dar-
geſtelltes Extract. Bei 200 maliger Vergrößerung erweiſt ſich dasſelbe,
7
50
in Glycerin betrachtet, als kryſtalliniſch. Das Catechu ſchmeckt zu⸗
ſammenziehend bitterlich, zuletzt ſüßlich. Mit 10 Theilen Weingeiſt
gekocht, giebt dasſelbe eine dunkelbraune klare Löſung, wobei nicht
mehr als 15 Procent zurückbleiben dürfen. Das nach dem Erkalten
mit 100 Theilen Weingeiſt verdünnte Filtrat nimmt auf Zuſatz von
Eiſenchlorid grüne Farbe an. Mit 10 Theilen Waſſer zum Sieden
erhitzt, liefert das Catechu eine trübe, Lakmus röthende Flüſſigkeit,
die ſich beim Erkalten wieder trübt. Der Rückſtand muß nach dem
Trocknen bei 100° weniger als 15 Procent betragen. Beim Ver⸗
brennen ſoll das Catechu nicht über 6 Procent Aſche hinterlaſſen.
Cera alba.
Weißes Wachs.
Das gebleichte Bienenwachs; bei etwa 64° zu einer farbloſen
Flüſſigkeit ſchmelzend. Miſcht man 2 Theile Weingeiſt mit 7 Theilen
Waſſer und läßt dieſe Flüſſigkeit bei 15° ſtehen, bis alle Luftblaſen
daraus verſchwunden ſind, ſo ſchwebt das reine Wachs in derſelben
oder bleibt doch in der Mitte ſchweben, wenn durch Waſſerzuſatz das
ſpecifiſche Gewicht des verdünnten Weingeiſtes auf 0,965 bis 0,975
gebracht iſt. Vom Farbſtoffe abgeſehen, zeigt das weiße Wachs im
weſentlichen die chemiſchen Eigenſchaften des gelben Wachſes. Es darf
nicht ranzig riechen.
Cera flava.
Gelbes Wachs.
Eine gelbe Maſſe, welche in der Kälte mit körniger, matter, nicht
kryſtalliniſcher Oberfläche bricht und bei 63 bis 64° zu einer klaren,
51
angenehm riechenden, gelbrothen Flüſſigkeit ſchmilzt. Nach dem Er—
ſtarren zeigt ſich das Wachs unter dem Mikroskope verworren kryſtal—
liniſch. Läßt man Weingeiſt, mit dem 3fachen Gewichte Waſſer ver-
dünnt, bei 15° ſtehen, bis die Luftblaſen verſchwunden find, jo muß
ſich ein Stückchen Wachs in der Mitte ſchwebend erhalten oder doch
zum Schweben gelangen, wenn das ſpec. Gewicht der Flüſſigkeit durch
Zutröpfeln von Waſſer oder verdünntem Weingeiſt auf 0,955 bis 0,967
gebracht if. In 300 Theilen ſiedenden Weingeiſtes von 0,830 ſpec.
Gewicht muß ſich das Wachs bis auf einen höchſt geringen braungelben
Rückſtand auflöſen. Beim Erkalten ſcheidet ſich ein weißer Kryſtallbrei
aus; die davon abfiltrirte blaßgelbliche Flüſſigkeit darf durch Waſſer
nicht getrübt werden und blaues Lakmuspapier nicht oder doch nur
ſehr ſchwach röthen. Kocht man 1 Theil Wachs eine Stunde lang
mit 300 Theilen Weingeiſt von 0,96 ſpec. Gewicht unter Zuſatz von
1 Theil geglühten Natriumcarbonats, ſo darf in dem nach völligem
Erkalten erhaltenen klaren Filtrate durch Zuſatz von Salzſäure kein
Niederſchlag hervorgerufen werden.
Cerussa.
Bleiweiß.
Weißes, ſchweres, ſtark abfärbendes Pulver oder leicht zerreibliche
Stücke, welche in Waſſer unlöslich, dagegen in verdünnter Salpeter⸗
ſäure und Eſſigſäure unter Aufbrauſen löslich ſind. Dieſe Löſung
wird durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer ſchwarz und durch verdünnte
Schwefelſäure weiß gefällt.
In einer Miſchung von 1 Theile Salpeterſäure und 2 Theilen
Waſſer ſei das Präparat löslich, oder hinterlaſſe nur einen geringen
Rückſtand. Der in dieſer Löſung durch Natronlauge entſtehende
7*
52
Niederſchlag muß ſich im Ueberſchuſſe der letzteren löſen. Dieſe
alkaliſche Löſung darf weder durch einen Tropfen verdünnter Schwefel-
ſäure beim Schütteln bleibend getrübt werden, noch nach ihrer voll—
ſtändigen Fällung durch dieſe Säure ein Filtrat geben, welches durch
Kaliumferrocyanat oder einen Ueberſchuß von Ammoniak getrübt wird.
Beim Glühen muß das Bleiweiß mindeſtens 85 Procent Bleioxyd
hinterlaſſen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Getaceum.
Walrat.
Der durch wiederholtes Preſſen und Umkryſtalliſiren gereinigte
feſte Antheil des Inhalts der Kopfhöhlen der Pottwale, vorzüglich
des Physeter macrocephalus. Großblättrige Kryſtallmaſſe von
0,943 ſpec. Gewicht, bei 50 bis 54° zur klaren, farbloſen, nur wenig
riechenden Flüſſigkeit ſchmelzend. In 40 Theilen ſiedenden Weingeiſtes
mus ſich 1 Theil Walrat auflöſen; beim Erkalten kryſtalliſirt er
wieder heraus und die davon abfiltrirte Flüſſigkeit darf Lakmuspapier
nicht verändern und durch Waſſer nicht ſtark gefällt werden. Wieder⸗
holt man dieſen Verſuch unter Zuſatz von 1 Theil geglühten Natrium-
carbonats, ſo darf in dem Filtrate nach dem Anſäuern nur eine
Trübung entſtehen.
Charta nitrata.
Salpeterpapier.
Fließpapier werde mit einer Auflöſung von 1 Theile Kaliumnitrat
in 5 Theilen Waſſer getränkt und getrocknet.
53
Charta sinapisata.
Senfpapier.
Mit entöltem Senfpulver überzogenes Papier.
Der Ueberzug darf nicht ranzig riechen und muß der Unterlage
feſt anhaften.
Mit Waſſer befeuchtet, muß es alsbald einen ſtarken Geruch nach
ätheriſchem Senföl zeigen.
Chininum bisulfuricum.
Chininbiſulfat.
Weiße, glänzende Prismen von bitterem Geſchmacke, welche mit
11 Theilen Waſſer und 32 Theilen Weingeiſt blau fluorescirende, ſauere
Löſungen geben. Verdünnt man eine oder die andere dieſer Löſungen
mit ungefähr 200 Theilen Waſſer und 50 Theilen Chlorwaſſer, ſo
wird die Flüſſigkeit grün, wenn man Ammoniak zutröpfelt. Die
wäſſerige Auflöſung des Salzes wird durch Baryumnitrat, nicht durch
Silbernitrat getrübt. Im Glasrohre ſchmilzt das Chininbiſulfat bei
80°; trocknet man 100 Theile desſelben bei 100°, fo bleiben 77 Theile
zurück.
Man trockne 2 g des Salzes mit 1g Ammoniak ein und prüfe
den Rückſtand, wie bei Chininum sulfuricum angegeben. Durch⸗
feuchtet man das Chininbiſulfat mit Salpeterſäure oder Schwefelſäure,
ſo darf es ſich nicht färben.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
54
Chininum ferro-eitricum.
Eiſenchinincitrat.
%%% Ä . ̃ m•̃̃p̃ ie 6
werden in
Fänſhundert Theilen Waſſe rr ame nn 500
gelöſt und
Die Theile gepuſverten Eiſen s 3
zugefügt. Nachdem die Miſchung unter öfterem Bewegen
48 Stunden im Waſſerbade digerirt worden, werde filtrirt,
zur dünnen Syrupdicke abgedampft und nach dem Erkalten
zugefügt
Ein Theil Chinin (aus 1,3 Chininſulfat durch Natron⸗
aa e ansehen 1;
Nachdem dieſes vollſtändig gelöſt, werde die Flüſſig⸗
keit auf Glas- oder Porzellanplatten ausgebreitet und
getrocknet.
Glänzende, durchſcheinende, dunkelrothbraune Blättchen von eiſen⸗
artigem und bitterem Geſchmacke; in Waſſer langſam, aber in jedem
Verhältniſſe löslich, wenig löslich in Weingeiſt.
1 g Eiſenchinincitrat in 4 cem Waſſer gelöſt, mit Natronlauge
verſetzt und mit 10 Theilen Aether geſchüttelt, liefere nach dem Ver⸗
dampfen des abgehobenen Aethers mindeſtens 0,09 Chinin.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Chininum hydrochloricum.
Chininhydrochlorat.
Weiße Kryſtallnadeln von bitterem Geſchmacke, welche mit 3 Theilen
Weingeiſt und mit 34 Theilen Waſſer neutrale, nicht fluorescirende
35
Löſungen geben. Fügt man einer dieſer mit ungefähr 200 Theilen
Waſſer verdünnten Löſungen 50 Theile Chlorwaſſer zu, ſo wird ſie
grün, wenn man Ammoniak zutröpfelt. Durch Silbernitrat entſteht
in der Auflöſung des Salzes ein weißer Niederſchlag.
Von 100 Theilen des Chininhydrochlorats, welche man bei 100°
trocknet, müſſen 91 Theile zurückbleiben. Man dampfe 2 g des Salzes
mit 1 g Natriumſulfat und 20 g Waſſer zur Trockne ein, koche den
Rückſtand mit 12 g Weingeiſt aus und verdampfe das Filtrat.
Das jetzt zurückbleibende Chininſulfat prüfe man, wie bei Chininum
sulfuricum angegeben.
Die Löſung des Chininhydrochlorats in 100 Theilen Waſſer darf
durch Baryumnitrat nur ſehr ſchwach, durch verdünnte Schwefelſäure
nicht getrübt werden. Mit Salpeterſäure durchfeuchtet, darf das
Chininhydrochlorat nicht roth werden; ſchüttelt man es 5 Minuten
mit einer zur Löſung nicht hinreichenden Menge Chlorwaſſer, ſo darf
keine Gelbfärbung eintreten.
Chininum sulfuricum.
Chininſulfat.
Weiße, biegſame Kryſtallnadeln von bitterem Geſchmacke, welche
ſich in 6 Theilen ſiedenden Weingeiſtes, in 25 Theilen ſiedenden Waſſers
auflöſen. In der Kälte ſind dazu 800 Theile Waſſer erforderlich;
dieſe Löſung zeigt keine Fluorescenz und keine, oder doch keine ſaure
Reaction auf Lakmuspapier. 1 Tropfen verdünnter Schwefelſäure
ruft in der Auflöſung blaue Fluorescenz hervor. Fügt man zu 5 Theilen
der kalt geſättigten wäſſerigen Löſung 1 Theil Chlorwaſſer, ſo wird ſie
56
grün, wenn man Ammoniak zutröpfelt. Die wäſſerige Löſung wird
durch Baryumnitrat, nicht durch Silbernitrat gefällt. Von 100 Theilen
Chininſulfat müſſen nach dem Trocknen bei 100° mindeſtens 85 Theile
übrig bleiben.
2 g Chininſulfat ſchüttle man bei 15 ° mit 20 cem Waſſer und
filtrire nach einer halben Stunde 5 cem in ein Probirröhrchen.
Hierauf miſche man allmälig Ammoniak zu, bis das ausgeſchiedene
Chinin wieder aufgelöſt iſt. Das hierzu erforderliche Ammoniak darf
nicht mehr als 7 cem betragen.
Durchfeuchtet man das Chininſulfat mit Salpeterſäure oder mit
Schwefelſäure, ſo darf es ſich nicht färben.
1 g Chininſulfat löſe ſich in 7 cem eines Gemenges von 2 Vo⸗
lumen Chloroform und 1 Volumen abſoluten Weingeiſtes nach kurzem
Erwärmen auf 40 bis 50° vollſtändig; die Löſung bleibe auch nach
dem Erkalten vollkommen klar.
Chinioidinum.
Chinioidin.
Braune oder ſchwarzbraune, harzartige Maſſe, leicht zerbrechlich
mit muſcheligem, glänzendem Bruche, von bitterem Geſchmacke, in
Waſſer wenig löslich; leicht löslich in angeſäuertem Waſſer, Weingeiſt
und Chloroform.
1 g Chinioidin muß ſich in einer Miſchung von 1 g verdünnter
Eſſigſäure und 9 g Waſſer in der Kälte bis auf einen geringen
Rückſtand klar löſen. 1 g Chinioidin ſei in 9 g kalten, verdünnten
57
Weingeiſtes klar löslich. Beim Verbrennen darf es nicht mehr als 0,5
bis 0,7 Procent Aſche hinterlaſſen.
Chloralum hydratum.
Chloralhydrat.
Trockene, farbloſe, luftbeſtändige, durchſichtige, bei 58° ſchmelzende
Kryſtalle von ſtechendem Geruche, ſchwach bitterem, ätzendem Geſchmacke,
leicht in Waſſer, Weingeiſt und Aether, weniger in fetten Oelen und
Schwefelkohlenſtoff löslich, unlöslich in kaltem Chloroform. Beim
Erwärmen mit Natronlauge geben ſie eine trübe, unter Abſcheidung von
Chloroform ſich klärende Löſung.
Die Löſung in 10 Theilen Weingeiſt darf blaues Lakmuspapier
kaum röthen und nach dem Anſäuern mit Salpeterſäure, durch Silber-
nitrat nicht mehr als ſchwach opaliſirend getrübt werden. Erhitzt ſei
es flüchtig, ohne brennbare Dämpfe zu entwickeln.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 3,0.
Maximale Tagesgabe 6,0.
Chloroformium.
Chloroform.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von eigenthümlichem Geruche, ſüßlichem
Geſchmacke, ſehr wenig in Waſſer, leicht in Weingeiſt, Aether und
fetten Oelen löslich, bei 60 bis 61 fiedend. Spet. Gewicht 1,485
bis 1,489.
8
58
Wird es mit alkoholiſcher Kalilöſung unter Zuſatz von Anilinſulfat
erwärmt, ſo tritt ein durchdringender und widriger Geruch auf.
Mit Chloroform geſchütteltes Waſſer darf blaues Lakmuspapier
nicht röthen, noch eine Trübung hervorrufen, wenn es vorſichtig über
eine mit gleich viel Waſſer verdünnte Zehntel⸗Normalſilberlöſung ge⸗
ſchichtet wird. Tropfen von Chloroform, welche durch eine min⸗
deſtens 3 em lange Schicht Kaliumjodidlöſung hindurchfallen, dürfen ſich
nicht färben.
Von dem erſtickenden Geruche nach Phosgen ſei es frei.
20 g Chloroform ſollen beim öfteren Schütteln mit 15 g Schwefel-
ſäure in einem 3 em weiten Glaſe mit Glasſtöpſel, welches vorher mit
Schwefelſäure geſpült iſt, innerhalb einer Stunde die letztere nicht
färben.
Vorſichtig vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Chrysarobinum.
Chryſarobin.
Gelbes, leichtes, kryſtalliniſches Pulver, erhalten durch Reinigung
des in Höhlungen der Stämme von Andira Araroba aus
geſchiedenen Secretes. Mit 2000 Theilen Waſſer gekocht giebt das
Chryſarobin, ohne ſich völlig zu löſen, ein ſchwach braunröthlich
gefärbtes, geſchmackloſes Filtrat, welches Lakmuspapier nicht verändert
und durch Eiſenchloridlöſung nicht gefärbt wird. Mit Ammoniak
geſchüttelt, nimmt das Chryſarobin im Laufe eines Tages ſchön
karminrothe Farbe an. Streut man 0,001 g Chryſarobin auf einen
Tropfen rauchender Salpeterſäure und breitet die rothe Löſung in
dünner Schicht aus, ſo wird dieſe beim Betupfen mit Ammoniak
violett.
59
Auf Schwefelſäure geftreut, gebe das Chryſarobin eine röthlich⸗
gelbe Löſung. In 150 Theilen heißen Weingeiſtes muß es ſich bis
auf einen ſehr geringen Rückſtand auflöſen. Im offenen Schälchen
erhitzt, ſchmilzt dasſelbe, ſtößt gelbe Dämpfe aus, verkohlt etwas
und muß zuletzt ohne Rückſtand verbrennen.
Wenn Chryſophanſäure zum äußerlichen Gebrauche verordnet wird,
ſo iſt Chryſarobin zu geben.
Codeinum.
Codein.
Farbloſe oder weiße, oft deutlich oktasdriſche Kryſtalle, mit
80 Theilen Waſſer eine alkaliſche Löſung von bitterem Geſchmacke
gebend. Beim Kochen mit Waſſer ſchmilzt das Codein, ehe es ſich
löſt, und bildet klare Tropfen, die nach dem Erkalten kryſtalliniſch
erſtarren.
Codein löſt ſich leicht in Weingeiſt, Aether oder Chloroform; in
Petroleumbenzin iſt es wenig löslich. Die Kryſtalle verwittern in
der Wärme; das waſſerfreie Codein ſchmilzt bei 155°. Verdünnte
Säuren löſen Codein leicht; Kalilauge löſt es nur wenig; wäſſeriges
Ammoniak löſt es in ähnlichem Verhältniſſe wie Waſſer. 0,005 g
Codein geben mit 10 g Schwefelſäure eine farbloſe Löſung, welche,
gelinde erwärmt, auf Zuſatz von 2 Tropfen einer ſehr verdünnten
Eiſenchloridlöſung eine dunkelblaue Färbung giebt.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,2.
60
Coffeinum.
Coffein.
Weiße, glänzende, biegſame Nadeln, mit 80 Theilen Waſſer eine
neutrale Löſung von ſchwach bitterem Geſchmacke gebend, im doppelten
Gewichte heißen Waſſers löslich und beim Erkalten zu einem Kryſtall⸗
brei erſtarrend. 1 Theil Coffein löſt ſich in nahezu 50 Theilen
Weingeiſt oder in 9 Theilen Chloroform; in Aether iſt es wenig löslich.
Waſſerfreies Coffein, vorſichtig erhitzt, ſublimirt über 180° ohne
Rückſtand.
Wird die Löſung von Coffein in Chlorwaſſer auf dem Waſſerbade
eingedampft, ſo bleibt ein gelbrother Rückſtand, der bei ſofortiger
Einwirkung von wenig Ammoniak ſchön purpurroth wird. Die kalt
geſättigte wäſſerige Löſung wird durch Chlorwaſſer oder Jodlöſung
nicht getrübt. Gerbſäure ruft darin einen reichlichen Niederſchlag
hervor, welcher bei fernerem Zuſatze derſelben verſchwindet.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 0,6.
Collodium.
Collodium.
Vierhundert Theile roher Salpeterſäure ww 400
von 1,380 ſpec. Gewicht werden vorſichtig mit
Tauſend Theilen roher Schwefelſäur 1000
von 1,830 ſpec. Gewicht gemiſcht; nachdem die Miſchung
bis auf 20 abgekühlt iſt, werden in dieſelbe
Fünfundfünfzig Theile gereinigter Baumwolle 55
61
eingedrückt und 24 Stunden bei 15 bis 20° hingeſtellt.
Das Gemiſch werde hierauf in einen Trichter gebracht
und 24 Stunden lang zum Abtropfen des überflüſſigen
Säuregemiſches ſtehen gelaſſen. Die zurückbleibende
Collodiumwolle werde mit Waſſer fo lange aus⸗
gewaſchen, bis die Säure vollſtändig entfernt iſt, dann
ausgedrückt und bei 25 getrocknet. Von dieſer
Collodiumwolle werden
%%% ² ² ) nn 2
mit
Zweiundvierzig Theilen Aether&rnrnã 42
gut geſchüttelt,
Sechs Theile Weingeiſt ooo 6
zugefügt und bis zur Löſung geſchüttelt, hierauf einige
Wochen der Ruhe überlaſſen und klar abgegoſſen.
Es ſei eine farbloſe oder nur ſchwach gelblich gefärbte, neutrale
Flüſſigkeit von Syrupdicke, in dünnen Schichten nach dem Verdampfen
des Aetherweingeiſtes ein farbloſes, feſt zuſammenhängendes Häutchen
hinterlaſſend.
Collodium cantharidatum.
Canthariden⸗Collodium.
Fünfzig Theile grob gepulverter Canthariden 50
werden mit
Achtzig Theilen Aethe⸗eõ⸗e”rr nnr 80
drei Tage lang unter öfterem Umſchütteln macerirt,
hierauf colirt und ſo viel Aether auf die Canthariden
nachgegoſſen, daß die Colatur
Sweat. n Ka Sinakuripgi: 1
beträgt.
Dieſer werden zugefügt
Zwei Theile CollodiumwolllWuuuuuuuu .. 2
Sechs Theile Weingeiſt
und ſo lange geſchüttelt, bis die Löſung erfolgt it
Es ſei eine olivengrüne, ſyrupdicke, klare, neutrale Flüſſigkeit, in
dünnen Schichten nach dem Verdampfen des Aetherweingeiſtes ein
grünes, feſt zuſammenhängendes Häutchen hinterlaſſend.
Vorſichtig aufzubewahren.
Collodium elasticum.
Elaſtiſches Collodium.
Eine Miſchung von
Neunundvierzig Theilen Collodiuũmm̃nmm mmm. 49
und
Einem Theile “““ ““ ðͤ ß 1.
Colophonium.
Geigenharz.
Das von Terpenthinöl befreite Harz der Coniferen, vorzüglich der
Pinus australis und Pinus Taeda, eine großmuſchelig in ſcharf—
kantige Stücke ſpringende, gelbliche oder hellbraune Maſſe von 1,068
bis 1,070 ſpec. Gew. Im Waſſerbade ſchmilzt das Colophonium zu
einer zähen, klaren Flüſſigkeit, welche, ſtärker erhitzt, ſchwere, weiße,
aromatiſche Dämpfe ausgiebt. Es löſt ſich bei 60 ° langſam im
63
gleichen Gewichte Weingeift und ebenſo in gleichviel Eſſigſäure; in
beiden Flüſſigkeiten entſtehen in der Kälte ſehr langſam Kryſtalle von
Abietinſäure.
Cortex Cascarillae.
Cascarillrinde.
Von Croton Eluteria. Harte Röhren, welche gewöhnlich
weniger als 1 dm Länge und 1 em Durchmeſſer erreichen, oder
rinnenförmige, 1 bis 2 mm dicke Stücke. Dieſelben find theilweiſe
von hellgrauem Korke bedeckt, an den entblößten graugelblichen oder
braunen Stellen längsſtreifig und querriſſig, die bräunliche Innen⸗
fläche gleichmäßig feinkörnig, der kurze, unebene, ölglänzende Bruch
in der inneren Hälfte ſehr feinſtrahlig. Der Geruch der Cascarillrinde
iſt deutlich aromatiſch, der Geſchmack ſtark aromatiſch und bitter;
Holzſtücke ſind vor dem Gebrauche zu beſeitigen.
Die Copalchirinde von Croton niveus bildet viel ſtärkere, bis
fußlange, 2 em im Durchmeſſer und oft über 4 mm Dicke erreichende,
auf dem Bruche grobſtrahlige Röhren oder auch Rinnen von etwas
ſchärferem Geſchmacke, als die Cascarillrinde. Die Copalchirinde darf
nicht gebraucht werden.
Cortex Chinae.
Chinarinde.
Zweig⸗ und Stammrinden cultivirter Cinchonen, vorzugsweiſe
ſolche der Cinchona suceirubra, welche häufig in Röhren von
ungefähr 6 dm Länge und 1 bis 4 em Durchmeſſer bei einer Dicke
64
von 2 bis 4 mm, ſowie auch in Halbröhren von entſprechender Stärke
vorkommen. Dieſe mürbe brechenden Rinden tragen einen dünnen,
graubräunlichen Kork mit groben Längsrunzeln und kurzen Querriſſen
und beſitzen eine braunrothe, faſerige Innenfläche. Unter dem Mifro-
ſkope zeigt die Chinarinde die für die Cinchonen bezeichnenden Baſtfaſern.
Wird 0,1 g der Rinde im Glasröhrchen geglüht, jo bildet ſich ſchön
carminrother Theer.
Die Chinarinde giebt ein rothbraunes Pulver, welches mindeſtens
3,5 Procent Alkaloide enthalten muß. Man ſchüttele 20 g desſelben
wiederholt kräftig durch mit 10 8 Ammoniak, 20 g Weingeiſt, 170 8
Aether und gieße nach einem Tage 120 g klar ab. Nach Zuſatz
von 3 cem Normalſalzſäure entferne man den Aether durch Deſtilla⸗
tion oder Verdunſtung und füge nöthigenfalls noch ſo viel Salzſäure
zu, als erforderlich iſt, um die Löſung anzuſäuern. Hierauf wird
dieſelbe filtrirt und in der Kälte mit 3,5 cem Normalkalilöſung ver-
miſcht. Nachdem die Alkaloide ſich abgeſetzt haben, tropft man zu
der klaren darüber ſtehenden Flüſſigkeit noch ſo lange Kalilauge, als
ein fernerer Niederſchlag entſteht. Schließlich wird der geſammte Nie⸗
derſchlag auf dem Filter nach und nach mit wenig Waſſer aus⸗
gewaſchen, bis die abfließenden Tropfen, an die Oberfläche einer in
der Kälte geſättigten neutralen wäſſerigen Auflöſung von Chinin⸗
ſulfat gleitend, keine Trübung mehr hervorrufen. Nach dem Ab-
tropfen preſſe man die Alkaloide gelinde zwiſchen Löſchpapier, trockne
ſie dann an der Luft hinlänglich, um ſie auf ein Glasſchälchen bringen
zu können, in welchem man ſie über Schwefelſäure und ſchücßlch im
Waſſerbade vollkommen austrocknet.
Das Gewicht der in dieſer Weiſe erhaltenen Alkaloide darf nicht
weniger als 0,42 g betragen. Kocht man ein wenig davon mit dem
300 fachen Gewichte Waſſer, fo müſſen ſich nach dem Erkalten Flocken
65
von Chinin aus dem Filtrate abſcheiden. Wenn man 5 Theilen
der davon abgegoſſenen und abgekühlten Löſung 1 Theil Chlorwaſſer
zuſetzt und ſogleich Ammoniak zutröpfelt, jo muß eine ſchoͤn grüne
Färbung eintreten.
Cortex Cinnamomi.
Chineſiſcher Jimmt.
Die Rinde der Zweige oder jüngerer Stämme von Cinnamomum-
Arten Südchinas. Fußlange Röhren oder Halbröhren von 0,5 bis
über 3 em Durchmeſſer und 1 bis 3 mm Dicke, innen braun, von
bräunlichgrauem, wenig riſſigem Korke bedeckt oder beinahe ganz vom
Korke befreit, durchſchnittlich nur ungefähr 1 mm dick und alsdann
von hellbrauner, längsaderiger Oberfläche. Der Zimmt muß das
ihm eigene Aroma in hohem Grade ohne ſchleimigen Beigeſchmack
darbieten.
Cortex Condurango.
Condurangorinde.
Von Gonolobus Cundurango gelieferte Rinde, welche un-
gefähr 1 dm lange und 1 bis 7 mm dicke verbogene Röhren oder
rinnenförmige Stücke darſtellt. Ihre bräunliche oder braungraue
Oberfläche iſt längsrunzelig und höckerig, die Innenfläche hellgrau,
derb längsſtreifig. Der Querſchnitt zeigt unter dem dünnen braunen
Korke ein gleichmäßiges, weißliches, ſchlängelig⸗ſtrahliges Gewebe mit
großen, braunen Steinzellen und reichlichen Mengen Stärkemehl.
9
66
Die Rinde iſt leicht ſchneidbar; aus ihrem körnigen Bruche ragen
vereinzelte Faſern heraus.
Der Geſchmack iſt bitterlich, ſchwach kratzend
Cortex Frangulae.
Faulbaumrinde.
Von Rhamnus Frangula. Bis 3 di lange Röhren von 1,5 mm
Dicke und matt bräunlicher bis grauer, mit zahlreichen Lenticellen
beſprengter Oberfläche, innen dunkelbraun, von gelbem, faſerigem
Längsbruche. Die Rinde ſchmeckt ſchleimig, etwas ſüßlich und bitterlich;
legt man ſie in Kalkwaſſer, ſo färbt ſie ſich innen ſchön roth.
Der braune Aufguß der Faulbaumrinde wird durch Eiſenchlorid ohne
Trübung tief braun gefärbt.
Cortex Fructus Aurantii.
Pomeranzenſchale.
Die Schale der ausgewachſenen Früchte von Citrus vulgaris,
in Längsvierteln von rothgelben bitteren Früchten abgezogen. Nach
dem Trocknen ſind ſie von höckeriger, bräunlicher Oberfläche, unter
welcher zahlreiche Oelräume in das weiße innere Gewebe hereinragen.
Die Pomeranzenſchalen ſind aromatiſch, ihr Geſchmack zugleich ſtark
bitter. Man befreie ſie vom größten Theile ihres weißen Gewebes
und verwende nur dieſe Flavedo Fructus Aurantii..
Cortex Fructus Citri.
Citronenſchale.
Die Schale der ausgewachſenen Früchte von Citrus Limonum.
in Spiralbänder geſchnitten und getrocknet. Unter der höckerig
grubigen, bräunlichgelben Oberfläche liegen ſehr zahlreiche Oelräume
und ein weißes Gewebe von geringer Mächtigkeit. Die Citronenſchalen
ſind aromatiſch und bitterlich
Cortex Granati.
Granatrinde.
Von Punica Granatum. Die Stammrinde bildet Röhren oder
rinnenförmige, meiſt weniger als 1 din lange, 1 bis 3 mm dicke, oft
verbogene Stücke. Ihre mattgraue Oberfläche iſt von hellen Korkleiſtchen
der Länge nach durchzogen und gewöhnlich mit ſchwarzen Flechten
(Arthonia astroidea, A. punctiformis, Arthopyrenia atomaria
am häufigſten) beſetzt, welche unter der Loupe deutlich fichtbar find.
Das innere Rindengewebe iſt gelblich, die Innenfläche mehr bräunlich.
Die übrigens der Stammrinde gleichende Rinde der Wurzel iſt von
einem oft etwas mehr bräunlichen Korke bedeckt, welcher an den ſtärkſten
Stücken muldenförmige Abſchuppungen zeigt und keine Flechten trägt.
Regelmäßigere Längsleiſtchen fehlen der Wurzelrinde.
Schüttelt man zerkleinerte Granatrinde mit dem 100 fachen Ge-
wichte Waſſer, ſo erhält man nach einer Stunde einen gelblichen
Auszug, aus welchem durch Kalkwaſſer rothe Flocken abgeſchieden
werden. Mit einer Auflöſung von Eiſenchlorid (1 1000) färbt
ſich der wäſſerige Auszug der Rinde blau.
9
ER BL
9 5 n
68
Cortex Quercus.
Eichenrinde.
Die jüngere Rinde der Quercus Robur, beſonders die als
Spiegelrinde bezeichnete Sorte. 1 bis 3 em im Durchmeſſer erreichende,
1 bis 3 mm dicke Röhren von grauer oder brauner Oberfläche. Dieſe
iſt an jüngeren Rinden glatt und glänzend, an älteren etwas riſſig
und uneben, die Innenfläche braun und grobfaſerig. Die Eichenrinde
ſchmeckt ſehr adſtringirend; 100 Theile Waſſer, welche man damit
ſchüttelt, geben einen bräunlichen Auszug, in welchem durch Eifen-
chloridlöſung (1 = 100) ein ſchwarzblauer Niederſchlag hervor-
gerufen wird.
Crocus.
Safran.
Die geſättigt braunrothen Narben des Crocus sativusj fie
ſollen von kräftigem Geruche und gewürzhaftem, bitterem Geſchmacke
ſein. In Waſſer aufgeweicht, erſcheinen ſie als 3 em lange, am
obern Rande erweiterte, gezähnte und an einer Seite aufgeſchlitzte
Röhren. Die blaßgelben Griffel, welche jeweilen 3 der Narben tragen,
dürfen nur in geringer Menge vorhanden ſein. Mit 10 Theilen Waſſer
giebt der Safran eine gelbrothe, nicht ſüßſchmeckende Flüſſigkeit, welche
mit 10 000 Theilen Waſſer verdünnt noch gelb ausſieht. Bei 100 °
muß der Safran weniger als 14 Procent Waſſer abgeben und als⸗
dann beim Verbrennen nicht über 8 Procent Aſche hinterlaſſen.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
69
Cubebae.
Cubeben.
Die vor der Reife geſammelten, kugeligen, bis 5 mm Durchmeſſer
erreichenden Früchtchen der Cubeba officinalis. Die dunkel grau-
braune, runzelige, 0,25 mm dicke Fruchtwand iſt in ein gegen 1 em
langes, kaum Imm dickes Stielchen ausgezogen. Die helle, zerbrechliche, in-
nere Fruchtſchicht ſchließt einen einzigen, nur an ihrem Grunde befeſtigten,
gewöhnlich eingeſchrumpften Samen ein. Die Cubeben ſchmecken durch⸗
dringend gewürzhaft, nicht ſcharf, aber zugleich etwas bitterlich. Die
bis 4 em langen, über 2 mm dicken Stiele des Fruchtſtandes ſind zu
beſeitigen.
Cuprum oxydatum.
Kupferoxyd.
Dehn Theile Rupfertulfal 2: SET EATEEEE, 10
Fünfzehn Theile Natriumearbonat ... 22.222220... 15
werden jedes für fich in
Fänfzig Theilen heißen Waſſer s Henn 50
gelöſt, unter Umrühren gemiſcht und noch einige Minuten erwärmt,
ſo daß der Niederſchlag ſich am Boden des Gefäßes dicht abſcheidet.
Derſelbe wird auf einem Filter geſammelt, ausgewaſchen, getrocknet und
ſchwach geglüht.
Schwarzes, nicht kryſtalliniſches, ſchweres Pulver, in verdünnter
Salpeterſäure leicht, ohne Entwickelung von Kohlenſäure und ohne
Rückſtand löslich.
Ein Theil der ſalpeterſauren Löſung, mit Schwefelwaſſerſtoff völlig
ausgefällt, gebe ein farbloſes Filtrat, welches beim Verdunſten keinen
70
Rückſtand hinterlaſſe; ein anderer Theil, mit Ammoniak im Ueberſchuſſe
verſetzt, gebe eine klare, tief blaue Löſung. lg Kupferoxyd, mit
1 cem Ferroſulfatlöſung übergoſſen, darf, wenn 1 cem Schwefelſäure
langſam zugefügt wird, keine braune Zwiſchenzone geben.
Vorſichtig aufzubewahren.
Cuprum sulfuricum.
Kupferſulfat.
Blaue, durchſichtige Kryſtalle, in trockner Luft wenig verwitternd,
löslich in 3,5 Theilen kalten und 1 Theil ſiedenden Waſſers, nicht in
Weingeiſt. Die wäſſerige Löſung giebt mit Baryumnitrat einen weißen,
in Salzſäure unlöslichen Niederſchlag, mit Ammoniak im Ueberſchuſſe
eine klare, tief blaue Flüſſigkeit.
Wird das Kupfer aus wäſſeriger Löſung durch Schwefelwaſſerſtoff
ausgefällt, ſo hinterlaſſe das farbloſe Filtrat nach dem Abdampfen
keinen Rückſtand.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 1,0.
Cuprum sulfuricum erudum.
Rohes Kupferſulfat.
Blaue, meiſt große, durchſichtige Kryſtalle, oder auch kryſtalliniſche
Kruſten, wenig verwitternd.
Löslich in 3,5 Theilen kalten und 1 Theil ſiedenden Waſſers. Die
Löſung reagirt ſauer und giebt mit Ueberſchuß von Ammoniak eine tief
blaue, klare oder faſt klare Flüſſigkeit.
Vorſichtig aufzubewahren.
71
Decoeta.
Abkochungen.
Bei Abkochungen, für welche die Menge der anzuwendenden
Subſtanz nicht vorgeſchrieben iſt, wird auf 10 Theile Colatur 1 Theil
Subſtanz verwendet.
Ausgenommen hiervon ſind Arzneikörper, für welche eine Maximal⸗
doſe gegeben iſt, und ſtark ſchleimige Subſtanzen. Bei erſteren muß
der Arzt die Menge angeben, bei letzteren wird dieſelbe dem Ermeſſen
des Apothekers anheimgeſtellt.
Die Subſtanz, aus welcher eine Abkochung zu bereiten iſt, wird in
einem geeigneten Gefäße mit kaltem Waſſer übergoſſen und ½ Stunde
lang den Dämpfen des ſiedenden Waſſerbades unter bisweiligem Um-
rühren ausgeſetzt. Darauf wird die Flüſſigkeit noch warm abgepreßt.
Decoctum Sarsaparillae compositum fortius.
Stärkere Sarſaparill⸗Abkochung.
Hundert Theile zerſchnittener Sarſaparillu 100
werden mit
Zweitauſendſechshundert Theilen Waſſeenrnrns. 2600
24 Stunden digerirt und nach Hinzufügung von
Fünf Dheilen Zucker e eee eee 5
und -
Fünf Theilen Maut REN RN 5
in einem bedeckten Gefäße unter öfterem Umrühren
3 Stunden lang der Wärme des ſiedenden Waſſer⸗
bades ausgeſetzt. Die Miſchung wird darauf unter
Zuſatz von ö ?
72
Fünf Theilen gröblich zerſtoßenen Anis. 5
Fünf Theilen gröblich zerſtoßenen Fenchelss 5
Fünfundzwanzig Theilen zerſchnittener Sennesblätter ... 25
und
Zehn Theilen zerſchnittenen Süßhol zess 10
noch eine Viertelſtunde digerirt und die Flüſſigkeit
dann durch Preſſen abgeſchieden.
Nach dem Abſetzen und Abgießen wird das Gewicht durch
Waſſerzuſatz auf 2500 Theile gebracht.
Decoctum Sarsaparillae compositum mitius.
Schwächere Sarſaparill⸗Abkochung.
Fünfzig Theile zerſchnittener Sarſapari lll 50
werden mit
Zweitauſendvierhundert Theilen Waſſee r. 2400
24 Stunden digerirt und darauf in einem bedeckten
Gefäße unter öfterem Umrühren 3 Stunden der Wärme
des ſiedenden Waſſerbades ausgeſetzt.
Darauf wird die Abkochung mit
Fünf Theilen zerſchnittener Citronenſcha lll 5
Fünf Theilen zerſtoßenen Zimmtdss 5
Fünf Theilen zerſtoßener Cardamome n 5
und
Fünf Theilen zerſchnittenen Süßholzeů s 5
eine Viertelſtunde digerirt und die Flüſſigkeit durch
Preſſen abgeſchieden.
2 73
Das Gewicht ersehen wird nach dem Abſetzen und Abgießen
auf 2500 Theile gebracht.
Elaeosacchara.
Oelzucker.
1 Tropfen des vorgeſchriebenen ätheriſchen Oeles werde mit 2g
gepulverten Zuckers gemiſcht.
Nur auf Verordnung zu bereiten.
Electuarium e Senna.
Sennalatwerge.
Jehn Theile gepulverter Sennesblätte⸗r nnn 10
werden mit
Vierzig Theilen weißen Syrupeee s 40
und |
Fünfzig Theilen gereinigten Tamarindenmuſes. 50
gemiſcht und auf dem Dampfbade erwärmt.
Die Latwerge ſei grünlichbraun.
Elixir amarum.
Bitteres Elixir.
Zehn Theile Wermutex trait A 10
und
Fünf Theile Pfefferminzoͤl⸗ Zuckern» RE:
werden mit
74
Fünfundzwanzig Theilen Waſſeeõrrnnr.
verrieben und dieſer Miſchung
Fünf Theile aromatiſcher Tinctu ns.
und
Fünf Theile bitterer Tinttrrt er
zugefügt.
Es ſei eine wenig trübe, dunkelbraune Flüſſigkeit.
Elixir Aurantiorum compositum.
Pomeranzenelixir.
Fünfzig Theile zerſchnittener Pomeranzenſchalen
Zehn Theile zerſtoßenen Zimmt̃sss
und
Zwei und fünf Zehntel Theile Kaliumcarbonat .......-
werden, mit
Zweihundertundfünfzig Theilen Xeresweinn
übergoſſen, 8 Tage maceritt.
In der abgepreßten Flüſſigkeit, welche durch Zuſatz
von Kereswein auf 230 Theile zu bringen iſt, werden
gelöſt
%) O ↄ—] ¼ .
Fünf Theile Wermmezttaa kk
JJ 2.0
%%% ² A
Nach dem Abſetzen wird die Miſchung filtrirt.
Es ſei eine klare, braune, aromatiſch und bitter ſchmeckende
Flüſſigkeit.
75
Elixir e Succo Liquiritiae.
Bruſtelixir.
Dehn Theile gereinigten Lakrtze s 10
werden in
Dreißig Theilen Fenchelwaſſennnnn n 30
gelöſt und
Zehn Theile anisölhaltiger Ammoniakflüſſig kei. 10
hinzugemiſcht.
Nach 2tägigem Stehen wird die Flüſſigkeit vom Bodenſatze ab—
gegoſſen.
Trübe, braune Flüſſigkeit, die mit 10 Theilen Waſſer verdünnt
ſich klärt.
Emplastrum adhaesivum.
Heftpflaſter.
Fünfhundert Theile Bleipffaſte r: 500
werden geſchmolzen und bis zur Verdampfung des
Waſſers gekocht. Der Maſſe, welche eine etwas graue
Farbe angenommen hat, werden hinzugefügt bei einer
Temperatur von 60 bis 80°
Fünfzig Theile gelben Wachſe s. 50
und eine geſchmolzene Miſchung aus
Fünfzig Theilen Dammar harz: 50
Fünfzig Theilen Geigenrĩnmnsnsnnn 50
und
inf hee s ͤ ee 5
Das Pflaſter ſei etwas gelblich und klebe ſehr ſtark.
10*
76
Emplastrum Cantharidum ordinarium.
Spaniſchfliegenpflaſter.
8 Fünfzig Theile gepulverter Canth ariden
werden mit
Fünfundzwanzig Theilen Olivenöbp ·n nnn.
einige Stunden digerirt, dann
2 % er.
und
Fünfundzwanzig Theile Terpenthin nnn.
hinzugefügt und nach dem Schmelzen im Dampfbade
gut gemiſcht.
Es ſei ein weiches Pflaſter.
Emplastrum Cantharidum perpetuum.
Zugpflaſter.
Siebenzig Theile Geigenha zzz
Fünfzig Theile gelben Wachſeee ss.
Fünfunddreißig Theile Terpenthinn nn.
und ’
wn The Ela . 8
werden bei gelinder Wärme geſchmolzen und darauf mit
Zwanzig Theilen feingepulverter Canth ariden
und
Fünf Theilen feingepulverten Euphorbiu nnen
gemiſcht.
Es ſei ein grünlichſchwarzes Pflaſter.
77
Emplastrum Cerussae.
Bleiweißpflaſter.
Sechszig Theile Bleipflaſtee nr. 60
werden mit
Zehn Theilen gemeinen Olivenölesaꝛuu . 10
geſchmolzen und darauf mit
Fünfunddreißig Theilen feingepulverten Bleiweißes 35
gemiſcht.
Das Gemiſch werde unter bisweiligem Waſſerzuſatz und öfterem
Umrühren bis zur Pflaſterconſiſtenz gekocht.
Es ſei ein weißes, hartes Pflaſter.
Emplastrum fuscum camphoratum.
Mutterpflaſter.
Dreißig Theile feingepulverter Men nine. 30
werden mit
Sechszig Theilen gemeinen Olivenö les. 60
unter fortwährendem Rühren gekocht, bis die Maſſe
eine ſchwarzbraune Farbe angenommen hat. Darauf werden
Fünfzehn Theile gelben Wachſe ss. 15
und
Ein Theil mit wenig Olivenöl verriebenen Camphers . 1
hinzugefügt.
Es ſei ein ſchwarzbraunes, zähes, nach Campher riechendes Pflaſter.
Emplastrum Hydrargyri.
Queckſilberpflaſter.
Hundert Theile Onenie r! 100
werden mit
Fänfzig Theilen Terpentin? 50
78
unter Zuſatz von etwas Terpenthinöl aufs innigſte
verrieben und in einer durch Schmelzung erhaltenen
halb erkalteten Miſchung von
ECC ana 300
und
Fünfzig Theilen gelben Wachſeee ss. 50
gleichmäßig vertheilt.
Das Pflaſter ſei grau und laſſe mit bloßem Auge keine Queckſilber⸗
kügelchen erkennen.
Emplastrum Lithargyri.
Bleipflafter.
Gleiche Theile
gemeinen Olivenöles,
Schweineſchmalz und
feingepulverter Bleiglätte
werden bei mäßigem Feuer unter bisweiligem Zuſatze von Waſſer und
unter fortdauerndem Umrühren ſo lange gekocht, bis die Pflaſterbildung
vollendet iſt und das Pflaſter die nöthige Härte erlangt hat.
Es ſei ein weißes, zähes, nicht fettiges Pflaſter, welches keine un⸗
gelöſte Bleiglätte mehr enthalten darf.
Emplastrum Lithargyri compositum.
Gummipflaſter.
Hundertundzwanzig Theile Bleipflaſtenrnr»rnrns. 120
und
Fünfzehn Theile gelben Wachſe s 15
werden in gelinder Wärme geſchmolzen. Der halb erkal⸗
teten Maſſe wird eine unter Hinzufügung von etwas
Waſſer im Dampfbade bewirkte und colirte Miſchung von
Zehn Theilen Ammoniakgummmiimim 10
Dehn Theilen Galli du een 10
und
sehn Theilen Terpenthan?sss.s. 10
zugeſetzt.
Es ſei ein gelbliches, mit der Zeit nachdunkelndes, zähes Pflaſter
von gleichmäßiger Beſchaffenheit.
Emplastrum saponatum.
Seifenpflaſter.
C;;ͤö˙ẽ ff 000 rncnen nn nnen. 70
und
Dehn Theile gelben Waipesssee susanne neuen 10
werden bei mäßiger Wärme geſchmolzen. Der halb⸗
erkalteten Maſſe werden unter Umrühren hinzugeſetzt
Fünf Theile gepulverter mediciniſcher Seife 5
und
Ein Theil Campher, mit wenig Olivenöl zerrieben 4
Es ſei ein gelblichweißes, nicht ſchlüpferiges Pflaſter.
Emulsiones.
Emulſionen.
Die Samen-Emulfionen werden, wenn nicht andere Verhältniſſe
vorgeſchrieben ſind, bereitet aus
.... a EL RE 1
und jo viel Waſſer, daß die Colatur
.. 8 F 10
beträgt.
Die Oel-Emulſionen ebenſo aus
Zwei Theilen x 2
Einem Theile gepulverten arabiſchen Gummis 1
d Dei ß,, 18;
80
Euphorbium.
Euphorbium.
Das leicht zerreibliche, matt gelbliche Gummiharz der Euphorbia
resinifera. Es umhüllt die zweiſtacheligen Blattpolſter, die Blüthen⸗
gabeln und die dreiknöpfigen Früchtchen derſelben und bietet die Umriſſe
dieſer Pflanzentheile dar. Das Euphorbium ſchmeckt andauernd
brennend ſcharf.
Vorſichtig aufzubewahren.
Extracta.
Extracte.
Die zur Bereitung der Extracte beſtimmten Subſtanzen müſſen klein
und gleichmäßig zerſchnitten oder zerſtoßen ſein. Die Maceration
geſchehe bei 15 bis 20°, die Digeſtion bei 35 bis 40°; in beiden
Fällen unter öfterem Umrühren.
Die wäſſerigen Flüſſigkeiten werden ſofort bis auf ein Drittel ihres
Volumens verdampft, einige Tage an einem kalten Orte bei Seite
geſtellt und colirt.
Die weingeiſtigen und ätherhaltigen Flüſſigkeiten werden decanthirt
und filtrirt.
Alle Flüſſigkeiten werden unter Umrühren bis zur Extractdicke
eingedampft; bei wäſſerigen und weingeiſtigen Auszügen darf die
Verdampfungstemperatur 100°, bei ätheriſchen 50° nicht überſteigen.
Die Extracte werden in Betreff der Conſiſtenz in drei Abſtufungen
bereitet, nämlich:
1. dünne, von der Dicke des friſchen Honigs;
2. dicke, welche erkaltet ſich nicht ausgießen laſſen;
3. trockene, welche ſich zerreiben laſſen.
81
Letztere werden in der Weiſe bereitet, daß man die Extracte in
Porzellangefäßen abdampft, bis ſie eine zähe und nach dem Erkalten
zerreibliche Maſſe darſtellen, dieſelben noch warm mit einem Spatel aus
dem Gefäße herausnimmt, in dünne Streifen zieht und bei gelinder
Wärme trocknet.
Ein in die mit einigen Tropfen Salzſäure angeſäuerte Extract-
löſung (1 =4) gebrachtes blankes Eiſenſtäbchen darf nach einer halben
Stunde nicht röthlich gefärbt erſcheinen.
Trockene narcotiſche Extracte werden aus den dicken Extracten
bereitet, indem man
Vier Theile ern 4
und
Drei Theile fein gepulverten Süßholzeͤo ss 3
in einer erwärmten Porzellanſchale mengt und das Gemiſch bei 40
bis 50 austrocknet, bis es nicht mehr an Gewicht verliert.
Die trockene Maſſe wird noch warm zerrieben und ihr ſo viel
fein gepulverten Süßholzes zugemiſcht, daß die doppelte Menge des
angewandten Extractes erhalten wird.
Löſungen narcotiſcher Extracte dürfen nach folgender Vorſchrift
bereitet vorräthig gehalten werden:
Din ie tra... . 10
„ ẽ ß 6
being ae 1
Didi Sſpeer ae ee a. 3.
Extraetum Absinthii.
Wermutextract.
wand hen d me 20
werden mit einem Gemiſche von
Weiz hellen Wege 2: t N 40
und
Seh zig Theile Wafer 60
24 Stunden macerirt.
Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird
nochmals mit einem Gemiſche von
%%% . ᷣ̃ᷣ¶ͥU ... FET RR 20
und
en ᷣœ / ᷣ ᷣ̃⁵⁵ ... 30
24 Stunden maceritt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte
eingedampft.
Es ſei grünbraun und in Waſſer trübe löslich.
Extractum Aconiti.
Aconitextract.
Zwanzig Theile Aconit⸗Knolleæe˙e nn 20
werden ſechs Tage mit einem Gemiſche von
7777. / ¼ . ĩͤͤ ER 40
und
e OMINER so see een ee seinen, 30
maceritt.
Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird
nochmals mit einem Gemiſche von
e SREINGR een cnes hen. 20
und
, N a a a ee 15
3 Tage hindurch macerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte
eingedampft.
83
Es ſei gelbbraun und in Waſſer trübe löslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,02.
Maximale Tagesgabe 0,1.
Extractum Aloes.
Alosextract.
ee A ET eine 1
wird in
af enn , ua 5
gelöſt.
Die völlig erkaltete Löſung wird nach 2 Tagen von dem Harze
abgegoſſen, colirt und zu einem trockenen Extracte eingedampft.
Es ſei gelbbraun und in Waſſer trübe löslich.
Extraetum Belladonnae.
Belladonnaertract.
Zwanzig Theile friſchen, in Blüthe ſtehenden Belladonna⸗
—— p TAPTRE 20
werden mit
BE THE —., x |
beſprengt, in einem ſteinernen Mörſer zerſtoßen und
ausgepreßt, was mit
%%% ů-h éꝗſëñ ,, T 3
wiederholt wird.
Die gemiſchten Flüſſigkeiten werden bis auf 80°
erwärmt, colirt, bis auf 2 Theile eingedampft und
Jͤ;ö;];]ãI 2
zugefügt.
84
Die Miſchung wird bisweilen umgeſchüttelt und nach
24 Stunden colirt. Der hierbei erhaltene Rückſtand wird mit
Einem Theile verdünnten Weingeiſte ss. 1
in einem geſchloſſenen Gefäße etwas erwärmt und wieder⸗
holt umgeſchüttelt. Die nach dem Abſetzen klar abge⸗
goſſene Flüſſigkeit werde der früher erhaltenen hinzu⸗
gefügt, die geſammte Miſchung filtrirt und zu einem
dicken Extracte eingedampft.
Es ſei dunkelbraun, in Waſſer faſt klar löslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,2.
Extraetum Calami.
Calmusextract.
Zwanzig Theile Calmuswurzeẽeõ ll 20
werden mit einem Gemiſche von
Mie ein dd N 40
und
Senne w ass see 60
24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von
Zwanzig Theilen Wein geit 20
un
e ß ra 30
24 Stunden macerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte
eingedampft.
Es ſei rothbraun und in Waſſer trübe löslich.
85
Extractum Cannabis indicae.
Indiſch⸗Hanfextract.
Ein Theil indiſcher Hann es 1
wird mit
Fünf Theilen Weingeiſttt . 5
6 Tage macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand wird nochmals mit
Fünf Theilen Weingeiſ . 5
3 Tage maceritt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem dicken Extracte
eingedampft.
Es ſei ſchwarzgrün und unlöslich in Waſſer.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,1.
Maximale Tagesgabe 0,4.
Extractum Cardui benedicti.
Cardobenedictenextract.
Ein Theil Cardobenedictenkrau⸗ “mc 1
wird mit
Fünf Theilen ſiedenden Waſſer n 5
übergoſſen und 6 Stunden digerirt. Der nach dem
Abpreſſen der Flüſſigkeit bleibende Rückſtand wird noch⸗
mals mit
Fünf Theilen ſiedenden Waſſernss cn... 5
übergoſſen und 3 Stunden digerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem
dicken Extracte eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.
86
Extractum Cascarillae.
Cascarillextract.
ff.. . ᷣ ̃ͤᷣ ß ĩ˙ 1
wird mit
C / ccc 5
übergoſſen und 24 Stunden ſtehen gelaſſen. Der nach
dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit
Fünf Theilen ſiedenden Waſſ ers 5
übergoſſen und 24 Stunden ſtehen gelaſſen.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden decanthirt und zuletzt unter
Zuſatz von einer kleinen Menge verdünnten Weingeiſtes zu einem
dicken Extracte eingedampft.
Es ſei dunkelbraun, in Waſſer trübe löslich.
Extractum Chinae aquosum.
Wäſſeriges Chinaextract.
Ein Theil Chinarinde
wird mit
Zehn Theilen Waſſer
48 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand wird nochmals mit
%%%%// dA! ĩð2³ 10
48 Stunden macerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden auf 2 Theile verdampft, nach
dem Erkalten filtrirt und daraus ein dünnes Extract hergeſtellt.
Es ſei rothbraun, in Waſſer trübe löslich.
Extraetum Chinae spirituosum.
Weingeiſtiges Chinaertract.
n seinen 1
wird mit
87
Fünf Theilen verdünnten Weingeifte® ...uencenmeeeenn.
6 Tage macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand wird nochmals mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte sz
3 Tage macerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem
trockenen Extracte eingedampft.
Es ſei rothbraun, in Waſſer trübe löslich.
Extractum Colocynthidis.
Coloquinthenextract.
Dei Theile Edlen een en
werden mit
Fünfzehn Theilen verdünnten Weingeiſte sss
6 Tage macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte sz
und
VJV%% ⁵ I,
3 Tage macerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden zu einem trockenen Extracte
eingedampft.
Es ſei gelbbraun, in Waſſer trübe löslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,2.
Extraetum Cubebarum.
i Cubebenextract.
Zehn Theile . o.. ee
werden mit einem Gemiſche von
Unnfgchn Theilen Weiber. = 28 ea a 15
und
Fünfzehn Theilen Weingeift sr. 2 3.208. 15
3 Tage macerirt.
Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird
nochmals mit einem Gemiſche von
%%% Äœd.. ¾ ⅛•òt.e. ³ ĩ 10
und
JJ 8 10
3 Tage macerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem dünnen
Extracte eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer nicht löslich.
Vor der Dispenſation muß dasſelbe umgeſchüttelt werden.
Extractum Pigitalis.
Fingerhutextract.
Zehn Theile friſchen, in der Blüthe ſtehenden Fingerhut⸗
a ee 10
werden mit
ee a A 1
befprengt, in einem ſteinernen Mörſer zerſtoßen und
ausgepreßt; dieſes wird mit
e e ee A 3
wiederholt.
Die gemiſchten Flüſſigkeiten werden bis auf 80°
erwärmt, colirt, auf 2 Theile eingedampft und mit
C 2
verdünnt. Die Miſchung wird bisweilen umgeſchüttelt
und nach 24 Stunden colirt.
89
Der hierbei erhaltene Rückſtand wird mit
Einem Theile verdünnten Weingeiſtes 1
in einem geſchloſſenen Gefäße etwas erwärmt und wieder⸗
holt umgeſchüttelt.
Die nach dem Abſetzen klar abgegoſſene Flüſſigkeit werde der früher
erhaltenen hinzugefügt, die Miſchung filtrirt und zu einem dicken
Extracte eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Extractum Ferri pomatum.
Eiſenextract.
Aufzig Theile fanerer Aepfel 50
werden in einen Brei verwandelt und ausgepreßt.
Der Flüſſigkeit wird
Ein i gepulverten Eiſe ns are 1
hinzugeſetzt und das Gemiſch im Waſſerbade ſo lange
erwärmt, bis die Gasentwickelung aufgehört hat.
Die mit Waſſer bis auf 50 Theile verdünnte Flüſſigkeit wird mehrere
Tage bei Seite geſtellt, filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft.
Es ſei grünſchwarz, in Waſſer klar löslich.
Extractum Filicis.
Farnextract.
Fünf Theile acc 5
werden mit
Fünßzehn hein 8 15
3 Tage macerirt.
90
Nach dem Abgießen der Flüſſigkeit werde der Rück⸗
ſtand nochmals mit
Dehn Theilen Aether 10
3 Tage macerirt und ausgepreßt.
Die vereinigten Flüſſigkeiten werden filtrirt und zu einem dünnen,
von Aether vollſtändig befreiten Extracte eingedampft.
Das umgerührte und mit Glycerin verdünnte Extract darf unter
dem Mikroſkope keine Stärkekörnchen zeigen.
Es ſei grünlich, in Waſſer nicht löslich.
Extractum Gentianae.
Enzianextract.
711½%% mmm ĩ K 1
wird mit
%% ̃ ̃᷑œ TT.... ² ˙ j 5
48 Stunden macerirt.
Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird
nochmals mit
. ᷣͤ ᷣ ͤͤ . ͤ . 5
12 Stunden ausgezogen.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, aufgekocht, decanthirt
und bis auf zwei Theile im Waſſerbade eingedampft. Der Rückſtand
wird in kaltem Waſſer gelöſt, die Löſung filtrirt und zu einem dicken
Extracte eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer klar löslich.
Extractum Graminis.
Queckenextract. N
Zwei Theile Queckenwur zel kauen 2
werden mit
91
Zehn Theilen ſiedenden Waſſcaha ss. 10
übergoſſen und 6 Stunden digerirt.
Die nach dem Coliren erhaltene Flüſſigkeit wird auf 3 Theile
eingekocht, filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft.
Es ſei rothbraun, in Waſſer klar löslich.
Extractum Helenii.
Alantextract.
Zwanzig Theile Alantwur zeln ʒ 20
werden mit einem Gemiſche von
Vierzig Theilen Wein geit e 40
und i
Sechszig Theilen Waſſer ; — 60
24 Stunden macerirt.
Der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird
nochmals mit einem Gemiſche von
Zwanzig Theilen Weingeiſt : te 20
und 5
Dreißig Theilen Waſſe : ee 30
24 Stunden macerirt.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem
dicken Extracte eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.
Extractum Hyoseyami.
Bilſenextract.
Zwanzig Theile friſchen, in Blüthe ſtehenden Bilſen⸗
krau tes Eee 20
werden mit
B Theile Waſſe rere 1
92
beſprengt, darauf in einem fteinernen Mörſer zerſtoßen
und ausgepreßt; dieſes wird mit
Drei Theilen Waſſ err
wiederholt. Die gemiſchten Flüſſigkeiten werden bis auf
80° erwärmt, colirt, auf zwei Theile eingedampft und
JJ%%%%%%%%V%%%0% x
zugefügt. Die Miſchung wird bisweilen umgeſchüttelt
und nach 24 Stunden colirt. Der hierbei erhaltene
Rückſtand wird mit
Einem Theile verdünnten Weingeiſtesꝶs 0.
in einem geſchloſſenen Gefäße etwas erwärmt und wieder⸗
holt umgeſchüttelt. Die nach dem Abſetzen klar ab⸗
gegoſſene Flüſſigkeit werde der früher erhaltenen hinzu—⸗
gefügt, die Miſchung filtrirt und zu einem dicken Extracte
eingedampft.
Es ſei grünlichbraun, in Waſſer trübe löslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Extractum Opii.
Opiumextract.
Zwei Theile gepulverten Opium n
werden 24 Stunden mit
eien aer,
macerirt und der nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand
nochmals mit
in gleicher Weiſe behandelt.
93
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, filtrirt und zu
einem trockenen Extracte eingedampft.
Es ſei rothbraun, in Waſſer trübe löslich.
Zu 30 g einer kalt bereiteten, filtrirten Löſung von 3 g Opium-
extract in 42 g Waſſer ſetze man 10g Weingeiſt, 10 g Aether und
1g Ammoniak. Das Gefäß werde nach kräftigem Durchſchütteln
verſchloſſen und bei 10 bis 15° unter öfterem Umſchütteln 12 Stunden
hingeſtellt. Der Inhalt wird alsdann auf ein kleines, bei 100° ge-
trocknetes und gewogenes Filter gebracht, die auf demſelben zurüd-
bleibenden Kryſtalle zweimal mit einer aus 2 g verdünnten Weingeiſtes,
2 g Waſſer und 2 g Aether beſtehenden Miſchung abgeſpült und bei
100° getrocknet. Das Gewicht derſelben muß mindeſtens 0,34 g
betragen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,15.
Maximale Tagesgabe 0,5.
Extractum Ouassiae.
Quaſſiaextract.
if, 1
wird mit
Fünf Theilen ſiedenden Waſſeer s 5
übergoſſen, 6 Stunden digerirt und der nach dem Ab⸗
preſſen der Flüſſigkeit bleibende Rückſtand nochmals mit
Fünf Theilen fiedenden Waſſeere ss. 5
übergoſſen, drei Stunden ſtehen gelaſſen und ausgepreßt.
Die vereinigten Flüſſigkeiten werden zu einem trockenen Extracte
eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.
94
Extractum Rhei.
Rhabarberextract.
Sans Theile Rhabarber. ee ae 20
werden mit einem Gemiſche von
JJ..;;éo.ꝗ̃ ò ũ. . 8 40
und
JJ 60
24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand wird mit einem Gemiſche von
dein Wangeiſf t. 20
und
%% ̃ Maler a —. 30
ebenſo behandelt.
Die ſo erhaltenen Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem
trockenen Extracte eingedampft.
Es ſei gelblichbraun, in Waſſer trübe löslich.
Extractum Rhei compositum.
Zuſammengeſetztes Rhabarberextract.
Dreißig Theile Rhabarberextractt...ͥ˖u 30
. ̃ , ²¾— . ĩ§ if... 10
mi lane an,” 5
Zwanzig Theile mediciniſcher Seif 20
werden zerrieben, gemiſcht, mit verdünntem Weingeiſt be⸗
feuchtet, im Dampfbade erwärmt und zu einem trockenen
Extracte eingedampft.
Es ſei ſchwärzlichbraun, in Waſſer trübe löslich.
95
Extractum Sabinae.
Sabinaegtract.
Zwanzig Theile Sabinakrau-UUUUUU „. 20
werden mit einem Gemiſche von
Vierzig Theilen Weingeiſ᷑ . 40
und
Sechszig Theilen Waſſ erer 60
24 Stunden macerirt. Der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand wird nochmals mit einem Gemiſche von
Zwanzig Theilen Weingeiſttr kee 20
und i
Dreißig Theilen Waſſee nnn 30
in gleicher Art behandelt.
Die ſo erhaltenen Flüſſigkeiten werden gemiſcht und zu einem
dicken Extracte eingedampft.
Es ſei grünbraun, in Waſſer faſt unlöslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Extractum Feillae.
Meerzwiebelextract.
Fünf Theile Meer zwiebel 5
werden mit
Zwanzig Theilen verdünnten Weingeiſte ss 20
6 Tage macerirt.
Die nach dem Abpreſſen erhaltene Flüſſigkeit wird mehrere Tage bei
Seite geſtellt, dann filtrirt und zu einem dicken Extracte eingedampft.
Es ſei gelblichbraun, in Waſſer faſt klar löslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 1,0.
96
Extractum Secalis cornuti.
Mutterkornextract.
Zehn Theile Mutterkorrnnn nns 10
werden mit
Zwanzig Theilen Waſſe urn 20
6 Stunden macerirt und der nach dem Abpreſſen bleibende
Rückſtand nochmals in gleicher Weiſe behandelt. Die
ſo erhaltenen Flüſſigkeiten werden gemiſcht, colirt und
bis auf 5 Theile eingedampft. Dieſer concentrirte Aus⸗
zug, mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte sss. 5
gemiſcht, werde unter öfterem Umſchütteln 3 Tage bei
Seite geſtellt, filtrirt und zu einem dicken Extracte
eingedampft.
Letzteres werde mit dem gleichen Gewichte Weingeiſt angerührt
und die nach kurzem Stehen über dem Extracte befindliche Flüſſigkeit
abgegoſſen. Den Rückſtand behandle man nochmals in gleicher Weiſe
mit Weingeiſt und dampfe ihn zu einem dicken Extracte ein.
Es ſei rothbraun, in Waſſer klar löslich.
Extractum Strychni.
Strychnosſamenextract.
Zehn Theile Stehchnos amen 10
werden bei einer 40° nicht überſteigenden Temperatur mit
Zwanzig Theilen verdünnten Weingeiſte s. 20
24 Stunden unter öfterem Umſchütteln ausgezogen. Der
nach dem Abpreſſen bleibende Rückſtand wird nochmals mit
Fünfzehn Theilen verdünnten Weingeiſte s. 15
in derſelben Weiſe behandelt.
97
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, mehrere Tage bei
Seite geſtellt und zu einem trockenen Extracte eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer trübe löslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,15.
Extractum Taraxaci.
Löwenzahnextract.
Ein Theil der im Frühjahr geſammelten und getrockneten
%% ¼ ¼ ¼ĩ/½ . ARTE 1
wird mit
r na ea ee 5
48 Stunden macerirt und der nach dem Abpreſſen blei-
bende Rückſtand nochmals mit
Au Theiſen Waſſe en 5
12 Stunden ausgezogen.
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, aufgekocht, decanthirt
und bis auf 2 Theile im Waſſerbade eingedampft. Der Rück⸗
ſtand wird in kaltem Waſſer gelöſt und die filtrirte Löſung zu einem
dicken Extracte eingedampft.
Es ſei braun, in Waſſer klar löslich.
Extractum Trifolii fibrini.
Bitterkleeextract.
1 /// ⁵y .... 1
wird mit
Fünf Theilen fiebenben Paſe rn 5
übergoſſen, 6 Stunden digerirt und der nach dem Abpreſſen
der Flüſſigkeit bleibende Rückſtand nochmals 3 Stunden
in derſelben Weiſe behandelt.
13
98
Die abgepreßten Flüſſigkeiten werden gemiſcht, decanthirt und zu einem
dicken Extracte eingedampft.
Es ſei ſchwarzbraun, in Waſſer klar löslich.
Ferrum carbonicum saccharatum.
Zuckerhaltiges Ferrocarbonat.
% . ER 50
werden in
Zweihundert Theilen ſiedenden Waſſers s 200
gelöſt und in eine geräumige Flaſche filtrirt, welche eine
klare Löſung von
Fünfunddreißig Theilen Natriumbicarbonat ............ 30
in
Fünfhundert Theilen lauwarmen Wafferd.............. 500
enthält.
Nachdem man den Inhalt der Flaſche vorſichtig gemiſcht hat,
fülle man dieſelbe ganz mit heißem Waſſer, verſchließe ſie loſe und
ſtelle ſie bei Seite.
Die über dem Niederſchlage ſtehende Flüſſigkeit werde mit Hülfe
eines Hebers abgezogen und die Flaſche wieder mit heißem Waſſer
angefüllt. Nach dem Abſetzen ziehe man die Flüſſigkeit abermals ab
und wiederhole dieſe Operationen fo oft, bis die abgezogene Flüſſig⸗
keit durch Baryumnitrat kaum noch getrübt wird.
Den von der Flüſſigkeit möglichſt befreiten Niederſchlag bringe man in
eine Porzellanſchale, welche
Zehn Theile gepulverten Milchzuckerr”rsss 8 10
und
Dreißig Theile gepulverten Zuckern. 30
enthält, verdampfe die Miſchung im Dampfbade zur
Trockne, zerreibe ſie zu Pulver und miſche demſelben noch
99
ſoviel gut ausgetrockneten Zuckerpulvers zu, daß das
Gewicht
Hundert Thell e a REN TER 100
betrage.
Ein grünlichgraues Pulver, ſüß, ſchwach nach Eiſen ſchmeckend,
in 100 Theilen 10 Theile Eiſen enthaltend. In Salzſäure iſt es
unter reichlicher Kohlenſäureentwickelung zu einer grünlichgelben
Flüſſigkeit löslich, und die mit Waſſer verdünnte Löſung giebt
ſowohl mit Kaliumferrocyanat, als auch mit Kaliumferricyanat einen
blauen Niederſchlag.
Die mit Hülfe einer möglichſt geringen Menge Salzſäure dargeſtellte
wäſſerige Löſung (1=50) darf durch Baryumnitrat nicht ſofort
getrübt werden.
1 des Präparats werde bei Luftzutritt bis zur Zerſtörung des
Zuckers geglüht, der Rückſtand mit heißer Salzſäure vollſtändig aus⸗
gezogen und das Filtrat nach Zuſatz einiger Kryſtalle von Kaliumchlorat
bis zur völligen Oxydation des Eiſens und Beſeitigung des Chlors erhitzt.
Nach dem Erkalten und nach Zuſatz von 2 g Kaliumjodid werde die
Flüſſigkeit in einer mit Glasſtopfen verſchloſſenen Flaſche eine Stunde
in gelinder Wärme bei Seite geſtellt. Es müſſen nach Zuſatz von
Jodzinkſtärkelöſung mindeſtens 17 cem der Zehntel⸗Normalnatrium⸗
thioſulfatlöſung zur Bindung des ausgeſchiedenen Jods verbraucht
werden.
Ein Präparat von brauner Farbe, welches wenig mit Säuren
aufbrauſt, werde verworfen.
Ferrum jodatum.
Eijenjodür.
Dreißig Theile gepulverten Eiſennn ss. 30
werden mit
Hundert Theilen Maffer aka ee. 100
übergoſſen, nach und nach unter fortwährendem Umrühren
„ heile "DD 27... lie 82
hinzugefügt und die Löſung filtrirt, ſobald ihre roth⸗
braune Farbe grünlich geworden iſt. Das Filter wird
mit Waſſer nachgewaſchen.
Nach dieſer Vorſchrift werde das Eiſenjodür bei Bedarf bereitet
und den vom Arzte verordneten flüſſigen Miſchungen zugeſetzt. Soll
es einer Pillenmaſſe zugefügt werden, fo iſt die Löſung in einer eiſernen
Schale möglichſt raſch einzudampfen.
82 Theile Jod entſprechen 100 Theilen Eiſenjodür.
Ferrum lacticum.
Ferrolactat.
Grünlichweiße, aus kleinen, nadelförmigen Kryſtallen beſtehende
Kruſten oder kryſtalliniſches Pulver von eigenthümlichem, aber nicht
ſtark ausgeprägtem Geruche, langſam löslich in 38,2 Theilen Waſſer
zu einer grünlichgelben, ſchwach ſauer reagirenden, durch Kalium⸗
ferricyhanat ſogleich dunkelblau, durch Kaliumferrocyanat nur ſchwach
hellblau gefärbt werdenden Flüſſigkeit. Es löſt ſich in 12 Theilen
ſiedenden Waſſers, kaum in Weingeiſt. Beim Erhitzen verkohlt es
unter Verbreitung eines brenzlichen, caramelartigen Geruches und ver-
brennt dann zu rothem Eiſenoxyd.
Die kalt geſättigte wäſſerige Löſung darf ſowohl durch Blei⸗
acetat, als auch nach dem Anſäuern mit Salzſäure durch Schwefel.
waſſerſtoffwaſſer nur opaliſirend getrübt werden. Ebenſo verhalte
ſich die mit Salpeterſäure angeſäuerte Löſung auf Zuſatz von
Baryumnitrat.
Kocht man die Löſung unter Zuſatz von einigen Tropfen ver⸗
dünnter Schwefelſäure 10 Minuten „ überſättigt dann mit Natronlauge
101
und erwärmt gelinde mit einigen Tropfen einer Löſung von 1 Theil
Kupferſulfat und 3 Theilen Weinſäure in 20 Theilen Waſſer, der
man ſoviel Natronlauge, als zur Herſtellung einer klaren blauen
Löſung erforderlich iſt, hinzufügt, ſo darf ſich kein rother Niederſchlag
abſcheiden.
Zerreibt man das Salz mit Schwefelſäure, ſo mache ſich weder eine
Gasentwickelung, noch bei längerem Stehen eine Braunfärbung be-
merkbar.
1g mit Salpeterſäure durchfeuchtet, hinterlaſſe beim Glühen an⸗
nähernd 0,27 g Eiſenoxyd, welches an heißes Waſſer nichts Wägbares
abgeben darf.
Ferrum oxydatum saccharatum solubile.
Eiſenzucker.
Neun Theile gepulverten Zuckeröm 9
werden in
Nenn hein Waſſer! in inn. 9
gelöſt, zunächſt
Dreißig Theile Eiſenchloridlöſun UUPꝑU]U—E E 30,
dann nach und nach unter Umrühren eine in der Wärme
bereitete und wieder erkaltete Löſung von
Vierundzwanzig Theilen Natriumcarbonaauaaa 24
in
Achtund vierzig Theilen Waſſee rr 48
zugeſetzt.
Nachdem die Kohlenſäure möglichſt entwichen iſt, ſetze
man nach und nach
102
Vierundzwanzig Theile Natronlaunhhne ne 24
zu und laſſe die Miſchung ſo lange ſtehen, bis ſie klar
geworden iſt.
Nach Zuſatz von
Neun Theilen Natriumbicarbonaie 9
werde dieſelbe ſofort mit
Sechshundert Theilen ſiedenden Waſſer sss 600
verdünnt und zum Abſetzen bei Seite geſtellt. Die über
dem Niederſchlage ſtehende Flüſſigkeit werde mittelſt eines
Hebers abgezogen und der Niederſchlag mit
Vierhundert Theilen heißen Waſſer̃rx s 400
vermiſcht. Nach der Klärung entferne man die Flüſſig⸗
keit und behandle den Niederſchlag nochmals in gleicher
Weiſe mit weiteren
Vierhundert Theilen heißen Waſſer s . „ 400
Alsdann ſammle man denſelben auf einem an⸗
gefeuchteten Tuche, waſche ihn mit heißem Waſſer, bis
die ablaufende Flüſſigkeit, mit dem 5fachen Volumen
Waſſer verdünnt, durch Silbernitrat nur opaliſirend
getrübt wird, und preſſe ihn aus. Hierauf werde der
Niederſchlag in einer Porzellanſchale mit
Fünfzig Theilen gepulverten Zuckers. 50
vermiſcht, im Dampfbade unter Umrühren zur Trockne
verdampft, zu Pulver zerrieben und dieſem ſo viel
Zuckerpulver zugemiſcht, daß das Gewicht der Geſammt⸗
Kothbraunes, ſüßes Pulver, ſchwach nach Eiſen ſchmeckend, in
100 Theilen 3 Theile Eiſen enthaltend und mit der 20 fachen Menge
103
heißen Waſſers eine völlig klare, rothbraune, kaum alkaliſch reagirende
Löſung gebend, welche durch Kaliumferrocyanat für ſich nicht ver⸗
ändert, auf Zuſatz von Salzſäure aber zuerſt ſchmutzig grün, dann
rein blau gefärbt wird.
Die mit überſchüſſiger verdünnter Schwefelſäure erhitzte, dann wieder
erkaltete wäſſerige Löſung (120) darf durch Silbernitrat nur opali-
ſirend getrübt werden.
2 g des Präparates werden bei Luftzutritt bis zur Zerſtörung
des Zuckers geglüht. Der Rückſtand werde zerrieben, wiederholt mit
heißer Salzſäure ausgezogen und das Filtrat nach Zuſatz einiger
Kryſtalle Kaliumchlorat bis zur völligen Oxydation des Eiſens und
Beſeitigung des Chlors erhitzt. Nach dem Erkalten und Zuſatz von
1g Kaliumjodid werde die Flüſſigkeit in einem mit Glasſtopfen ver⸗
ſchloſſenen Glaſe eine Stunde in gelinder Wärme bei Seite geſtellt.
Es müſſen dann nach Zuſatz von 5 ge Jodzinkſtärkelöſung 10 bis
10,7 cem der Zehntel ⸗N I thioſulfatlöſung zur Bindung
des ausgeſchiedenen Jods gebraucht werben
Ferrum pulveratum.
Gepulvertes Eiſen.
Feines, ſchweres, etwas metalliſch glänzendes, graues Pulver,
welches vom Magnet angezogen wird und durch verdünnte Schwefel⸗
ſäure oder Salzſäure unter Entwickelung von Waſſerſtoff gelöſt wird.
Dieſe Löſung giebt auch bei großer Verdünnung durch Kalium⸗
ferricyanat einen tiefblauen Niederſchlag.
2 g des Präparates müſſen fi in 30 g eines Gemiſches aus gleichen
Theilen Salzſäure und Waſſer bis auf einen geringen Rückſtand leicht
104
auflöſen. Das ſich entwickelnde Waſſerſtoffgas darf einen mit Silber⸗
nitrat⸗Löſung (1 = 2) benetzten Papierſtreifen nicht ſofort gelb oder
braun färben. Ein Theil der ſaueren Löſung darf nach Ueberſchichtung
mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer an der Berührungsfläche keine dunkle
Zone zeigen, ein anderer Theil derſelben Löſung, nach Oxydation des
Eiſens durch Salpeterſäure und Ausfällen des Oxyds durch über⸗
ſchüſſiges Ammoniak, im Filtrat durch Schwefelammonium nicht weiß
getrübt werden. Die Löſung des in Salzſäure unlöslichen Theils
des Eiſens in Salpeterſäure darf weder durch Schwefelwaſſerſtoff⸗
waſſer dunkel, noch durch überſchüſſiges Ammoniak blau gefärbt
werden.
0,1 g des Präparates ſoll nach feiner bei Ausſchluß der Luft er⸗
folgten Löſung in 15 g verdünnter Schwefelſäure nicht weniger als
55,5 cem der Kaliumpermanganatlöſung zur Oxydation verbrauchen.
Ferrum reduetum.
Reducirtes Eiſen.
Ein graues, glanzloſes Pulver, welches vom Magnet angezogen
wird und beim Erhitzen unter Verglimmen in ſchwarzes Eiſenoxydul⸗
oxyd übergeht. i
2 g des Präparates ſeien in 30 g einer erwärmten Miſchung aus
gleichen Theilen Salzſäure und Waſſer vollſtändig oder faſt voll-
ſtändig löslich unter Entwickelung eines Gaſes, welches ein mit Silber⸗
nitratlöſung (1=2) benetztes Papier weder ſofort gelb noch braun
färben darf. Der unlösliche Rückſtand darf nicht mehr als 0,02 g
betragen.
0,3 g werden mit 50 g Queckſilberchloridlöſung unter Ausſchluß
der Luft während einer Stunde im Waſſerbade digerirt, dann nach
105
dem Erkalten mit Waſſer zu 100 cem ergänzt und nach dem Mifchen
zum Abſetzen hingeſtellt. 25 com der klaren Flüſſigkeit dürfen nicht
weniger als 38 cem der Kaliumpermanganatlöſung zur Oxydation ver-
brauchen. Dies entſpricht 89,75 Procent metalliſchen Eiſens.
Ferrum sesquichloratum.
Eiſenchlorid.
1000 Theile Eiſenchloridlöſung werden im Waſſerbade auf 483 Theile
abgedampft und der Rückſtand in einer bedeckten Schale an einen
kühlen, trockenen Ort geſtellt, bis er vollſtändig erſtarrt iſt.
Gelbe, kryſtalliniſche, trockene, aber an feuchter Luft bald zer⸗
fließende, in gelinder Wärme ſchmelzende Maſſe, welche in Waſſer,
Weingeiſt und Aether löslich iſt.
In gleichen Theilen Waſſer gelöſt, entſpreche das Präparat den
Anforderungen an die Reinheit der Eiſenchloridlöſung.
Ferrum sulfuricum.
Ferroſulfat.
2 Theile reinen Eiſendrahtes werden mit einer Miſchung aus
3 Theilen Schwefelſäure und 8 Theilen Waſſer übergoſſen. Die
noch warme Löſung wird, ſobald die Gasentwickelung nachgelaſſen
hat, in 4 Theile Weingeiſt filtrirt, welchen man in kreiſender Be⸗
wegung erhält. Das Kryſtallmehl wird ſofort auf ein Filter ge⸗
14
106
bracht, mit etwas Weingeiſt nachgewaſchen, dann ausgepreßt, auf
Filtrirpapier zum raſchen Trocknen ausgebreitet und dieſes am Beſten
im direkten Sonnenlichte zu Ende geführt, bis die Kryſtalle nicht
mehr aneinander haften.
Ein kryſtalliniſches, an trockener Luft verwitterndes Pulver, welches
ſich in 1,8 Theilen Waſſer mit grünlichblauer Farbe löſt. Selbſt eine
ſehr verdünnte Löſung des Salzes giebt mit Kaliumferricyanat einen
tief blauen und mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure un⸗
löslichen Niederſchlag.
Die mit ausgekochtem und abgekühltem Waſſer friſch bereitete Löſung
ſei klar, von grünlichblauer Farbe und faſt ohne Wirkung auf blaues
Lakmuspapier.
0,5 g in 20 g verdünnter Schwefelſäure und 150 g Waſſer gelöſt
müſſen 56 bis 57 cem der Kaliumpermanganatlöſung zur Oxydation
verbrauchen.
Werden 2 g des Salzes in wäſſeriger Löſung mit Salpeterſäure
oxydirt und dann mit einem Ueberſchuß von Ammoniak verſetzt, ſo
darf das farbloſe Filtrat durch Schwefelammonium weder getrübt
werden, noch beim Abdampfen und Glühen einen Rückſtand geben.
Ferrum sulfuricum erudum.
Eiſenvitriol.
Kryſtalle oder kryſtalliniſche Bruchſtücke von grüner Farbe, meiſt
etwas feucht, ſeltener an der Oberfläche weißlich beſtäubt, mit 2 Theilen
Waſſer eine etwas trübe, ſauer reagirende Flüſſigkeit von zuſammen⸗
ziehendem, tintenartigem Geſchmacke gebend.
107
Die wäſſerige Löſung (185) fol eine blaugrüne Farbe zeigen,
keinen erheblichen ockerartigen Bodenſatz fallen laſſen und durch Schwefel⸗
waſſerſtoffwaſſer nur ſchwach gebräunt werden.
Terrum sulfuricum siceum.
Entwäſſertes Ferroſulfat.
100 Theile Ferroſulfat werden allmälig in einer Porzellanſchale
im Waſſerbade erwärmt, bis fie 35 bis 36 Theile an Gewicht ver-
loren haben.
Es ſei ein feines, weißes, in Waſſer langſam, aber ohne Rüd-
ſtand lösliches Pulver. 0,3 g des Präparates müſſen zur Oxydation
des Eiſens 51,5 bis 52,5 cem Kaliumpermanganatlöſung verbrauchen.
Flores Arnicae.
Arnicablüthen.
Die Blüthenköpfchen der Arnica montana. Die zweireihige,
behaarte Kelchhülle ſchließt einen hochgewölbten, 6mm im Durchmeſſer
erreichenden, grubigen und behaarten Blüthenboden ein. Aus dieſem
erheben ſich ungefähr 20 randſtändige, zehnnervige Zungenblüthen und
zahlreiche, weit kürzere Scheibenblüthen, alle von rothgelber Farbe
und vom Bau der Compoſitenblüthen. Die borſtigen, fünfkantigen
Früchte find bis 6 mm lang, gelblichgrau bis ſchwärzlich, von einem
Pappus aus ſcharfen, ſtarren, bis 8 mm langen Haaren gekrönt.
Nur die vom Kelche und Blüthenboden befreiten Blüthen ſind zu ge⸗
14*
ne lan
108
brauchen. Der Geruch der Arnicablüthen ift ſchwach aromatiſch, der
Geſchmack zugleich bitterlich.
Flores Chamomillae.
Kamillen.
Die Blüthenköpfchen der Matricaria Chamomilla. Sie find
in allen ihren Theilen kahl; ihre trockenhäutig berandeten Hüllblättchen
ſchließen den gegen 5 mm hohen, am Grunde 1,5 mm im Durchmeſſer
erreichenden, kegelförmigen, nackten, im Gegenſatze zu allen anderen
verwandten Pflanzen nicht markig angefüllten, ſondern hohlen Frucht⸗
boden ein. Die 12 bis 18 Randblüthen müſſen von weißer, die viel
zahlreicheren Scheibenblüthen von gelber Farbe ſein. Die Köpfchen
ſollen kräftig aromatiſch riechen und zugleich etwas bitterlich ſchmecken.
Flores Cinae.
Wurmſamen.
Die Blüthenköpfchen der turkeſtaniſchen Form der Artemisia
maritima. Dieſelben beſtehen aus 12 bis 18 kahlen, ſtumpf eiförmigen,
ſanft gekielten Hüllblättchen von etwas glänzend grüner, nach längerer
Aufbewahrung bräunlicher Farbe. Sie ſchließen oben dicht zuſammen,
ſo daß das ganze Köpfchen nur gegen 4 mm Länge und höchſtens
1,5 mm Durchmeſſer erreicht; im Innern läßt ſich meiſt nur undeutlich
die Anlage der 3 bis 5 Einzelblüthchen erkennen. Der Geruch der
Blüthen iſt ſehr eigenartig, der Geſchmack widerlich bitter und kühlend
gewürzhaft. Blätter, Stiele und Stengel dürfen nicht beigemengt ſein.
109
Flores Koso.
Koſoblüthen.
Die nach der Blüthezeit geſammelten weiblichen Blüthen oder die viel-
verzweigten Blüthenrispen der Hagenia abyssinica. Die 4 oder 5,
bis gegen 1 em langen, aderigen, am Grunde borſtigen Blättchen
des äußeren Kelches find von dunkelrother, nach längerer Aufbewah⸗
rung mehr bräunlicher Farbe; die inneren, kaum 3 mm langen Kelch⸗
blättchen neigen ſich über den noch kleineren Blumenblättchen und
den zwei borſtigen Griffeln zuſammen. Die Blüthen ſitzen ziemlich
dicht gedrängt auf geknickten, meiſt ſtark behaarten, 1 bis 2 mm dicken
Stielen, welche von einer gemeinſamen, gegen 1 em dicken, reichlich
mit einfachen Haaren beſetzten Spindel des Geſammtblüthenſtandes
abgehen. Wo die Waare aus dieſem letzteren beſteht, pflegt ſie in
5 dm langen, ſpiralig mit geſpaltenen Halmen des Cyperus articu-
latus umwickelten Bündelchen von ungefähr 120 g vorzukommen. Das
Koſo ſchmeckt ſchleimig, dann kratzend bitter und zuſammenziehend. Die
Stiele ſind vor dem Gebrauche zu beſeitigen.
Flores Lavandulae.
Lavendelblüthen.
Die Blüthen der Lavandula vera. Der 5 mm lange, walzig⸗
glockige, von 13 Längsrippen durchzogene Kelch iſt ſtahlblau oder
bräunlich angelaufen und mit zierlichen Sternhaaren flockig beſtreut, ſo
daß die 4 kürzeren Kelchzähnchen kaum hervortreten und der fünfte
größere Zahn mehr durch ſeine ſchwarzblaue Farbe auffällt. Die
bräunliche oder bläuliche Blumenröhre ragt aus dem Kelche heraus
110
und erweitert ſich zweilippig. Die Lavendelblüthen riechen angenehm
und ſchmecken bitter. Stiele und Blätter ſind zu beſeitigen.
Flores Malvae.
Malvenblüthen.
Von Malva silvestris. Der 5 mm hohe, fünfſpaltige, ftern-
haarige Kelch iſt von 3 lanzettlichen, längsſtreifigen, borſtigen Hüll⸗
blättchen geſtützt. Die 5, über 2 em langen, vorn ausgerandeten
Blumenblätter ſind am Grunde mit der Staubfadenröhre verwachſen.
Die zartblaue Farbe der Blumen geht durch Befeuchtung mit Säuren
in roth, durch Ammoniak in grün über.
Flores Rosae.
Roſenblätter.
Die blaßröthlichen, wohlriechenden Blumenblätter der Rosa centi—
folia.
|
Flores Sambuci.
Holunderblüthen.
Die Blüthenſtände von Sambucus nigra. Jeder der 5 Zweige
der Trugdolde theilt ſich in 3 bis 5 Aeſte, welche, wiederholt gabelig
getheilt, zuletzt in feinen, bis 6 mm langen Stielchen mit einer
Endblüthe abſchließen; Staubfäden, Kronlappen und Kelchzähne je
5 an Zahl. Die weißlichen Lappen der Blumenkrone, urſprünglich flach
ausgebreitet, ſind durch das Trocknen ſtark eingeſchrumpft; mit ihnen
wechſeln die viel kürzeren Kelchzähne ab. Der ſchwache Geruch eigen⸗
artig, der Geſchmack unbedeutend; die Holunderblüthen dürfen nicht
braun ausſehen.
111
Flores Tiliae.
Lindenblüthen.
Die Trugdolden der Tilia parvifolia und Tilia grandifolia.
Der kahle Stiel iſt bis zur Hälfte mit einem papierdünnen, deutlich
durchſcheinenden Deckblatte verwachſen und trägt bei der erſteren Art
bis 13 geſtielte Blüthen, bei der zweitgenannten nur 3 bis 5 erheblich
größere Blüthen mit dunklen gelblichbraunen Blumenblättern. Die
Staubfäden zahlreich, 3 Blumenblätter und Fruchtfächer je
5 an Zahl.
Die Blüthen der Tilia tomentosa (Tilia argentea) ſind
größer, außer den 5 Corollenblättern noch mit 5 petaloiden Staub-
blättern verſehen, das Deckblatt des Blüthenſtandes iſt vorn am
breiteſten, oft mehr als 2 em breit, unterſeits meiſt ſternhaarig.
Dieſe Blüthen ſollen nicht verwendet werden.
Flores Verbasei.
Wollblumen.
Die Blumenkronen des Verbascum phlomoides (mit Ein-
ſchluß des Verbascum thapsiforme). Aus der ſehr kurzen, nur
2 mm weiten Blumenröhre erheben ſich 5, bis gegen 1,5 em lange,
außen ſternhaarige, innen kahle und ſchön gelbe Lappen von breit
gerundetem Umriſſe. Dem größten derſelben ſtehen am Grunde 2
kahle Staubfäden zur Seite, 3 etwas kürzere, bärtige Staubfäden ent⸗
ſprechen den 3 übrigen Einſchnitten der Blumenkrone. Sie ſollen von
kräftigem Geruche und nicht von brauner Farbe ſein.
112
Folia Althaeae.
Eibiſchblätter.
Von Althaea officinalis. Rundlich elliptiſche, dreilappige
bis fünflappige Blätter mit gerade abgeſchnittenem, herzförmigem oder
keilförmigem Grunde und gekerbtem oder geſägtem Rande. Die
größten Blätter bis 8 em im Durchmeſſer, der Blattſtiel höchſtens
halb jo lang. Die Eibiſchblätter find von derber, brüchiger Beſchaffen⸗
heit, auf beiden Flächen durch Sternhaare graufilzig.
Folia Belladonnae.
Belladonnablätter.
Von Atropa Belladonna. Höchſtens 2 dm lange, 1 dm breite,
ſpitz elliptiſche, in den weniger als halb ſo langen Stiel auslaufende,
dünne, kahle oder unterſeits ſehr ſpärlich drüſig gewimperte Blätter.
Sie ſind ganzrandig, oberſeits grünbräunlich, unterſeits mehr grau,
auf beiden Flächen mit weißen Pünktchen beſetzt. Von etwas wider⸗
lichem, ſchwach bitterlichem Geſchmacke.
Zur Bereitung des Extractes ſind die oberirdiſchen Theile der
Pflanze in friſchem Zuſtande zu verwenden.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 0,6,
Folia Digitalis.
Fingerhutblätter.
Von Digitalis purpurea, zur Blüthezeit von wildwachſen⸗
= Thames zu ſammeln. Dünne, unregelmäßig gekerbte, in den
auslaufende Blätter von länglich eiförmigem Umriſſe, höch⸗
113
ſtens 3 dm Länge und 15 cm Breite erreichend. Das reich ver⸗
zweigte Adernetz iſt beſonders unterſeits ſtark ausgeprägt und trägt
hier einen Filz von nicht veräſtelten, weichen Haaren. Die Finger⸗
hutblätter geben mit dem 10 fachen Gewichte ſiedenden Waſſers einen
bräunlichen, Lakmus röthenden, widerlich bitteren, nicht aromatiſchen
Auszug von eigenartigem Geruche, welcher durch Eiſenchlorid zunächſt
ohne Trübung dunkel gefärbt wird; nach einigen Stunden entſteht
ein brauner Abſatz. Verdünnt man den Auszug mit dem Zfachen
Gewichte Waſſer, ſo muß durch Zutröpfeln von Gerbſäurelöſung eine
Trübung, in dem unverdünnten Auszuge aber ein reichlicher Niederſchlag
entſtehen, welcher von überſchüſſiger Gerbſäure nur ſchwer aufgelöſt wird.
Vorſichtig, nicht über 1 Jahr aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Folia Farfarae,
Huflattigblätter.
Die grundſtändigen, langgeſtielten, handgroßen Blätter der Tussi-
lago Farfara. Von dem herzförmigen Grunde bis zu der kaum
hervortretenden Spitze erreichen ſie oft 1 dm Länge bei nicht ge⸗
ringerer Breite. Oberſeits von dunkelgrüner Farbe ſind ſie auf der
Unterſeite mit einem leicht ablösbaren, dichten, weißen Filze bedeckt,
welcher aus ſehr langen, dünnen, nicht verzweigten Haaren beſteht.
Tolia Jaborandi.
Jaborandiblätter.
Die langgeſtielten, meiſt ganz kahlen Fiederblätter des Pilocarpus
pennatifolius. Sie beſtehen aus 2 oder 3, ſeltener 4 ſitzenden
15
114
oder kurz geftielten Jochen derb lederartiger, ganzrandiger Fieder⸗
blättchen und 1 unpaarigen Endblatte, welches von einem bis
3 em langen Stiele getragen wird. Die Fiederblättchen ſind lanzett⸗
lich oder oval, vorn etwas ſtumpf oder ausgerandet, bis 16 em lang
und 4 bis 7 cm breit. Das Blattgewebe läßt äußerſt zahlreiche, durch⸗
ſcheinende Oelräume erkennen; Geſchmack etwas ſcharf.
Folia Juglandis.
Walnußblätter.
Von Juglans regia. Der beinahe fußlange Blattſtiel iſt mit
1 bis 4, am gewöhnlichſten mit 3 Paaren nicht genau gegenüber
ſtehender Fiederblätter und einem gewöhnlich größeren Endblatte beſetzt.
Die erſteren erreichen 15 em Länge und über 5 em Breite; alle
Blättchen ſind ganzrandig, eiförmig, kahl, im durchfallenden Lichte
nicht punktirt. Geſchmack kratzend, kaum aromatiſch. N
Die Walnußblätter dürfen nicht ſchwärzlich ausſehen.
Folia Malvae.
Malvenblätter.
Von Malva vulgaris und Malva silvestris. Die Blätter
der erſteren im Umriſſe annähernd kreisrund, bis 8 em im Durch⸗
meſſer, oder mehr nierenförmig, am Grunde tief ausgeſchnitten, ſehr
langgeſtielt, der ungleich geſägt⸗gekerbte Rand undeutlich gelappt. Die
gewöhnlich größeren Blätter der zweiten Art am Grunde weniger tief
ausgeſchnitten, beſonders die oberſten Stengelblätter breit, fünflappig oder
dreilappig. Die Blätter beider Arten ſind von ſchleimigem Geſchmacke.
115
Folia Melissae.
Meliſſenblätter.
Von Culturformen der Melissa officinalis. Breit eiförmige
oder herzförmige, ſtumpf zugeſpitzte, dünne, kahle oder nur unterſeits
etwas flaumige Blätter von höchſtens 4 em Länge und 3 em Breite,
am Rande jeder Hälfte der Blattſpreite mit 5 bis 10 rundlichen Kerb—
zähnen.
Folia Menthae erispae.
Krauſeminzblätter.
Blätter des unter dem Namen Mentha crispa cultivirten
Krautes. Sie ſind ſitzend oder ſehr kurz geſtielt, von herzförmigem
oder rundlich eiförmigem Umriſſe, ſcharf gezähnt, zugeſpitzt, von
wellenförmiger Oberfläche, am Rande kraus verbogen, kahl oder etwas
behaart. Von kräftigem, eigenartigem Geſchmacke.
Tolia Menthae piperitae.
Pfefferminzblätter.
Von Mentha piperita. Spitz eiförmige, kurzgeſtielte, bis
7 em lange, beſonders gegen die Spitze hin ſcharf geſägte Blätter,
welche von einem ſtarken Mittelnerv durchzogen und meiſt kahl find.
Von kräftigem, eigenartigem Geſchmacke.
Folia Nicotianae.
Tabakblätter.
Die mittelgroßen Blätter der Culturformen der Nicotiana
Tabacum, an der Luft ohne weitere Behandlung getrocknet. Sie
8
116
ſind braun, ſpitz lanzettlich oder elliptiſch, ganzrandig, in den Blatt⸗
ſtiel herablaufend. Von widerlichem, ſcharfem Geſchmacke und eigen⸗
artigem Geruche.
Folia Salviae.
Salbeiblätter.
Blätter der cultivirten und wildwachſenden Salvia officinalis.
Von meiſt eiförmigem Umriſſe, bis beinahe 1 dm lang, oder ſehr viel
kleiner, bisweilen am Grunde geöhrt. Das ſehr verzweigte, runzelige,
engmaſchige Adernetz iſt graufilzig behaart. Von aromatiſchem, zu⸗
gleich bitterlichem Geſchmacke.
Folia Sennae.
Sennesblätter.
Die Fiederblättchen der Cassia angustifolia und Cassia
acutifolia. Die erſtere Sorte, die indiſchen Sennesblätter aus
Tinnevelly, beſteht ohne alle Beimengung aus den unbeſchädigten,
lanzettlichen, bis 6 em langen, flachen, bis gegen 2 em breiten Fieder⸗
blättchen. Die Blättchen der zweiten Sorte, der alexandriniſchen, ſind
durchſchnittlich kleiner, ſpitz eiförmig, ſelten 3 em lang, meiſt ſchmäler
als 13 mm, weniger flach und gewöhnlich begleitet von anderen Theilen
der Cassia acutifolia, ſowie von den ſteiflederigen, verbogenen und
höckerigen Blättchen des Cynanchum Arghel, welche auch an dem
kurzen, ſteifen Haarbeſatze kenntlich ſind. Die Sennesblätter dürfen
nicht bräunlich oder gelblich ausſehen.
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Folia Stramonii.
Stechapfelblätter.
Von Datura Stramonium zur Blüthezeit geſammelt. Die
dünne Blattſpreite ſpitz eiförmig, ungleich buchtig gezähnt; den großen
Lappen nochmals 1 oder 2 Zahnpaare aufgeſetzt. Die höchſtens gegen
2 dm langen und 1 dm Durchſchnittsbreite erreichenden Blätter gehen
keilförmig oder faſt herzförmig in den bis 1 dm langen, 1 bis 2 mm
dicken Blattſtiel über. Geſchmack unangenehm bitterlich, etwas ſalzig.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Folia Trifolii fibrini.
Bitterklee.
Die dreitheiligen Blätter der Menyanthes trifoliata, ge
tragen von einem bis 1 dm langen und 5 mm dicken Stiele. Die
derben, rundlich eiförmigen, gegen 8 em langen und halb ſo breiten
Blattabſchnitte ganzrandig oder grob gekerbt, mit breiter Spitze endigend.
Von ſtark bitterem Geſchmacke.
Folia Uvae ursi.
Bärentraubenblätter.
Von Arctostaphylos Uva ursi. Die ſtarr lederige, ober⸗
ſeits etwas rinnige und ſtark netzaderige Blattſpreite erreicht bei einer
Länge von höchſtens 2 em in ihrer vorderen Hälfte bis 8 mm Breite
und läuft nach unten raſch in den nur etwa 3 mm langen Blatt⸗
118
ſtiel aus. Die Blätter find ganzrandig, doch erſcheinen manche durch
Zurückbiegung der ſtumpflichen Spitze ausgerandet. Die Unterſeite zeigt
keine drüſigen Punkte. Die Bärentraubenblätter ſchmecken herbe. In
50 Theilen Waſſer, welche man einige Stunden mit 1 Theile derſelben
ſtehen läßt und dann abfiltrirt, wird durch Schütteln mit einem
Körnchen Eiſenvitriol eine rothe, dann violette Färbung hervorgerufen
und nach Kurzem ſcheidet ſich ein ſchön dunkel- violetter Niederſchlag ab.
Fructus Anisi.
Anis.
Von Pimpinella Anisum. Die etwas über dem Grunde bis
3 mm Durchmeſſer erreichende, nach der Spitze zu ſtark verſchmälerte,
bis gegen 5 mm lange Frucht iſt von matter, grünlichgrauer Farbe,
von 10 geraden, glatten, etwas helleren Rippen durchzogen und mit
Börſtchen dicht beſetzt. Geruch und Geſchmack in hohem Grade ge⸗
würzhaft.
Fructus Aurantii immaturi.
Unreife Pomeranzen.
Die kugeligen, vor der Reife geſammelten, 5 bis 15 mm meſſenden,
harten Früchte von Citrus vulgaris. Der durch ihre untere Hälfte
horizontal geführte Querſchnitt zeigt dicht unter der matt graugrün⸗
lichen oder bräunlichen, grobkörnigen Oberfläche zahlreiche Oelräume
und 10 oder 8, ſeltener 12, in der Mittelſäule zuſammentreffende
Fächer. Die Früchte riechen und ſchmecken ſehr aromatiſch; die äußeren
Schichten ſind überdies reich an Bitterſtoff.
119
-Fructus Capsici.
Spaniſcher Pfeffer.
Von Capsicum annuum (mit Einſchluß des Capsicum longum).
Die kegelförmigen, 5 bis 10 em langen, am Grunde bis etwa 4 cm
dicken, dünnwandigen Früchte von rother, gelbrother oder braunrother,
glatter, glänzender Oberfläche. Sie ſind größtentheils hohl und ſchließen
nur in ihrer unteren Hälfte zahlreiche, ſcheibenförmige, gelbliche Samen
von ungefähr 5 mm Durchmeſſer ein. Von ſcharf brennendem Ge⸗
ſchmacke.
Fructus Cardamomi.
Malabariſche Cardamomen.
Die gerundet dreikantigen, kahlen Fruchtkapſeln der Elettaria
Cardamomum. Die hell gelblichgraue, 1 bis 2 em lange, ungefähr
1 em dicke Sorte muß gewählt werden. Jede der drei Klappen iſt
von ungefähr einem Dutzend ſtarker Längsnerven durchzogen, die
Kapſel durch ein 1 bis 2 mm langes, röhriges Schnäbelchen gekrönt.
Dieſelbe ſchließt in 3 Verticalreihen gegen 20 braune, unregelmäßig
kantige, runzelige Samen ein. Dieſen allein iſt der kräftige, milde
campherartige Geruch und Geſchmack eigen.
Fructus Carvi.
i Kümmel.
Die meift in ihre beiden Hälften getrennten braunen Früchte des
Carum Carvi. Sie ſind faſt ſichelförmig, nach oben und nach
unten verſchmälert, bis 5mm lang und I mm dick, in jedem der
vier, von 5 hellen feinen Rippen eingefaßten Thälchen mit einem Oel⸗
120
gange verſehen und außerdem 2 derſelben auf der Fugenfläche zeigend.
Geruch und Geſchmack ſehr kräftig, eigenartig.
Fructus Coloeynthidis.
Coloquinthen.
Die geſchälte, kugelige Frucht des Citrullus Coloeynthis.
Das weiße, mürbe und lockere Fruchtgewebe von äußerſt bitterem
Geſchmacke läßt ſich leicht in 3 Verticaltheile zerbrechen, welche die
zahlreichen Samen bergen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,3.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Tructus Foeniculi.
Fenchel.
Die bis ungefähr 8 mm Länge und 3 mm Durchmeſſer erreichenden,
bräunlichgrünen Sorten der Frucht von Foeniculum capillaceum.
Zwiſchen den hellen Rippen, von denen die randſtändigen am ſtärkſten
hervortreten, ſchimmern dunkle Oelgänge durch. Sehr gewöhnlich iſt
die Frucht in die beiden Hälften zerfallen. Geruch und Geſchmack
gewürzhaft und ſüß.
Fruetus Juniperi.
Wacholderbeeren.
Der kugelige, beerenartige, bis 9 mm meſſende Fruchtſtand von
Juniperus communis. Die ſchwarzbraune, glänzende Oberfläche
iſt bläulich bereift, am Scheitel mit 3 Nähten, am Grunde mit 2 drei⸗
zähligen Wirteln brauner Blättchen verſehen. Das kräftig gewürzhaft
121
und ſüß ſchmeckende Fruchtfleiſch ſchließt 3 aufrechte, harte, kantige
Samen ein, welche einige Oelſchläuche tragen.
Fruetus Lauri.
Lorbeeren.
Die länglich runden oder kugeligen, bis 15 mm meſſenden Beeren
von Laurus nobilis. Das kaum 0,5 mm dicke, außen braun-
ſchwarze, innen braune Fruchtgehäuſe iſt beinahe ausgefüllt von einem
bräunlichen, leicht in die beiden Cotyledonen zerfallenden Samen⸗
kerne. Die Lorbeeren ſind ſehr aromatiſch, mit bitterem, etwas herbem
Beigeſchmacke.
Fructus Papaveris immaturi.
Unreife Mohnköpfe.
Die vor der Reife geſammelten und getrockneten Früchte von
Papa ver somniferum. Von graugrünlicher Farbe und annähernd
kugeliger Form, 3 bis 3,5 em meſſend, ohne die Samen 3 bis 4g
ſchwer, gekrönt von der großen, flachen, mehrlappigen Narbenſcheibe,
am Grunde wulſtig in den Stiel übergehend. Bei der Verwendung
der Mohnkapſeln in geſchnittener Form ſind die Samen zu beſeitigen.
Geſchmack bitter.
Fructus Phellandrii.
Waſſerfenchel.
Die gewöhnlich nicht in ihre beiden Hälften zerfallene aus⸗
gereifte Frucht der Oenanthe Phellandrium. Jede der bis
16
122
5 mm langen und 2 mm breiten Fruchthälften zeigt auf der hell⸗
gelblichen Fugenfläche 2 dunkle Oelgänge, eingefaßt von 2 holzigen
Randrippen, auf der dunkelbraunen Rückenwölbung 3 ſchwächere
Rippen und in jedem der 4 dazwiſchen liegenden ſchmalen Thälchen
einen dunkleren Oelgang. Der Waſſerfenchel ſchmeckt ſcharf aromatiſch.
Fructus Rhamni catharticae.
Kreuzdornbeeren.
Die kugeligen, gegen 1 em großen Früchte der Rhamnus
cathartica, am Grunde geſtützt von einer gegen 3 mm Durch
meſſer erreichenden achtſtrahligen Kelchſcheibe. Das glänzend ſchwarze
Fruchtfleiſch ſchließt 4 holzige, einſamige Fächer ein. In friſchem
Zuſtande liefern die Früchte einen violettgrünen Saft von ſauerer
Reaction und ſüßlichem, dann widerlich bitterem Geſchmacke. Durch
Alkalien wird der Saft grünlichgelb, durch Säuren roth.
Fructus Vanillae.
Vanille.
Die nicht ausgereifte Frucht der Vanilla planifolia. Tief
längsfurchige, nicht geöffnete Schoten von 2 bis 3 dm Länge und
höchſtens L em Dicke, am unteren Ende in den gekrümmten Stiel
verſchmälert. Die glänzend ſchwarzbraune Oberfläche iſt häufig mit
weißen Kryſtällchen beſetzt; in das ſehr wohlriechende, ſchwarze,
ſchmierige Fruchtmus find zahlloſe, höchstens 0,25 mm meſſende Samen
eingebettet. a
123
Fungus chirurgorum.
Wundſchwamm.
Die weichſte, lockerſte Gewebsſchicht, welche ſich aus dem Hute
des Polyporus fomentarius als zuſammenhängender, ſchön
brauner Lappen herausſchneiden läßt. Der Wundſchwamm, welcher
ſich unter dem Mikroskope als aus lauter Fadenzellen beſtehend erweiſt,
muß raſch das doppelte Gewicht Waſſer aufſaugen. Preßt man das;
ſelbe ab und dampft es ein, ſo darf es keinen erheblichen Rückſtand
hinterlaſſen. Der als Feuerſchwamm oder Zunder durch Tränkung
mit der Auflöſung von Salpeter und anderen Salzen zubereitete Pilz
iſt zu verwerfen.
Galbanum.
Galbanum.
Das Gummiharz nordperſiſcher Ferula- (Peucedanum-) Arten, ſehr
wahrſcheinlich Ferula galbaniflua und Ferula rubricaulis.
Es bildet entweder loſe oder häufiger zuſammenklebende Körner von
bräunlicher oder gelblicher, oft etwas grünlicher Färbung, welche ſelbſt
auf dem friſchen Bruche nicht weiß erſcheint, oder aber eine ziemlich
gleichartige braune, leicht erweichende Maſſe. Der Geruch des Galbanum
iſt ſehr aromatiſch, der Geſchmack zugleich bitter, ohne eigentliche
Schärfe. Uebergießt man dasſelbe mit dem 3 fachen Gewichte Waſſer,
ſo wird letzteres nach Zuſatz eines Tropfens Ammoniak bläulich
fluorescirend. Salzſäure, welche man eine Stunde lang über Galbanum
ſtehen läßt, nimmt eine ſchön rothe Farbe an, welche vorübergehend
dunkelviolett wird, wenn man allmälig Weingeiſt zuſetzt und auf
60° erwärmt.
16*
124
Zum pharmaceutiſchen Gebrauche laſſe man es in der kalten Jahreszeit
hart werden, pulvere es und befreie es vermittelſt eines Siebes von
den Unreinigkeiten.
Gallae.
Galläpfel.
Durch die Gallwespe auf den jungen Trieben der orientaliſchen Form
von Quercus lusitanica hervorgerufene Auswüchſe von höchſtens
25 mm Durchmeſſer. Die obere Hälfte der kugeligen oder birnförmigen
Oberfläche iſt höckerig und faltig, in der unteren Hälfte liegt, häufiger
bei den leichteren gelblichen als bei den ſchweren graugrünlichen Gallen,
das 3mm weite Flugloch, wenn die Gallen durchbohrt ſind. Das
innere, ſehr dichte Gewebe iſt weißlich bis braun.
Gelatina Carrageen.
Irländiſch⸗Moos⸗Gallerte.
Ein Theil irländiſchen Mooſe ss. 1
wird mit
R% AAA ĩðù 40
eine halbe Stunde im Dampfbade ſtehen gelaſſen, dann
colirt und ſchwach gepreßt. Der Colatur werden
Ne e ana 2
zugefügt und dieſelbe unter Rühren ſo weit abgedampft,
daß nach Entfernung des Schaumes
Dieſe Gallerte werde nur auf Verordnung bereitet.
125
Gelatina Lichenis islandici.
Isländiſch⸗Moos⸗Gallerte.
Drei Theile isländiſchen Mooſemsssssss . 3
werden mit
Hundert Theilen Waſſenrnrnrnrnrn 100
eine halbe Stunde unter öfterem Umrühren im Dampf-
bade ſtehen gelaſſen, dann colirt und ſchwach gepreßt.
Der Colatur werden
Drei Theile ,. ee eier ee 3
zugefügt und dieſelbe unter Rühren jo weit eingedampft,
daß nach Entfernung des Schaumes
Dieſe Gallerte werde nur auf Verordnung bereitet.
Glandulae Lupuli.
Hopfendrüſen.
Die Drüſen des Fruchtſtandes von Humulus Lupulus. Ein
gröbliches, ungleiches, im Anfange klebendes Pulver von braungelber
Farbe. Neben den Drüſen dürfen ſich unter dem Mikroſkope, außer
einer geringen Menge der unvermeidlichen Trümmer der Hopfenpflanze,
keine Beimengungen zeigen; die beim Verbrennen zurückbleibende Aſche
muß weniger als 10 Procent betragen. Erſchöpft man die Hopfen⸗
drüſen mit Aether, fo fol der Rückſtand nicht über 30 Procent be-
tragen; der Aether, in gelinder Wärme abgedunſtet, hinterläßt ein
braunes, weiches Extract, welches in hohem Grade das Aroma des
Hopfens darbietet.
Vor Licht geſchützt nicht über ein Jahr aufzubewahren.
126
Glycerinum.
Glycerin.
Klare, farbloſe und geruchloſe, ſüße, neutrale, ſyrupartige Flüſſig⸗
keit, welche in jedem Verhältniſſe in Waſſer, Weingeiſt und Aether⸗
weingeiſt, nicht aber in Aether, Chloroform und fetten Oelen löslich
iſt. Spec. Gewicht 1,225 bis 1,235.
Mit 5 Theilen Waſſer verdünnt, werde das Glycerin weder durch
Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium verändert,
ebenſowenig durch Silbernitrat, Baryumnitrat, Ammoniumopalat oder
Calciumchlorid getrübt.
In offener Schale bis zum Sieden erhitzt, dann angezündet, ver⸗
brenne es ohne Rückſtand. Auf eine ammoniakaliſche Löſung von
Silbernitrat wirke es bei gewöhnlicher Temperatur binnen einer Viertel-
ſtunde nicht reducirend. Mit dem gleichen Volumen Natronlauge er-
wärmt, darf es ſich weder färben noch Ammoniak entwickeln und
mit verdünnter Schwefelſäure gelinde erwärmt, keinen unangenehmen,
ranzigen Geruch geben.
Gossypium depuratum.
Gereinigte Baumwolle.
Die Haare der Samen von Gossypium herbaceum, G.
arboreum und anderen Arten.
Die Baumwolle ſei weiß, von Beimengungen vollſtändig und von
Fett faſt frei.
Sie darf nicht mehr als 0,6 bis 0,8 Procent Aſche hinterlaſſen, be⸗
feuchtetes Lakmuspapier nicht verändern und muß in Waſſer ſofort
unterſinken.
127
Gummi arabicum.
Arabiſches Gummi.
Hauptſächlich von Acacia Senegal (Acacia Verek), aus
den Ländern des oberen Nilgebietes. Die wenig gefärbten Sorten,
welche leicht in klare, riſſige Splitter brechen, ſind vorzuziehen. Das
Gummi muß ſich zwar langſam, aber vollſtändig im doppelten Ge⸗
wichte Waſſer zu einem klebenden, geruchloſen, ſchwach gelblichen
Schleime von fadem Geſchmacke auflöſen. Der Gummiſchleim iſt mit
Bleiacetat ohne Trübung in jedem Verhältniſſe miſchbar, wird aber
durch Weingeiſt gefällt und durch Eiſenchloridlöſung zu einer ſteifen
Gallerte verdickt. In einer Gummiauflöſung, ſelbſt wenn in 5000 Theilen
derſelben nur noch 1 Theil Gummi enthalten iſt, entſteht Kal Zuſatz
von Bleieſſig ein Niederſchlag.
Gutti.
Gummigutt.
Das Gummiharz der Garcinia Morella. Bis gegen 7 cm
dicke, walzenförmige oder verbogene und zuſammengefloſſene Klumpen
von grünlichgelber Farbe, welche leicht in gelbrothe, flachmuſchelige,
undurchſichtige Splitter brechen. 1 Theil Gutti mit 2 Theilen Waſſer
zerrieben, giebt eine ſchön gelbe Emulſion von brennendem Geſchmacke,
welche ſich mit 1 Theil Ammoniak klärt und feurig rothe, dann braune
Farbe zeigt; neutraliſirt man das Ammoniak, ſo ſcheiden ſich gelbe
Flocken ab, und die Flüſſigkeit entfärbt ſich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,3.
Maximale Tagesgabe 1,0.
128
Herba Absinthii.
Wermut.
Blätter und blühende Spitzen der wild wachſenden oder culti⸗
virten Artemisia Absinthium. Die bodenſtändigen, dreieckig⸗
rundlichen, langgeſtielten Blätter ſind dreifach gefiedert, die letzten
Abſchnitte zungenförmig oder dreitheilig bis fünftheilig. Die mittleren
Stengelblätter ſind doppelt gefiedert, die oberen Deckblätter des reich
verzweigten, rispigen Blüthenſtandes ungetheilt lanzettlich. Aus den
Blattwinkeln desſelben neigen ſich einzeln die beinahe kugeligen, 3 mm
meſſenden Blüthenkörbchen nach außen; ſie enthalten zahlreiche gelbe,
drüſige Röhrenblüthen. Blätter und Stengel ſind, beſonders bei dem
wildwachſenden Wermut, mit weichhaarigem Filze bedeckt, in welchem
zahlreiche Oeldrüſen verſteckt ſind. Geruch ſehr aromatiſch, Geſchmack
zugleich ſtark bitter.
Herba Cannabis indicae.
Indiſcher Hanf.
Die im Norden Indiens unter dem Namen Bhang zu Anfaug
der Fruchtreife geſammelten Zweigſpitzen der weiblichen Stengel von
Cannabis sativa oder die davon abgeſtreiften warzig⸗rauhhaarigen
Blätter. Die ſchmal lanzettlichen, ſägezähnigen Theilblättchen ſind
entweder zerbrochen oder bilden mit der verblühten Aehre verklebt einen
dichten Knäuel. Die holzigen Stengel und die eiförmigen, gekielten,
bis 5 mm erreichenden Früchte dürfen nur in geringer Menge vor⸗
handen ſein. Der indiſche Hanf muß mehr grün als braun ausſehen,
kräftig und eigenthümlich aromatiſch riechen und unter Vergrößerung
betrachtet, zahlreiche Oeldrüſen zeigen. Geſchmack unbedeutend.
129
Herba Cardui benedieti.
Cardobenedictenkraut.
Die Blätter und blühenden Zweige des Cnieus benedictus
(Carbenia benedicta). Die beinahe fußlangen, bodenſtändigen Blätter
buchtig fiedertheilig mit rundlichen, ſtacheligen Sägezähnen und ge⸗
flügeltem Stiele. Die großen einzelnen Blüthenköpfchen von breit
eiförmigen, ſcharf zugeſpitzten, ſpinnwebig behaarten Deckblättern um⸗
hüllt und in den derb ſtacheligen Hüllkelch eingeſchloſſen. Die Köpfchen
enthalten gelbe, röhrenförmige Zwitterblüthen. Von bitterem Ge⸗
ſchmacke.
Herba Centaurii.
Tauſendgüldenkraut.
Die zur Blüthezeit geſammelten oberirdiſchen Theile der Ery-
thraea Centaurium. Die bis über 2 dm Länge und 2 mm Dicke
erreichenden kantigen Stengel ſind doldenartig verzweigt; die 5 rothen
Lappen der Blumenkrone ſchließen nach dem Trocknen zuſammen. Die
ſitzenden, ganzrandigen Blätter ſind paarweiſe gegenſtändig, am Grunde
des Stengels bis 4 cm lang und gegen 2 em breit, an den oberen
Theilen des Stengels kleiner und ſpitzer, die ganze Pflanze kahl. Von
bitterem Geſchmacke.
Herba Cochleariae.
Löffelkraut.
Das zur Blüthezeit geſammelte Kraut der Cochlearia offi-
einalis, ſowie auch die ſehr lang geſtielten Blätter der noch nicht
zur Blüthe gelangten Pflanzen. Die Blätter der letzteren ſind 2 bis
3 em breit, eiförmig oder herzförmig, ſtumpf, die oberen Stengel-
blättchen ſpitz⸗eiförmig, mit 1 bis 3 Sägezähnen am Rande jeder
17
130
Blatthälfte, mit tiefherzförmigem Grunde den Stengel umfaſſend.
Die weißen Blüthen zeigen den der Familie der Cruciferen eigenen Bau;
die Schötchen, kaum 0,5 em lang, enthalten in jedem der beiden Fächer
4 rothbraune Samen und werden von 1 bis 2 em langen, dünnen
Stielchen getragen.
Das Löffelkraut riecht beim Zerquetſchen ſcharf, ſenfartig und
ſchmeckt ſcharf und ſalzig; beim Trocknen verliert es Geruch und
Geſchmack.
Herba Conii.
Schierling.
Blätter und blühende Spitzen des Conium maculatum. Die
bodenſtändigen Blätter, von breit eiförmigem Umriſſe, über 2 dm lang,
von einem ungefähr gleich langen, hohlen Stiele getragen, ſind dreifach
gefiedert, die letzten ſchmalen Theilungen und Sägezähne abgerundet
und in ein ſehr kurzes, trockenhäutiges Spitzchen ausgezogen. Dieſes
zeichnet auch die Abſchnitte der ſtengelſtändigen, weit kleineren und
weniger reich gefiederten Blätter aus. Stengel und Blätter find matt-
grün, völlig kahl; fie riechen, beſonders beim Zerreiben mit Natron⸗
lauge, unangenehm nach Coniin und ſchmecken widerlich ſalzig, bitter⸗
lich und ſcharf.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,3.
Maximale Tagesgabe 2,0.
Herba Hyoscyami.
Bilſenkraut.
Blätter und blühende Stengel des Hyoscyamus niger. Die
grundſtändigen Blätter höchſtens 3 dm lang und bis 1 dm breit,
131
länglich eiförmig, in den Blattſtiel auslaufend, am Rande auf beiden
Hälften mit 3 bis 6 großen Kerbzähnen. Die ſtengelſtändigen Blätter
kleiner, ſitzend, die oberſten auf beiden Blatthälften nur einen Zahn
tragend. Die anſehnliche, zarte, blaßgelbliche, violett geaderte Blumen-
krone iſt fünflappig, die trockenhäutige, zweifächerige Fruchtkapſel öffnet
ſich mit einem ringsum abſpringenden Deckel. Stengel und Blatt⸗
nerven der unteren Fläche ſind reichlicher mit weichen Haaren beſetzt,
als die oft beinahe kahle Blattſpreite. Geruch und Geſchmack des
Bilſenkrautes ſind nach dem Trocknen nicht bedeutend. Zum Extracte
werden die oberirdiſchen Theile der blühenden Pflanze verwendet.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,3.
Maximale Tagesgabe 1,5.
Herba Lobeliae.
Lobelienkraut.
Die zur Blüthezeit geſchnittene Lobelia inflata, getrocknet und
gewöhnlich in Backſteinform gepreßt. Die ungeſtielten, eiförmigen,
etwas gekerbten Blätter ſind am Rande mit Drüſen und Börſtchen
beſetzt, mehr noch die Stengel. Die weißlichen, zweilippigen Blüthen
werden von einem ſpitz eiförmigen Deckblättchen überragt; die dünn⸗
wandige, von dem fünftheiligen Kelche gekrönte, bauchige Kapſel ent⸗
hält in ihren 2 Fächern ſehr zahlreiche, braune, kaum 0,5 mm große
Samen. Dieſelben beſitzen noch mehr als das Kraut einen unange-
nehmen, ſcharfen und kratzenden Geſchmack.
132
Herba Meliloti.
Steinklee.
Blätter und blühende Zweige von Melilotus officinalis und
Melilotus altissimus. Die ungefähr 1 em langen Blattſtiele
tragen 2 einander gegenüberſitzende Blättchen und ein oft etwas längeres,
geſtieltes Endblättchen, alle drei geſtutzt lanzettlich, ſpitz gezähnt, bis
gegen 4 em lang. Die zahlreichen gelben Schmetterlingsblüthen in
geſtreckten Trauben einſeitig herabhängend, die kleinen, einſamigen bis
dreiſamigen, runzeligen Früchte kahl und braun bei Melilotus offi-
einalis, ſchwärzlich behaart und deutlicher zugeſpitzt bei Melilotus
altissimus. Von kräftigem Wohlgeruche.
Herba Serpylli.
Quendel.
Die beblätterten, blühenden, 1 mm ſtarken Zweige des Thymus
Serpyllum. Die rundlich eiförmigen bis ſchmal lanzettlichen, drüfen-
reichen Blätter, höchſtens 1 em lang und 7 mm breit, verſchmälern
ſich in das bis 3 mm lange Blattſtielchen. Die Scheinquirle der
kleinen, weißlichen oder purpurnen Lippenblüthen ſtehen ſehr zahlreich
in endſtändigen Köpfchen. Der Quendel riecht und ſchmeckt ſehr ge⸗
würzhaft.
Herba Thy mi.
Thymian.
Die beblätterten, blühenden Zweige des wildwachſenden oder
cultivirten Thymus vulgaris. Die dicklichen, bis 9 mm langen,
höchſtens 3 mm breiten Blätter find ſitzend oder kurz geſtielt, am
Rande umgerollt und faſt ſtumpf nadelförmig, mit großen Oeldrüſen
133
verſehen, mehr oder weniger behaart. Der borſtige, drüſenreiche Kelch
wird von der blaßröthlichen, zweilippigen Blumenkrone überragt.
Von ſehr gewürzhaftem Geruche und Geſchmacke.
Herba Violae trieoloris.
Stiefmütterchen.
Das blühende Kraut mit hohlem, kantigem Stengel der wild
wachſenden Viola tricolor. Derſelbe iſt bis in die Mitte beſetzt
mit langgeſtielten, breiten, am Rande ausgeſchweiften Blättern; die
oberen Blätter mehr geſägt, kürzer geſtielt, die ſehr anſehnlichen
Nebenblätter leierförmig fiederſpaltig, mit oft ſehr großem Endlappen.
Die bis über 5 em langen, oben gekrümmten Blüthenſtiele tragen
eine ungleich fünfblätterige, geſpornte, faſt lippenförmige Blume von
blaß violetter oder mehr weißlich gelber Farbe.
Hirudines.
Blutegel.
Der deutſche Blutegel, Sanguisuga medicinalis, trägt auf
dem Rücken auf gewöhnlich grünem Grunde 6 ſchwarz gefleckte, rothe
Längsbinden; die hellere, gelbgrüne Bauchfläche iſt ſchwarz gefleckt.
Der ungariſche Egel, Sanguisuga officinalis, zeigt auf dem
Rücken 6 breitere, durch ſchwarze Punkte oder oft umfangreichere
ſchwarze Stellen unterbrochene gelbe Längsbinden; die hellgrüne, ſchwarz
eingefaßte Bauchfläche nicht gefleckt. Das Gewicht der Egel ſoll zwiſchen
lg und 5 g betragen.
134
Hydrargyrum.
Queckſilber.
Flüſſiges, beim Erhitzen flüchtiges Metall.
Spec. Gewicht 13,57.
Hydrargyrum bichloratum.
Queckſilberchlorid.
Weiße, durchſcheinende, ſtrahlig kryſtalliniſche Stücke, beim Zer⸗
reiben ein weißes Pulver gebend, beim Erhitzen im Probirrohre
ſchmelzend und ſich verflüchtigend. Spec. Gewicht 5,3.
Es löſt ſich in 16 Theilen kalten und 3 Theilen ſiedenden Waſſers,
in 3 Theilen Weingeiſt und 4 Theilen Aether. Die wäſſerige Löſung
reagirt ſauer und wird bei Zuſatz von Kochſalz neutral. Die mit
Salpeterſäure angeſäuerte wäſſerige Löſung wird durch Silbernitrat
weiß, durch Schwefelwaſſerſtoff im Ueberſchuſſe ſchwarz gefällt.
Nachdem das Queckſilber aus der wäſſerigen Löſung durch
Schwefelwaſſerſtoff gefällt worden iſt, darf das farbloſe Filtrat bei
dem Verdunſten keinen Rückſtand hinterlaſſen. Wird das ſo erhaltene
Schwefelqueckſilber mit verdünntem Ammoniak geſchüttelt, ſo gebe
das Filtrat nach dem Anſäuern und Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoff⸗
waſſer keine Abſcheidung von Schwefelarſen.
Sehr vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,1.
135
Hydrargyrum bijodatum.
Queckſilberjodid.
Vier Theile Queckſilberchlo d 3111 4
werden in
Achtzig Theilen BE AN EEE Sur 80
gelöft; ebenſo
Fünf Theile Ralluniobib.n sent sera. 5
in
LT EA 1 3.1) BE BR I RER 15.
Die klaren Löſungen werden unter Umrühren vermifcht, der ent-
ſtandene Niederſchlag abfiltrirt, mit Waſſer ausgewaſchen und bei
100° getrocknet.
Scharlachrothes Pulver, beim Erhitzen in der Glasröhre gelb wer-
dend, ſchmelzend, dann flüchtig; in 130 Theilen kalten und 20 Theilen
ſiedenden Weingeiſtes, kaum in Waſſer löslich.
Die erkaltete weingeiſtige Löſung ſei farblos, reagire nicht ſauer
und werde durch Ammoniak nur braun gefärbt, nicht getrübt. Mit
Queckſilberjodid geſchütteltes Waſſer darf weder durch Schwefelwaſſerſtoff⸗
waſſer, noch durch Silbernitrat verändert werden.
Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,1.
Hydrargyrum chloratum.
Queckſilberchlorür.
Durch Sublimation bereitete, ſtrahlig⸗kryſtalliniſche Stücke von
7,0 ſpec. Gewicht, ein gelbliches, bei 100 facher Vergrößerung deutlich
136
kryſtalliniſches Pulver gebend. In Waſſer und Weingeiſt iſt es unlöslich,
beim Erhitzen im Probirrohre, ohne zu ſchmelzen, flüchtig.
Mit Natronlauge erwärmt, ſchwärze ſich das Queckſilberchlorür
ohne Entwickelung von Ammoniak. Angefeuchtet und auf blankes
Eiſen gelegt, darf es auf demſelben binnen einer Minute keinen dunkeln
Fleck hervorrufen.
Vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Hydrargyrum chloratum vapore paratum.
Durch Dampf bereitetes Queckſilberchlorür.
Durch ſchnelles Erkalten des Queckſilberchlorürdampfes gewonnenes,
weißes, nach ſtarkem Reiben gelbliches Pulver, welches bei 100 facher
Vergrößerung deutliche Kryſtällchen zeigt; in Waſſer und Weingeiſt
unlöslich, beim Erhitzen im Probirrohre, ohne zu ſchmelzen, flüchtig.
Mit Natronlauge erwärmt, ſchwärze ſich das Salz ohne Entwickelung
von Ammoniak. Angefeuchtet auf blankes Eiſen gelegt, darf es auf
demſelben binnen einer Minute keinen dunkeln Fleck erzeugen.
Vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Hydrargyrum eyanatum.
Queckſilbercyanid.
Farbloſe, durchſcheinende, ſäulenförmige Kryſtalle, welche ſich in
12,8 Theilen kalten, in 3 Theilen ſiedenden Waſſers und in 14,5 Theilen
Weingeiſt löſen, in Aether aber ſchwer löslich ſind.
Mit gleich viel Jod in einer Glasröhre ſchwach erhitzt, giebt das
Queckſilbercyanid zuerſt ein gelbes, ſpäter roth werdendes und darüber
ein weißes, aus nadelförmigen Kryſtallen beſtehendes Sublimat.
137
Die wäſſerige, neutrale Löſung (1 = 20) darf, ſchwach mit Sal—
peterſäure angeſäuert und mit einigen Tropfen Silbernitratlöſung
verſetzt, keinen Niederſchlag geben. Auf Platinblech vorſichtig erhitzt,
ſei es ohne Rückſtand flüchtig.
Sehr vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,1.
Hydrargyrum jodatum.
Queckſilberjodür.
Acht Theile gereinigten Queckſil bers 8
Fünf Theile Jod J ĩ 8 5.
Das Jod werde allmälig unter Beſprengung mit einigen Tropfen
Weingeiſt mit dem Queckſilber zuſammengerieben, bis keine Queck⸗
ſilberkügelchen mehr bemerkbar ſind und das Pulver eine gleichmäßige,
grünlichgelbe Farbe zeigt. Alsdann wird dasſelbe mit Weingeiſt aus⸗
gewaſchen und bei Lichtabſchluß getrocknet.
Grünlichgelbes, amorphes Pulver, ſpec. Gewicht 7,6, ſehr wenig
löslich in Waſſer, unlöslich in Weingeiſt und Aether. Mit Schwefel⸗
ſäure und Braunſtein erwärmt, entwickelt es reichlich Joddämpfe.
Es ſei in der Wärme flüchtig und gebe, mit 20 Theilen Weingeiſt
geſchüttelt, ein Filtrat, welches durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer kaum
verändert wird.
Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,2.
138
Hydrargyrum oxydatum.
Queckſilberoxyd.
Rothes, kryſtalliniſches Pulver von 11,0 ſpec. Gewicht; fein zer⸗
rieben, matt gelblichroth. In Waſſer iſt es unlöslich, leicht löslich
in verdünnter Salzſäure oder Salpeterſäure, beim Erhitzen im Probir⸗
rohre unter Abſcheidung von Queckſilber flüchtig.
Mit Oxalſäurelöſung (1 12) geſchüttelt, gebe es kein weißes Salz.
1g mit 5 cem Waſſer und 5 cem Schwefelſäure gemiſcht, nach dem
Erkalten mit 1 cem Ferroſulfatlöſung überſchichtet, gebe an der Be⸗
rührungsſtelle keine braune Zone.
Die mit Hülfe von Salpeterſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung
(1100) ſei klar und werde durch Silbernitrat nur opaliſirend
getrübt. .
Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,1.
Hydrargyrum oxydatum via humida paratum.
Gelbes Queckſilberoxyd.
Zwei Theile Queckſilberchlorildd . 2
werden in
Zwanzig Theilen warmen Waſſer ss. 20
gelöſt und in eine kalte Miſchung von
Sechs Thellen Naters lauge 6
mit
Dehn Theilen SER Rn es 2 10
unter Umrühren langſam eingegoffen; die Wärme der
Miſchung überſteige nicht 30 0.
Der Niederſchlag werde geſammelt, mit warmem Waſſer aus-
gewaſchen und bei 30 5 getrocknet.
Gelbes, amorphes Pulver, von 11,0 ſpec. Gewicht, in Waſſer
unlöslich, leicht löslich in verdünnter Salzſäure oder Salpeterſäure,
beim Erhitzen im Probirrohre unter Abſcheidung von Queckſilber
flüchtig.
Mit Oxalſäurelöſung (1 — 12) geſchüttelt, liefere es weißes Oxalat.
Die mit Hülfe von Salpeterſäure dargeſtellte wäſſerige Löſung (1 = 100)
ſei klar und werde durch Silbernitrat nur opaliſirend getrübt.
Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,1.
Hydrargyrum praeeipitatum album.
Weißer Queckſilberpräcipitat.
Zwei Theile neckfilberchlor re IT. 2
werden in
Vierzig Theilen warmen Waſſ ers 40
gelöſt und nach dem Erkalten unter Umrühren langſam
Theile Annes ru nee. 3
oder ſo viel zugegoſſen, daß dasſelbe wenig vorwalte.
Der Niederſchlag wird auf einem Filter geſammelt und
nach dem Ablaufen des Flüſſigen mit
%% ⁵²²mm e nee 18
ausgewaſchen und, vor Licht geſchützt, bei 30° getrocknet.
18*
140
Weiße Maſſe oder amorphes Pulver, unlöslich in Waſſer, leicht
löslich in erwärmter Salpeterſäure. Wird es mit Natronlauge erw
wärmt, ſo ſcheidet ſich, unter Entwickelung von Ammoniak, gelbes
Queckſilberoxyd ab.
Beim Erhitzen im Probirrohre iſt der weiße Präcipitat, ohne zu
ſchmelzen, unter Zerſetzung flüchtig. Mit gleichviel Waſſer verdünnte
Salpeterſäure löſe ihn beim Erwärmen auf; an Waſſer oder Weingeiſt
darf er nichts abgeben.
Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Infusa.
Aufgüſſe.
Bei Aufgüſſen, für welche die Menge der anzuwendenden Subſtanz
nicht vorgeſchrieben iſt, wird auf 10 Theile Colatur 1 Theil Subſtanz
genommen.
Bei Arzneikörpern, für welche eine Maximaldoſe feſtgeſetzt iſt, muß
die Menge derſelben vom Arzte angegeben ſein.
Zur Herſtellung eines Aufguſſes wird die Subſtanz in einem ge⸗
eigneten Gefäße mit heißem Waſſer übergoſſen „dieſe Miſchung unter
bisweiligem Umrühren 5 Minuten den Dämpfen des ſiedenden Waſſer⸗
bades ausgeſetzt und die Flüſſigkett nach dem Erkalten durch Coliren
abgeſchieden.
Infusum Sennae compositum.
Wiener Trank.
Fünf Theile zerſchnittener Sennes blätter 5
werden mit
Dreißig Theilen heißen Waſſerr s 30
141
übergoffen und 5 Minuten im Dampfbade erwärmt.
In der nach dem Erkalten colirten Flüſſigkeit werden
Fünf Theile Kaliumnatriumtar tra 5
un
Zehn Theile gewöhnlicher Manna. 10
gelöſt.
Die erhaltene Flüſſigkeitsmenge betrage nach dem Abſetzen und Co-
liren 40 Theile.
Jodoformium.
Jodoform.
Kleine, glänzende, hexagonale, fettig anzufühlende Blättchen oder
Tafeln von citronengelber Farbe, von durchdringendem, etwas ſafran⸗
artigem Geruche. Sie ſchmelzen bei nahezu 120°, find mit den
Dämpfen des ſiedenden Waſſers flüchtig, faſt unlöslich in Waſſer, löslich
in 50 Theilen kalten und ungefähr 10 Theilen ſiedenden Weingeiſtes und
in 5,2 Theilen Aether.
Erhitzt ſei es flüchtig und liefere mit Waſſer geſchüttelt ein Filtrat,
welches weder durch Silbernitrat noch durch Baryumnitrat verändert
werde.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Jodum.
Jod.
Schwarzgraue, metalliſch glänzende, kryſtalliniſche, trockene, rhom⸗
biſche Tafeln oder Blättchen von eigenthümlichem Geruche, welche beim
9
142
Erhitzen violette Dämpfe bilden, Stärkelöſung blau färben, in etwa
5000 Theilen Waſſer, in 10 Theilen Weingeiſt mit brauner Farbe löslich
ſind. Von Aether und Kaliumjodidlöſung wird es mit brauner, von
Chloroform und Benzol mit violetter Farbe reichlich gelöſt.
Es muß in der Wärme flüchtig ſein.
Werden 0,5 g Jod mit 20 cem Waſſer geſchüttelt, ein Theil des
Filtrats mit Natriumſulfitlöſung bis zur Entfärbung, dann mit einem
Körnchen Ferroſulfat, einem Tropfen Eiſenchloridlöſung und etwas
Natronlauge verſetzt und gelinde erwärmt, ſo darf ſich die Flüſſigkeit
auf Zuſatz von überſchüſſiger Salzſäure nicht blau färben. Ein anderer
Theil der entfärbten Löſung gebe, mit überſchüſſigem Ammoniak verſetzt
und mit Silbernitrat ausgefällt, nach Trennung des Jodſilbers ein
Filtrat, das nach dem Ueberfättigen mit Salpeterſäure nur eine
Trübung, aber keinen Niederſchlag bilde.
0, g Jod mit 0,5 g Kaliumjodid in 50 cem Waſſer gelöſt und
mit Stärkelöſung vermiſcht, müſſen 15,5 bis 15,7 cem Zehntel-Nor⸗
malnatriumthioſulfatlöſung zur Entfärbung gebrauchen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,2.
Kali causticum fusum.
Kaliumhydroxyd.
Trockene, weiße, ſchwer zerbrechliche, ſehr ätzende, an der Luft
feucht werdende Stücke oder cylindriſche Stäbchen, welche auf der
Bruchfläche ein kryſtalliniſches Gefüge zeigen. Seine wäſſerige Löſung
143
mit Weinſäure überſättigt, giebt einen weißen, kryſtalliniſchen Nieder⸗
ſchlag.
Wird es in der doppelten Menge Waſſer gelöſt und mit der
4fachen Menge Weingeiſt gemiſcht, ſo darf ſich nach einigem Stehen
nur ein ſehr geringer Bodenſatz bilden. Dieſelbe Löſung mit der
15 fachen Menge Kalkwaſſer gekocht, muß ein Filtrat geben, welches,
in überſchüſſige Salpeterſäure gegoſſen, nicht aufbrauſen darf. 2 Vo⸗
lumen der mit verdünnter Schwefelſäure hergeſtellten Löſung (1 = 20)
dürfen nach Zuſatz von 1 Volumen Schwefelſäure und 2 Volumen
Ferroſulfatlöſung keine braune Zone zeigen.
1g Kaliumhydroxyd, in 100 com Waſſer gelöſt und mit Salpeter-
ſäure überſättigt, darf mit 4 Tropfen Baryumnitrat und mit
4 Tropfen Silbernitrat erſt nach 2 Minuten eine Trübung geben.
Vorſichtig aufzubewahren.
Kalium aceticum.
Kaliumacetat.
Weißes, etwas glänzendes, ſchwach alkaliſches, an der Luft ſchnell
zerfließendes, in 0,36 Theilen Waſſer und in 1,4 Theilen Weingeiſt
lösliches Salz.
Die wäſſerige Löſung wird auf Zuſatz von Eiſenchlorid dunkelroth
gefärbt und giebt mit überſchüſſiger Weinſäure einen weißen, kryſtalli⸗
niſchen Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1 20) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium, noch nach Zuſatz von ver⸗
dünnter Salpeterſäure durch Baryumnitrat verändert, noch durch Silber⸗
nitrat mehr als opaliſirend getrübt werden.
144
Kalium bicarbonicum.
Kaliumbicarbonat.
Farbloſe, durchſcheinende, in 4 Theilen Waſſer langſam lösliche, in
Weingeiſt unlösliche, alkaliſch reagirende Kryſtalle, welche mit Säuren
aufbrauſen, und deren wäſſerige Löſung mit überſchüſſiger Weinſäure
einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag giebt.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit Eſſigſäure überfättigt, darf
weder durch Baryumnitrat, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer ver-
ändert, noch nach Zuſatz von Salpeterſäure durch Silbernitrat mehr
als opaliſirend getrübt werden.
Läßt man 5 g Kaliumbicarbonat 10 Minuten mit 5 cem kalten
Waſſers in Berührung, ſo darf die abgegoſſene Löſung nach Verdün—
nung mit 45 cem Waſſer auf Zuſatz von 2 Tropfen Queckſilber⸗
chloridlöſung keinen rothbraunen Niederſchlag geben.
Kalium bichromicum.
Kaliumbichromat.
Große, dunkelgelbrothe Kryſtalle, in 10 Theilen Waſſer löslich, beim
Erhitzen zu einer braunrothen Flüſſigkeit ſchmelzend.
Die wäſſerige Löſung (1 - 20), welche ſauere Reaction beſitzt,
färbt ſich beim Erhitzen mit dem gleichen Volumen Weingeiſt unter
Zuſatz von Salzſäure grün.
Vorſichtig aufzubewahren.
Kalium bromatum.
Kaliumbromid.
Weiße, würfelförmige, glänzende, luftbeſtändige, in 2 Theilen Waſſer
oder 200 Theilen Weingeiſt lösliche Kryſtalle. Die wäſſerige Löſung,
145
mit wenig Chlorwaſſer verſetzt und mit Aether oder Chloroform
geſchüttelt, färbt letztere rothgelb; mit überſchüſſiger Weinſäure ver⸗
miſcht, giebt ſie nach einigem Stehen einen weißen, kryſtalliniſchen
Niederſchlag.
Am Oehre des Platindrahtes muß das Salz vom Beginne an die
Flamme violett färben. Zerriebenes Kaliumbromid, auf weißem Porzellan
ausgebreitet, darf ſich nicht ſofort gelb färben, wenn ein Tropfen
verdünnter Schwefelſäure dazu gebracht wird. Einige Bruchſtücke des
ſelben, auf befeuchtetes rothes Lakmuspapier gelegt, dürfen die
berührten Stellen nicht ſogleich violettblau färben. Die Löſung von
1g des Salzes in 10 cem Waſſer färbe, nach Zuſatz von einigen
Tropfen Eiſenchloridlöſung, hinzugefügtes Chloroform nicht violett. 20 g
der Löſung (1 = 20) mit 4 Tropfen Baryumnitratlöſung vermiſcht,
dürfen nicht getrübt werden.
10 cem einer wäſſerigen Löſung, welche 3 g des ſcharf getrockneten
Salzes in 100 cem Waſſer enthält, dürfen, nach Zuſatz von einigen
Tropfen Kaliumchromatlöſung, bis zur bleibenden Röthung nicht mehr
als 25,6 cem der Zehntel-Normalſilberlöſung verbrauchen.
Kalium carbonicum.
Kaliumcarbonat.
Weißes, in gleichviel Waſſer klar lösliches, alkaliſch reagirendes
Pulver, in 100 Theilen mindeſtens 95 Theile Kaliumcarbonat ent⸗
haltend. Die wäſſerige Löſung, mit Weinſäure überſättigt, läßt
unter Aufbrauſen einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag fallen.
19
146
Das Salz gebe am Oehre des Platindrahtes in der Flamme
die charakteriſtiſche violette, keine andauernd gelbe Färbung.
Die wäſſerige Löſung (1 20) darf weder durch Schwefel-
ammonium, noch durch Ammoniumcarbonat verändert werden und
muß mit überſchüſſigem Silbernitrat einen rein weißen Niederſchlag
geben, welcher bei gelindem Erwärmen nicht dunkel gefärbt werden
darf; mit wenig Ferroſulfat und Eiſenchloridlöſung gemiſcht und
gelinde erwärmt, darf ſie ſich nach Ueberſättigung mit Salzſäure nicht
blau färben. 2 Volumen der mit verdünnter Schwefelſäure her⸗
geſtellten Löſung des Salzes dürfen nach Zuſatz von 1 Volumen
Schwefelſäure und 2 Volumen Ferroſulfatlöſung keine braune Zone
geben. |
Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit Eſſigſäure überſättigt,
darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat
verändert, noch nach Zuſatz von verdünnter Salpeterſäure durch Silber⸗
nitrat nach 2 Minuten mehr als opaliſirend getrübt werden.
2 g des Salzes bedürfen zur Neutraliſation 27,4 cem Normalſalz⸗
ſäure.
Kalium carbonicum erudum.
Pottaſche.
Weißes, trockenes, körniges, in der gleichen Menge Waſſer faſt
völlig lösliches, alkaliſch reagirendes Pulver, in 100 Theilen mindeſtens
90 Theile Kaliumcarbonat enthaltend. Die wäſſerige Löſung, mit Wein⸗
ſäure überſättigt, läßt unter Aufbrauſen einen weißen, kryſtalliniſchen
Niederſchlag fallen.
147
2 g des Salzes bedürfen zur Neutralifation 26 cem Normal-
ſalzſäure.
Kalium chloricum.
Kaliumchlorat.
Farbloſe, glänzende, blätterige oder tafelförmige, luftbeſtändige
Kryſtalle, in 16 Theilen kalten, in 3 Theilen ſiedenden Waſſers und
in 130 Theilen Weingeiſt löslich. Die wäſſerige Löſung, mit Salzſäure
erwärmt, färbt ſich grüngelb und entwickelt reichlich Chlor, mit
überſchüſſiger Weinſäure giebt ſie einen weißen, kryſtalliniſchen Nieder
ſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) darf weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch durch Ammoniumovalat, noch durch Silbernitrat
verändert werden. Im bedeckten Tiegel geglüht, muß das Salz einen
weißen, in Waſſer löslichen Rückſtand hinterlaſſen, der nicht alkaliſch
reagiren darf.
Kalium jodatum.
Kaliumjodid.
Weiße, würfelförmige, an der Luft nicht feucht werdende Kryſtalle
von ſcharf ſalzigem und hinterher bitterem Geſchmacke, in 0,75 Theilen
Waſſer, in 12 Theilen Weingeiſt löslich. Die wäſſerige Löſung mit
wenig Chlorwaſſer verſetzt und mit Chloroform geſchüttelt, färbt letzteres
19 i
148
violett; mit überſchüſſiger Weinſäure vermifcht, giebt fie nach einigem
Stehen einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag.
Am Oehre des Platindrahtes erhitzt, muß das Salz die Flamme
von Anfang an violett färben. Einige Bruchſtücke, auf befeuchtetes
rothes Lakmuspapier gelegt, dürfen letzteres nicht ſogleich violettblau
färben. Die wäſſerige Löſung (1 = 20) darf durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer nicht verändert und, mit verdünnter Schwefelſäure gemiſcht,
auf Zuſatz von Stärkelöſung nicht ſofort gebläut werden. Veranlaßt
man mittelſt Zink und Salzſäure eine lebhafte Gasentwickelung und
fügt die mit Stärkelöſung verſetzte Auflöſung des Kaliumjodids hinzu,
ſo darf ſich dieſe nicht bläuen.
20 Lem der wäſſerigen Löſung (1 = 20) dürfen durch 10 Tropfen
Baryumnitratlöſung nach 5 Minuten nicht getrübt werden. Mit einem
Körnchen Ferroſulfat und einem Tropfen Eiſenchloridlöſung, nach Zu⸗
ſatz von Natronlauge gelinde erwärmt, darf ſich dieſe Löſung nicht
blau färben, wenn man dieſelbe mit Salzſäure überſättigt.
Werden 0,2 g Kaliumjodid in 2 cem Ammoniak gelöſt, unter Um⸗
ſchütteln mit 13 cem Zehntel⸗Normalſilberlöſung ausgefällt, fo darf
das Filtrat nach Ueberſättigung mit Salpeterſäure innerhalb 10 Minuten
nicht bis zur Undurchſichtigkeit getrübt werden.
Vorſichtig aufzubewahren.
Kalium nitricum.
Kaliumnitrat.
Farbloſe, durchſichtige, luftbeſtändige, prismatiſche Kryſtalle oder
kryſtalliniſches Pulver, in 4 Theilen kalten und weniger als der
149
Hälfte feines Gewichtes ſiedenden Waſſers löslich, in Weingeiſt faſt
unlöslich.
Die wäſſerige Löſung giebt mit überſchüſſiger Weinſäure einen
weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag und färbt ſich, mit Schwefelſäure
und überſchüſſiger Ferroſulfatlöſung gemiſcht, braunſchwarz.
Die wäſſerige Löſung (1 20) muß neutral fein und darf weder
durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch durch
Silbernitrat verändert werden.
Kalium permanganicum.
Kaliumpermanganat.
Dunkel violette, faſt ſchwarze Prismen von ſtahlblauem Glanze, welche
mit 20,5 Theilen Waſſer eine blaurothe Löſung geben. Die wäſſerige
Löſung (1 —= 1000) iſt ohne Wirkung auf Lakmuspapier und wird
durch Ferroſalze, ſchwefelige Säure, Oxalſäure, Weingeiſt und andere
reducirende Körper entfärbt. Viele leicht verbrennliche Subſtanzen ent⸗
zünden ſich beim Zuſammenreiben mit dem trockenen Salze unter. Ex⸗
ploſion.
0,5 des Salzes müſſen, mit 2 g Weingeiſt und 25 g Waſſer
zum Sieden erhitzt, ein farbloſes Filtrat geben, welches weder durch
Baryumnitrat oder Silbernitrat mehr als opaliſirend getrübt, noch
nach Zuſatz von verdünnter Schwefelſäure und metalliſchem Zink durch
Jodzinkſtärkelöſung blau gefärbt werden darf.
150
Kalium sulfuratum.
Schwefelleber.
/ ⁰ͥ BETT I ET 1
und
Dhein DREHEN 4 2
werden innig gemiſcht und in einem geräumigen, bedeckten, eiſernen
oder irdenen Gefäße fo lange unter zeitweiligem Umrühren über ge-
lindem Feuer erhitzt, bis die Maſſe aufhört zu ſchäumen und eine
Probe ſich ohne Abſcheidung von Schwefel in Waſſer löſt. Die Maſſe
werde ſodann auf eine Eiſenplatte oder in einen eiſernen Mörſer aus⸗
gegoſſen und nach dem Erkalten zerſtoßen.
Leberbraune, ſpäter gelbgrüne Bruchſtücke, welche ſchwach nach
Schwefelwaſſerſtoff riechen, an feuchter Luft zerfließen und ſich in der
doppelten Menge Waſſer bis auf einen geringen Rückſtand zu einer
alkaliſchen, gelbgrünen, opaliſirenden Flüſſigkeit löſen.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit überſchüſſiger Eſſigſäure
erhitzt, entwickelt reichlich Schwefelwaſſerſtoff unter Abſcheidung von
Schwefel und giebt ein Filtrat, welches nach dem Erkalten durch
überſchüſſige Weinſäure einen weißen kryſtalliniſchen Niederſchlag fallen
läßt.
Kalium sulfuricum.
Kaliumſulfat.
Weiße, harte Kryſtalle oder Kryſtallkruſten, welche in 10 Theilen
kalten und 4 Theilen ſiedenden Waſſers löslich, in Weingeiſt aber
unlöslich ſind. Die wäſſerige Löſung giebt mit überſchüſſiger Wein⸗
151
ſäure nach einiger Zeit einen weißen kryſtalliniſchen, mit Baryum⸗
nitrat ſogleich einen weißen, in Säuren unlöslichen Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) muß neutral fein und darf weder
durch Schwefelammonium, noch durch Ammoniumopalat, noch durch
Silbernitrat verändert werden. Werden 2 Volumen der Löſung mit
1 Volumen Schwefelſäure gemiſcht und mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung
überſchichtet, ſo darf keine braune Zone entſtehen. Am Oehre des
Platindrahtes erhitzt, darf es die Flamme nicht dauernd gelb färben.
Kalium tartaricum.
Kaliumtartrat.
Farbloſe, durchſcheinende, luftbeſtändige Kryſtalle, die in 1,4 Theilen
Waſſer zu einer neutralen Flüſſigkeit, in Weingeiſt nur wenig löslich
ſind, beim Erhitzen unter Entwickelung von Dämpfen, welche nach ver⸗
brennendem Zucker riechen, verkohlen und dann einen alkaliſch reagiren⸗
den, die Flamme violett färbenden Rückſtand hinterlaſſen. Die con⸗
centrirte wäſſerige Löſung des Salzes giebt mit verdünnter Eſſigſäure
einen im Ueberſchuſſe unlöslichen, wohl aber in Salzſäure und in
Natronlauge löslichen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) werde weder durch Schwefel⸗
ammonium, noch durch Ammoniumopalat, noch, nach Zuſatz von Salz⸗
ſäure, durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer und durch Baryumnitrat ver⸗
ändert; mit Salpeterſäure angeſäuert werde ſie durch Silbernitrat
nicht mehr als opaliſirend getrübt. Beim Erwärmen mit Natron-
lauge entwickele das Salz kein Ammoniak.
152
Kamala.
Kamala.
Der von den Früchten der Mallotus philippinensis ab-
geriebene Ueberzug; ein leichtes, nicht klebendes Pulver von other,
mit Grau gemifchter Farbe, ohne Geruch und Geſchmack. Siedendem
Waſſer ertheilt die Kamala blaßgelbliche Färbung; das Filtrat wird
durch Eiſenchlorid braun gefärbt. Aether, Chloroform, Weingeiſt, ſowie
auch wäſſerige alkaliſche Löſungen nehmen aus Kamala in reichlicher
Menge dunkelrothes Harz auf. Dieſelbe bildet unregelmäßig kugelige
Drüſen, welche 40 bis 60 mikroſkopiſche, ſtrahlenförmig geordnete,
keulenförmige Zellen einſchließen. Die Drüſen ſind begleitet von dick⸗
wandigen, ungefärbten Büſchelhaaren; Stückchen von Blättern und
Stengeln ſollen nicht beigemiſcht ſein. Die beim Verbrennen der
Kamala zurückbleibende Aſche darf 6 Procent nicht überſteigen.
Kreosotum.
Kreoſot.
Eine neutrale, klare, ſchwach gelbliche, ſelbſt im Sonnenlichte ſich
kaum bräunende, ſtark lichtbrechende, ölige Flüſſigkeit von durch⸗
dringendem, rauchartigem Geruche und brennendem Geſchmacke. Sper.
Gewicht 1,03 bis 1,08. Das Kreoſot deſtillirt größtentheils zwiſchen
205 bis 220°, erſtarrt ſelbſt bei — 20° noch nicht und kann mit
Aether, Weingeiſt und Schwefelkohlenſtoff klar gemiſcht werden, giebt
aber erſt mit etwa 120 Theilen heißen Waſſers eine klare Löſung, welche
ſich beim Erkalten trübt und allmälig unter Abſcheidung von Oeltropfen
wieder klar wird. Die von letzteren getrennte Löſung wird durch
153
Brom rothbraun und harzig gefällt, nimmt auf Zuſatz von ſehr wenig
Eiſenchlorid unter Trübung eine graugrüne oder ſchnell vorübergehende
blaue Färbung an und wird ſchließlich ſchmutzigbraun unter Abſcheidung
von ebenſo gefärbten Flocken.
Mit gleichviel Natronlauge gebe das Kreoſot eine klare Miſchung,
welche ſich nicht dunkel färben und beim Verdünnen mit viel Waſſer
auch keinen übelriechenden Theer abſcheiden darf. Beim Schütteln mit
dem gleichen Volumen Collodium darf keine Gallertbildung eintreten,
auch ſoll beim Schütteln von 2 Volumen Kreoſot mit 20 Volumen
Ammoniak das Volumen des erſteren höchſtens auf 1,5 Volumen ver⸗
mindert werden.
In dem Z3fachen Volumen eines Gemiſches aus 3 Theilen Glycerin
und 1 Theil Waſſer ſei das Kreoſot faſt unlöslich.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,1.
Maximale Tagesgabe 0,5.
Lactucarium.
Giftlattigſaft.
Der eingetrocknete Milchſaft der Lactuca virosa. Gelbbraune,
innen weißliche Klumpen, welche entweder annähernd größeren Stücken
einer Kugel entſprechen oder kleinere unregelmäßige Brocken darſtellen.
Das Lactucarium iſt ſchwer zerreiblich und liefert mit Waſſer erſt
unter Zuſatz von Gummi eine Emulſion. In ſiedendem Waſſer er⸗
weicht es; das klare, ſehr bittere Filtrat wird beim Erkalten trübe
und wird durch Schütteln mit gepulvertem Jod nicht gefärbt. Ammoniak
ſowohl als Weingeiſt klären das trübe Filtrat; in der erſteren Löſung
20
154
entſteht nach Zuſatz von Calciumſulfat ein reichlicher Niederſchlag. Eiſen⸗
chlorid ruft in der weingeiſtigen Löſung keine Veränderung hervor.
Der Geruch des Lactucariums iſt eigenthümlich narcotiſch; beim Ein⸗
äſchern darf es nicht über 10 Procent Rückſtand hinterlaſſen.
Vorſichtig aufzubewahren. |
Maximale Einzelgabe 0,3.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Laminaria.
Laminariaſtiele.
Die Stiele des blattartigen Thallus der Laminaria Cloustoni.
Graubraune, mehrere dm Länge und 1 em Dicke erreichende, längs⸗
runzelige Cylinder. Ein Querſchnitt durch die hornartig zähen Stiele
quillt im Waſſer ſehr ſtark auf und zeigt innerhalb der dunkelbraunen
Rinde eine von anſehnlichen Schleimhöhlen durchzogene Mittelſchicht.
Das innere markige Gewebe darf nicht hohl ſein.
Lichen islandicus.
Isländiſches Moos.
Der ganze Thallus der Cetraria islandica. Seine blattartige,
höchſtens 0,5 mm dicke, handgroße Fläche iſt in breitere oder ſchmälere,
oft rinnenförmig gebogene oder krauſe, grob gewimperte Lappen getheilt.
Die eine Seite derſelben iſt bräunlichgrün, ſtellenweiſe rothfleckig, die
andere blaſſer, weißlich oder grau, mit weißen eingeſenkten Flecken.
Ein mit dem 20 fachen Gewichte Waſſer dargeſtelltes Decoct der Flechte
bildet nach dem Erkalten eine ſteife Gallerte von bitterem Geſchmacke.
155
Verduͤnnt man dieſelbe mit gleich viel Waſſer und fest Weingeiſt zu,
fo fallen dicke Flocken nieder, welche, abfiltrirt und nach dem Ab—
dunſten des Weingeiſtes noch feucht mit Jod beſtreut, blaue Farbe
annehmen.
Lignum Guajaci.
Guajakholz.
Geſchnittene oder durch Abdrechſeln gewonnene Stücke des Holzes
von Guajacum officinale, vorzugsweiſe des Kernholzes. Das-
ſelbe ſinkt in Waſſer, läßt ſich nicht gerade ſpalten und nicht leicht
ſchneiden; es iſt krummläufig faſerig, von gelbbräunlicher, an der
Oberfläche etwas grünlicher Farbe. Der aromatiſche Geruch tritt beim
Erwärmen deutlicher hervor; der Geſchmack iſt etwas kratzend. Wein⸗
geiſt, den man mit Guajakholz ſchüttelt, hinterläßt nach dem Ver⸗
dunſten einen gelbbräunlichen Rückſtand, welcher, mit einer Auflöſung
von Eiſenchlorid in 100 Theilen Weingeiſt beſprengt, vorübergehend
ſchön blaue Farbe annimmt.
Lignum Ouassiae.
Quaſſiaholz.
Zerkleinertes Holz und Rindenſtücke von Quassia amara und
Picraena excelsa. Das Holz beider Bäume iſt weißlich, gut
ſpaltbar und läßt auf dem Querſchnitte unter der Loupe Jahresringe
und Markſtrahlen erkennen. Der Geſchmack iſt rein und anhaltend
bitter. Das Holz der Quassia amara iſt dicht, die höchſtens 2 mm
dicke, ſpröde Rinde von gelblich brauner bis grauer Farbe, die
8 20 *
156
Innenfläche blauſchwarz gefleckt: Das Holz der Picraena excelsa
iſt lockerer, ſehr ſchwach gelblich; die bis 1 em dicke, braunſchwarze
Rinde iſt gut ſchneidbar und bricht faſerig. Die fein längsſtreifige,
braungraue Innenfläche derſelben zeigt ſehr gewöhnlich ebenfalls blau-
ſchwarze Flecken.
Lignum Lassafras.
Saſſafrasholz.
Das zerkleinerte Holz der Wurzel von Sassafras officinalis,
mit oder ohne die dunkel rothbraune Rinde. Das leichte, lockere,
gut ſpaltbare Holz iſt bräunlich bis fahlröthlich. Ninde und Holz ſind
ſehr aromatiſch, mit ſüßlichem Beigeſchmacke. Das faſt gar nicht
aromatiſche Holz des Stammes iſt zu verwerfen.
Linimentum ammoniato-camphoratum.
Flüchtiges Campherliniment.
j 3
ein Theil Mobubl 52. E 1
Die ieh ana .Z˙“́˙l a3 rien 1
werden durch Schütteln zu einem gleichmäßigen Liniment
vereinigt.
Es ſei weiß, dickflüſſig und trenne ſich ſelbſt nach längerem Stehen
nicht in zwei Schichten.
157
Linimentum ammoniatum.
Flüchtiges Liniment.
SE Helle een 3
Ein Theil Mohn teen AT er 1
Ein Theil Amen e Fi 1
werden durch Schütteln zu einem gleichmäßigen Liniment
vereinigt.
Es ſei weiß, dickflüſſig und trenne ſich ſelbſt nach längerem Stehen
nicht in zwei Schichten.
Linimentum saponato-camphoratum.
Opodeldok.
Sechszig Theile mediciniſcher Seifꝶ a 60
bel ] T 20
werden bei gelinder Wärme in
Achthundertzehn Theilen Weingeiſtůtt cc 810
und
aalen Giherr inn SEIT 50
gelöſt. Nachdem die noch warme Löſung unter Benutzung
eines bedeckten Trichters in das zur Aufbewahrung des
fertigen Opodeldoks beſtimmte Gefäß filtrirt iſt, werden
Bir n nm ne
Sechs ) , ĩͤ neaenn 6
Füußzig Theil Amwmamt „ ̃ 50
hinzugefügt und das Gemenge ſchnell abgekühlt.
Er ſei faſt farblos, wenig opaliſirend und durch die Wärme der Hand
leicht ſchmelzend.
158
Linimentum saponato-camphoratum liquidum.
Flüſſiger Opodeldok.
Hundertzwanzig Theile CampherſpiritunnnzU U 120
Dreihundertfünfzig Theile Seifenſpiritun ss. 350
Vierundzwanzig Theile Ammoniakk .. 24
un TEE . , ⁰·—ů]ö en 2
enen den Ben er 4
werden gemiſcht und filtrirt.
Klare, gelbliche Flüſſigkeit.
Linimentum terebinthinatum.
Terpenthinliniment.
Seh Weile Pottaſche en , ame 6
werden innig gemiſcht mit
Vierundfünfzig Theilen Schmierſeife V 54
und darauf hinzugefügt
r 2 445422.18 42500 u 40,
Es fei ein braungrünliches Liniment.
Liquor Aluminii acetieci.
Aluminiumacetatlöſung.
Dreihundert Theile Aluminiumſul fat... 300
Dreihundertſechszig Theile verdünnter Eſſigſäurree 360
Hundertdreißig Theile Calciumcarbonassl 130
Zara Te Water = 5-0 1000,
159
Das Aluminiumſulfat werde in 800 Theilen Waſſer gelöft, die ver-
dünnte Eſſigſäure zugeſetzt und in dieſe Flüſſigkeit allmälig unter
beſtändigem Umrühren das mit 200 Theilen Waſſer angeriebene Calcium-
carbonat eingetragen. Die Miſchung bleibe 24 Stunden bei gewöhn⸗
licher Temperatur unter wiederholtem Umrühren ſtehen. Nach dem
Coliren werde der Niederſchlag ohne Auswaſchen gepreßt und die
Flüſſigkeit filtrirt.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von dem ſpec. Gewichte 1,044 bis 1,046,
welche ſchwach nach Eſſigſäure riecht, ſauer reagirt und einen ſüßlich
zuſammenziehenden Geſchmack beſitzt. Sie coagulirt beim Erhitzen im
Waſſerbade nach Zuſatz des fünfzigſten Theiles Kaliumſulfat und
wird nach dem Erkalten in kurzer Zeit wieder flüſſig und klar.
Das Präparat darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht gefärbt
werden und bei der Vermiſchung mit dem doppelten Volumen Wein⸗
geiſt ſofort nur opaliſiren, aber keinen Niederſchlag geben. 10 g mit
der doppelten Menge Waſſer und einigen Tropfen Phenolphtalein⸗
löſung vermiſcht, dürfen nicht weniger als 9,2 bis 9,8 cem der Nor⸗
malkalilöſung bis zur Röthung verbrauchen. Auch muß dieſelbe Menge
des Präparates bei der Fällung durch Ammoniak 0,25 bis 0,30 g
Thonerde liefern, was einem Gehalte von 7,5 bis 8,0 Procent baſiſchen
Aluminiumacetates entſpricht.
Liquor Ammonii acetiei.
Ammoniumacetatlöſung.
Zehn Theile bin e e e ee er. , 10
werden mit N
Zwölf Theilen verdünnter Eſſigſäurrtrttttc 12
gemiſcht, in einer Porzellanſchale erhitzt und während
einiger Minuten im Sieden erhalten. Nach vollſtändigem
160
Erkalten werde die Flüſſigkeit mit Ammoniak neutraliſirt,
filtrirt und mit der erforderlichen Menge Waſſer auf
das ſpec. Gewicht von 1,032 bis 1,034 verdünnt.
Klare, farbloſe, vollkommen flüchtige, neutrale oder kaum ſauere
Flüſſigkeit, in 100 Theilen 15 Theile Ammoniumacetat enthaltend.
Sie werde weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch
Baryumnitrat verändert, noch, nachdem ſie mit Salpeterſäure an⸗
geſäuert worden, durch Silbernitrat getrübt.
Liquor Ammonii anisatus.
Anisölhaltige Ammoniakflüſſigkeit.
Ein Theil nn 88 1
wird in
Vierundzwanzig Theilen Weingeiſtt̃de᷑ e.. 24
gelöſt und
Kauf mm 8 9
hinzugefügt.
Es ſei eine klare, gelbliche Flüſſigkeit.
Liquor Ammonii caustici.
Ammoniak.
Klare, farbloſe, flüchtige Flüſſigkeit, von eigenthümlich ſtechendem
Geruche und ſtark alkaliſcher Reaction, bei Annäherung von Salz⸗
ſäure dichte, weiße Nebel bildend, in 100 Theilen 10 Theile Ammoniak
enthaltend. Spec. Gewicht 0,960.
Mit dem 4 fachen Volumen Kalkwaſſer gemiſcht, darf es ſich nicht
trüben, und mit dem doppelten Volumen Waſſer verdünnt, weder durch
Schwefelammonium, noch durch Ammoniumoxalat verändert werden.
*
161
In Ammoniak, welches man mit Eſſigſäure überſättigt, darf weder
durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat, noch, nach
Zuſatz von Salpeterſäure, durch Silbernitrat Trübung entſtehen. Mit
Salpeterſäure überſättigt und zur Trockne verdampft, muß es einen
farbloſen, bei höherer Temperatur flüchtigen Rückſtand hinterlaſſen.
4 g des Präparates bedürfen zur Sättigung 23,5 cem Normal.
ſalzſäure.
Liquor corrosivus.
Aetzflüſſigkeit.
Sechs Theile Kupferfulfatt
Sechs Theile Zinfſulfat „ : Aut
werden in
ih, ⁰
gelöſt und darauf
Solf Theile ge ne TER,
hinzugemiſcht.
Nur zur Dispenſation zu bereiten.
Liquor Ferri acetici.
Ferriacetatlöſung.
Zehn Theile Eiſenchloridlöſun gg..
werden nach der Verdünnung mit
Fünfzig Theilen Waffer ...... RENT N
unter Umrühren einer Miſchung von
Dein Theilen Ammoniak 10
mit
Zweihundert Theilen Waſſ er! sa enes 200
zugefügt mit der Vorſicht, daß die Flüſſigkeit alkaliſch
bleibe. Der Niederſchlag werde mit Waſſer vollkommen
ausgewafchen, dann möglichſt ſtark ausgepreßt und in
einer Flaſche mit
Acht Theilen verdünnter Eſſigſä ure 8
an einem kühlen Orte unter öfterem Umſchütteln ſo lange
ſtehen gelaſſen, bis er ſich vollkommen oder mit Hinter⸗
laffung eines ſehr geringen Rückſtandes aufgelöſt hat.
Hierauf ſetze man der Löſung ſo viel Waſſer zu, daß ihr
ſpec. Gewicht 1,081 bis 1,083 betrage.
Flüſſigkeit von rothbrauner Farbe, ſchwach nach Eſſigſäure
riechend, welche beim Erwärmen einen rothbraunen Niederſchlag giebt,
und, mit Waſſer bis zur gelblichen Farbe verdünnt, nach Zumiſchung
einer kleinen Menge Salzſäure, auf Zuſatz von Kaliumſulfocyanat,
blutroth gefärbt wird.
Mit 5 Theilen Waſſer verdünnt, werde ſie nach Zuſatz von etwas
Salzſäure durch Kaliumferricyanat nicht gebläut. Das durch Ammoniak
erhaltene, farbloſe, alkaliſche Filtrat werde weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch nach dem Anſäuern mit Salpeterſäure durch Baryum⸗
nitrat oder Silbernitrat getrübt und hinterlaſſe nach dem Verdampfen
und Glühen keinen Rückſtand.
5 g geben nach dem Vermiſchen mit 10 cem Normalkalilöſung
ein Filtrat, welches durch Schwefelammonium nicht verändert wird.
2g des Präparates, 1g Salzſäure, 20 cem Waſſer ſollen, mit
1 Kaliumjodid eine Stunde in verſchloſſener Flaſche erwärmt, zur
Bindung des ausgeſchiedenen Jodes nicht weniger als 17 bis 18 cem
163
Zehntel Normalnatriumthiofulfatlöfung beanſpruchen, wonach die
Flüſſigkeit 4,8 bis 5,0 Procent Eiſen enthält.
Liquor Ferri oxychlorati.
Flüſſiges Eiſenorychlorid.
Fünfunddreißig Theile Eiſenchloridlͤſun 35
werden mit
Hundertſechszig Theilen Waſſer nr 160
verdünnt und das Gemiſch in eine aus
Fünfunddreißig Theilen Ammoniaaakk 2. 22222nenecc.. 35
und
Dreihundertzwanzig Theilen Waſſerr⸗rrrr 320
beſtehende Miſchung unter Umrühren gegoſſen.
Der Niederſchlag wird ausgewaſchen, abgepreßt, mit
Drei einn ee 3
verſetzt, nach dreitägigem Stehen bis zur vollſtändigen
Löſung gelinde erwärmt und dieſe Flüſſigkeit auf das
ſpec. Gewicht 1,050 gebracht.
Braunrothe, klare, geruchloſe Flüſſigkeit von wenig adſtringirendem
Geſchmacke, welche nahezu 3,5 Procent Eiſen enthält.
ı com mit 19 cem Waſſer verdünnt, mit 1 Tropfen Salpeterſäure
und 2 Tropfen Zehntel-Normalſilberlöſung verſetzt, muß bei durch⸗
fallendem Lichte klar erſcheinen. f
Wird Liquor Ferri oxydati dialysati verordnet, ſo darf Liquor
Ferri oxychlorati gegeben werden.
164
Liquor Ferri sesquichlorati.
Eiſenchloridlöſung.
Schmiedeeiſen, in Form von Draht oder Nägeln, wird mit dem
4fachen ſeines Gewichtes Salzſäure in einem geräumigen Kolben,
unter Vermeidung eines Verluſtes, ſo lange gelinde erwärmt, bis
keine Einwirkung mehr ſtattfindet. Die Löſung wird alsdann noch
warm auf ein gewogenes Filter gebracht, der Filterrückſtand mit Waſſer
nachgewaſchen, getrocknet und gewogen.
Für je 100 Theile aufgelöſten Eiſens werden der Löſung hinzu⸗
gefügt
260 Theile Salzſäure
und
112 Theile Salpeterſäure,
und die Miſchung in einem Glaskolben oder einer Flaſche im Waſſerbade
erhitzt, bis ſie eine röthlichbraune Farbe angenommen hat und 1 Tropfen,
mit Waſſer verdünnt, durch eine Löſung von Kaliumferricyanat nicht
mehr blau gefärbt wird. Die Flüſſigkeit wird dann in einer tarirten
Porzellanſchale im Waſſerbade abgedampft, bis das Gewicht des Rück⸗
ſtandes für je 100 Theile darin enthaltenen Eiſens 483 Theile beträgt.
Iſt dieſes erreicht, ſo verdünnt man die Flüſſigkeit vor dem Erkalten
mit ſo viel Waſſer, daß ſie alsdann zehnmal ſo viel wiegt, wie das
darin aufgelöſte Eiſen.
Klare, tief gelbbraune Flüſſigkeit von 1,280 bis 1,282 ſpec. Gewicht,
welche 10 Procent Eiſen enthält und nach Verdünnung mit Waſſer
durch Silbernitrat weiß und durch Kaliumferrocyanat tief blau ge⸗
fällt wird.
a, Dt ee
165
Bei Annäherung eines mit Ammoniak benetzten Glasſtabes oder
eines feuchten Jodzink⸗Stärkepapieres dürfen weder Nebel entſtehen,
noch darf das leitet W e werden. 3 Tropfen, mit 10 cem
der Zehntel⸗N ſulfatlöſung langſam zum Sieden erhitzt,
müſſen beim Exkalten einige glöckchen Eiſenoxyd abſcheiden. In dem
mit 10 Theilen Waſſer verdünnten und mit Salzſäure angeſäuerten
Präparate darf Kaliumferricyanat keine blaue Färbung hervorrufen.
5 g desſelben, mit 20 Theilen Waſſer verdünnt und mit überſchüſſigem
Ammoniak unter kräftigem Schütteln gemiſcht, müſſen ein farb⸗
loſes Filtrat geben, welches beim Verdampfen und gelinden Glühen
keinen Rückſtand läßt. 2 Volumen des Filtrats, mit 1 Volumen
Schwefelſäure gemiſcht und mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung über⸗
ſchichtet, dürfen keine braune Zone geben. Ein anderer Theil
dieſes Filtrats darf nach Ueberſättigung mit Eſſigſäure weder durch
Baryumnitrat getrübt, noch durch Kaliumferrocyanat verändert
werden.
Liquor Ferri sulfuriei oxy dati.
Ferriſulfatlöſung.
Achtzig Theile Ferroſuf sss 80
Vierzig Theile Wa 20 EI 40
Fünfzehn Theile Schwefelſä ure 15
Achtzehn Theile Salpeter faule. 18
werden in einem Glaskolben oder einer Flaſche im Waſſerbade er⸗
hitzt, bis die Flüſſigkeit braun und klar geworden iſt, und ein Tropfen
derſelben, mit Waſſer verdünnt, durch Kaliumferricyanat nicht mehr
166
blau gefärbt wird. Die Löſung wird alsdann in einer gewogenen
Porzellanſchale auf 100 Theile abgedampft. Man löſt den Rückſtand
in wenig Waſſer wieder auf, verdampft von neuem und wiederholt
dieſe Operation, bis in der heißen Flüſſigkeit Salpeterſäure durch
den Geruch nicht mehr wahrzunehmen iſt. Die Flüſſigkeit wird endlich
auf das Gewicht von 160 Theilen gebracht.
Klare, etwas dickliche, bräunlichgelbe Flüſſigkeit von 1,428 bis
1,430 ſpec. Gewicht, welche 10 Theile Eiſen in 100 Theilen enthält
und nach ihrer Verdünnung mit 10 Theilen Waſſer durch Baryum⸗
nitrat reichlich weiß und durch Kaliumferrocyanat tief blau gefällt
wird.
3 Tropfen des Präparates, mit 10 cem der Zehntel-Normal⸗
natriumthioſulfatlöſung ſehr langſam zum Sieden erhitzt, müſſen einige
Flöckchen Eiſenoxyd abſetzen.
Die mit 10 Theilen Waſſer verdünnte Ferriſulfatlöſung darf
weder mit Kaliumferricyanat eine blaue Färbung, noch mit Silber⸗
nitrat eine weiße Trübung geben.
Die weitere Prüfung, namentlich auf Salpeterſäure, erfolge in
der bei Liquor ferri sesquichlorati angegebenen Weiſe.
Es find mindeſtens 500 g vorräthig zu halten.
Liquor Kali caustici.
Kalilauge.
Klare, farbloſe oder ſchwach gelbliche, ätzende Flüſſigkeit, von
1,142 bis 1,146 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen nahezu 15 Theile
Kaliumhydrozyd enthaltend, welche nach der Verdünnung mit dem
167
gleichen Volumen Waſſer mit überſchüſſiger Weinſäure einen weißen,
kryſtalliniſchen Niederſchlag giebt.
Mit der 4 fachen Menge Kalkwaſſer gekocht, muß fie ein Filtrat
geben, welches, in Salpeterſäure gegoſſen, nicht aufbrauſt.
Die mit der 15 fachen Menge Waſſer verdünnte Kalilauge darf,
mit Eſſigſäure überſättigt, weder durch Baryumnitrat, noch nach Zu⸗
ſatz von Salpeterſäure, durch Silbernitrat mehr als opaliſirend getrübt
werden. 2 Volumen der mit verdünnter Schwefelſäure neutraliſirten
Flüſſigkeit dürfen, mit 1 Volumen Schwefelſäure gemiſcht, dann
mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, keine braune Zone
zeigen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Liquor Kalii acetici.
Kaliumacetatlöſung.
Hundert Theilen verdünnter Eſſigſäureõed. 100
füge man allmälig
Achtundvierzig Theile Kaliumbicarbonaaeek 48
zu, erhitze zum Sieden, neutraliſire hierauf mit Kalium⸗
bicarbonat und verdünne die Slüſſigkeit auf
Hundertſiebenundvierzig Theile ͥKꝛn en 00. 147.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit, frei von empyreumatiſchem Geruche,
in 3 Theilen 1 Theil Kaliumacetat enthaltend. Spec. Gewicht 1,176
bis 1,180.
Mit gleichen Theilen Waſſer verdünnt, werde ſie weder durch
Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium, noch durch
168
Baryumnitrat verändert, durch Silbernitrat aber, nach Zuſatz von
Salpeterſäure, höchſtens opaliſirend getrübt.
Liquor Kalii arsenicosi.
Fowler'ſche Löſung.
He Share 1
nat 1
werden mit
„CCC 1
bis zur völligen Löſung gekocht und hierauf
r . 40
hinzugefügt. Nach dem Erkalten ſind
Fünfzehn Theile Carmelitergeiſttvtoaqe . — 15
und noch ſoviel Waſſer zuzugeben, daß das Geſammt⸗
gewicht
%%%%/%%«ͤ q On! A 88 100
beträgt. 1
Klare, farbloſe, ſtark alkaliſche Flüſſigkeit, welche durch Anſäuern
mit Salzſäure nicht gelb gefärbt oder gefällt wird, reichlich aber durch
nachherigen Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoffwaſſer. 100 Theile enthalten
1 Theil arſeniger Säure.
5 g, mit 20 g Waſſer, 1g Natriumbicarbonat und wenigen
Tropfen Stärkelöſung vermiſcht, müſſen 10 cem Jodlöſung entfärben;
der weitere Zuſatz von 0,1 cem Jodlöſung färbe bleibend blau.
Sehr vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,5.
Maximale Tagesgabe 2,0.
169
Liquor Kalii carbonici,
Kaliumcarbonatlöſung.
„ , NE 11
werden in
Ba pen alerts na 20
gelöſt, die Löſung filtrirt und dieſelbe erforderlichen
Falles mit Waſſer auf das ſpec. Gewicht 1,330 bis
1,334 verdünnt.
3 Theile enthalten 1 Theil Kaliumcarbonat.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit.
Liquor Natri caustici.
Natronlauge.
Klare, farbloſe oder ſchwach gelbliche, ätzende Flüſſigkeit von 1,159
bis 1,163 ſpec. Gewicht, in 100 Theilen nahezu 15 Theile Natrium⸗
hydroxyd enthaltend, welche, am Oehre des Platindrahtes verdampft,
die Flamme intenſiv gelb färbt.
Mit der 4 fachen Menge Kalkwaſſer aufgekocht, muß fie ein
Filtrat geben, welches, in überſchüſſige Salpeterſäure gegoſſen, nicht
aufbrauſt.
Mit Salzſäure überſättigt, darf die Natronlauge durch über⸗
ſchüſſiges Ammoniak nicht verändert werden. Das mit der 5fachen
Menge Waſſer verdünnte Präparat darf, mit Salpeterſäure überſättigt,
durch Baryumnitrat oder Silbernitrat erſt nach 10 Minuten opaliſirend
getrübt werden; auch dürfen 2 Volumen dieſer Flüſſigkeit, mit verdünnter
22
170
Schwefelſäure überfättigt, mit 1 Volumen Schwefelſäure gemiſcht und
mit 2 Volumen Ferroſulfatlöſung überſchichtet, keine braune Zone
zeigen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Liquor Natrii silicici.
Natronwaſſerglas.
Klare, farbloſe oder ſchwach gelblich gefärbte, alkaliſch reagirende
Flüſſigkeit von 1,30 bis 1,40 ſpec. Gewicht, welche durch Säuren
gallertartig gefällt wird. Mit Salzſäure überſättigt und zur Trockne
verdampft, hinterläßt ſie einen Rückſtand, welcher auf Zuſatz von
Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht gefärbt und, mit wenig Waſſer über⸗
goſſen, unter Hinterlaſſung von unlöslicher Kieſelſäure ein Filtrat giebt,
von dem 1 Tropfen, am Oehre des Platindrahtes verdampft und
weiter erhitzt, die Flamme intenfiv gelb färbt.
Liquor Plumbi subacetici.
Bleieſſig.
Drei Theile Bleiacttat . n . a a 3
Ein Theil präparirter und von Kohlenſäure befreiter Blei⸗
7 I u a
Dehn Theile Waller un it ie Ri 10.
Das Bleiacetat wird mit der Bleiglätte verrieben und mit Zuſatz
von ½o des vorgeſchriebenen Waſſers im Waſſerbade geſchmolzen, bis
die anfänglich gelbliche Miſchung weiß oder röthlichweiß geworden
iſt. Alsdann wird das übrige Waſſer zugefügt, die Flüſſigkeit in
171
einem verſchloſſenen Gefäße zum Abſetzen bei Seite geſtellt und endlich
filtrirt.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von ſüßem, zuſammenziehendem Ge⸗
ſchmacke und alkaliſcher Reaction, in welcher Schwefelwaſſerſtoffwaſſer
einen ſchwarzen, Natronlauge einen weißen, im Ueberſchuſſe lös⸗
lichen Niederſchlag hervorruft; mit Eiſenchlorid giebt fie unter Ab⸗
ſcheidung von Chlorblei eine röthliche Miſchung. Spec. Gewicht 1,235
bis 1,240. N
Nach Zuſatz von Eſſigſäure werde der Bleieſſig durch Kalium⸗
ferrocyanat rein weiß gefällt.
Vorſichtig aufzubewahren.
lithargyrum.
Bleiglätte.
Gelbliches oder röthlichgelbes Pulver, von 9,25 ſpec. Gewicht,
unlöslich in Waſſer, löslich aber in verdünnter Salpeterſäure zu
einer farbloſen Flüſſigkeit, welche mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer einen
ſchwarzen und mit Schwefelſäure einen weißen, in Natronlauge löslichen
Niederſchlag giebt.
Der Glühverluſt darf höchſtens 2 Procent betragen, 10 Procent
Bleiſubcarbonat entſprechend. Die Löſung in Salpeterſäure muß nach
Ausfällung des Bleis vermittelſt Schwefelſäure ein Filtrat geben,
welches nach Ueberſättigung mit Ammoniak nur bläulich gefärbt wird
und nur Spuren eines rothgelben Niederſchlages zeigt. Werden 5 g
Bleiglätte mit 5 8 Waſſer geſchüttelt, dann mit 20 g verdünnter
Eſſigſäure einige Minuten hindurch gekocht und nach dem Erkalten
22
172
filtrirt, fo darf der gut ausgewaſchene und getrocknete Filterrückſtand
nicht mehr als 0,05 g betragen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Lithium carbonicum.
Lithiumcarbonat.
Weißes, beim Erhitzen ſchmelzendes und beim Erkalten zu einer
Kryſtallmaſſe erſtarrendes Pulver, welches ſich in 150 Theilen ſiedenden
oder kalten Waſſers zu einer alkaliſchen Flüſſigkeit löſt, aber in Wein⸗
geiſt unlöslich iſt. Salpeterſäure löſt dasſelbe unter Aufbrauſen zu einer
Flüſſigkeit, welche die Flamme carminroth färbt.
Die mit Hülfe von Salpeterſäure bewirkte wäſſerige Löſung (1 — 50)
darf weder durch Baryumnitrat, noch durch Silbernitrat, noch, nach
Ueberſättigung mit Ammoniak, durch Schwefelammonium, ebenfowenig
durch Ammoniumoxalat verändert werden.
„1 g Lithiumcarbonat, in wenigen Tropfen verdünnter Schwefel⸗
ſäure gelöſt, muß auf Zuſatz von 4 g Weingeiſt eine klare Flüſſigkeit
liefern.
Lycopodium.
Bärlappſamen.
Die Sporen des Lycopodium elavatum, ein blaßgelbes,
äußerſt bewegliches Pulver, ohne Geruch und Geſchmack. Es ſchwimmt
nach dem Schütteln mit Waſſer oder Chloroform auf dieſen Flüſſig⸗
keiten, ohne an dieſelben etwas abzugeben, ſinkt aber nach dem
Kochen im Waſſer. Die Aſche, welche das Lycopodium beim Ver⸗
173
brennen hinterläßt, muß weniger als 5 Procent betragen. Unter dem
Mikroſkope erſcheint es als aus nahezu gleich großen Körnern be⸗
ſtehend, welche von drei ziemlich flachen und einer gewölbten Fläche
begrenzt werden. Neben denſelben dürfen ſich Bruchſtücke von Stengeln
und Blättern nur in geringer Menge zeigen.
Magnesia usta.
Gebrannte Magneſia.
Leichtes, weißes, feines, in Waſſer faſt unlösliches Pulver, in ver⸗
dünnter Schwefelſäure zu einer Flüſſigkeit löslich, welche, nach Zuſatz
von Ammoniumchlorid und mit Ammoniak überſättigt, mit Natrium⸗
phosphat einen weißen, kryſtalliniſchen Niederſchlag giebt.
In verdünnter Salzſäure muß ſich die Magneſia farblos löſen
und, mit Waſſer gekocht, ein ſchwach alkaliſches Filtrat geben, welches
beim Verdunſten nur einen ſehr geringen Rückſtand hinterlaſſen darf.
0,2 g Magneſia, mit 5 cem Waſſer zum Sieden erhitzt und
nach dem Erkalten in 5 cem verdünnter Schwefelſäure gegoſſen, müſſen
eine Flüſſigkeit geben, in welcher ſich nach vollkommener Löſung nur
wenige vereinzelte Gasbläschen zeigen.
Die mit Hülfe von Eſſigſäure bewirkte wäſſerige Löſung (1250)
darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch nach Zuſatz von Am⸗
moniumchlorid und überſchüſſigem Ammoniak durch Schwefelammonium
verändert werden. Dieſelbe Löſung, mit Salpeterſäure angeſäuert,
werde durch Baryumnitrat nicht, durch Silbernitrat nach 2 Minuten
nur opaliſirend getrübt.
Werden 0,05 g gebrannter Magneſia mit 1 cem Waſſer und
5 bis 6 Tropfen Salzſäure zum Sieden erhitzt, dann unter je⸗
174
weiligem Umſchütteln 7 cem Ammoniumchloridlöſung, 15 cem Waſſer,
3 cem Ammoniak und 4 cem Ammoniumopalatlöſung zugefügt, fo
darf ſich die Flüſſigkeit nicht ſogleich trüben.
Es müſſen jederzeit mindeſtens 150 g gebrannter Magneſia vor⸗
räthig ſein.
Magnesium carbonicum.
Magneſiumcarbonat.
Weiße, leichte, loſe zuſammenhängende, leicht zerreibliche Maſſen
oder lockeres, weißes Pulver, in Waſſer faſt unlöslich „demſelben aber
ſchwach alkaliſche Reaction ertheilend. In verdünnter Schwefelſäure
löſt ſich dasſelbe unter reichlicher Kohlenſäureentwickelung zu einer
Flüſſigkeit, welche, mit Ammoniak überſättigt, nach Zuſatz von
Ammoniumchlorid und wenig Natriumphosphat, einen weißen, kryſtal⸗
liniſchen Niederſchlag giebt.
In verdünnter Salzſäure löſe ſich Magnefiumcarbonat farblos und
gebe, mit Waſſer gekocht, ein Filtrat, welches beim Verdunſten nur
einen geringen Rückſtand hinterläßt.
Die mit Hülfe von Eſſigſäure bewirkte wäſſerige Löſung (1 = 50)
darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch, nach Zuſatz von
Ammoniumchlorid und überſchüſſigem Ammoniak, durch Schwefel⸗
ammonium verändert werden. Durch Baryumnitrat oder „ nach Zuſatz
von Salpeterſäure, durch Silbernitrat darf die obige wäſſerige Löſung
nach 2 Minuten nicht mehr als opaliſirend getrübt werden.
Werden 0,2 g Magneſiumcarbonat mit 2 cem Waſſer und 8 bis 9
Tropfen Salzſäure zum Sieden erhitzt, dann unter jeweiligem Um⸗
ſchütteln 10 cem Ammoniumchloridlöſung, 20 cem Waſſer, 5 cem
.
175
Ammoniak und 6 cem Ammoniumoralatlöſung zugefügt, ſo darf fich
die Flüſſigkeit nicht ſogleich trüben.
Magnesium citricum effervescens.
Brauſemagneſia.
Fünfundzwanzig Theile Magneſiumcarbonaalte 25
Fünfundſiebenzig Theile Citronenſäuree . 75
werden mit
Zehn Theilen Wafler ....... u RITTER HN 10
gemiſcht und bei 30° getrocknet. Der Rückſtand werde
in ein feines Pulver verwandelt, und darauf mit
Fünfundachtzig Theilen Natriumbicarbonalteta 85
Vierzig Theilen Ettronenſaunmmnmn een 40
und
D an 20
innig gemiſcht. Hierauf verwandle man das Gemenge
unter tropfenweiſem Zuſatze von Weingeiſt durch ſanftes
Reiben mit einem Piſtill in eine grobkörnig⸗krümelige
Maſſe, welche, bei gelinder Wärme getrocknet, durch Ab-
ſieben in die Form eines gleichmäßigen, grobkörnigen
Pulvers gebracht wird.
Sie ſei weiß und löſe ſich in Waſſer langſam, unter reichlicher
Kohlenſäureentwickelung, zu einer angenehm ſäuerlich ſchmeckenden
Flüſſigkeit auf.
Magnesium sulfuricum.
Magneſiumſulfat.
Kleine, farbloſe, an der Luft kaum verwitternde, prismatiſche
Kryſtalle von bitterem, ſalzigem Geſchmacke, in 0,8 Theilen kalten und
0,15 Theilen ſiedenden Waſſers löslich, in Weingeiſt unlöslich.
Die wäſſerige Löſung giebt mit Natriumphosphat bei Gegenwart
von Ammoniumchlorid und Ammoniak einen weißen, kryſtalliniſchen,
mit Baryumnitrat einen weißen, in Säuren unlöslichen Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1820) muß neutral fein und darf weder
durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nach vorherigem Zuſatze von Eſſigſäure,
noch, nach Zuſatz von überſchüſſigem Ammoniumchlorid und Ammoniak,
durch Schwefelammonium verändert, noch durch Silbernitrat nach
5 Minuten mehr als opaliſtrend getrübt werden. Das Salz darf die
Flamme nicht andauernd gelb färben.
Magnesium sulfuricum siccum.
Entwäſſertes Magneſiumſulfat.
Magneſiumſulfat werde in einer Porzellanſchale im Waſſerbade
unter bisweiligem Umrühren erhitzt, bis je 100 Theile 35 bis 37 Theile
an Gewicht verloren haben, und hierauf durch ein Sieb geſchlagen.
Ein weißes, feines, lockeres Pulver.
Wenn Magnesium sulfuricum zu Pulvermiſchungen verordnet wird,
iſt Magnesium sulfuricum siccum zu dispenſiren.
177
Manganum sulfuricum.
Manganſulfat.
Roſenrothe, rhombiſche, verwitternde Kryſtalle, in 0,8 Theilen Waſſer
löslich, in Weingeiſt unlöslich. Die wäſſerige Löſung iſt neutral und
giebt mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure unlöslichen,
und mit Schwefelammonium einen röthlichweißen Niederſchlag. Ein
Körnchen des Salzes mit Natronlauge eingetrocknet und bis zum
Schmelzen erhitzt, giebt einen dunkelgrünen, in Waſſer mit gleicher
Farbe löslichen Rückſtand.
Die mit einigen Tropfen Salzſäure und Chlorwaſſer erhitzte wäſſerige
Löſung (120) gebe weder mit Kaliumſulfocyanat eine rothe Färbung,
noch werde ſie durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer verändert. Nach Fällung
des Mangans durch Ammoniumcarbonat darf das Filtrat beim
Verdampfen und Erhitzen keinen Rückſtand hinterlaſſen. Eine Löſung
gleicher Theile des Salzes und Natriumacetates in der 10 fachen
Menge Waſſer und einigen Tropfen Eſſigſäure darf durch Schwefel⸗
waſſerſtoffwaſſer nicht getrübt werden.
1g des Salzes darf beim gelinden Glühen nicht mehr als 0,322
bis 0,335 g an Gewicht verlieren.
Manna.
Manna.
Der durch Einſchnitte in den Stamm von Fraxinus Ornus
gewonnene, freiwillig getrocknete Saft. Die ſtengelige Manna,
Manna cannulata, bildet gerundet dreikantige oder flache, rinnen⸗
förmige, kryſtalliniſche Stücke von blaßgelblicher, innen weißer Farbe
und ſüßem Geſchmacke. Die Manna in Klumpen, Manna com-
munis, beſteht aus Körnern oder Stücken von der oben erwähnten
Beſchaffenheit, welche durch eine weiche, bräunliche, nicht weniger
23
178
ſüße, doch zugleich etwas kratzend ſchmeckende Maſſe zuſammengeklebt
ſind. 5 Theile Manna mit 100 Theilen Weingeiſt gekocht, geben
unter Zurücklaſſung eines feſten, nicht ſchmierigen, ungefähr 1 Theil
betragenden Rückſtandes eine Lakmus nicht verändernde Auflöſung, in
welcher alsbald reine Kryſtalle von Mannit in reichlicher Menge zu
erſcheinen beginnen. Im Waſſerbade getrocknet darf die Manna
nicht über 10 Procent verlieren.
Mel depuratum.
Gereinigter Honig.
Er ſei klar, von angenehmem Honiggeruche und, in 20 mm dicker
Schicht betrachtet, von gelber, höchſtens etwas bräunlicher Farbe.
Spec. Gewicht 1,3.
Mit Ammoniak zu gleichen Theilen gemiſcht, darf der Honig die
Farbe nicht verändern, mit der doppelten Menge Weingeiſt verſetzt,
keine Trübung erleiden. Mit 4 Theilen Waſſer muß derſelbe eine
klare, neutrale Flüſſigkeit geben, welche durch Silbernitrat und
Baryumnitrat nur opaliſirend getrübt werden darf.
Mel rosatum.
Roſenhonig.
J 8 1
wird mit
Sechs Then ee e 6
24 Stunden macerirt. N
Die abgepreßte Flüſſigkeit wird zur Syrupdicke ein⸗
gedampft, mit der 5fachen Menge Weingeiſt verſetzt,
darauf filtrirt und das Filtrat mit
Zehn Theilen gereinigten Honiggsssss . 3
auf
// T 10
eingedampft.
Er ſei klar und bräunlich.
Minium.
Mennige.
Rothes, in Waſſer unlösliches Pulver. Spec. Gewicht 9,0. Mit
Salzſäure bildet die Mennige, unter Entwickelung von Chlor, weißes,
kryſtalliniſches Chlorblei.
Werden 5 g Mennige in 10 g Salpeterſäure und 10 g Waſſer mit
Hülfe von 1g Zucker gelöſt, fo darf nur ein geringer, nicht über
0,05 g betragender Rückſtand bleiben.
Vorſichtig aufzubewahren.
Mixtura oleoso-balsamiea.
Hoffmann'ſcher Lebensbalſam.
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Wenn EEE I
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JJC 5:00. 20. Seo re Seuoren a
Ein Theil Pomeranzenblüthen bÜwknhlll . 1
nn a, 3
Zweihundertvierzig Theile Weingeiſꝶũeei 240
werden gemiſcht, mehrere Tage hindurch an einem kühlen
Orte unter öfterem Umſchütteln bei Seite geſtellt und filtrirt.
Klare, bräunlichgelbe Flüſſigkeit.
23
180
Mixtura sulfurica acida.
Haller'ſches Sauer.
Banf Theil Schwefelfſen rere 5
werden unter Umrühren mit
%%% my mffmfſ ĩðv 15
mit der Vorſicht gemiſcht, daß die Temperatur nicht
über 50 ſteigt.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von 0,993 bis 0,997 ſpec. Gewicht.
Morphinum hydrochloricum.
Morphinhydrochlorat.
Weiße, ſeidenglänzende, oft büſchelförmig vereinigte Kryſtallnadeln,
oder weiße, würfelförmige Stücke von mikrokryſtalliniſcher Beſchaffenheit,
Lakmuspapier nicht verändernd, von ſehr bitterem Geſchmacke. Das Salz
löſt ſich in 25 Theilen Waſſer, auch in 50 Theilen Weingeiſt. Es ſchmilzt
beim vorſichtigen Erhitzen und verliert bei 100° 14,5 bis 15,0 Procent
Waſſer.
Die wäſſerige Löſung des Salzes wird durch Kaliumcarbonat leicht
getrübt; Ammoniak giebt einen Niederſchlag, der ſich nicht merkbar
in überſchüſſigem Ammoniak oder Aether löſt, wohl aber in Natron⸗
lauge, ſowie in Kalkwaſſer leicht löslich iſt. Zerreibt man das Morphin⸗
hydrochlorat mit Schwefelſäure und ſtreut Wismutſubnitrat darauf,
ſo tritt dunkelbraune Färbung ein. Mit Salpeterſäure befeuchtet,
wird das Morphinhydrochlorat roth.
Wird Morphinum aceticum verordnet, ſo iſt (ſeiner größeren
Haltbarkeit wegen) Morphinum hydrochloricum zu dispenſiren.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,1.
181
Morphinum sulfuricum.
Morphinſulfat.
Farbloſe, nadelförmige, neutrale Kryſtalle, in 14,5 Theilen Waſſer
löslich. Die Kryſtalle verlieren bei 100° nahezu 12 Procent Waſſer.
Das Salz genüge in Betreff der Reinheit den an Morphinum hydro-
chloricum geſtellten Anforderungen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,1.
Moschus.
Moſchus.
Der den Beuteln von Moschus moschiferus entnommene
Inhalt, eine krümelige oder etwas weiche, eigenthümlich riechende Maſſe,
die nicht nach Ammoniak riechen ſoll. Mit Hülfe von Terpenthinöl
unter dem Mikroſkope in dünner Schicht ausgebreitet, zerfällt der
Moſchus ziemlich gleichmäßig ſchollenartig in durchſcheinende, braune,
amorphe Splitter und Klümpchen; fremde Körper dürfen daneben nicht
vorhanden fein. Der Moſchus muß über Schwefelſäure getrocknet
werden, bis er keinen Gewichtsverluſt mehr erleidet. Beim Verbrennen
darf er nicht über 8 Procent Aſche hinterlaſſen.
Mucilago Gummi arabici.
Gummiſchleim.
Ein Theil arabiſchen Gummis. 1
wird mit Waſſer abgewaſchen, in
Zwei Theilen Waſſeerrrnn‚r . 2
gelöſt und die Löſung colirt.
Er ſei klar.
182
Mucilago Salep.
Salepſchleim.
Ein Theil gepulverter Salepknolle nnn 1
wird in eine Flaſche geſchüttet, welche
Dehn eie fee 10
enthält. Nachdem das Pulver durch Umſchütteln gut
vertheilt, werden 5
Neunzig Theile ſiedenden Waſſer:UñLU 90
hinzugefügt und das Gemiſch in derſelben Flaſche bis
zum Erkalten geſchüttelt.
Er wird nur auf Verordnung bereitet.
Myrrha.
Myrrhe.
Das Gummiharz der Balsamea Myrrha (Balsamodendron
Myrrha). Körner oder löcherige Klumpen von gelblicher, röthlicher
oder brauner, innen oft ſtellenweiſe weißlicher Farbe, in kleinen
Stücken durchſcheinend. Die Myrrhe riecht aromatiſch und ſchmeckt
zugleich bitter und anhaltend kratzend. Erſchöpft man ſie mit Wein⸗
geiſt, wodurch ungefähr 30 Procent in Löſung gelangen, dampft
ab, nimmt den Harzrückſtand wieder in Aether auf und läßt zu
dieſer Auflöſung etwas Bromdampf treten, ſo färbt ſich dieſelbe roth
oder violett.
Natrium aceticum.
Natriumacetat.
Farbloſe, durchſichtige, in warmer Luft verwitternde Kryſtalle, mit
1,4 Theilen Waſſer eine alkaliſche Löſung gebend, auch in 23 Theilen.
kalten und 2 Theilen ſiedenden Weingeiſtes löslich.
183
Beim Erhitzen ſchmelzen fie unter Verluſt des Kryſtallwaſſers,
werden dann wieder feſt, ſchmelzen bei verſtärkter Hitze nochmals und
werden beim Glühen unter Entwickelung von Acetongeruch mit Hinter⸗
laſſung eines die Flamme gelb färbenden Rückſtandes zerſetzt.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) werde weder durch Schwefelwaſſer⸗
ſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium, noch durch Baryum⸗
nitrat, noch durch Ammoniumoxalat, noch nach Zuſatz von Salpeter-
ſäure durch Silbernitrat verändert.
Natrium benzoicum.
Natriumbenzoat.
Weißes, waſſerfreies, amorphes Pulver, in 1,5 Theilen Waſſer,
weniger in Weingeiſt löslich, erhitzt ſchmelzend und einen mit Säuren
aufbrauſenden, kohligen Rückſtand hinterlaſſend, welcher die Flamme
gelb färbt. Die wäſſerige, ſchwach ſauer reagirende Löſung (1 = 10)
giebt auf Zuſatz von Salzſäure einen Brei von weißen, in Aether
löslichen Kryſtallen.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) werde durch Baryumnitrat nicht
getrübt. Verſetzt man dieſelbe mit Salpeterſäure und löſt die ſich
ausſcheidenden Kryſtalle vermittelſt Weingeiſt, ſo darf Silbernitrat keine
Fällung geben.
Natrium bicarbonicum.
Natriumbicarbonat.
Weiße, luftbeſtändige Kryſtallkruſten oder verwachſene Kryſtallmaſſen
von ſchwach alkaliſchem Geſchmacke, in 13,8 Theilen Waſſers löslich,
184
unlöslich in Weingeiſt, beim Erwärmen Kohlenſäure abgebend und
einen ſtark alkaliſchen, mit Säuren aufbrauſenden Rückſtand hinter⸗
laſſend. Am Oehre des Platindrahtes färbt es die Flamme gelb;
durch ein blaues Glas beobachtet, darf dieſelbe nur vorübergehend roth
erſcheinen.
Mit Natronlauge erwärmt, ſoll es kein Ammoniak entwickeln.
Die mit Hülfe von Salpeterſäure bewirkte wäſſerige Löſung
(1=20) darf durch Silbernitrat erſt nach 10 Minuten opaliſirend
getrübt werden. Die wäſſerige, mit Eſſigſäure überſättigte Löſung
(1=50) darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht verändert und
durch Baryumnitrat erſt nach 2 Minuten opaliſirend getrübt werden.
Läßt man 2 g Natriumbicarbonat 10 Minuten mit 15 cem Waſſer
in Berührung, ſo darf in der abgegoſſenen Löſung auf Zuſatz von
5 g Queckſilberchloridlöſung innerhalb 5 Minuten nur eine weiße
Trübung, kein rothbrauner Niederſchlag entſtehen.
Natrium bromatum.
Natriumbromid.
Weißes, kryſtalliniſches, an trockner Luft unveränderliches Pulver,
in 1,8 Theilen Waſſer und 5 Theilen Weingeiſt löslich. Am Oehre des
Platindrahtes erhitzt, giebt es eine gelbe Flamme, welche, durch blaues
Glas betrachtet, nicht dauernd roth erſcheinen darf. Die wäſſerige
Löſung, mit wenig Chlorwaſſer vermiſcht und mit Aether geſchüttelt,
färbt letzteren rothgelb.
Zerriebenes Natriumbromid, auf weißem Porzellan ausgebreitet, darf
ſich nicht ſofort gelb färben, wenn ein Tropfen verdünnter Schwefel-
ſäure dazu gebracht wird. Auf befeuchtetes rothes Lakmuspapier
185
gelegt, darf dasſelbe die berührten Stellen nicht ſogleich violettblau
färben. 20 g der wäſſerigen Löſung (1 = 20), mit einigen Tropfen
Eiſenchlorid vermiſcht und mit Chloroform geſchüttelt, dürfen letzteres
nicht violett färben. 20 g derſelben Löſung, mit 4 Tropfen Baryum⸗
nitrat vermiſcht, dürfen nicht getrübt werden.
10 cem einer Löſung von 3 ſcharf getrockneten Natriumbromids
in 100 Theilen Waſſer dürfen nach Zuſatz einiger Tropfen Kalium⸗
chromat bis zur bleibenden Rothfärbung nicht mehr als 29,6 cem der
Zehntel⸗Normalſilberlöſung verbrauchen.
Natrium carbonicum.
Natriumcarbonat.
Farbloſe, durchſcheinende, an der Luft verwitternde Kryſtalle von
alkaliſchem Geſchmacke, mit 1,8 Theilen kalten und 0,3 Theilen ſiedenden
Waſſers eine alkaliſche Löſung gebend, in Weingeiſt unlöslich. Mit
Säuren brauſt es auf und färbt, am Oehre des Platindrahtes erhitzt,
die Flamme gelb. Es enthält in 100 Theilen 37 Theile waſſerfreien
Natriumcarbonats
Die wäſſerige Löſung (1 = 50) darf weder durch Schwefel⸗
ammonium, noch nach Ueberſättigung mit Eſſigſäure durch Schwefel⸗
waſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat verändert und nach Zuſatz
von Salpeterſäure durch Silbernitrat nach 10 Minuten nicht mehr
als opaliſirend getrübt werden.
2 g des Salzes, mit 10 cem verdünnter Schwefelſäure gelöſt,
dürfen, mit Jodlöſung und Zink verſetzt, unter den bei Acidum
hydrochloricum erwähnten Bedingungen das mit der concentrirten
Silbernitratlöſung (1 = 2) benetzte Papier nicht verändern.
N 24
186
Natrium carbonicum erudum.
Soda.
Große, farblofe Kryſtalle oder kryſtalliniſche Maſſen von alkalifcher
Reaction, an der Luft verwitternd, in 3 Theilen Waſſer, in Säuren
unter Aufbrauſen löslich, in 100 Theilen mindeſtens 32 Theile waſſer⸗
freien Natriumcarbonats enthaltend.
Natrium carbonieum siccum.
Entwäſſertes Natriumcarbonat.
Natriumcarbonat werde gröblich zerrieben, vor Staub geſchützt
bis zur vollſtändigen Verwitterung einer 25° nicht überſteigenden
Wärme ausgeſetzt, dann bei 40 bis 50° fo lange getrocknet, bis es
die Hälfte ſeines Gewichtes verloren hat und hierauf durch ein Sieb
geſchlagen. f
Weißes, feines, lockeres Pulver.
Wenn Natrium carbonieum zu Pulvermiſchungen verordnet wird,
it Natrium earbonicum siccum zu dispenſiren.
Natrium chloratum.
Natriumchlorid.
Weiße, würfelförmige Kryſtalle oder kryſtalliniſches Pulver von
ſalzigem Geſchmacke, in 2,7 Theilen Waſſer löslich. Am Oehre des
187
Platindrahtes färbt es die Flamme gelb; feine wäſſerige Löſung giebt
mit Silbernitrat einen weißen, käſigen, in Ammoniak löslichen
Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) ſei neutral, werde durch Schwefel⸗
waſſerſtoffwaſſer, Schwefelammonium und Baryumnitrat nicht ver
ändert, ebenſowenig nach Zuſatz von Ammoniak durch Ammonium⸗
oxalat und durch Natriumphosphat.
Natrium jodatum.
Natriumjodid.
Trockenes, weißes, kryſtalliniſches, an der Luft feucht werdendes
Pulver, in 0,9 Theilen Waſſer und 3 Theilen Weingeiſt löslich. Am
Oehre des Platindrahtes erhitzt, färbt es die Flamme gelb; dieſelbe,
durch blaues Glas betrachtet, darf nicht dauernd roth erſcheinen. Die
wäſſerige Löſung, mit Chlorwaſſer gemiſcht und mit Chloroform
geſchüttelt, färbt letzteres violett. 5
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) darf durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer
nicht verändert werden und, mit verdünnter Schwefelſäure gemiſcht, zu⸗
geſetztes Chloroform nicht violett färben.
Veranlaßt man vermittelſt Zink und Salzſäure eine lebhafte Gas⸗
entwickelung und fügt die mit Stärkelöſung verſetzte Löſung des
Natriumjodids hinzu, ſo darf ſie ſich nicht bläuen. 20 cem obiger
Löſung dürfen durch 10 Tropfen Baryumnitratlöſung erſt nach
5 Minuten getrübt werden. Auf Cyan werde geprüft wie bei Kalium
jodatum angegeben.
Werden 0,28 ſcharf getrockneten Natriumjodids, in 2 cem Ammoniak
gelöſt, unter Umſchütteln mit 14 cem Zehntel⸗Normalſilberlöſung
24
188
vermiſcht, fo darf das Filtrat nach Ueberſättigung mit 2 com Salpeter⸗
ſäure innerhalb 10 Minuten nicht bis zur Undurchſichtigkeit getrübt
werden.
Vorſichtig aufzubewahren.
Natrium nitricum.
Natriumnitrat.
Farbloſe, durchſichtige, rhombosdriſche, an trockener Luft unver
änderliche Kryſtalle von ſalzig kühlendem, bitterlichem Geſchmacke, in
1,5 Theilen Waſſer und in 50 Theilen Weingeiſt löslich. Am Oehre
des Platindrahtes erhitzt, färbt es die Flamme gelb; dieſelbe, durch
ein blaues Glas beobachtet, darf nur vorübergehend roth erſcheinen.
Die wäſſerige Löſung, mit Schwefelſäure und überſchüſſiger Ferro-
ſulfatlöſung gemiſcht, färbt ſich braunſchwarz.
Die Löſung (1 = 20) darf weder durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer,
noch durch Ammoniumoxalat, noch durch Silbernitrat verändert
werden. 20 cem derſelben, mit 6 Tropfen Baryumnitrat vermiſcht,
dürfen ſich innerhalb 2 Minuten nicht trüben. 5 com derſelben Löſung,
mit wenig Zinnfeile und 10 Tropfen Salpeterſäure kurze Zeit ſtehen
gelaſſen, dürfen zugeſetztes Chloroform nicht violett färben.
Natrium phosphoricum.
Natriumphosphat.
Farbloſe, durchſcheinende, an trockener Luft verwitternde Kryſtalle
von ſchwach ſalzigem Geſchmacke und alkaliſcher Reaction, bei 40°
ſich verflüſſigend und in 5,8 Theilen Waſſer löslich.
189
Am Oehre des Platindrahtes erhitzt, färbt es die Flamme gelb;
durch blaues Glas beobachtet, darf dieſelbe nur vorübergehend roth
erſcheinen. Die wäſſerige Löſung giebt mit Silbernitrat einen gelben,
in Salpeterſäure und in Ammoniak löslichen Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20), mit Salzſäure angeſäuert, darf
durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht verändert werden; mit Salpeter⸗
ſäure angeſäuert, darf fie durch Baryumnitrat oder durch Silber⸗
nitrat nach 3 Minuten nicht mehr als opaliſirend getrübt und nach
Ueberſättigung mit Ammoniak weder durch Schwefelammonium,
noch durch Ammoniumoxalat verändert werden.
2g des Salzes, mit 10 cem verdünnter Schwefelſäure gelöft,
dürfen, mit Jodlöſung und Zink verſetzt, unter den bei Acidum
hydrochloricum erwähnten Bedingungen das mit der concentrirten
Silbernitratlöſung (1 = 2) benetzte Papier nicht verändern.
Natrium salieylicum.
Natriumfalichlat.
Weiße, ſüßſalzig ſchmeckende, waſſerfreie, kryſtalliniſche Schüppchen,
in 0,9 Theilen Waſſer, in 6 Theilen Weingeiſt löslich.
Die concentrirte wäſſerige Löſung wird durch Eiſenchlorid rothbraun,
eine verdünnte (1 = 1000) durch dasſelbe Reagens violett gefärbt;
aus erſterer werden durch Salzſäure weiße, in Aether leicht lösliche
Kryſtalle abgeſchieden. Erhitzt giebt das Salz einen kohligen, mit Säuren
aufbrauſenden, die Flamme gelb färbenden Rückſtand.
Die concentrirte wäſſerige Löſung des Salzes reagire ſchwach ſauer,
ſei farblos und färbe ſich nach einigem Stehen höchſtens ſchwach
röthlich. Von Schwefelſäure werde es ohne Aufbrauſen und ohne
190
merkliche Färbung aufgenommen. Die wäſſerige Löſung (1 = 20) werde
durch Baryumnitrat nicht verändert. Verſetzt man dieſelbe mit Salpeter⸗
ſäure und löſt vermittelſt Weingeiſt die ausgeſchiedenen Kryſtalle wieder
auf, ſo darf auf Zuſatz von Silbernitrat keine Trübung eintreten.
Natrium sulfuricum.
Natriumſulfat.
Farbloſe, verwitternde, leicht ſchmelzende Kryſtalle, welche in
3 Theilen kalten Waſſers, in 0,3 Theilen Waſſer von 33, 0,4 Theilen
von 100° löslich, in Weingeiſt aber unlöslich find. Am Oehre des
Platindrahtes erhitzt, färbt es die Flamme gelb; die wäſſerige
Löſung giebt mit Baryumnitrat einen weißen, in Säuren unlöslichen
Niederſchlag.
Die wäſſerige Löſung (1 = 20) ſei neutral und werde weder durch
Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, noch durch Schwefelammonium, noch durch
Ammoniumoxalat, auch nicht durch Natriumphosphat, nach Zuſatz
von Ammoniak, verändert und durch Silbernitrat nicht mehr als opali⸗
ſirend getrübt.
Natrium sulfuricum sieeum.
Entwäſſertes Natriumſulfat.
Natriumſulfat werde gröblich zerrieben und, vor Staub geſchützt,
bis zur vollſtändigen Verwitterung einer 25 nicht überſteigenden
Wärme ausgeſetzt, dann bei 40 bis 50° fo lange getrocknet, bis es
die Hälfte ſeines Gewichts verloren hat und hierauf durch ein Sieb
geſchlagen.
191
Das klein kryſtalliſirte Natriumſulfat (ſogenannte Bitterſalzform)
eignet ſich nicht zur Bereitung des Natrium sulfuricum siccum.
Weißes, feines, lockeres Pulver.
Wenn Natrium sulfuricum zu Pulvermiſchungen verordnet wird,
iſt Natrium sulfuricum siceum zu dispenſiren.
Oleum Amygdalarum.
Mandelöl.
Das fette Oel der Samen von Prunus Amygdalus. Hellgelb,
bei — 10° klar bleibend, von mildem Geſchmacke, ſpec. Gewicht 0,915
bis 0,920. 15 Theile des Oeles, welche man mit einer Miſchung
aus 2 Theilen Waſſer und 3 Theilen rauchender Salpeterſäure kräftig
ſchüttelt, müſſen ein weißliches, nicht rothes oder braunes Gemenge
geben, welches ſich nach einigen Stunden in eine feſte, weiße Maſſe
und eine kaum gefärbte Flüſſigkeit ſcheidet.
Oleum Anisi.
Anisöl.
Das ätheriſche Oel der Früchte von Pimpinella Anisum. In der
Kälte eine weiße Kryſtallmaſſe, bei 15° zum Theil ſchmelzend, voll ⸗
kommen geſchmolzen eine farbloſe, ſtark lichtbrechende, ſehr aromatiſche
Flüſſigkeit von 0,980 bis 0,990 ſpec. Gewicht. Das Anisöl ift klar
mit Weingeiſt miſchbar; dieſe Löſung iſt ohne Wirkung auf Lakmus
und wird durch Eiſenchlorid nicht gefärbt. 1 Tropfen Anisöl, mit
Zucker verrieben und mit 500 g Waſſer geſchüttelt, muß demſelben
den reinen Anisgeſchmack mittheilen.
192
Oleum Aurantii Florum.
Nomeranzenblüthenöl.
Das durch Deſtillation mit Waſſer aus friſchen Blüthen der
Citrus vulgaris gewonnene Oel. Bräunliche Flüſſigkeit von feinſtem
Wohlgeruche; überſchichtet man etwas davon mit gleich viel Weingeiſt
und neigt das Glas langſam hin und her, ſo zeigt das Oel ſchön violette
Fluorescenz. Die weingeiſtige Auflöſung des Oels ſchmeckt bitterlich
und verändert Lakmus nicht.
Oleum Cacao.
Cacaobutter.
Das aus den entſchalten Samen der Theobroma Cacao
gepreßte Fett, von nur ſehr blaßgelblicher Färbung, in Betreff des
angenehmen Geruches und milden, reinen Geſchmackes an Cacao er⸗
innernd. Bei 15° iſt das Cacaofett ſpröde, bei 30 bis 35° ſchmilzt es
klar. Die Auflöſung in 2 Theilen Aether bleibt während eines Tages
bei 12 bis 15° ungetrübt.
Oleum Cajeputi.
Cajeputöl.
Das ätheriſche Oel der Blätter von Melaleuca Leucadendron,
meiſtens durch Kupfer grün gefärbt. Von eigenthümlichem Geruche
und aromatiſchem, etwas bitterlichem Geſchmacke. Schüttelt man das
Oel mit Waſſer, welchem man einen Tropfen verdünnter Salzſäure
zugiebt, fo entfärbt ſich dasſelbe. Trägt man bei 50° allmälig
1 Theil gepulvertes Jod in 5 Theile Cajeputöl ein und kühlt das
Gemenge ab, ſo erſtarrt es zu einem Kryſtallbrei.
193
Oleum Calami.
Calmusöl.
Aus den Wurzelſtöcken des Acorus Calamus deſtillirtes Oel.
Von gelbbräunlicher Farbe, ſehr aromatiſch, mit bitterem Bei⸗
geſchmacke. Mit gleichviel Weingeiſt verdünntes Calmusöl wird durch
einen Tropfen Eiſenchloridlöſung dunkel braunröthlich gefärbt.
Oleum camphoratum.
Campheröl.
Eine filtrirte Auflöſung von 1 Theil Campher in 9 Theilen Olivenöl.
Oleum cantharidatum.
Cantharidenöl.
Drei Theile grobgepulverter Cantharide enn... 3
werden mit
“Theilen MWüb el . iin Seiser „N 10
10 Stunden im Dampfbade digerirt, gepreßt und fütrirt
Es ſei ein grüngelbes Oel.
Oleum Carvi.
Kümmelöl.
Der höher ſiedende Antheil des Oeles der Früchte von Carum
Car vi. Blaßgelbliche oder farbloſe, bei 224° in volles Sieden gelan-
. 25
194
gende Flüſſigkeit von feinftem Kümmelgeruche. Spec. Gewicht nicht
unter 0,91. Mit gleichviel Weingeiſt verdünnt, wird das Kümmelöl
durch einen Tropfen Eiſenchlorid ſchwach violett oder röthlich gefärbt.
10 Theile Kümmelöl, mit 8 Theilen Weingeiſt und 1 Theil Ammoniak
vermiſcht und mit Schwefelwaſſerſtoffgas geſättigt, erſtarren zu einer
weißen Kryſtallmaſſe.
Oleum Caryophyllorum.
Nelkenöl.
Das ätheriſche Oel der Gewürznelken, ſpec. Gew. 1,041 bis 1,060,
von gelblicher bis brauner Farbe, von ſcharf aromatiſchem Geruche
und Geſchmacke, Lakmus nicht röthend. Mit gleichviel Ammoniak,
deſſen ſper. Gewicht 0,930 oder weniger beträgt, in der Kälte ge
ſchüttelt, erſtarrt das Nelkenöl zu einer weichen, gelben Kryſtallmaſſe.
1 Tropfen Nelkenöl, den man an der inneren Wand eines Glasgefäßes
ausbreitet, nimmt blaue oder violette Farbe an, wenn man Brom-
dampf in das Glas fallen läßt. 1 Tropfen Nelkenöl, in 4 g Wein⸗
geiſt gelöſt, wird durch 1 Tropfen einer mit dem 20 fachen Ge⸗
wichte Waſſer verdünnten Eiſenchloridlöſung blau gefärbt. Mit
Nelkenöl geſchütteltes heißes Waſſer darf keine ſauere Reaction dar⸗
bieten. Nach dem Erkalten färbe ſich das klar filtrirte Waſſer mit
1 Tropfen Eiſenchlorid nicht blau oder grün, aber gelb auf Zuſatz
von Kalkwaſſer. Das Nelkenöl miſche ſich klar mit der gleichen oder
auch größeren Menge verdünnten Weingeiſtes.
195
Oleum Cinnamomi.
Jimmtöl.
Das ätheriſche Oel des Zimmts, deſſen Aroma es beſitzt. Gelbe
oder bräunliche Flüſſigkeit von 1,055 bis 1,065 ſpec. Gewicht, mit
Weingeiſt in allen Verhältniſſen klar miſchbar. 4 Tropfen Zimmtöl,
die man mit 4 Tropfen rauchender Salpeterſäure ſchüttelt, vereinigen
ſich damit ohne Erhitzung zu Kryſtallnadeln oder Blättchen. Ver⸗
dünnt man 4 Tropfen Zimmtöl mit 10 cem Weingeiſt, ſo darf
durch 1 Tropfen Eiſenchlorid nur eine braune, nicht aber eine grüne
oder blaue Farbe hervorgerufen werden. Mit Zimmtöl geſchütteltes
Waſſer ſchmeckt ſüß, dann brennend gewürzhaft.
Oleum Citri.
Citronenöl.
Das ätheriſche Oel der Früchte von Citrus Limonum, ohne
Deſtillation aus den friſchen Fruchtſchalen dargeſtellt. Blaßgelblich,
von feinem Citronengeruche, mit Weingeiſt nicht in jedem Verhältniſſe
klar miſchbar. 1 Tropfen Citronenöl, mit Zucker verrieben und mit
500 g Waſſer geſchüttelt, muß demſelben den reinen Citronengeſchmack
mittheilen.
Erhitzt man das Oel in einer Retorte bis zum beginnenden
Sieden, ſo darf kein Weingeiſt übergehen.
196
Oleum Cocos.
Cocosnußbl.
Das Fett der Samenkerne der Cocos nueifera, von weißer
Farbe und Butterconſiſtenz, bei 23 bis 30° klar ſchmelzend und dabei
einen ſchwachen, eigenthümlichen Geruch entwickelnd.
Oleum Crotonis.
Crotonöl.
Aus den Samenkernen von Croton Tiglium gepreßtes, dick—
flüſſiges, fettes Oel von brauner Farbe und ſauerer Reaction.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,05.
Maximale Tagesgabe 0,1.
Oleum Foeniculi.
Fenchelöl.
Aetheriſches Oel der Früchte von Foeniculum capillaceum.
Farblos, von ſehr aromatiſchem Geruche. Spec. Gewicht nicht
unter 0,96. In der Kälte bilden ſich darin häufig Kryſtallblätter
von Anethol. Das Fenchelöl läßt ſich ohne Trübung mit Weingeiſt
verdünnen. Dieſe Löſung iſt ohne Wirkung auf Lakmus und wird
durch Eiſenchlorid nicht gefärbt. 1 Tropfen Fenchelöl, mit Zucker ver⸗
rieben und mit 500 g Waſſer geſchüttelt, muß demſelben den reinen
Fenchelgeſchmack mittheilen.
197
Oleum Hyoseyami.
Bilſenkrautöl.
Vier Theile zerſchnittenen Bilſenkrautess 4
Drei Theile Weingeiſſeng Fa ne 3
werden einige Stunden macerirt, alsdann
2 SEE 1 ee 40
hinzugemiſcht und im Dampfbade unter bisweiligem
Umrühren digerirt, bis der Weingeiſt verflüchtigt iſt.
Darauf wird ausgepreßt und filtrirt.
Es ſei von bräunlichgrüner Farbe.
Oleum Jecoris Aselli.
Leberthran.
Aus friſchen Lebern des Gadus Morrhua, bei gelindeſter Wärme
im Dampfbade gewonnenes Oel von blaßgelber Färbung und eigen⸗
thümlichem, nicht ranzigem Geruche und Geſchmacke. Mit Weingeiſt
befeuchtetes Lakmuspapier darf durch den Leberthran nur ſchwach ge⸗
röthet werden. 1 Tropfen desſelben, in 20 Tropfen Schwefelkohlen⸗
ſtoff gelöſt, wird durch Schütteln mit 1 Tropfen Schwefelſäure einen
Augenblick ſchön violettroth. Nach längerem Stehen bei 0° darf fi
aus dem Leberthran kein oder doch nur wenig Stearin abſcheiden.
Oleum Juniperi.
Wacholderöl.
Aetheriſches, aus den Früchten von Juniperus communis
deſtillirtes Oel. Farblos oder blaßgelblich, in Weingeiſt wenig löslich,
mit Schwefelkohlenſtoff klar miſchbar. Das Wacholderöl darf nicht
198
dickflüſſig fein; 1 Tropfen, mit Zucker verrieben und mit 500 g
Waſſer geſchüttelt, darf dieſem keinen ſcharfen Geſchmack mittheilen.
Oleum Lauri.
Lorbeeröl.
Durch Preſſen der Früchte von Laurus nobilis erhaltenes, grünes,
ſalbenartig kryſtalliniſches Gemenge von Fett und ätheriſchem Oele. Es
ſchmilzt bei ungefähr 40° zu einer dunkelgrünen, aromatiſchen Flüſſig⸗
keit. Erwärmt man dieſelbe mit dem doppelten Gewichte Weingeiſt
und gießt nach dem Erkalten die Auflöſung ab, ſo darf dieſe durch
Ammoniak nicht roth gefärbt werden.
Oleum Lavandulae.
Lavendelöl.
Das ätheriſche Oel der Blüthen der Lavandula vera, deren
Geruch es beſitzt. Farbloſe oder ſchwach gelbliche Flüſſigkeit von 0,885
bis 0,895 ſpec. Gewicht, klar miſchbar mit Weingeiſt, auch mit Eſſig⸗
ſäure von 90 Procent. Das Oel gebe bei der Deſtillation keinen
Weingeiſt ab.
Oleum Lini.
Leinöl.
Fettes Oel der Samen von Linum usitatissimum. Von
gelber Farbe, eigenthümlichem Geruche, bei — 20° noch flüſſig, in
dünner Schicht bald austrocknend. Spec. Gewicht 0,936 bis 0,940.
199
Oleum Macidis.
Macisbl.
Aetheriſches Oel des Samenmantels der Myristica fragrans.
Farblos oder blaßgelblich, vom Geruche der Macis.
Oleum Menthae piperitae.
Pfefferminzöl.
Aetheriſches Oel der Blätter und blühenden Triebe der Mentha
piperita. Spec. Gewicht 0,90 bis 0,91; das Oel ſei klar miſchbar
mit Weingeiſt, ſelbſt mit verdünntem. Befeuchtet man 0,2 g ge⸗
pulvertes Jod mit dem Oele, ſo darf ſich keine Erhitzung zeigen.
Wenn man das Oel in einer Retorte bis zum beginnenden Sieden
erhitzt, ſo darf kein Weingeiſt übergehen.
Oleum Nueistae.
Muscatbutter.
Aus den Samenkernen der Myristica fragrans dargeſtelltes,
rothbraunes, ſtellenweiſe weißes Gemenge von Fett, ätheriſchem Oele und
Farbſtoff. Es beſitzt den aromatiſchen Geruch und Geſchmack der Mus⸗
catnuß und ſchmilzt bei ungefähr 45° zu einer braunrothen, nicht ganz
klaren Flüſſigkeit Erwärmt man die Muscatbutter mit dem 10 fachen
Gewichte Weingeiſt, ſo darf die nach dem Erkalten klar filtrirte,
blaßgelbliche Auflöſung durch Ammoniak nur unerheblich bräunlich,
aber nicht roth gefärbt werden; auf Zuſatz von Eiſenchlorid ſoll die
Auflöſung nur eine ſchmutzig braune Färbung annehmen.
200
Oleum Olivarum.
Olivenöl.
Aus dem Fruchtfleiſche der Olea europaea in der Kälte ge
preßtes Oel. Von gelber, oft beinahe grünlicher Farbe, eigenthüm⸗
lichem, ſchwachem Geruche und angenehmem Geſchmacke. Spec. Gewicht
0,915 bis 0,918. Bei ungefähr 10° beginnt das Olivenöl ſich durch
kryſtalliniſche Ausſcheidungen zu trüben und verdickt ſich bei Oe zu
einer ſalbenartigen Maſſe. Werden 5 g des Oeles durch kräftiges
Schütteln mit 15 Tropfen Salpeterſäure von 1,38 ſpec. Gewicht ge⸗
miſcht, ſo darf weder die Säure, noch die auf derſelben ſchwimmende
Maſſe eine rothe Färbung annehmen. 15 Theile Olivenöl, welche
man mit einer Miſchung von 2 Theilen Waſſer und 3 Theilen
rauchender Salpeterſäure kräftig ſchüttelt, müſſen ein weißliches, nicht
rothes oder braunes Gemenge geben, welches ſich nach 1 bis 2 Stunden
in eine feſte Maſſe und eine kaum gefärbte Flüſſigkeit ſcheidet.
Oleum Olivarum commune.
Gemeines Olivenöl.
Aus dem Fruchtfleiſche der Olea europaea dargeſtellte geringere
Sorten des fetten Oeles. Von gelbbräunlicher oder grünlicher Farbe,
durch kryſtalliniſche Ausſcheidungen trübe oder breiartig, in der Kälte
ziemlich feſt. Von wenig angenehmem Geruche und Geſchmacke.
15 Theile des Oeles, welche man mit einer Miſchung von 2 Theilen
Waſſer und 3 Theilen rauchender Salpeterſäure kräftig ſchüttelt, müſſen
ſpäteſtens nach 2 Stunden zu einer weißen Maſſe erſtarren. 5 g des
Oeles, in einem Kölbchen mit 2 Tropfen Schwefelſäure ſtark geſchüttelt,
201
geben ein grünliches Gemenge, welches ſich nicht ſchwärzen darf, wenn
das Kölbchen während einer Minute in ſiedendes Waſſer getaucht wird.
Oleum Papaveris.
Mohnöl.
Aus den Samen von Papaver somniferum gepreßtes Oel
von blaßgelber Farbe und mildem, angenehmem Geſchmacke, bei 0°
klar bleibend; in dünner Schicht der Luft dargeboten, verdickt es ſich
ſehr bald.
Oleum Rapae.
Rüböl.
Das fette Oel der cultivirten Brassica- Arten, dickflüſſig, von
braungelber Farbe, bei 0° zur gelben Kryſtallmaſſe erſtarrend, von
wenig angenehmem Geruche und Geſchmacke, in dünner Schicht nicht
trocknend. Das ſpec. Gewicht betrage nicht weniger als 0,913;
20 Tropfen des Oeles mit 5 cem Schwefelkohlenſtoff und 1 Tropfen
Schwefelſäure geſchüttelt, dürfen nicht blaue oder violette, ſondern
anfangs nur blaßgrünliche, dann bräunliche Farbe annehmen.
Oleum Rieini.
Ricinusöl.
Aus den enthülſten Samen des Ricinus communis gepreßtes
Oel. Blaßgelblich, fadenziehend, von 0,95 bis 0,97 ſpec. Gewicht,
bei 0° durch Abſcheidung kryſtalliniſcher Flocken trübe, in größerer
Kälte butterartig Das Rieinusöl riecht und ſchmeckt eigenartig;
in dünner Schicht trocknet es langſam ein. Mit Eſſigſäure und mit
26
202
waſſerfreiem Weingeiſt mifcht ſich das Ricinusöl in jedem Verhältniſſe
klar, ebenſo mit 1 bis 3 Theilen Weingeiſt. Schüttelt man 3 g
Ricinusöl mit 3 g Schwefelkohlenſtoff und 2.8 Schwefelſäure während
einiger Minuten, ſo darf ſich das Gemenge nicht ſchwarzbraun färben.
Oleum Rosae.
Roſenöl.
Aetheriſches Oel der Roſen. Blaßgelbliche Flüſſigkeit, worin ſich
in der Kälte durchſichtige Kryſtallblättchen bilden, welche bei 12 bis
15° wieder verſchwinden. Verdünnt man 1 Theil Roſenöl mit
5 Theilen Chloroform und ſetzt 20 Theile Weingeiſt zu, ſo ſcheiden
ſich Kryſtallflitter ab; die weingeiſtige Mutterlauge darf mit Waſſer
befeuchtetes Lakmuspapier nicht röthen. 1 Tropfen Roſenöl, mit
Zucker verrieben und mit 500 g Waſſer geſchüttelt, muß dieſem den
reinen Geruch der Roſen mittheilen.
Oleum Rosmarini.
Rosmarinöl.
Aetheriſches Oel der Blätter des Rosmarinus officinalis.
Farblos oder ſchwach gelblich, bei der Rectification größtentheils unter
170° deſtillirend, von campherartigem Geruche.
Oleum Sinapis.
Senföl.
Durch Deſtillation des in kaltem Waſſer eingeweichten Samens
von Brassica nigra dargeſtelltes Oel von gelblicher Farbe und
ſehr ſcharfem Geruche. Spec. Gewicht 1,016 bis 1,022.
203
Unterwirft man das Senföl der Deftillation, fo müſſen die zuerſt
übergehenden Antheile das gleiche ſpecifiſche Gewicht zeigen wie das
urſprüngliche Oel und die zuletzt aufgefangenen Antheile. Das Sieden
darf nicht unter 148° beginnen; bei dieſer Temperatur muß das Oel
übergehen. Gießt man zu 3 g Senföl nach und nach unter guter
Abkühlung 6 g Schwefelfäure, fo entwickelt ſich beim Umſchütteln
ſchwefelige Säure, die Miſchung bleibt hellgelb, vollkommen klar,
wird zähflüſſig, bisweilen kryſtalliniſch und verliert den ſcharfen Geruch
des Senföles.
Schüttelt man 3 g Senföl und 3 g Weingeiſt mit 68 Ammoniak
in einem Kölbchen zuſammen, ſo klärt ſich das Gemiſch nach einigen
Stunden in der Kälte (raſch bei 50°) und giebt gewöhnlich farbloſe
Kryſtalle von Thioſinammin. Von dieſen gieße man die gelbe Mutter⸗
lauge ab und dampfe ſie nach und nach auf dem Waſſerbade ein,
indem man erſt dann wieder eine neue Menge der Flüſſigkeit zugiebt,
wenn der Ammoniakgeruch verſchwunden iſt. Alsdann werfe man
auch die Kryſtalle in das Abdampfſchälchen und erwärme dasſelbe
im Waſſerbade, nachdem man auch den Inhalt des Kölbchens noch
mit Weingeiſt in dasſelbe geſpült hatte, bis es keine Gewichtsabnahme
mehr zeigt. Das in dieſer Weiſe erhaltene, 3,25 bis 3,50 g betra⸗
gende Thioſinammin iſt nach dem Erkalten eine bräunliche, bei 70°
ſchmelzende Kryſtallmaſſe von lauchartigem, durchaus nicht ſcharfem
Geruche. Im doppelten Gewichte warmen Waſſers löſt ſich dieſelbe
zu einer neutralen Flüſſigkeit von etwas bitterem, aber nicht nach⸗
haltigem Geſchmacke auf.
Vorſichtig aufzubewahren.
204
Oleum Terebinthinae.
Terpenthinöl.
Das ätheriſche Oel der Terpenthine, vorzüglich derjenigen von
Pinus Pinaster ſowie von Pinus australis und Pinus
Taeda, Farblos oder von blaßgelblicher Farbe, von eigenthümlichem
Geruche, bei 150° bis 160° ſiedend. Spec. Gewicht 0,855 bis
0,865.
Oleum Terebinthinae reetificatum.
Rectificirtes Terpenthinöl.
Terpenthinöl werde mit dem 6fachen Gewichte Kalkwaſſer durch⸗
geſchüttelt und der Deſtillation unterworfen, bis ungefähr drei Viertel
des Oeles übergegangen ſind. Dieſes Deſtillat wird klar abgehoben.
Das rectificirte Terpenthinöl muß farblos fein und darf, in Wein⸗
geiſt gelöſt, mit Waſſer befeuchtetes Lakmuspapier nicht verändern. Das
Oel gelangt bei 160 zum Sieden. Spec. Gewicht 0,855 bis 0,865.
Oleum Thymi.
Thymianöl.
Aetheriſches Oel der Blätter und blühenden Triebe des Thymus
vulgaris. Farblos oder nur ſehr ſchwach röthlich, von ſtark gewürz⸗
haftem Geruche und Geſchmacke, in der Hälfte ſeines Gewichtes Wein⸗
geiſt löslich; dieſe Löſung darf durch 1 Tropfen Eiſenchloridlöſung nicht
gelblichbraun gefärbt werden.
205
Opium.
Opium.
Der in Kleinaſien durch Einſchnitte in die Kapſel von Pa paver
somniferum gewonnene, freiwillig eingetrocknete Milchſaft; eine
braune, innen gleichmäßige Maſſe, die anfangs weich, völlig luft⸗
trocken aber ſpröde iſt. Die Umhüllung der Opiumkuchen beſteht aus
Mohnblättern, welche mit Früchten einer Rumex- Art beſtreut zu fein
pflegen. Das Opium riecht narcotiſch und ſchmeckt ſcharf bitter und
brennend.
Vor dem Gebrauche muß es zerſchnitten und nöthigenfalls bei einer
60° nicht überſteigenden Wärme getrocknet werden, bis es ſich zu
Pulver zerreiben läßt. Das Opiumpulver muß, in nachſtehender
Weiſe geprüft, mindeſtens 10 Procent Morphin liefern.
Man bringe 8 g Opiumpulver mit 80 g Waſſer zuſammen, ſchüttele
mitunter und filtrire nach einem halben Tage. 42,5 g des Filtrates
vermiſche man mit 12 g Weingeiſt, 10 g Aether und 1 g Ammoniak
und laſſe dieſe Miſchung in einem verſchloſſenen Glaſe unter öfterem
Umſchütteln während 12 Stunden bei einer Temperatur von 10 bis
15° ſtehen. Der Inhalt des Glaſes wird alsdann auf ein kleines
80 mm im Durchmeſſer haltendes, bei 100° getrocknetes und ge
wogenes Filter gebracht. Die nach dem Ablaufen der Flüſſigkeit zurück⸗
bleibenden Morphinkryſtalle werden 2mal mit einer Miſchung aus
2 g verdünnten Weingeiſtes, 2 g Waſſer und 2 g Aether abgeſpült
und in dem Filter bei 100° getrocknet. Ihr Gewicht muß mindeſtens
0,4 g betragen.
Dieſes Morphin muß beim Schütteln mit 100 Theilen Kalkwaſſer
nach einigen Stunden in eine gelbliche Auflöſung übergehen, welche
206
durch allmäligen Zuſatz von Chlorwaſſer dauernd braunroth, durch
Eiſenchloridlöſung blau oder grün gefärbt wird.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,15.
Maximale Tagesgabe 0,5.
Oxymel Scillae.
Meerzwiebelhonig.
Fünf Theile MeerzwiebeleſſimnnůUP Uk H 5
Zehn Theile gereinigten Honing gg.. 10
werden im Dampfbade auf
Dehn Theile . e 10
abgedampft und colirt.
Er ſei klar, gelblichbraun.
Paraffinum liquidum.
Flüſſiges Paraffin.
Eine aus dem Petroleum nach Beſeitigung bei niedriger Tem⸗
peratur ſiedender Antheile gewonnene klare, ölartige Flüſſigkeit von
mindeſtens 0,840 ſpec. Gewicht.
Dieſelbe ſei frei von gefärbten, fluorescirenden und riechenden
Stoffen und ſiede nicht unter 360 9.
Schwefelſäure, bei Waſſerbadtemperatur einen Tag lang unter
häufigem Durchſchütteln mit dem flüſſigen Paraffin in Berührung
gebracht, darf dieſes nicht verändern und ſich ſelbſt nur wenig bräunen.
Natriummetall muß unter denſelben Verhältniſſen blank bleiben,
207
Weingeiſt nehme beim Kochen mit flüfjigem Paraffin keine faure
Reaction an.
Paraffinum solidum.
Feſtes Paraffin.
Eine aus brennbaren Mineralien gewonnene feſte, weiße, mikro⸗
kryſtalliniſche, geruchloſe Maſſe, welche bei einer Temperatur von
74 bis 80 ſchmilzt. Sie entſpreche den bei dem flüſſigen Paraffin
angegebenen Anforderungen an Reinheit.
Pepsinum.
Pepſin.
Feines, faſt weißes, nicht hygroſkopiſches Pulver, faſt ohne Geruch
und Geſchmack, in Waſſer nicht klar löslich. Auf Zuſatz von 2 Tropfen
Salzſäure tritt vermehrte Klärung der Löſung ein. 0,1 g Pepſin, in
150 g Waſſer und 2,5 g Salzſäure gelöſt, muß 10 g gekochten und
in linſengroße Stücke geſchnittenen Eiweißes bei oft wiederholtem,
kräftigem Schütteln innerhalb 4 bis 6 Stunden bei 40 zu einer ſchwach
opaliſirenden Flüſſigkeit löſen.
Percha lamellata.
Guttaperchapapier.
Der eingetrocknete, gereinigte und ſehr dünn ausgewalzte Milch-
ſaft, vorzüglich von Dichopsis (Isonandra) Gutta und anderen
Arten der Genera Dichopsis, Ceratophorus und Payena.
Das Guttaperchapapier ſei rothbraun, durchſcheinend, ſehr elaſtiſch
und nicht klebend.
208
Phosphorus.
Phosphor.
Weiße oder gelbliche, wachsglänzende, durchſcheinende, cylindriſche
Stücke. Der Phosphor ſchmilzt unter Waſſer bei 44, raucht an
der Luft unter Verbreitung eines eigenthümlichen Geruches, entzündet
ſich leicht und leuchtet im Dunkeln. Bei längerer Aufbewahrung wird
er roth, bisweilen auch ſchwarz. Er iſt unlöslich in Waſſer,
leicht löslich in Schwefelkohlenſtoff, ſchwerer in fetten und ätheriſchen
Oelen, wenig in Weingeiſt und Aether.
Sehr vorſichtig unter Waſſer und vor Licht geſchützt aufzu-
bewahren.
Maximale Einzelgabe 0,001.
Maximale Tagesgabe 0,005.
Physostigminum salieylicum.
Phyſoſtigminſalichlat.
Farbloſe oder ſchwach gelbliche Kryſtalle, in 150 Theilen Waſſer
und in 12 Theilen Weingeiſt löslich. Das trockene Salz hält ſich
längere Zeit auch im Lichte unverändert, die wäſſerige oder wein⸗
geiſtige Löſung hingegen färbt ſich ſelbſt im zerſtreuten Lichte in
wenigen Stunden röthlich.
Die wäſſerige Löſung giebt mit verdünntem Eiſenchlorid eine
violette Färbung und wird durch Jodlöſung getrübt. Die Löſung
in Schwefelſäure iſt zuerſt farblos, ſpäter färbt ſie ſich gelb.
Sehr vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,001.
Maximale Tagesgabe 0,003.
209
Pilocarpinum hydrochloricum.
Pilocarpinhydrochlorat.
Weiße, neutrale Kryſtalle von bitterem Geſchmacke, an der Luft
Feuchtigkeit anziehend, leicht löslich in Waſſer oder Weingeiſt, wenig
löslich in Aether oder Chloroform. Dieſelben löſen ſich in rauchender
Salpeterſäure mit ſchwach grünlicher Farbe.
In verdünnter wäſſeriger Löſung des Salzes giebt Ammoniak
keinen Niederſchlag; Natronlauge bringt nur in concentrirter Löſung
eine Trübung hervor.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,03.
Maximale Tagesgabe 0,06.
Pilulae alodticae ferratae.
Eiſenhaltige Aloepillen.
Entwäſſertes Ferroſulfat und gepulverte Alos werden zu gleichen
Theilen gemiſcht und mit Hülfe von Weingeiſt zu einer Pillenmaſſe
verarbeitet, aus welcher 0,1 g ſchwere Pillen geformt werden, denen
mittelſt Aloetinetur eine glänzende, ſchwarze Oberfläche zu geben iſt.
Pilulae Ferri carbonici.
Eijenpillen.
Eine Löſung von
Fünfzig Theilen Ferroſulfaua ck 50
in
Zweihundert Theilen ſiedenden Waſſerrr ss 200
wird in eine geräumige Flaſche filtrirt, welche eine
klare Löſung von
27
210
Fünfunddreißig Theilen Natriumbicarbonaa 35
in
Fünf Hundert Theilen lauwarmen Waſſerssss 500
enthält.
Nachdem man den Inhalt der Flaſche vorſichtig gemiſcht hat, füllt
man dieſelbe mit heißem Waſſer, verſchließt ſie loſe und ſtellt ſie bei
Seite.
Die über dem Niederſchlage ſtehende Flüſſigkeit wird entfernt und
die Flaſche wieder mit heißem Waſſer gefüllt. Nach dem Abſetzen zieht
man die Flüſſigkeit abermals ab und wiederholt dieſe Operation ſo
oft, bis durch Baryumnitrat kaum noch eine Trübung in der Flüſſig⸗
keit hervorgerufen wird.
Den von derſelben möglichſt befreiten Niederſchlag miſcht man in
einer Porzellanſchale mit
Acht Theilen gepulverten Zucker”nssss 8
und
Sechsundzwanzig Theilen gereinigten Honigs 26
und bringt die Miſchung im Dampfbade raſch auf das
Gewicht von
Vierzig Theilen a ni: 40.
Aus je 20 g dieſer Maſſe forme man mit Zuſatz von gepul⸗
verter Eibiſchwurzel 200 Pillen, welche mit Zimmt zu beſtreuen ſind.
Jede Pille enthält 0,025 g Eiſen.
Pilulae Jalapae.
Jalapenpillen.
Drei Theile Jalapenſeife F 3
211
werden zu einer Pillenmaſſe verarbeitet, aus welcher
man Pillen von 0,1 g Gewicht herſtellt.
Dieſelben find mit Lycopodium zu beſtreuen und vor der Auf-
bewahrung an einem warmen Orte auszutrocknen.
Pix liquida.
Holztheer.
Product der trockenen Deſtillation des Holzes von Abietineen, vor⸗
züglich der Pinus silvestris und Larix sibirica. Dickflüſſige,
braunſchwarze, meiſt durch mikroſkopiſche Kryſtällchen etwas krümelige
Maſſe von höchſt eigenthümlichem Geruche. Mit Waſſer geſchüttelt,
ſinkt der Theer unter; erſteres färbt ſich ſehr ſchwach gelblich, nimmt
den Geruch und Geſchmack des Theeres und ſauere Reaction an.
Sehr verdünnte Eiſenchloridlöſung ruft in dem wäſſerigen Theeraus⸗
zuge vorübergehend eine grüne, Kalkwaſſer bleibend eine braunrothe
Färbung hervor.
Placenta Seminis Lini.
Leinkuchen.
Die harten, grauen Preßrückſtände der Samen von Linum
usitatissimum. Mit ſiedendem Waſſer giebt das Pulver ein fade
ſchmeckendes, ſchleimiges Filtrat, worin nach dem Erkalten durch
Schütteln mit Jod keine Blaufärbung entſtehen darf. Das Mikroſkop
läßt in dem Pulver der Preßkuchen Stückchen der Samenſchale
des Leines erkennen, welche von hellgelber, nicht ſchwarzbrauner
Farbe find.
27
212
Plumbum aceticum.
Bleiacetat.
Farbloſe, durchſcheinende, ſchwach verwitternde Kryſtalle oder
weiße kryſtalliniſche Maſſen, welche nach Eſſigſäure riechen, ſich in 2,3
Theilen Waſſer und in 28,6 Theilen Weingeiſt löſen. Die wäſſerige
Löſung beſitzt einen ſüßlich zuſammenziehenden Geſchmack und wird
durch Schwefelwaſſerſtoff ſchwarz, durch Schwefelſäure weiß und durch
Kaliumjodid gelb gefällt.
Das Salz gebe mit 10 Theilen Waſſer eine klare oder nur
ſchwach opaliſirende Löſung, welche durch Kaliumferrocyanat rein weiß
gefällt werde.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,1.
Maximale Tagesgabe 0,5.
Plumbum aceticum erudum.
Rohes Bleiacetat.
Die Löſung des Salzes in 3 Theilen Waſſer darf opaliſiren, aber
mit eee e keinen gefärbten 1 1 geben.
V aufzubewahren.
Plumbum jodatum.
e Bleijodid.
Schweres, gelbes Pulver, welches ungefähr 2000 Theile Waſſer zur
Löſung bedarf, in heißer Ammoniumchloridlöſung aber leicht löslich iſt.
Beim Erwärmen ſchmilzt es unter Entwickelung violetter Dämpfe. Die
213
mit Hülfe von Ammoniumchlorid in der Wärme bereitete wäſſerige
Löſung giebt, mit Schwefelwaſſerſtoff ausgefällt, ein Filtrat, welches
beim Verdampfen und ſchwachem Glühen flüchtig iſt.
Vorſichtig aufzubewahren.
Podophyllinum.
Podophyllin.
Das aus dem weingeiſtigen Extracte des Rhizomes von Podo-
phyllum peltatum mit Waſſer abgeſchiedene Podophyllin iſt ein
gelbes Pulver oder eine lockere, zerreibliche Maſſe von gelblich⸗ oder
bräunlichgrauer Farbe, unter dem Mikroſkope amorph.
Bei 100° wird das Podophyllin allmälig dunkler, ohne zu
ſchmelzen, und giebt mit Waſſer geſchüttelt ein beinahe farbloſes,
Lakmus nicht veränderndes, bitter ſchmeckendes Filtrat, welches durch
Eiſenchlorid braun gefärbt wird. Bleieſſig ruft in dem Filtrate gelbe
Färbung und ſehr ſchwache Opaleſcenz hervor; nach einigen Stunden
ſetzen ſich rothgelbe Flocken ab.
In 100 Theilen Ammoniak löſt ſich das Podophyllin zur gelb⸗
braunen Flüſſigkeit, welche ſich ohne Trübung mit Waſſer verdünnen
läßt; neutraliſirt man die ammoniakaliſche Löſung, ſo ſcheiden ſich
braune Flocken ab. In 10 Theilen Weingeiſt löſt ſich das Podo⸗
phyllin zu einer dunkelbraunen Flüſſigkeit, aus welcher es durch Waſſer
in graubräunlichen Flocken gefällt wird. In Aether iſt es nur theil-
weiſe löslich, noch viel weniger nimmt Schwefelkohlenſtoff davon auf.
214
Potio Riveri.
River'ſcher Trank.
Vier Theile CitronenſäurMMce „ 4
werden in
Hundertneunzig Theilen Waſſerr . 190
gelöſt und
Neun Theile Natriumcarbo naaa. 9
in kleinen Kryſtallen zugefügt; letztere werden durch mäßiges
Umſchwenken langſam gelöſt und das Glas verſchloſſen.
Nur auf Verordnung zu bereiten.
Pulpa Tamarindorum eruda. -
Tamarindenmus.
Das braunſchwarze Mus der Hülſen von Tamarindus indica;
eine etwas zähe, weiche Maſſe, welcher in geringer Menge die Samen,
die pergamentartigen Samenfächer, derbe Gefäßbündel der Frucht und
Trümmer ihrer ſpröden, braungrauen Rinde beigemengt ſind. Das
Tamarindenmus ſchmeckt rein und ſtark ſauer.
Pulpa Tamarindorum depurata.
Gereinigtes Tamarindenmus.
Tamarindenmus wird mit heißem Waſſer gleichmäßig erweicht,
durch ein Haarſieb gerieben und in einem porzellanenen Gefäße im
Dampfbade zum dicken Extracte eingedampft.
Fünf Theilen dieſes noch warmen Muſes 5
wird
Ein Theil gepulverten Zuckers. 1
hinzugefügt.
Es ſei ſchwarzbraun, von angenehmem, ſauerem Geſchmacke.
215
Ein blankes Eiſenſtäbchen, welches man eine halbe Stunde in das
mit Waſſer verdünnte Präparat ſtellt, darf ſich nicht röthlich färben.
Pulvis abrophorus.
Brauſepulver.
Zehn Theile Natriumbicarbona oo d aan. 10
22 ð ł 0020. TE AT AZ. 9
Meunzehn. Schelle Jucker DR RAT. 19
werden in fein gepulvertem Zuſtande, einzeln in gelinder
Wärme gut ausgetrocknet, gemiſcht.
Es ſei ein trockenes, in Waſſer unter ſtarkem Aufbrauſen ſich
löſendes Pulver.
Pulvis a@rophorus anglicus,
Engliſches Brauſepulver.
Jede Doſis beſteht aus
Zwei Gramm gepulverten Natriumbicarbonates 2
und
Anderthalb Gramm gepulverter Wein ſäure 1,5.
Das Natriumbicarbonat werde in gefärbter, die Säure in weißer
Papierkapſel dispenſirt.
Pulvis aörophorus laxans.
Abführendes Braufepulver,
Jede Doſis beſteht aus a
Sieben und einem halben Gramm gepulverten Kalium⸗
nataumtartreat ss Kum. K 7,5
Zwei und einem halben Gramm gepulverten Natrium-
bicarbataus ee. „ 2,5
2,0.
216
Die Salze werden gemiſcht und in einer gefärbten ee „die
Säure in einer weißen dispenſirt.
Pulvis gummosus.
Zuſammengeſetztes Gummipulver.
Fünfzehn Theile arabiſchen Gummis. 15
Dehn Theile Süßha in... ee 10
auf Theile. Zack n e e 5
werden in fein gepulvertem Zuſtande gemiſcht.
Trockenes, gelbweißes Pulver, vom Geruche und Geſchmacke des
Süßholzes.
Pulvis Ipecacuanhae opiatus.
Dover'ſches Pulver.
Eu Mel enn 1
in Dell Ipetammanbd. 1... 2: m Sf 1
At. Theile Milchzucker nn san ni un 8
werden in fein gepulvertem Zuſtande gemiſcht.
Hellbräunliches Pulver, vom Geruche und Geſchmacke des Opiums.
Vorſichtig aufzubewahren.
Pulvis Liquiritiae compositus.
Bruſtpulver.
Sechs Theile unn — 28 6
Zwei Theile Sennes blätter Ha er 2
Dune Theile Süßholz d rin e e 2
eil engl. — 1
Ein Theil gereinigten Schwefel ©... . 1
werden in fein gepulvertem Zuſtande gemiſcht.
Es ſei trocken, von grünlichgelber Farbe.
217
Pulvis Magnesiae cum Rheo.
Kinderpulver.
Sechszig Theile Magneſiumcarbonaa lll. 60
Vierzig Theile Fenchel szuerrrnrn»õ 40
Faun Theile Nhabmfer!!k 15
werden in fein gepulvertem Zuſtande gemiſcht.
Trockenes, anfangs gelbliches, ſpäter röthlichweißes, nach Fenchelöl
riechendes Pulver.
Pulvis salieylieus eum Talco.
Salicylſtreupulver.
Drei Theile "rich a ar 3
Dehn Theile Weizenſtare 2 10
Siebenundachtzig Theile Talk 87
werden zu einem feinen Pulver gemiſcht.
Weißes, trockenes Pulver.
Radix Althaeae.
Eibiſchwurzel.
Bis über 2 dm lange und 1,5 em dicke Aeſte der Wurzel von
Althaea officinalis, befreit von dem gelblichgrauen Korke. An
der weißlichen, längswulſtigen Oberfläche bräunliche Narben und dünne
verfilzte Baſtbündelchen. Mit dem 10 fachen Gewichte Waſſer giebt
die Eibiſchwurzel einen nur gelblich gefärbten ſchleimigen Auszug von
ſchwachem, eigenthümlichem, weder ſäuerlichem, noch ammoniakaliſchem
Geruche und fadem Geſchmacke. Die Flüſſigkeit wird durch Ammoniak
e 28
218
ſchön gelb, durch Jodwaſſer nicht blau gefärbt; letzteres iſt aber der
Fall mit dem erkalteten Decocte der Wurzel. Eibiſchwurzel, welche
außen oder innen mißfarbig oder ſtark verholzt iſt, darf nicht zur An⸗
wendung kommen.
Radix Angelicae.
Angelicawurzel.
Das kurze, Blattreſte tragende, bis 5 em dicke Rhizom der
Archangelica officinalis, ſammt den ſehr zahlreichen bis 3 dm
langen, am Urſprunge bis 1 em dicken Aeſten. Letztere find längs⸗
furchig, querhöckerig, von der gleichen braungrauen bis röthlichen
Farbe wie das Rhizom. Die Aeſte der in den Handel gelangenden
Wurzel pflegen zu einem Zopfe vereinigt abwärts gebogen zu ſein.
Sie tragen bisweilen rothbraune Harzkörner an der Oberfläche und
löſen ſich oft in dünne Zaſern auf. Die Wurzeln ſchneiden ſich weich
wachsartig und brechen glatt ab. Die Breite ihrer Rinde erreicht
höchſtens den Durchmeſſer des gelblichen Holzkernes; ſie zeigt radiale
Reihen anſehnlicher Balſambehälter.
Die Angelicawurzel riecht und ſchmeckt ſehr aromatiſch.
Radix Colombo.
Colombowurzel.
Querſcheiben der gelben Wurzel von Iateorrhiza Calumba,
annähernd kreisförmig, bis über 5 em im Durchmeſſer und 2 em
Dicke erreichend, ſeltener Längsviertel. Die ungefähr 5 mm breite
Rinde, von runzeligem braungrünlichem Korke bedeckt, wird durch
die dunkle feinſtrahlige Cambiumzone abgegrenzt. Die oft ſehr grob⸗
faſerige Mitte der Scheiben pflegt auf beiden Seiten uneben ein-
219
gefunfen zu fein. Mit 5 Theilen Waſſer giebt die Colombowurzel
einen ſehr bitteren, blaßgelben Auszug. Unter dem Mikroſkope zeigt
die Wurzel anſehnliche Stärkelörner.
Radix Gentianae.
Enzianwurzel.
Gewöhnlich der Länge nach geſpaltene Wurzeläſte und Wurzelſtöcke
der Gentiana lutea, Gentiana pannonica, Gentiana
purpurea und Gentiana punctata. Die Wurzel der zuerſt
genannten Pflanze iſt bis über 6 dm lang und oben gegen 4 cm dick,
bei den übrigen Arten ſchwächer. Alle ſind braun, ſehr ſtark längs⸗
runzelig, oben mehr quer geringelt, mehrköpfig, wenig verzweigt,
von glattem, nicht holzigem oder faſerigem Bruche, innen braun⸗
röthlich oder hellbraun. Die Enzianwurzeln enthalten kein Stärkemehl )
ſie ſchmecken ſtark bitter.
Radix Helenii.
Alantwurzel.
Das meiſt der Länge nach zerſchnittene, hellgraue, nicht geſchälte
Rhizom und die Wurzeläſte der Inula Helenium. Letztere find
häufig 15 em lang und 1,5 em dick. Der Bruch iſt glatt, nicht
bolzig; das Rindengewebe läßt große Oelräume, mitunter auch
glänzende Kryſtallnadeln erkennen. Stärkemehl fehlt der Alantwurzel ;
ſie riecht eigenthümlich gewürzhaft und ſchmeckt bitterlich
220
Radix Ipecacuanhae.
Brechwurzel.
Die Wurzeläſte der Psychotria Ipecacuanha (Cephaßlis
Ipecacuanha). Sie ſind wurmförmig gekrümmt, bis 15 em lang,
in der Mitte höchſtens 5 mm dick, nach beiden Enden etwas dünner,
meiſt unverzweigt. Die graue oder bräunlichgraue Rinde iſt dicht
und ziemlich regelmäßig geringelt, innen weißlich, von körnigem
Bruche, der dünne, leicht trennbare Holzcylinder hellgelblich. Die
Rinde riecht dumpf und ſchmeckt widerlich bitter.
Schüttelt man ſie mit dem 5 fachen Gewichte warmen Waſſers
und filtrirt nach einer Stunde, ſo entſteht in der Flüſſigkeit ein
reichlicher, amorpher, weißer Niederſchlag, wenn man eine kleine
Menge einer Auflöſung von 0,332 g Kaliumjodid und 0,454 g Queck⸗
ſilberjodid in 100 g Waſſer dazu tröpfelt. Schüttelt man 0,2 g
Ipecacuanha mit 10 g Salzſäure, jo nimmt das Filtrat auf Zuſatz
von Jodwaſſer blaue Farbe an und wird feurig roth, wenn man
Chlorkalk darauf ſtreut.
Vorſichtig aufzubewahren.
Radix Levistiei.
Liebſtöckelwurzel.
Von Levisticum officinale. Meiſt der Länge nach geſpaltene,
ungefähr 30 bis 40 em lange und 4 em dicke Stücke der hell braun⸗
grauen, längsrunzeligen, oben quer geringelten Wurzel, welche oft noch
von Blattreſten gekrönt ſind. Das mehr weißliche innere Rindengewebe
zeigt da und dort braunes oder rothgelbes Harz. Dünne Quer⸗
221
ſchnitte quellen im Waſſer ſtark auf; der Durchmeſſer des Holzeylinders
bleibt hinter der Breite der ſchwammigen Rinde zurück. In der letzteren
erkennt man unregelmäßige Kreiſe weiter Balſamräume. Die Wurzel
beſitzt ein eigenthümliches Aroma.
Radix Liquiritiae.
Spaniſches Süßholz.
Die einfachen, mehrere dm langen, 5 bis 20 mm dicken Wurzel⸗
ausläufer der Glycyrrhiza glabra, begleitet von wenig zahl
reichen Wurzeln. Die rothbraune oder braungraue, runzelige Oberfläche
der Ausläufer zeigt hier und da kleine Knospen; ihr gelber, ſtrahliger
und poröſer, aber ſehr dichter Querſchnitt bietet ein etwas dunkleres,
oft kantiges Mark und einen ſcharf gezeichneten Cambiumring dar.
Geſchmack eigenthümlich ſüß.
Radix Liquiritiae mundata.
Ruſſiſches Süßholz.
Die einfachen, geſchälten, gelben Wurzeln und Wurzelausläufer
der ruſſiſchen Form der Glycyrrhiza glabra (Glycyrrhiza
glandulifera). Von ſehr langfaſerigem Bruche, auf dem Querſchnitte
von grobſtrahligem, ſehr lockerem Gefüge, meiſt beträchtlich dicker als
lem, und gewöhnlich nicht über 3 dm lang. Von eigenthümlich
ſüßem Geſchmacke.
222
Radix Ononidis.
Hauhechelwurzel.
Die fußlange, vorwiegend 1 bis 2 em dicke Wurzel der Ononis
spinosa. Sie iſt meiſt ſtark gekrümmt, der Länge nach zerklüftet
und zerfaſert, abgeplattet, um ihre Axe gedreht und löſt ſich nach oben
in zahlreiche Stengeltriebe auf. Die Oberfläche grau oder graubraun,
das zähe innere Gewebe weiß. Der Querſchnitt von ſehr unregel⸗
mäßigem Umriſſe bietet zahlreiche Strahlen von ungleicher Länge und
eine feſthaftende Rinde von weniger als 1mm Dicke dar. Geſchmack
kratzend, etwas herbe und ſüßlich; Geruch ſchwach, an Süßholz
erinnernd.
Radix Pimpinellae.
Bibernellwurzel.
Die bewurzelten braunen Rhizome und Wurzeln der Pimpinella
Saxifraga und Pimpinella magna. Das geringelte, mehr-
köpfige Rhizom trägt bisweilen noch Reſte der Blattſtiele und Stengel
und geht nach unten über in die runzeligen und höckerigen bis 2 dm
langen und bis 15 mm dicken Wurzeln. Auf ihrem Querſchnitte
erreicht der Durchmeſſer des gelben Holzceylinders ungefähr die Breite
der weißen, nach außen großlückigen Rinde, welche von zahlreichen
Reihen braungelber Balſamräume ſtrahlenförmig durchzogen iſt. Die
Bibernellwurzel iſt leicht ſchneidbar; Geruch und Geſchmack ſcharf
aromatiſch, höchſt eigenthümlich.
223
Radix Ratanhiae.
Peruaniſche Ratanhia.
Die mehrere din langen, bis ungefähr 3 em dicken Wurzeläſte
der Krameria triandra. Das braunrothe, innen weißliche Holz
iſt bedeckt von einer ungefähr 1 mm dicken, dunkel braunrothen, nicht
warzigen, kurzfaſerigen Rinde, welche auf Papier einen braunen
Strich giebt. An dickeren Aeſten blättert die Rinde querriſſig ab.
Der letzteren, nicht dem Holze, kommt ein ſehr herber Geſchmack zu.
Mit 300 Theilen Waſſer geſchüttelt, giebt die Rinde einen bräun⸗
lichen Auszug, welcher durch Eiſenchlorid grün gefärbt wird; nach
kurzer Zeit ſetzt ſich ein brauner Niederſchlag aus der Flüſſigkeit ab.
1 Theil der Rinde, mit 1 Theil fein gepulverten Eiſens und 300 Theilen
Waſſer geſchüttelt, giebt nach 4 Stunden eine rothbraune, nicht violette
Flüſſigkeit.
Radix Rhei.
Rhabarber.
Die geſchälten, oft unregelmäßig zugeſchnittenen Rhizome von
Rheum Arten Hochaſiens, vorzüglich wohl Rheum officinale.
Das ſehr dichte Gewebe erweiſt ſich auf der durch Zerſchlagen gewon⸗
nenen friſchen Bruchfläche als gemiſcht aus einer körnigen, nicht fa⸗
ſerigen, glänzend weißen Grundmaſſe und braunrothen Markſtrahlen.
Letztere verlaufen in den inneren Theilen regellos, bilden aber in
der Nähe der Oberfläche Strahlenkreiſe von höchſtens 1 em Durch⸗
meſſer. Nur in der ſehr ſchmalen äußerſten Schicht zeigen die Mark⸗
ſtrahlen regelmäßige radiale Anordnung. Geruch und Geſchmack ſehr
eigenartig.
224
Radix Sarsaparillae.
Sarſaparille.
Die unter dem Namen Honduras -Sarſaparille eingeführten Wurzeln
centralamerikaniſcher Smilax- Arten. Nur die bis ungefähr 7 di
langen und 4 mm dicken Wurzeln, mit Ausſchluß des Wurzelſtockes,
dürfen gebraucht werden. Dieſelben ſind ziemlich gleichmäßig cylindriſch,
zum Theil längsfurchig, gewöhnlich nicht veräſtelt, von bräunlich⸗
grauer, bisweilen beinahe gelbröthlicher Färbung. Der dicht ge⸗
ſchloſſene, braune, ſchmale Kreis der Endodermis zeigt ſich auf dem
Querſchnitte umgeben von einem weit breiteren, rein weißen, ſtärke⸗
mehlreichen Rindengewebe. Die Sarſaparille ſchmeckt ſchleimig, dann
kratzend.
Radix Senegae.
Senegawurzel.
Von Polygala Senega. Der knorrige, mit zahlreichen Stengel-
reſten und röthlichen Blattſchuppen verſehene Wurzelkopf ſammt der
oben geringelten, höchſtens 1,5 em dicken Wurzel und ihren wenigen
auseinander fahrenden, bis 2 dm langen, einfachen Aeſten. Auf der
gelblichen Rinde pflegt ſich ein Kiel zu erheben, welcher um den Wurzelaſt
herumläuft; dem erſteren gegenüber zeigen ſich gewöhnlich Querwülſte.
Von der nicht über 1 mm dicken Rinde befreit, zeigt ſich der markloſe
Holzcylinder an zahlreichen Stellen eingeriſſen und ausgehöhlt. Die
Senegawurzel enthält kein Stärkemehl; ſie riecht etwas ranzig und
ſchmeckt ſcharf kratzend.
225
Radix Taraxaci cum herba.
Löwenzahn.
Taraxacum officinale. Die im Frühjahre vor der Blüthe⸗
zeit geſammelte, getrocknete, ganze Pflanze.
Radix Valerianae.
Baldrianwurzel.
Von Valeriana officinalis. Der etwas knollige, bis 2 em
dicke und 4 em lange, aufrechte, am unteren Ende abgeſtorbene Wurzel⸗
ſtock iſt reichlich beſetzt mit höchſtens 2 mm dicken, bis über 2 dm
langen, graubraunen oder bräunlichgelben Wurzeln; ſtärkere Wurzel-
ſtöcke ſind innen querfächerig. Auf dem Querſchnitte der Wurzeln iſt
der dünne Solzcylinder von der bis viermal breiteren weißlichen Rinde
umſchloſſen. Geruch eigenartig kräftig, Geſchmack gewürzhaft, ſüßlich
und wenig bitter.
Resina Dammar.
Dammarharz.
Von Dammara alba (Agathis alba), Dammara orien-
talis, Hopea micrantha, Hopea splendida und wohl noch
anderen ſüdindiſchen Bäumen. Gelblichweiße, durchſichtige, ſtalaktitiſche
Tropfen oder mehrere em große, theils birnförmige, theils keulen⸗
förmige Stücke oder unförmliche Klumpen. Sie ritzen Colophonium
29
226
und liefern beim Zerreiben ein weißes, geruchloſes Pulver, welches bei
100° nicht erweicht.
Das Dammarharz iſt reichlich löslich in Aether, Chloroform,
Schwefelkohlenſtoff, weniger in Weingeiſt und Petroleumbenzin.
Resina Jalapae.
Jalapenharz.
Ein Theil gröblich gepulverter Jalapenkn ollen 1
wird mit
rb ar chekeaetee reihe ee 4
24 Stunden unter öfterem Umſchütteln digerirt und nach
dem Erkalten gepreßt. Auf den Rückſtand werden nochmals
U. r 20.00. ea BIER: 2
gegoſſen und wie vorher verfahren.
Von den gemiſchten und filtrirten Auszügen wird der Weingeiſt
abdeſtillirt und das zurückgebliebene Harz mit warmem Waſſer ab⸗
gewaſchen, bis ſich dieſes nicht mehr färbt. Das Harz werde dann
im Dampfbade unter Umrühren ausgetrocknet, bis es nach dem Er⸗
kalten zerreiblich iſt.
Es ſei braun, an den glänzenden Bruchrändern durchſcheinend,
leicht zerreiblich, in Weingeiſt leicht, aber in Schwefelkohlenſtoff nicht
löslich. Es löſe ſich in 5 Theilen warmen Ammoniaks. Die Löſung
gelatinire nicht nach der Abkühlung und bleibe nach der Ueberſättigung
mit Säuren klar. Wird dieſelbe jedoch ohne weiteres abgedampft,
jo muß der Rückſtand in Waſſer löslich fein.
Vorſichtig aufzubewahren.
227
Rhizoma Calami.
Calmuswurzel.
Das von Wurzeln, Blattſcheiden und Stengeln befreite, nicht ge⸗
ſchälte, bis 2 dm lange Rhizom des Acorus Calamus. Es iſt
oberſeits durch Blattnarben in dreieckige graue Felder getheilt, welche
mit den braunen Stammſtücken abwechſeln; unterſeits erheben ſich die
in Zickzacklinien geordneten, dunkelbraunen, ſcharfrandigen Wurzel-
narben nur wenig aus der braunen, längsrunzeligen Rinde. Auf
dem elliptiſchen, durchſchnittlich 1,5 em breiten, bräunlichen Quer-
ſchnitte iſt der Gefäßbündelcylinder von der ungefähr dreimal ſchmäleren,
meiſt etwas dunkleren Rinde umſchloſſen. Von eigenthümlichem Aroma
und zugleich bitterem Geſchmacke.
Rhizoma Filieis.
Farnwurzel.
Das ungeſchälte Rhizom ſammt Blattbaſen des Aspidium
Filix mas, befreit von den Wurzeln und Spreuſchuppen. Im
Spätjahre zu ſammeln. Die kantigen, gekrümmten, einige em
langen und ungefähr 1 em dicken Blattbaſen zeigen auf dem Quer⸗
bruche in dem grünlichen, mehligen Gewebe ungefähr 8 ſcharf um⸗
ſchriebene Gefäßbündel, eine etwas größere Zahl bietet der Stamm
ſelbſt dar. Von ſüßlichem und kratzendem, etwas herbem Geſchmacke,
ohne erheblichen Geruch. Die Farnwurzel muß jedes Jahr erneuert
werden.
228
Rhizoma Galangae.
Galgantwurzel.
Rothbraune, cylindriſche Stücke des derbholzigen Rhizomes der
Alpinia officinarum. Knieförmige, bis 7 em lange, oft etwas
knollig bis zur Dicke von 2 em anſchwellende Glieder, welche, in
2 bis 4 rauhfaſerigen Schnittflächen endigend, ſeltener Stengelreſte
tragen; die ringsumlaufenden Blattnarben ſind hell gefranſt. Der
größte Theil des braunen Querſchnittes beſteht aus der Rinde, deren
Breite den Durchmeſſer des etwas dunkleren Gefäßbündelcylinders über-
trifft. Geruch und Geſchmack ſehr gewürzhaft.
Rhizoma Graminis.
Queckenwurzel.
Der zerſchnittene ſtrohartige Wurzelſtock des Triticum repens.
Die bis 5 mm langen, 3 mm dicken, glänzend blaßgelben, kantigen
Stücke zeigen einen ſchmalen, hohlen Gefäßbündelkreis innerhalb des
ſtärkefreien Rindengewebes. Die Queckenwurzel ſchmeckt ſüßlich.
Rhizoma Imperatoriae.
Meiſterwurzel.
Das äſtige, graubraune, etwas knollige Rhizom der Impera-
toria Ostruthium. Der bis 1 dm lange und 1,5 em breite,
dicht geringelte und warzige Hauptſtamm treibt kleinere Wurzeln und
holzige bis 5 mm dicke Ausläufer. Der ungefähr 1 mm breite,
229
gelbliche Holzring des erſteren ſchließt ein breites Mark ein und ift von
einer auf dem Querſchnitte des Hauptſtammes nur wenig breiteren,
ſtrahligen Rinde umgeben. Beſonders im Markgewebe ſind zahlreiche
Balſamräume vorhanden. Die Meiſterwurzel riecht und ſchmeckt ſehr
ſtark und eigenthümlich gewürzhaft.
Rhizoma Iridis.
Veilchenwurzel.
Die von Stengeln, Blättern, Wurzeln und der Außenſchicht be-
freiten Rhizome der Iris germanica, Iris pallida und Iris
florentina. Sie beſtehen aus 3 bis 5 durch Einſchnürung geſchie⸗
denen Jahrestrieben in einfacher Reihenfolge oder gabeliger Verzweigung,
abgeſchloſſen durch die tiefe Stengelnarbe. Die bis 15 em langen
und 4 cm dicken Rhizome von weißer Farbe find grob geringelt
und unterſeits braun punktirt durch die Austrittsſtellen der Wurzeln.
Die auf dem Querſchnitte 2 mm breite Rinde iſt durch eine feine
Endodermis von dem blaßgelblichen Gefäßbündelcylinder getrennt.
Geruch veilchenartig, Geſchmack nicht eben aromatiſch, etwas kratzend.
Rhizoma Tormentillae.
Tormentillwurzel.
Das höckerig⸗knollige, braune, bis 8 em lange und bis 2,5 cm
dicke Rhizom der Potentilla Tormentilla, größtentheils befreit
von den langen, bis über 2 mm dicken Wurzeln. Das harte, holzige,
rothbraune Gewebe iſt von ſehr derben, weißen Holzbündeln durchſetzt.
Das Rhizom iſt geruchlos; mit dem 40 fachen Gewichte Waſſer
230
giebt es eine braune Flüſſigkeit von herbem Geſchmacke, welche ſich
mit wenig Ferroſulfat blauſchwarz färbt; fügt man Kalkwaſſer bei,
ſo entſteht ein dunkelvioletter Niederſchlag.
Rhizoma Veratri.
Weiße Nieswurzel.
Das dunkelbraune, aufrechte, bis S em lange, bis 25 mm dicke
Rhizom des Veratrum album, mit den gelblichen, höchſtens 3 dm
langen und ungefähr 3 mm dicken Wurzeln. Der Querſchnitt des
Rhizomes zeigt in geringem Abſtande von der Oberfläche eine feine,
bräunliche, gezackte Endodermis, welche ein derbes, weißliches, amylum⸗
reiches Gewebe einſchließt. Dasſelbe iſt von zahlreichen, kurzen, unregel⸗
mäßig verlaufenden Gefäßbündeln durchzogen. Das Rhizom und die
Wurzeln ſchmecken anhaltend ſcharf und bitter.
Vorſichtig aufzubewahren.
Rhizoma Zedoariae.
Zitwerwurzel.
Querſcheiben oder Längsviertel des knolligen Rhizomes der Cur-
cuma Zedoaria; erſtere bis 4 em Durchmeſſer und ungefähr 1 em
Dicke erreichend. Die hellgraue, nur 5 mm breite Rinde hängt nicht
feſt zuſammen mit dem oft etwas helleren, nicht gelben, durch die
Endodermis ſcharf abgegrenzten und etwas eingeſunkenen Gefäßbündel⸗
cylinder. Geruch und Geſchmack an Campher erinnernd, zugleich bitter.
231
Rhizoma Zingiberis.
Ingwer.
Das handförmig veräſtelte, 2 em breite, von den Seiten her
zuſammengedrückte Rhizom des Zingiber offieinale, von der
grauen Korkſchicht höchſtens an den gewöhnlich knollig gewölbten
Seitenflächen befreit, an den übrigen Stellen längsrunzelig und
weitläufig geringelt. Der körnige Querbruch zeigt zahlreiche braune
Oelräume, gleichmäßig eingeſtreut in das graue Gewebe der nur I mm
breiten Rinde und des auf dem Querſchnitte elliptiſchen, bis etwa
2,5 em breiten Gefäßbündelcylinders. Von ſehr kräftigem Aroma.
Rotulae Menthae piperitae.
Pfefferminzplätzchen.
Zweihundert Theile Zuckerplätz chens 200
werden mit einer Löſung von
Einem Theil Pfefferminz. 1
in
Zwei Theilen Weingeiſtt N 2
benetzt.
Saccharum.
Zucker
Weiße, kryſtalliniſche Stücke oder weißes, kryſtalliniſches Pulver.
Mit der Hälfte feines Gewichtes Waſſer gebe der Zucker ohne Rück⸗
ſtand einen farbloſen, geruchloſen, rein ſüß ſchmeckenden Syrup, welcher
ſich in allen Verhältniſſen klar mit Weingeiſt miſcht. Wäſſerige und
weingeiſtige Zuckerlöſungen dürfen Lakmuspapier nicht verändern. Eine
wäſſerige Löſung (1 = 20) gebe mit Silbernitrat und Baryumnitrat
kaum eine Trübung.
232
Saccharum laetis.
Milchzucker.
Weißliche Kryſtalle oder weißes, kryſtalliniſches Pulver, bei 15°
in 7 Theilen, bei 100° in feinem gleichen Gewichte Waſſer zu ſchwach
ſüß ſchmeckender, nicht ſyrupartiger Flüſſigkeit löslich. Giebt man
0,2 g Milchzucker in die ſiedende Auflöſung von 4 g Natriumcarbonat
in 4 g Waſſer, fo färbt ſich die Flüſſigkeit gelb. 0,2 g baſiſches
Wismutnitrat, welche man ferner beifügt, ſchwärzen ſich, wenn man
das Sieden 5 Minuten länger andauern läßt. In einer heißen
Miſchung von 4 g Bleieſſig und 2 g Ammoniak wird durch 0,2 g
Milchzucker ein Niederſchlag hervorgerufen, welcher rein weiß, nicht
roth ausfallen muß. Wenn man 1 g Schwefelſäure flach ausbreitet
und mit 0,2 g Milchzucker beſtreut, darf nach einer Stunde keine oder
nur eine röthliche, nicht braunſchwarze Farbe auftreten.
Sal Carolinum factitium.
Künſtliches Karlsbader Salz.
Vierundvierzig Theile entwäſſerten Natriumfulfats ..... . 44
a 2...
Achtzehn Theile Natriumchlorid. 18
Sechsunddreißig Theile Natriumbicarbonaauill ek 36
werden in fein gepulvertem Zuſtande gemiſcht.
Weißes, trockenes Pulver.
6 g des Salzes, in 1 Liter Waſſer gelöſt, geben ein dem Karlsbader
ähnliches Waſſer.
233
Lantoninum.
Santonin.
Farbloſe, bittere, bei 170 » ſchmelzende Kryſtalltafeln, welche am
Lichte gelbe Farbe annehmen. Zur Auflöſung des Santonins find er-
forderlich 5000 Theile Waſſer, 44 Theile Weingeiſt, 4 Theile Chloro-
form. Werden 5 Theile Santonin anhaltend mit 4 Theilen Natrium-
carbonat, 60 Theilen Weingeiſt und 20 Theilen Waſſer gekocht,
ſo zeigt die Flüſſigkeit abwechſelnd rothe und gelbe Farbe.
Kocht man das Santonin mit 100 Theilen Waſſer und 5 Theilen
verdünnter Schwefelſäure, ſo darf nach längerer Abkühlung in dem
nicht bitter ſchmeckenden Filtrate kein Niederſchlag entſtehen, wenn man
einige Tropfen Kaliumchromatlöſung zufügt.
Vorſichtig und vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,1.
Maximale Tagesgabe 0,3.
apo jalapinus.
Jalapenſeife.
. ² % . Snake 4
und ;
Vier Theile medieiniſcher Seife n 4
werden in
Acht Theilen verdünnten Weingeiſteee s 8
gelöſt und im Dampfbade unter beſtändigem Umrühren auf
Neun Theile 8 9
verdampft.
234
Sie fei von braungelber Farbe, in Weingeiſt löslich. Mit
2 bis 3 Theilen Waſſer gebe ſie eine trübe, mit 10 bis 20 Theilen
eine faſt klare Löſung, aus welcher ſich kein Harz abſcheidet.
Sapo kalinus.
Kaliſeife.
Hundertfünfunddreißig Theilen Kalilauge 135
werden im Dampfbade nach und nach
hn nn Aus ie 100
zugeſetzt und unter Umrühren eine halbe Stunde er⸗
wärmt. Dann fügt man
Fünfundzwanzig Theile Weingeiſttt .. 25
und, ſobald die Maſſe gleichförmig geworden iſt, nach
und nach
Beihunden ein erk 200
zu. Man erhitzt hierauf, bis ſich ein durchſichtiger,
in heißem Waſſer ohne Abſcheidung von Oel löslicher
Seifenleim gebildet hat, der im Dampfbade unter Um⸗
rühren abgedampft wird, bis der Weingeiſt verflüchtigt
iſt und das Gewicht der fertigen Seife
nn T ned 150
beträgt.
Bräunlichgelbe, durchſichtige, weiche, ſchlüpferige Maſſe von
ſchwachem, aber nicht widerlichem Geruche, frei von körnigen Bei⸗
mengungen, in Waſſer und Weingeiſt löslich.
Dieſe Seife iſt ſtets zu dispenſiren, wenn nicht ausdrücklich a
kalinus venalis verordnet wird.
Sapo kalinus venalis.
Schmierſeife.
235
Sapo medicatus.
Mediciniſche Seife.
Hundertzwanzig Theile Natronlauge... ene 120
werden im Dampfbade erhitzt, nach und nach ein ge—
ſchmolzenes Gemenge von
Fünfzig Theilen Schweineſchmallłlßʒz aus 50
und
Fünfzig Theilen Oliven H Hi een 50
zugeſetzt und die Miſchung unter Umrühren eine halbe
Stunde erhitzt.
Dann füge man
dei Beine. u aaa 12
und, ſobald die Maſſe gleichförmig geworden iſt, nach
und nach
Zweihundert Theile Waſſet b 200
zu. Alsdann erhitze man, nöthigenfalls unter Zuſatz
kleiner Mengen Natronlauge, weiter, bis ſich ein durch⸗
ſichtiger, in heißem Waſſer ohne Abſcheidung von Fett
löslicher Seifenleim gebildet hat.
Endlich werde eine filtrirte Löſung von
Fünfundzwanzig Theilen Koch ſalß zzz. 25
und
Drei Theilen rohen Natriumcarbonatee ss. 3
in
Achtzig Theilen Waſſ err!!! 80
beigefügt und unter Umrühren weiter erhitzt, bis ſich die Seife voll⸗
ſtändig abgeſchieden hat.
30*
236
Die von der Mutterlauge getrennte Seife werde mehrmals mit
geringen Mengen Waſſer abgewaſchen, dann vorſichtig, aber ſtark aus⸗
gepreßt, in Stücke zerſchnitten und an einem warmen Orte getrocknet.
Sie ſei weiß, nicht ranzig, in Waſſer und Weingeiſt löslich.
Dieſe Löſungen dürfen durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer nicht ver⸗
ändert werden und mit Queckſilberchlorid keinen gefärbten Niederſchlag
geben.
Saturationes.
Saturationen.
Wenn Saturatio ohne Angabe der Beſtandtheile verordnet wird,
fo iſt Potio Riveri zu dispenſiren.
Sebum ovile.
Hammeltalg.
Weißes, feſtes, bei ungefähr 479 klar ſchmelzendes Fett des
Ovis Aries von beſonderem, nicht ranzigem Geruche. Wird 1 Theil
Talg mit 1 Theil Weingeiſt erwärmt und geſchüttelt, ſo muß die nach
dem völligen Erkalten klar abgegoſſene Flüſſigkeit nach Zuſatz von
gleichviel Waſſer klar bleiben und darf Lakmuspapier nicht verändern.
Im doppelten Gewichte Petroleumbenzin löſt ſich der Talg langſam auf,
kryſtalliſirt aber bei längerem Stehen in verſchloſſenem Glaſe größten⸗
theils heraus.
Secale cornutum.
Mutterkorn.
Der in der Ruheperiode feiner Entwickelung geſammelte Pilz Cla-
viceps purpurea, von gerundet dreikantiger, oft gebogener Form,
höchſtens 40 mm lang und 6 mm dick. Seine dunkelvioletten oder
237
ſchwarzen, am Grunde helleren, oft eingeſunkenen Flächen find ge
wöhnlich bis tief in das innere weiße oder röthliche Gewebe aufge⸗
riſſen. Dasſelbe iſt von derbem Gefüge und von fadem Geſchmacke.
Mit 10 Theilen heißen Waſſers übergoſſen fol das gepulverte Mutter-
korn den ihm eigenthümlichen, weder ammoniakaliſchen, noch ranzigen
Geruch entwickeln. Gepulvertes Mutterkorn ſoll nur nach völliger
Erſchöpfung mit Aether zur Verwendung kommen.
Maximale Einzelgabe 1,0.
Maximale Tagesgabe 3,0.
Semen Colchiei.
Zeitloſenſamen.
Von Colchicum autumnale. Bis 3 mm erreichende, ſehr
fein punktirte, nahezu kugelige Samen, welche durch den Nabelwulſt
etwas zugeſpitzt ſind. Die harte, braune Samenſchale umſchließt ein
ſtrahliges, graues Eiweiß mit einem ſehr kleinen Embryo. Die Samen
ſchmecken ſehr bitter.
Vorſichtig aufzubewahren.
Semen Faenugraeci.
Bockshornſamen.
Von Trigonella Faenum graecum. Graugelbliche oder
bräunliche, flach rautenförmige oder unregelmäßig gerundete, 3 bis
5 mm lange, bis 2 mm dicke Samen, welche durch eine oft nahezu
diagonale Furche in zwei ungleiche Hälften getheilt find. In der klei⸗
neren ſteckt das in die Ebene der Samenlappen und an deren Rändern
238
heraufgebogene, dicke Würzelchen des gelben Keimes, welcher ſich nach
dem Einweichen in Waſſer aus einer ungefärbten, derben, ſchleimigen
Haut und der dünnen, zähen Samenſchale von gelblicher Farbe her⸗
auslöſen läßt; alle dieſe Gewebe ſind frei von Stärkemehl. Der
Bockshornſamen beſitzt einen eigenen, unangenehmen Geſchmack, oft
mit bitterlichem Beigeſchmacke und einen ſehr eigenartigen Geruch.
Semen Lini.
Leinſamen.
Von Linum usitatissimum. Die gewölbten Flächen der
braunen oder gelblichen, glänzenden, dünnen Samenſchale ſind von
eiförmigem Umriſſe, 4 bis 6 mm lang, ſtumpf genabelt. Das weiße
oder etwas grünliche Gewebe des Eiweißes und des Keimes des Lein⸗
ſamens iſt frei von Stärkemehl und von mildem, öligem, nicht
ranzigem Geſchmacke.
Semen Mvristieae,
Muscatnuß.
Die Samenkerne der Myristica fragrans, von ſtumpf eiför⸗
migem oder annähernd kugeligem Umriſſe, gegen 3 em Länge und
bis 2 em Durchmeſſer erreichend. Die bräunliche, hellgrau beſtäubte,
runzelige Oberfläche iſt gewöhnlich auf der etwas weniger gewölbten
Seite von einer ſeichten Furche durchzogen. Die Schnittfläche iſt durch
das Eindringen brauner Streifen in das weißliche, mehlige Gewebe
unregelmäßig gefeldert oder gefleckt. Geruch und Geſchmack aromatiſch.
239
Semen Papaveris.
Mohnſamen.
Von Papa ver somniferum. Weißlich, von nierenförmigem
Umriſſe, 1 mm lang, mit hoch gewölbten, zierlich netzförmig gerippten
Flächen. Die dünne, zähe Samenſchale ſchließt das weiße, ſtärkemehl⸗
freie Gewebe des Eiweißes und des Keimes ein, welches milde ölig
ſchmeckt.
Semen Sinapis.
Senfſamen.
Von Brassica nigra. Die dünne, braune, häufig graue,
ſchülferige Samenſchale läßt das in die Rinne der zuſammengefalteten
Keimblätter heraufgebogene Würzelchen erkennen. Die feinnetzig grubigen
Samen find annähernd kugelig, von 1mm Durchmeſſer. Zerkaut
ſchmecken fie in der erſten Minute milde ölig, ſchwach ſäuerlich, als⸗
bald aber brennend ſcharf. Dieſe Schärfe entwickelt ſich kräftig aus
der gelblichen, ſauer reagirenden Emulſion, welche beim Zerreiben der
Senfſamen mit Waſſer entſteht. Kocht man den gepulverten Samen
mit dem 50 fachen Gewichte Waſſer, fo darf das abgekühlte Filtrat
durch Jodwaſſer nicht blau gefärbt werden.
Semen Strychni.
Strychnosſamen.
Die ſcheibenförmigen, 25 mm Durchmeſſer und höchſtens 5 mm
Dicke erreichenden, häufig verbogenen Samen der Strychnos Nux
vomica, beſetzt mit weichen, glänzenden, graugelben, bisweilen
grünlich ſchimmernden Haaren. Nach dem Einweichen in Waſſer
laſſen ſich die Samen längs der oft etwas zugeſchärften Randlinie
in die beiden Hälften des hornartigen, ſtärkemehlfreien Sameneiweißes
240
zerlegen. Dieſelben ſchließen die zwei zarten, 5 mm langen Keim⸗
blättchen und das keulenförmige Würzelchen ein. Die Strychnosſamen
ſchmecken äußerſt bitter.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,1.
Maximale Tagesgabe 0,2.
Species.
Theegemiſche.
Die zur Bereitung von Species zu verwendenden Subſtanzen müſſen
durch Schneiden, Raspeln oder Stoßen möglichſt gleichförmig zerkleinert
werden. Das beim Zerkleinern entſtehende feine Pulver iſt zu ent⸗
fernen. f
Bei den Theegemiſchen, welche zu Aufgüſſen oder Abkochungen
dienen, kommen Siebe mit 4 bis 6 mm, bei den Miſchungen, welche
zur Ausfüllung von Kräuterſäckchen gebraucht werden, Siebe mit
2 bis 3 mm Maſchenweite zur Anwendung. Species zu Kataplasmen
ſind gröblich zu pulvern.
Species aromaticac.
Gewürzhafte Kräuter.
Zwei Theile Pfefferminz eee 2
e,, . 2
Zwei, Theile Thymian a eee 2
Zwei Theile Lavendelblüthe nn. ER 2
Ein: Theil Semärnellen 23%... sn 1
ain 1
werden gemiſcht.
241
Species emollientes.
Erweichende Kräuter.
Ein Theil Eibiſch blättern 1
Ein Theil Malven blättern. 1
Ein Theil Steinklee... 1
Ein Theil Kamille n 1
Ein Theil Leinſamnn „ 1
werden zu einem groben Pulver zerſtoßen und gemiſcht.
Species laxantes.
Abführender Thee.
Sechszehn Theile Sennesblätteeerr nnn. 16
Zehn Theile Holunderblüthe nn 10
Fünf Theile Fenchel 5
Fünf Theile Anis sn 5
Vier Theile Weinſteinnnn . 4.
Die zerſchnittenen Sennesblätter werden zunächſt angefeuchtet und
mit dem Weinſtein möglichſt gleichmäßig beſtreut und gemiſcht. Nach»
dem ſie wieder getrocknet ſind, werden die anderen Subſtanzen bei⸗
gemengt.
Species Lignorum.
Holzthee.
Fünf Theile Guajalholl ) 5
Drei Theile Hauhechelwurzellqqccuw 3
Ein Theil ruſſiſchen Süßholze sz... 1
Ein Theil Saſſafras hol.... 1
werden gemiſcht.
242
Species pectorales.
Bruſtthee.
Acht Theile Eihiſchwur zl mit its 8
Drei Theile ruſſiſchen Süßholze s 3
Ein: Theil Delek NR 1
„„ c . - eeeetsinn ts lan 4
ser Theile Wolſhlame nn 2
JJ. 2
werden gemiſcht.
Spiritus.
Weingeiſt.
Farbloſe, klare, flüchtige, leicht entzündliche, mit wenig leuchtender
Flamme brennende, neutrale Flüſſigkeit von eigenthümlichem Geruche
und brennendem Geſchmacke.
Spec. Gewicht 0,830 bis 0,834, einem Gehalte von 91,2 bis 90
Volumprocenten oder 87,2 bis 85,6 Gewichtsprocenten Alcohol ent⸗
ſprechend.
Der Weingeiſt muß ſich mit Waſſer in allen Verhältniſſen ohne
Trübung miſchen. Werden 50 g mit Zuſatz von 10 Tropfen Kali⸗
lauge bis auf etwa 5 g verdunſtet und der Rückſtand mit verdünnter
Schwefelſäure überſättigt, ſo darf ſich kein Geruch nach Fuſelöl ent⸗
wickeln. Werden in einem Probirrohre gleiche Volumen Schwefel-
ſäure und Weingeiſt vorſichtig übereinander geſchichtet, ſo darf ſich
zwiſchen beiden Flüſſigkeiten keine roſenrothe Zone bilden. Wenn man
10 g Weingeiſt mit 20 Tropfen Kaliumpermanganatlöſung vermiſcht, ſo
243
darf die rothe Flüſſigkeit ihre Farbe erſt nach längerer Zeit (20 Mi
nuten) in gelb verändern. Der Weingeift darf weder durch Schwefel.
waſſerſtoffwaſſer, noch durch Ammoniak gefärbt werden, noch beim
Verdunſten einen Rückſtand laſſen.
Spiritus aethereus.
Aetherweingeiſt.
Eine Miſchung aus
Einem Theile Aethers. 1
mit
Drei Theilen Weingeiſ ... 3.
Sie ſei klar, farblos, neutral, völlig flüchtig. Spec. Gewicht 0,807
bis 0,811. In einem graduirten Glaſe mit feinem gleichen Volumen
Kaliumacetatlöſung geſchüttelt, muß der Aetherweingeiſt die Hälfte
feines Volumens ätheriſcher Flüſſigkeit abſondern.
Spiritus Aetheris nitrosi.
Verſüßter Salpetergeiſt.
Eine Miſchung von
Achtundvierzig Theilen Weingeift ll 48
und
Zwölf Theilen Salpeterſä une... 12
wird nach 12ſtündigem Stehen aus einer Glasretorte der Deſtillation unter⸗
worfen, bis 40 Theile übergegangen ſind, welche, mit gebrannter Magneſia
neutraliſirt, nach 24 Stunden aus dem Waſſerbade rectificirt werden.
Klare, farbloſe oder gelbliche Flüſſigkeit von angenehmem, ätheriſchem
Geruche, ſüßlichem, brennendem Geſchmacke, völlig flüchtig, mit Waſſer
klar miſchbar. Spec. Gewicht 0,840 bis 0,850. Beim Vermiſchen
31“
244
mit einer friſch bereiteten concentrirten Auflöſung von Eiſenchlorür
entſteht eine ſchwarzbraun gefärbte Flüſſigkeit.
10 g dürfen nach Zuſatz von 3 Tropfen Normalkalilöſung keine
ſauere Reaction zeigen.
Ueber einigen Kryſtallen von Kaliumtartrat aufzubewahren.
Spiritus Angelicae compositus.
Zuſammengeſetzter Angelicaſpiritus.
Sechszehn Theile zerſchnittener Angelicawur zeln 16
Vier Theile zerſchnittener Baldrianwur zeln. 4
Vier Theile zerſtoßener Wacholderbeeren 4
werden mit
Fünfundſiebenzig Theilen Weingeiſũ᷑tt c. 75
und
Hundertfünfundzwanzig Theilen Waſſerr 125
24 Stunden hindurch macerirt, und
Suubert h k.k. sinene 100
In dem Deſtillate werden
Sei Theile Campher gelöſeet . 2.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit. Spec. Gewicht 0,890 bis 0,900.
Spiritus camphoratas.
Campherſpiritus.
eee, sin een een ET 1
Sieben Theile Weingeiſʒt t. ae ra 7
,, ea an Bei eher 2.
245
Man löſe den Campher ohne Erwärmung in dem Weingeiſt und
füge das Waſſer hinzu.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von ſtarkem Geruche und Geſchmacke nach
Campher und Weingeiſt, aus welcher durch Waſſer der Campher in
Flocken gefällt wird. Spec. Gewicht 0,885 bis 0,889.
Spiritus Cochleariae.
Löffelkrautſpiritus.
Acht Theile Löffelkrau . 2
Drei Theile Weingeiſt : ß 3
Drei Theile Waſſerrd 3.
Das friſche, in Blüthe ſtehende Kraut wird zerſchnitten und mit
dem Weingeiſt und Waſſer der 5 unterworfen, bis 4 Theile
abgezogen ſind.
Farbloſe, klare Flüſſigkeit von eigenthümlichem Geruche und
brennend ſcharfem Geſchmacke. Spec. Gewicht 0,908 bis 0,918.
Wird eine Löſung von 0,1 g Bleiacetat in 5 cem Waſſer mit
5 cem Löffelkrautſpiritus vermiſcht und ſoviel Kalilauge hinzugefügt,
daß das anfangs gefällte Blei wieder gelöſt iſt, ſo muß dieſe Miſchung
beim Erhitzen bis zum Sieden dunkel gefärbt werden und bald einen
ſchwarzen Niederſchlag abſcheiden.
Spiritus dilutus.
Verdünnter Weingeiſt.
Eine Miſchung aus
Sieben Theilen Wenge 54200 7
und
Drei Theilen Waſſe : 3,
246
welche 67,5 bis 69,1 Volumprocente oder 59,8 bis 61,5 Gewichts-
procente Alcohol enthält. Sie ſei klar, farblos und von 0,892 bis
0,896 ſpec. Gewicht.
Spiritus Formicarum.
Ameiſenſpiritus.
Eine Miſchung aus
Siebenzig Theilen Weingeiſt
Sechsundzwanzig Theilen Waſſe nns 26
und
Vier Theilen Ameiſenſäure
Farbloſe, klare Flüſſigkeit von ſauerer Reaction, welche auf Zuſaz
von Bleieſſig weiße, federartige Kryſtalle von Bleiformiat abſcheidet
und aus einer Löſung von Silbernitrat beim Erwärmen metalliſches
Silber fällt. Spec. Gewicht 0,894 bis 0,898.
Spiritus Juniperi.
Wacholderſpiritus.
Fünf Theile Wacholderbeeren. 5
Fünfzehn Theile Weingeiſt
Fünfzehn Theile Waſſer
Die Wacholderbeeren werden zerquetſcht, mit dem Weingeiſt und
Waſſer 24 Stunden macerirt, alsdann durch Deſtillation 20 Theile
abgezogen.
Klare, farblose Slüffigkeit ı vom Geruche und Geſchmacke der Be
ſtandtheile. Spec. Gewicht 0,895 bis 0,905.
247
Spiritus Lavandulae.
Lavendelſpiritus.
Fünf Theile Lavendelblüthen F 5
Fünfzehn Theile Weingeiſt : unit u 15
Fünfzehn Theile Waſſer Nerd n enn. 15
werden 24 Stunden macerirt, alsdann durch Deſtillation
Zwanzig Theilft ee ai 20
abgezogen
Klare, farbloſe Flüſſigteit von angenehmem Lavendelgeruche. Spec.
Gewicht 0,895 bis 0,905.
Spiritus Melissae compositus.
Carmelitergeiſt.
Vierzehn Theile MeliſſenblätterurrXrurõrr 00. 14
Zwölf Theile Citronenſchalennns. 12
Sechs Theile Musca tuns 6
Drei Theile Z imm 3
Drei Theile Gewürznelken 3
werden, nachdem ſie geſchnitten oder zerſtoßen, mit
Hundertfünfzig Theilen Weingeiſůt t . 150
und
Zweihundertfünfzig Theilen Waſſeã rr. 250
übergoſſen, und davon durch Deſtillation
Zweihundert Thei lle . 200
abgezogen.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von gewürzhaftem Geruche und Geſchmacke
Spec. Gewicht 0,900 bis 0,910.
248
Spiritus Menthae piperitae.
Pfefferminzſpiritus.
Eine Löſung von
Einem Theile Pfefferminzöön “en 1
in
Neun Theilen Weingeiſ . 9.
Klare, farbloſe Flüſſigkeit von kräftigem Pfefferminzgeruche und
⸗Geſchmacke. Spec. Gewicht 0,836 bis 0,840.
Spiritus saponatus.
Seifenſpiritus.
dein Snell! 60
Siebenzig Theile Kalilaunhuhnuiueee 5 70
Dreihundert Theile Weingeiſeer 300
Hundertſiebenzig Theile Waſſerrrrerrrr 170.
Das Oel wird mit der Kalilauge und einem Viertel der vorge⸗
ſchriebenen Weingeiſtmenge auf dem Waſſerbade im Sieden erhalten,
bis Verſeifung erfolgt iſt und eine Probe der Flüſſigkeit mit Waſſer
und Weingeiſt ohne Trübung ſich miſchen läßt. Nachdem der durch
Verdampfen verloren gegangene Weingeiſt erſetzt iſt, werden die noch
übrigen drei Viertel desſelben und das Waſſer hinzugefügt und die
Miſchung nach dem Erkalten filtrirt.
Klare, gelbe, alkaliſch reagirende, beim Schütteln mit Waſſer ſtark
ſchäumende Flüſſigkeit. Spec. Gewicht 0,925 bis 0,935.
249
Spiritus Sinapis.
Senfſpiritus.
Eine Löſung von
Einem Theile ätheriſchen Senföle 1
in
Neunundvierzig Theilen Weingeiſt— nr» 49.
Klare, farbloſe, nach Senföl riechende Flüſſigkeit. Spec. Gewicht
0,833 bis 0,837.
Spiritus vini Cognac.
Cognac.
Deſtillationsproduct des Weines; eine klare, gelbe Flüſſigkeit von
angenehmem, geiſtigem Geruche und Geſchmacke. Der daraus durch
Deſtillation gewonnene Weingeiſt muß frei von Fuſelöl und nicht ſauer
ſein. Spec. Gewicht 0,920 bis 0,924. Der Gehalt an Alcohol be⸗
trage 46 bis 50 Gewichtsprocente.
Stibium sulfuratum aurantiacum.
Goldſchwefel.
Feines, orangegelbes, geruchloſes Pulver. Beim Erhitzen in der
Glasröhre ſublimirt Schwefel, während ſchwarzes Schwefelantimon
zurückbleibt.
Mit 20 Theilen Waſſer geſchüttelt, gebe der Goldſchwefel ein Fil⸗
trat, welches durch Silbernitrat nicht verändert wird. In 200 Theilen
250
Ammoniak löſe ſich derſelbe bei gelindem Erwärmen ohne erheblichen
Rückſtand; von Schwefelammonium werde er leicht aufgenommen. Der
aus dieſer Löſung durch Anſäuern mit Salzſäure erhaltene, mehrfach
mit Waſſer gewaſchene Niederſchlag werde noch feucht mit der 10 fachen
Menge einer Löſung von Ammoniumcarbonat (1 = 20) geſchüttelt und
ſofort filtrirt. Das Filtrat darf nach dem Anſäuern mit Salzſäure,
auch nach Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, nicht gelb gefärbt
werden.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Stibium sulfuratum nigrum.
Spießglanz.
Grauſchwarze, ſtrahlig kryſtalliniſche Stücke. Spec. Gewicht 4,6
bis 4,7. i
Der gepulverte Spießglanz mit 10 Theilen Salzſäure gekocht, löſe
ſich bis auf 0,5 Procent Rückſtand unter Entwickelung von Schwefel⸗
waſſerſtoff auf.
Strychninum nitrieum.
Strychninnitrat.
Farbloſe, ſehr bittere Kryſtallnadeln, welche ſich in 90 Theilen
kalten, 3 Theilen ſiedenden Waſſers, auch in 70 Theilen kalten, 5 Theilen
ſiedenden Weingeiſtes auflöſen. Ein Stückchen Strychninnitrat, das
in kochende Salzſäure fällt, ruft darin dauernd rothe Farbe hervor.
Wird Strychninnitrat mit Salpeterſäure zerrieben, ſo darf es ſich
gelblich, aber nicht roth färben; durch Schwefelſäure wird dasſelbe
nicht gefärbt. Aus der geſättigten wäſſerigen Auflöſung des Strych⸗
251
ninnitrates werden durch Kaliumchromat rothgelbe Kryſtällchen gefällt,
welche in Berührung mit Schwefelſäure blaue bis violette Farbe an-
nehmen. a
Sehr vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,01.
Maximale Tagesgabe 0,02.
Styrax liquidus.
Storax.
Durch Auskochen und Preſſen der inneren Rinde von Liqui-
dambar orientalis erhaltene kleberige, nur träge vom Spatel
abfließende, wohlriechende Maſſe von grauer Farbe. In Waſſer ſinkt
dieſelbe auch in der Wärme unter; an der Oberfläche zeigen ſich nur
höchſt vereinzelte, farbloſe Tröpfchen.
100 Theile Storax geben mit 100 Theilen Weingeiſt in der
Wärme eine trübe, graubraune, ſauer reagirende Auflöſung. Wird
dieſe nach dem Erkalten von den Unreinigkeiten abfiltrirt, ſo muß ſie
beim Eindampfen nicht weniger als 70 Theile eines braunen halb⸗
flüſſigen Rückſtandes liefern, in welchem ſich erſt nach langer Zeit
Kryſtalle bilden. Derſelbe löſt ſich bis auf einige Flocken in Aether
und Schwefelkohlenſtoff, aber nicht in Petroleumbenzin auf.
Zum Gebrauche werde der Storax durch Auflöſen in der Hälfte
feines Gewichtes Benzol, Filtration und Wiedereindampfen der erhal-
tenen Löſung gereinigt.
Suceus Juniperi inspissatus.
Wacholdermus.
Ein Theil friſcher Wacholderbeerertnnnn .. 1
wird zerquetſcht und mit
Vier Theilen heißen Waſſertre ne. 4
252
übergoſſen, 12 Stunden unter wiederholtem Umrühren
ſtehen gelaſſen und abgepreßt. Die Colatur wird zu
einem dünnen Extract eingedampft.
Es ſei dunkelbraun, von ſüß gewürzhaftem, nicht brenzlichem Ge⸗
ſchmacke, in gleichviel Waſſer nicht klar löslich. Ein blanker Eiſenſtab,
den man in dieſe, zuvor mit Salzſäure angeſäuerte Miſchung ſtellt,
darf in einer halben Stunde nicht mit einem Kupferhäutchen über⸗
zogen werden.
Suceus Liquiritiae.
Lakriz.
Durch Auskochen und Preſſen der Wurzeln von Glycyrrhiza
glabra erhaltenes Extract, in Form glänzend ſchwarzer Stangen,
oder Maſſen von ſehr ſüßem Geſchmacke. 100 Theile derſelben müſſen,
bei 100° getrocknet, wenigſtens 83 Theile zurücklaſſen. Erſchöpft man
die lufttrockene Waare wiederholt mit Waſſer von höchſtens 50°, und
trocknet den Rückſtand im Waſſerbade, jo darf dieſer höchſtens 25 Pro-
cent betragen. Unter dem Mikroſkope ſoll derſelbe keine Stärkekörner
erkennen laſſen.
Suceus Liquiritiae depuratus.
Gereinigter Lakriz.
Durch kalte Extraction des Suceus Liquiritiae und Eindampfen
der klaren Flüſſigkeit bereitet. Er ſei ein braunes, in Waſſer klar
lösliches, dickes Extract.
253
Sulfur depuratum.
Gereinigter Schwefel.
Hundert Theile gefiebten, ſublimirten Schwefels 100
werden mit
—3 ??! p ̃̊ò -». 7˖˙§rͤ1rÜ . ˙ 1m 70
und
Dehn Theilen m rööÿů/ nennen 10
angerührt, unter öfterem ale einen Tag ſtehen
gelaſſen, dann vollſtändig ausgewaſchen, getrocknet und
durch ein Sieb gerieben.
Gelbes, trockenes Pulver, ohne Geruch und Geſchmack.
Beim Erhitzen verbrennt er bis auf einen geringen Rückſtand,
und löſt ſich in Natronlauge beim Erwärmen auf. Der mit Waſſer
befeuchtete gereinigte Schwefel darf blaues Lakmuspapier nicht röthen.
Derſelbe muß mit der 20 fachen Menge Ammoniak digerirt ein
Filtrat geben, welches nach dem Anſäuern mit Salzſäure, auch nach
Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoffwaſſer, nicht gelb gefärbt wird.
Sulfur praeeipitatum.
Schwefelmilch.
Feines, gelblichweißes, nicht kryſtalliniſches Pulver, beim Erhitzen
an der Luft ohne Rückſtand verbrennend. Das mit Waſſer befeuchtete
Präparat darf blaues Lakmuspapier nicht röthen; mit 20 Theilen
Ammoniak digerirt, muß dasſelbe ein Filtrat geben, welches durch
Anſäuern mit Salzſäure, auch nach Zuſatz von Schwefelwaſſerſtoff⸗
waſſer, nicht gelb gefärbt wird.
254
Sulfur sublimatum.
Schwefel.
Er darf beim Erhitzen höchſtens 1 Procent Rückſtand hinter
laſſen.
Summitates Sabinae.
Sabinafraut.
Von Juniperus Sabina. Die Zweigſpitzen der wildwachſenden
oder cultivirten Pflanze, ſchuppig eingehüllt von 3 oder 4 Reihen
angedrückter und ſtumpfer oder etwas abſtehender zugeſpitzter, bis
3 mm langer Blättchen, welche am Rücken eine Oelfurche tragen. Die
dunkelblauen oder braungrauen, unregelmäßig eingeſchrumpften Beeren,
von etwa 5 mm Durchmeſſer, ſchließen gewöhnlich 2 Samen ein.
Dieſen bisweilen in der Waare vorhandenen Früchten kommt noch
mehr, als den Blättchen das eigenartige Aroma zu, welches die
letzteren in hohem Grade darbieten ſollen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 1,0.
Maximale Tagesgabe 2,0.
Hrupi.
Syrupe.
Dieſelben werden, ſofern nicht ein anderes Verfahren vorgeſchrieben
iſt, in der Weiſe dargeſtellt, daß man den Zucker nach den an⸗
255
gegebenen Verhältniſſen in Waſſer oder den betreffenden Flüſſigkeiten
in gelinder Wärme auflöſt und den Syrup einmal aufkocht.
Das bei der Darſtellung eines Syrups zu erzielende Gewicht iſt
vor dem Coliren oder Filtriren desſelben durch Zuſatz von Waſſer her-
zuſtellen.
Jeder Syrup, mit Ausnahme des Mandelſyrups, muß klar ſein.
Syrupus Althaeae.
Eibiſchſyrup.
Zehn Theile zerſchnittener Eibiſchwurzee l..
werden mit Waſſer abgewaſchen und mit
uf Theilen Menge
un a
Zweihundertfünfzig Theilen Waſſeõ⸗᷑rr 2.00.
3 Stunden unter wiederholtem Umrühren macerirt.
Jweihundert Theile ET ETTTTEN D
der ohne Preſſung erhaltenen Colatur geben mit
Dreihundert Theilen Zuckerrrõ. ee
Fänfhundert Theile Syruʒ⁸ n „
Er ſei etwas gelblich.
Syrupus Amygdalarum.
Mandelſyrup.
Fünfzig Theile ſüßer Mandeln
Jehn Theile bitterer g ũm] nn nsene
werden geſchält, abgewaſchen und mit
256
Hundertzwanzig Theilen WaſſerrrU•U ä 120
zur Emulſion angeſtoßen. 8
Hundertdreißig Theile der Colatdpu tee. 130
geben mit
W» - ‚²⁹mm w ern enenge 200
durch einmaliges Aufkochen und nachherigen Zuſatz von
Zehn Theilen Orangenblüthenwaſſer᷑r;r; MU 10
Dreihundertvierzig Theile Syrus 340.
Er ſei weißlich.
Syrupus Aurantii Corticis.
Pomeranzenſchalenſyrup.
Fünf Theile zerſchnittener Pomeranzenſchalen 5
werden mit
Fünfundvierzig Theilen Weißwein 45
zwei Tage maceritt.
n . ee 40
geben mit
% EINER MEER ᷣ dd ͤK een 60
„%%% 7... ie 100,
welcher nach dem Erkalten zu filtriren iſt.
Er ſei gelblichbraun.
257
Syrupus Aurantii Florum.
Orangenblüthenſyrup.
Sechszig Theile Jucker e 55 e 60
werden mit ungefähr
Swanzig Theilen Waſſer. rn 20
aufgekocht. Die erkaltete Löſung gebe mit
Zwanzig Theilen Orangenblüthenwaſſe nr. 20
Hundert Theule Syn 37T a Eu 100,
welcher zu filtriren iſt.
Er ſei farblos.
$yrupus Cerasorum.
Kirſchenſyrup.
Saure ſchwarze Kirſchen werden mit den Kernen zerſtoßen und ſo
lange in einem bedeckten Gefäße bei ungefähr 20° unter öfterem Um⸗
rühren ſtehen gelaſſen, bis eine abfiltrirte Probe ſich mit dem halben
Volumen Weingeiſt ohne Trübung miſchen läßt. Die nach dem Ab⸗
preſſen erhaltene Flüſſigkeit wird filtrirt.
Fünfunddreißig Theibußll e muB
derſelben geben mit
Fünfundſechszig Theilen Zuckeerõrerrnnnnn 65
Hundert Theile Syruͥiß̃ ß ĩ 100.
Er ſei dunkelpurpurroth.
258
Syrupus Cinnamomi.
Zimmtſyrup.
Zehn Theile gröblich gepulverten Zimmtsss. 10
werden zwei Tage mit
Fünfzig Theilen Zimmtwaſſerrn&ſ&ſ&&&n&n& 50
macerirt.
Vierzig Theile der filtrirten Colatu 40
geben mit
1 ũͥ ↄ 00 60
Hundert Theile Srun ß 88 100,
welcher nach dem Erkalten zu filtriren iſt.
Er ſei klar und röthlichbraun.
Syrupus Ferri jodati.
Jodeiſenſyrup. N
Zwanzig Theilen gepulverten Eiſerorrõrnr n.. 20,
mit
Dreigunbert Theilen Waſſe r 300
übergoſſen, werden allmälig
Emmdpierzig Thelle d: 8 41
beigefügt und unter öfterem Umrühren bei gelinder
Wärme eine Löſung dargeſtellt, die man auf
Sechshundertfünfzig Theile Zuckenͥ nnr. 650
filtrirt, welche ſich in einer Porzellanſchale befinden.
Durch einmaliges Aufkochen werden
Tautınb: Theile nr: 1000
erhalten. a
Er ſei zuerſt faſt farblos, ſpäter gelblich.
100 Theile des Syrups enthalten 5 Theile Jodeiſen.
259
Syrupus Ferri oxydati solubilis.
Eiſenſyrup.
Eine Miſchung von gleichen Theilen Eiſenzucker, Waſſer und weißen
Syrups.
Er ſei dunkel rothbraun.
100 Theile des Syrups enthalten 1 Theil Eiſen.
Syrupus Ipecacuanhae.
Ipecacuanhaſyrup.
Ein Theil zerſtoßener Ipecacuangngl 1
wird mit
eine Dinge t 5
un
Merzig Thale ; 88 40
2 Tage maceritt.
Vierzig Theile der filtrirten Colatuuln ee. 40
geben mit
Sechzig Theilen Zucker ua, 60
Hundert Theile Syrunßß „„ 100,
welcher nach dem Erkalten zu filtriren iſt.
Er ſei gelblich. i
Syrupus Liquiritiae.
Süßholzwurzelſyrup.
Zwanzig Theile zerſchnittenen ruſſiſchen Süßholzes 20
werden mit
Zehn Theilen Amme 10
und
. / T. sera 100
12 Stunden macerirt, die ale Flüſſigkeit wird
einmal zum Sieden erhitzt und im Dampfbade auf
S A ˙²˙¹oꝛꝛ̃ ! = n 10
eingedampft; der Rückſtand wird mit
Zehn eilen Weingeiſt u Tr 10
verſetzt.
Das nach 12ſtündigem Stehen erhaltene Filtrat
werde durch Zuſatz von weißem Syrup auf
„„ eee 100
gebracht.
Er ſei braun.
Syrupus Mannae.
Mannaſyrup.
Eine filtrirte Auflöſung von
Zehn Theilen reiner Manna 10
in
Wierig Theilen . d ˙¹ 40
gebe mit
nl EB Se a ie a 50
% ii. 100,
welcher nach dem Erkalten zu filtriren ift.
Er ſei gelblich.
261
Syrupus Menthae.
Pfefferminzſyrup.
Zehn Theile zerſchnittener Pfefferminzblätterr 10
werden, nach Durchfeuchtung mit
auf, Meilen Being r 5,
mit
Fus ien Waffen sim a nu nen cn. 50
einen Tag macerirt.
6‚½“ nn. 40
der ohne Preſſung erhaltenen Colatur geben mit
r ß 60
Ae rr a ee 100,
welcher nach dem Erkalten zu filtriren iſt.
Er ſei grünlichbraun.
Syrupus Papaveris.
Mohnſyrup.
Zehn Theile zerſchnittener Mohnköpff qqq 10
werden, nach Durchfeuchtung mit
TT.... ᷣ A ͤͤ K 5,
mit
Dai. 50
eine Stunde im Dampfbade digerirt.
Fünfunddreißig Theile der filtrirten Colatu nn. 35
geben mit
Fünfundſechszig Theilen Zucker 65
Hanne ED ß ]7§ꝶ⅛ẽ⁰i[—Ä—. 7˙.—»1... 100,
welcher nach dem Erkalten zu filtriren iſt.
Er ſei bräunlichgelb.
262
Syrupus Rhamni catharticae.
Kreuzdornbeerenſyrup.
Friſche Kreuzdornbeeren werden zerſtoßen und fo lange in einem
bedeckten Gefäße bei ungefähr 20° unter öfterem Umrühren ſtehen ge⸗
laſſen, bis eine abfiltrirte Probe ſich mit dem halben Volumen Wein⸗
geiſt ohne Trübung miſchen läßt. Die nach dem Abpreſſen erhaltene
Flüſſigkeit wird filtrirt.
Fünfunddreißig Theile ....... RE NT 35
derſelben geben mit
Fünfundſechszig Theilen Zucker 65
Sunbert Tbelle Schraube nn 100,
Er ſei violettroth.
Syrupus Rhei.
Rhabarberſyrup.
Zehn Theile zerſchnittener Rhabarbenr&r&&rnrnrnrn 10
Zwei Theile gröblich gepulverten Zimm ss 2
ein ln ĩ! 1
werden mit
Sunteet ale, 202, ee 100
12 Stunden maceerirt.
Achtzig Theile der abgepreßten, filtrirten Colatu r 80
geben mit
Hundertzwanzig Theilen Zuckerru 120
i Oman .... 0.0. 0,00 200.
Er ſei braunroth.
263
Syrupus Rubi Idaei.
Himbeerſyrup.
Friſche, zerdrückte Himbeeren werden ſo lange in einem bedeckten
Gefäße bei ungefähr 20° unter öfterem Umrühren ſtehen gelaſſen, bis
eine abfiltrirte Probe ſich mit dem halben Volumen Weingeiſt ohne
Trübung miſchen läßt.
Die nach dem Abpreſſen erhaltene Flüſſigkeit wird filtrirt.
Fünfunddreißig Theile derſelbenn nnn. 35
geben mit
Fünfundſechszig Theilen Zucketee 65
Hundert Theile Syrup an ER ra 100.
Er ſei roth.
Syrupus Senegae.
Senegaſyrup.
Fünf Theile zerſchnittener Senegawur zel. Su 5
werden mit
“SORT „ nn ne 5
und
Fanfandvierzig Theilen Waſſe rr uni. 45
2 Tage macerirt.
Vierzig Theile der abgepreßten, filtrirten Colatur ...,.. 40
geben mit
Sechszig Theilen Jueerr : 60
Hane n nn ren 100,
welcher nach dem Erkalten zu filtriren iſt.
Er ſei gelblich.
264
Syrupus Sennae.
Sennaſyrup.
Zehn Theile zerſchnittener Sennes blätter 10
und
—:.., ßß,]̃]̃]̃ÿô qÿ̃! ] ] f.,“... 1
werden, nach Durchfeuchtung mit
„ u 5,
mit
Fünfundvierzig Theilen Waſſe rr. 45
20 Minuten in einem verſchloſſenen Gefäße digerirt.
Fünfunddreißig Theile der ohne Preſſung erhaltenen Colatur 35
geben mit
Fünfundſechszig Theilen Zucker 65
e . 100.
Er ſei braun.
Wird Syrupus Sennae cum Manna verordnet „ſo dispenſire
man eine Miſchung von gleichen Theilen Syrupus Sennae und
Syrupus Mannae.
Syrupus simplex.
Weißer Syrup.
Sechzig Then Daerr r EEE 60
geben mit n
e Maßen. 02.22 40
ee. Ib ˙mM é 202 100,
der nach dem Erkalten zu filtriren iſt.
Er ſei farblos.
265
Talcum.
Talk.
Gepulvertes Magneſiumſilicat. Fettig anzufühlendes, weißes, kry—
ſtalliniſches Pulver von 2,7 ſpec. Gewicht, welches fi) in der Glüh—
hitze im Glasrohre nicht verändert.
Tartarus boraxatus.
Boraxweinſtein.
Zwei Theile Born -ünlnn run an 2
werden in einer Porzellanſchale in in
bel Masern are 20
gelöſt und
Fünf Theile gepulverten Weinſte ins 5
zugeſetzt.
Man laſſe die Miſchung unter öfterem Umrühren im Dampfbade
ſtehen, bis ſich der Weinſtein gelöſt hat. Die filtrirte Flüſſigkeit werde
in gelinder Wärme zu einer zähen, nach dem Erkalten zerreiblichen
Maſſe abgedampft, welche man in Bänder auszieht, völlig austrocknet
und noch warm in Pulver verwandelt.
Weißes, an der Luft feucht werdendes, ſauer ſchmeckendes und
reagirendes, in gleich viel Waſſer lösliches, amorphes Pulver. Die
Löſung wird durch verdünnte Eſſigſäure und durch kleine Mengen ver⸗
dünnter Schwefelſäure nicht verändert, durch Weinſäure nach einiger
Zeit kryſtalliniſch gefällt. Das Salz, mit etwas Schwefelſäure be⸗
feuchtet, ertheilt der Weingeiſtflamme eine grüne Färbung. Beim
Erhitzen bläht es ſich unter Entwickelung von Dämpfen, welche nach
34
266
verbrennendem Zucker riechen, auf und hinterläßt einen verkohlten,
alkaliſchen Rückſtand. i
Die wäſſerige Löſung (1 = 10) werde durch Schwefelammonium
nicht verändert und entwickele, mit Kalilauge erwärmt, kein Ammoniak.
Durch Ammoniumoxalat und, nach Zuſatz einiger Tropfen Salpeter-
ſäure, durch Baryumnitrat werde ſie nicht gefällt, durch Silbernitrat
höchſtens ſchwach opaliſirend getrübt.
Tartarus depuratus.
Weinſtein.
Weißes, kryſtalliniſches, zwiſchen den Zähnen knirſchendes und
ſäuerlich ſchmeckendes Pulver, in 192 Theilen kalten und in 20 Theilen
heißen Waſſers, nicht in Weingeiſt, wohl aber unter Aufbrauſen in
Kaliumcarbonatlöſung, auch in Natronlauge löslich. Beim Erhitzen
verkohlt er unter Verbreitung eines Geruches nach verbrennendem
Zucker zu einer grauſchwarzen Maſſe, die beim Behandeln mit Waſſer
eine alkaliſche Flüſſigkeit liefert, welche nach der Filtration auf Zuſatz
von überſchüſſiger Weinſäure unter Aufbrauſen einen kryſtalliniſchen,
in Natronlauge leicht löslichen Niederſchlag giebt.
5 g des Salzes, mit 100 g Waſſer geſchüttelt, geben ein Filtrat,
welches nach Zuſatz von Salpeterſäure durch Baryumnitrat nicht ver⸗
ändert, durch Silbernitrat höchſtens ſchwach opaliſirend getrübt werde.
Die Löſung in Ammoniak werde durch Schwefelammonium nicht ver⸗
ändert. Wenn 1 g des Salzes mit 5 g verdünnter Eſſigſäure unter
öfterem Umſchütteln eine halbe Stunde hingeſtellt, dann mit 25 g
Waſſer vermiſcht wird, ſo darf das Filtrat auf Zuſatz von 8 Tropfen
Ammoniumoxalat innerhalb einer Minute keine Veränderung zeigen.
Beim Erwärmen mit Natronlauge werde kein Ammoniak entwickelt.
267
Tartarus natronatus.
Kaliumnatriumtartrat.
Farbloſe, durchſichtige Säulen, löslich in 1,4 Theilen Waſſer zu
einer neutralen Flüſſigkeit, in welcher Eſſigſäure einen weißen, kry⸗
ſtalliniſchen, in Salzſäure und in Natronlauge leicht löslichen Nieder⸗
ſchlag erzeugt. Im Waſſerbade ſchmelzen ſie zu einer farbloſen Flüſſig⸗
keit bei ſtärkerem Erhitzen verliert dieſelbe das Waſſer und verwan-
delt ſich unter Verbreitung des Geruches nach verbrennendem Zucker
in eine ſchwarze Maſſe, welche durch Auslaugen mit Waſſer eine alka-
liſche Flüſſigkeit liefert, die beim Verdunſten einen weißen, die Flamme
gelb färbenden Rückſtand hinterläßt.
Die wäſſerige Löſung (1 = 10) werde weder durch Schwefel⸗
ammonium, noch durch Ammoniumoxalat, noch, nach Zuſatz von Salz⸗
ſäure und Entfernung des ausgeſchiedenen Weinſteins, durch Schwefel⸗
waſſerſtoffwaſſer, noch durch Baryumnitrat verändert. Die mit Sal⸗
peterſäure angeſäuerte Löſung werde durch Silbernitrat nur opaliſirend
getrübt.
Beim Erwärmen mit Natronlauge entwickele das Salz kein Ammoniak.
Tartarus stibiatus.
Brechweinſtein.
Weiße Kryſtalle oder kryſtalliniſches Pulver, allmälig verwitternd,
in 17 Theilen kalten und 3 Theilen ſiedenden Waſſers löslich, un⸗
löslich in Weingeiſt, beim Erhitzen verkohlend. Die wäſſerige, ſchwach
ſauer reagirende Löſung von widerlichem, ſüßlichem Geſchmacke giebt
mit Kalkwaſſer einen weißen, in Eſſigſäure leicht löslichen, mit Schwefel-
34*
268
waſſerſtoff, nach dem Anſäuern mit . einen rothbraunen
Niederſchlag.
Die ohne Erwärmung bereitete 9070 von 0,5 g Brechweinſtein
in 10 g Salzſäure, mit 2 Tropfen friſch geſättigten Schwefelwaſſerſtoff—
waſſers verſetzt, werde ſelbſt nach 4ſtündigem Stehen weder gelb
gefärbt noch gefällt.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 0,5.
Terebinthina.
Gemeiner Terpenthin.
Der Harzſaft der Abietineen, vorzüglich von Pinus Pinaster
und Pinus Laricio, ein Gemenge von 70 bis 85 Procent Harz und
30 bis 15 Procent Terpenthinöl. Der Terpenthin iſt dickflüſſig und
beſitzt einen eigenthümlichen Geruch und bitteren Geſchmack. Der in
demſelben gewöhnlich vorhandene kryſtalliniſche Abſatz löſt ſich in dem
Terpenthin in der Wärme des Waſſerbades klar auf; der Terpenthin
iſt dann von gelbbräunlicher Färbung, trübt ſich jedoch bald wieder.
Mit dem 5 fachen Gewichte Weingeiſt giebt er eine klare Löſung, welche
einen mit Waſſer benetzten Streifen Lakmuspapier ſtark röthet.
Thymolum.
/ Thymol.
Anſehnliche, farbloſe, durchſichtige, nach Thymian riechende, aroma⸗
tiſch ſchmeckende Kryſtalle, welche bei 50 bis 52° ſchmelzen, bei 228
269
bis 230° ſieden, in Waſſer unterſinken und nach dem Schmelzen auf
Waſſer ſchwimmen. Sie löſen ſich in weniger als dem gleichen Ge-
wichte Weingeiſt, Aether, Chloroform, in 2 Theilen Natronlauge, in
1100 Theilen Waſſer, und ſind mit Waſſerdämpfen leicht flüchtig.
In dem 4fachen Gewichte Schwefelſäure löſt ſich das Thymol
in der Kälte mit gelblicher, beim gelinden Erwärmen ſchön roſenroth
werdender Farbe. Gießt man die Löſung in das 10 fache Volumen
Waſſer und digerirt fie mit einer überſchüſſigen Menge Bleiweiß, fo färbt
ſich das Filtrat auf Zuſatz einer geringen Menge Eiſenchlorid ſchön
violettblau. Die wäſſerige Löſung wird durch Bromdampf weiß gefällt.
Die Löſung in Waſſer ſei neutral und werde durch Eiſenchlorid
nicht gefärbt. Im offenen Schälchen der Waſſerbadwärme 1
ſei es flüchtig.
Tineturae.
Tincturen.
Die Tincturen werden, wenn nicht ein anderes Verfahren vor⸗
geſchrieben iſt, in der Weiſe bereitet, daß die feingeſchnittenen oder
gröblich gepulverten Subſtanzen mit der zum Ausziehen dienenden
Flüſſigkeit übergoſſen und in einer verſchloſſenen Flaſche an einem
ſchattigen Orte bei ungefähr 15° unter öfterem Umſchütteln eine
Woche macerirt werden. Alsdann wird die Flüſſigkeit durch Coliren
und, erforderlichen Falls, durch Auspreſſen von dem nicht gelöſten Rück⸗
ſtande getrennt und nach dem Abſetzen filtrirt. Während des Filtrirens
iſt eine Verdunſtung der Flüſſigkeit ſo viel als möglich zu vermeiden.
Die Tincturen müſſen klar abgegeben werden.
270
Tinetura Absinthii.
Wermuttinctur.
Zu bereiten aus
eh h é h ð y ĩð(i nen a 1
mit i
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte ss. 5.
Eine Tinctur von dunkelbräunlich-grüner Farbe, ſehr bitterem
Geſchmacke und dem Geruche des Wermutkrautes.
Tinctura Aconiti.
Aconittinctur.
Zu bereiten aus
7 ̃ ⁵⁵̃ ̃ A sa a sen 1
mit :
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſtes. 10.
Eine Tinctur von braungelber Farbe, ohne hervortretenden Geruch
und Geſchmack.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,5.
Maximale Tagesgabe 2,0.
Tinetura Aloés.
Aloötinctur.
Zu bereiten aus
n T—..ô mm 1
Mi:
JJJVVVV%%%%%/%% Wh 8 105
Eine Tinctur von dunkelgrünlich-brauner Farbe und ſehr bitterem
Geſchmacke.
271
Tinetura Aloös composita.
Zuſammengeſetzte Aloötinctur.
Zu bereiten aus
Sechs Theilen Ales , 8
„ Einem: Theile Nhabarb er!
Einem Theile Enzian! 2
Einem Theile Zitwerwurz elt
Einem Theile SafrannmnmnsWsnsn:ns:: N
mit
Zweihundert Theilen verdünnten Weingeiſtes
200.
Eine Tinctur von gelblich-rothbrauner Farbe, aromatiſchem Ge
ruche nach Safran und Aloe und gewürzhaftem, ſtark bitterem Ge⸗
ſchmacke, mit Waſſer in allen Verhältniſſen ohne Trübung miſchbar.
Tinctura amara.
Bittere Tinktur.
Zu bereiten aus
Drei Theilen Enziandum ttt
Drei Theilen Tauſendgüldenkrabulkklu
Zwei Theilen Pomeranzenſchale nn.
Einem Theile unreifer Pomeranzeen .
%%% ᷣ Z mm nass
mit
Fünfzig Theilen verdünnten Weingeiſte ss.
50.
Eine Tinctur von grünlichbrauner Farbe, aromatiſchem Geruche
und bitterem, gewürzhaftem Geſchmacke.
272
Tinetura Arnicae.
Arnicatinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Arnicablüthen. nnn. 1
mit
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſtess 220000. 10.
Eine Tinctur von bräunlichgelber Farbe, bitterlichem Geſchmacke
und dem Geruche der Arnicablüthen.
Tinetura aromatica.
Aromatiſche Tinctur.
Zu bereiten aus
en e e ee a 5
Zwei Theilen Ingwer . 3% 2
Einem. Theile Galgantwurz ““!!l!!! 1
C00 nn a 1
di hn 1
mit
Fünfzig Theilen verdünnten Weingeiſte s 50.
Eine Tinctur von braunrother Farbe und kräftig gewürzhaftem
Geruche und Geſchmacke.
Tinetura Asae foetidae,
Aſanttinctur.
Zu bereiten aus
TTT. ³·¹ ou ˙¹¹¹Aͤ ͤ ( 1
mit
U—T.., . ⅛v.ß.. 5.
Eine Tinctur von gelblich ⸗braunrother Farbe.
273
Tinetura Aurantii.
Pomeranzentinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Pomeranzenſchal qq. 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte ss. 5.
Eine Tinctur von röthlich⸗gelbbrauner Farbe und dem Geruche
und Geſchmacke der Pomeranzenſchale.
Tinetura Benzoòs.
Benzostinctur.
Zu bereiten aus
„ ˖ A ˙ p ·˙ 1
mit ;
Fünf helle Wengert 8
Eine Tinctur von röthlich⸗braungelber Farbe und benzosartigem
Geruche. Sie giebt mit Waſſer eine milchähnliche, ſtark ſauer reagirende
Miſchung. ö
Tinetura Calami.
Calmustinctur.
Zu bereiten aus
J %%% ²˙v.n.n.... 1
mit e
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſteee ss 5
Eine Tinctur von bräunlichgelber Farbe, von dem Geruche der
Wurzel und bitter gewürzhaftem, brennendem Geſchmacke.
i 3⁵
274
Tinetura Cannabis indicae.
Indiſch⸗Hanftinctur.
Eine Löſung von
Einem Theile Indiſch⸗Hanfextracgrſ k.. 1
in
Neunzehn Theilen Weingeiſt b b 19.
Eine dunkelgrüne Flüſſigkeit von eigenthümlich narcotiſchem Geruche
und bitterlichem Geſchmacke, welche ſchon durch eine geringe Menge
Waſſer getrübt wird und mit dem gleichen Volumen Waſſer eine milchige
Flüſſigkeit giebt, aus der ſich bald reichlich Harz abſcheidet.
Vorſichtig aufzubewahren.
Tinetura Cantharidum.
5 Spaniſchfliegentinetur.
Zu bereiten aus
TE TEE d ꝗ ęʃ. tl - ( an 5 1
mit
%%%%//ͤͤ i.. 10.
Eine Tinctur von grünlichgelber Farbe, brennendem Geſchmacke und
dem Geruche der Canthariden.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,5.
Maximale Tagesgabe 1,5.
Tinetura Capsici.
Spaniſchpfeffertinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile ſpaniſchen Pfeffer s.. IR 1
mit
Zehn Theilen Weingeiſt! 10.
Eine Tinctur von röthlichgelber Farbe und brennend ſcharfem Ge
ſchmacke, ohne beſonderen Geruch.
Tinetura Castorei.
Bibergeiltinetur.
Zu bereiten aus a
Einem Theile Ph anne ns he nee 1
mit
Zehn Theilen d œ! !! eentian rn anne 10.
Eine Tinctur von dunkelrothbrauner Farbe und kräftigem Geruche
nach Bibergeil, welche mit dem 4- bis 5fachen Volumen Waſſer eine
milchartige, lehmfarbene Flüſſigkeit giebt, aus der ſich beim Durch⸗
ſchütteln reichlich Harz abſcheidet, während die Flüſſigkeit ſelbſt faſt
farblos und klar wird.
Tinetura Catechu.
Catechutinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Cate; „ 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte ss 5.
Eine Tinctur von dunkelrothbrauner Farbe, nur in dünner Schicht
durchſichtig, ohne hervortretenden Geruch und von ſehr adſtringirendem
Geſchmacke. Sie reagirt ſauer und wird durch Eiſenchlorid ſchmutzig
grün, durch Erhitzen mit etwas Kaliumchromat dunkelkirſchroth ge⸗
färbt.
35 *
276
Tinetura Chinae.
Chinatinctur.
Zu bereiten aus
e acc een een 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeifte® ......-.nn0n0r 00. 5.
Eine Tinctur von rothbrauner Farbe und ſtark bitterem Geſchmacke.
Tinctura Chinae composita.
Zuſammengeſetzte Chinatinctur.
Zu bereiten aus
„%% ⁰¶ / ³o·w ⁵ĩð 8 6
Zwei Theilen Pomeranzenſchalll 2
%%% œ᷑œtwüſ“.,., ↄ ꝓ]ꝓ)JV!q!C¶A!!(A!A—T!U!. ) —“«iꝙkc. ! 2
ARE: EURE — 8 1
mit
Fünfzig Theilen verdünnten Weingeiſtee ss. 50.
Eine Tinctur von rothbrauner Farbe, gewürzhaftem, ſtark bitterem
Geſchmacke und dem Geruche nach Zimmt und Pomeranzenſchale.
Tinetura Chinioidini.
Chinioidintinctur.
Eine filtrirte Löſung von N
Dehn Theilen Chin nnd ...,, 10
in einer Miſchung von
Fünfundachtzig Theilen verdünnten Weingeiſtes 85
und
277
Eine Tinctur von dunkelbrauner Farbe, nur in dünner Schicht
durchſichtig, von ſtark bitterem Geſchmacke, ohne hervortretenden Geruch.
Wird ſie mit einem gleichen Volumen Waſſer und ebenſoviel Ammoniak
vermiſcht, jo wird das Chinioidin ausgeſchieden und bleibt die Flüſſigkeit
gelblich gefärbt.
Tinetura Cinnamomi.
Zimmttinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Sul 3666 1
mit i
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte sss. 5.
Eine Tinctur von rothbrauner Farbe und ſüßlich⸗gewürzhaftem,
etwas herbem Zimmtgeſchmacke.
Tinetura Colchici.
Colchicumtinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Colchicumſame nnd 1
mit
10.
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſtes V
Eine Tinctur von gelber Farbe und bitterem Geſchmacke, ohne hervor⸗
tretenden Geruch.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 2,0.
Maximale Tagesgabe 6,0.
278
Tinetura Colocynthidis.
Coloquinthentinctur.
Zu bereiten aus As
Einem Theile Coloquinthen mit den Samen 1
und
Dehn Theilen Wenge 10.
Eine Tinctur von gelber Farbe und ſehr bitterem Geſchmacke, ohne
beſonderen Geruch.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 1,0.
Maximale Tagesgabe 3,0.
Tinetura (roci.
Safrantinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Safran JJ 1
mit
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſte sz. 10.
Eine Tinctur von dunkel pomeranzengelber Farbe, vom Geruche und
Geſchmacke des Safran.
Tinctura Digitalis.
Fingerhuttinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile getrockneter Fingerhutblätter ......... ar
mit
Zehn Theilen verdünnten Weingeiftes - 2.22.22... 10.
279
Eine Tinctur von dunkelgrüner Farbe „dem Geruche der Blätter und
bitterem Geſchmacke.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 1,5.
Maximale Tagesgabe 5,0.
Tinetura Terri acetiei aetherea.
Aetheriſche Eiſenacetattinctur.
Achtzig Theile Eiſenacetatlöſunn n 80
werden unter möglichſter Vermeidung der Erwärmung
gemiſcht mit
Swoöf Teint 8 12
und
Acht Theilen Eſſi e 8.
Klare, dunkelbraunrothe, nur in dünner Schicht durchſichtige,
nach Eſſigäther riechende Flüſſigkeit, von ſäuerlich⸗zuſammenziehendem,
herbem Geſchmacke, welche in allen Verhältniſſen mit Waſſer ohne
Trübung ſich miſchen läßt. Spec. Gewicht 1,044 bis 1,046. Sie
enthält in 100 Theilen 4 Theile Eiſen.
Vor Licht geſchützt aufzubewahren.
Tinetura Ferri chlorati aetherea.
Aetheriſche Chloreiſentinctur.
Eine Miſchung aus
Einem Theile Eiſenchloridlöſun ren. 1
wel ien . ee re 2
und
Sieben Theilen Weingeiſtt 7
280
wird in weißen, nicht ganz gefüllten, gut verkorkten Flaſchen den
Sonnenſtrahlen ausgeſetzt, bis ſie völlig entfärbt iſt. Alsdann werden
die Flaſchen an einen ſchattigen Ort gebracht und bisweilen geöffnet,
bis der Inhalt wieder eine gelbe Farbe angenommen hat.
Klare, gelbe Flüſſigkeit von ätheriſchem Geruche und brennendem,
zugleich eiſenartigem Geſchmacke, welche mit Waſſer verdünnt durch
Kaliumferrocyanat und Kaliumferricyanat blau, durch Ammoniak
ſchwarz, durch Silbernitrat weiß gefällt wird. Spec. Gewicht 0,850
bis 0,854. 100 Theile enthalten 1 Theil Eiſen.
Aus einer Miſchung von 10 cem Tinctur mit 10 cem Kalium-
acetatlöfung müſſen ſich in der Ruhe 3 cem ätheriſcher Flüſſigkeit ab-
ſcheiden.
Tinetura Ferri pomata.
Aepfelſaure Eiſentinctur.
Eine filtrirte Löſung von
„ sinus 1
in
Neun Theilen Zimutwaſſer aer Die. 79.
Schwarzbraune Flüſſigkeit von Zimmtgeruche und mildem Eiſen⸗
geſchmacke, mit Waſſer in allen Verhältniſſen ohne Trübung miſchbar.
Tinetura Gallarum.
Galläpfeltinctur.
Zu bereiten aus
—:! ß ̃̃¼ꝓP Ü ̃¼qä . 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſtes N .
*
281
Eine Tinctur von gelblichbrauner Farbe und ſtark zufammen-
ziehendem, herbem Geſchmacke. Sie reagirt ſauer, iſt mit Waſſer in
allen Verhältniſſen ohne Trübung miſchbar und wird durch Eifenoxyd-
ſalze blauſchwarz gefällt.
Tinetura Gentianae.
Enziantinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Enzianwurzel
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſtes
Eine Tinctur von gelblich⸗braunrother Farbe, ſtark bitterem Ge
ſchmacke und dem Geruche der Wurzel.
Tinctura Jodi.
Jodtinctur.
Eine Löſung von
Einem Theile zerriebenen Jods
in
Zehn Theilen Weingeiſt
Dieſelbe iſt ohne Erwärmung in einer mit Glasitöpfel 1 97
Flaſche zu bereiten.
Dunkelrothbraune, nach Jod riechende, in der Wärme ohne Rück⸗
ſtand ſich verflüchtigende Flüſſigkeit. Spec. Gewicht 0,895 bis 0,898.
36
282
2 g Jodtinctur müſſen nach Zuſatz von 25 cem Waſſer, 0,5 g
Kaliumjodid und etwas Stärkelöſung 13,8 bis 14,3 cem Zehntel
Normalnatriumthioſulfatlöſung zur Bindung des Jods verbrauchen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,2.
Maximale Tagesgabe 1,0.
Tinetura Ipecacuanhae.
Ipecacuanhatinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Ipecacuan gh 1
mit
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſ tees. 10.
Eine Tinctur von röthlich⸗braungelber Farbe und bitterlichem Ge⸗
ſchmacke.
Vorſichtig aufzubewahren.
Tinetura Lobeliae.
Lobeliatinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Lobeliakraut
mit
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſte s. 10.
Eine Tinctur von braungrüner Farbe, wenig hervortretendem Ge
ruche und widerlich kratzendem Geſchmacke.
Maximale Einzelgabe 1,0.
Maximale Tagesgabe 5,0.
283
Tinetura Moschi.
Moſchustinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Moſchu s 3 1
Fünfundzwanzig Theilen verdünnten Weingeiſtes.. ...... 25
Fünfundzwanzig Theilen Wafler .......2..:.2.2.02.. 25.
Der Moſchus wird mit dem Waſſer zerrieben, alsdann der Wein-
geiſt hinzugefügt.
Eine Tinctur von röthlichbrauner Farbe und kräftigem, durch—
dringendem Moſchusgeruche; mit Waſſer ohne Trübung miſchbar.
Tinetura Myrrhae.
Myrrhentinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile feingepulverter Myrrhe S 1
mit
JJ 5.
Eine Tinctur von röthlichgelber Farbe, vom Geruche der Myrrhe
und bitterem, brennend gewürzhaftem Geſchmacke, welche durch Waſſer
milchig getrübt wird.
Tinetura Opii benzoica.
Benzoéſäurehaltige Opiumtinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile gepulverten Opiumnn cur rcrc 2. 1
Einem Theile Anis Were 1
Ai Theilen Cainpher u ern, 71 - ee 2
Vier Theilen Benzoefäure
mit
Hundertzweiundneunzig Theilen verdünnten Weingeiſtes .. 192.
Eine Tinctur von bräunlichgelber Farbe, nach Anisöl und Campher
riechend, von kräftig gewürzhaftem, ſüßlichem Geſchmacke und ſauerer
Reaction. Sie enthält in 100 g das Lösliche aus 0,5 g Opium; an⸗
nähernd 0,05 g Morphin.
Vorſichtig aufzubewahren.
Tinetura Opii erocata.
Safranhaltige Opiumtinctur.
Zu bereiten aus
Dreißig Theilen gepulverten Opiums
V 30
„„ u... 10°
b ß SU EDLEE, ES ERBIN 2
a a // c et 2
mit
Hundertfünfzig Theilen verdünnten Weingeiſtes 150
und f
N Hundertfünfzig Theilen Waſſ err! 150.
Eine Tinctur von dunkel gelbrother Farbe; in der Verdünnung
rein gelb, vom Geruche des Safrans und von bitterem Geſchmacke.
Spec. Gewicht 0,980 bis 0,984.
Sie enthält in 100 g nahezu das Lösliche aus 10 g Opium oder
annähernd 1 g Morphin.
40 g Opiumtinctur werden mit 10 g Aether und 1g Ammoniak
in ein Glas gewogen, welches nach kräftigem Durchſchütteln ver⸗
ſhloſſen und während 12 Stunden bei 10 bis 15° unter öfterem
285
Umſchütteln hingeſtellt wird. Der Inhalt des Glaſes wird alsdann
auf ein kleines (80 mm im Durchmeſſer haltendes) tarirtes Filter
gebracht; die nach dem Ablaufen der Flüſſigkeit zurückbleibenden Mor⸗
phinkryſtalle werden zweimal mit einer Miſchung aus 2 g verdünnten
Weingeiſtes, 2 g Waſſer und 2 g Aether abgeſpült und mit dem Filter
bei 100 b getrocknet. Das Gewicht dieſes Morphins darf nicht unter
0,38 g betragen.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 1,5.
Maximale Tagesgabe 3,0.
Tinctura Opii simplex.
Einfache Opiumtinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile gepulverten Opium 1
mit |
Fünf Theilen verdünnten Weingeifte® ................. 5
und
Fünf hein e ] yd 5.
Eine Tinctur von röthlichbrauner Farbe, dem Geruche des Opiums
und bitterem Geſchmacke. Spec. Gewicht 0,974 bis 0,978.
Sie enthält in 100 g nahezu das Lösliche aus 10 g Opium oder
annähernd 1 g Morphin.
40 g dürfen, nach dem bei Tinctura Opii crocata angegebenen
Verfahren geprüft, nicht unter 0,38 g Morphin geben.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 1,5.
Maximale Tagesgabe 5,0,
286
Tinetura Pimpinellae.
Bibernelltinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Bibernellmurz “lll 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſtee s 5.
Eine Tinctur von bräunlichgelber Farbe, vom Geruche der Wurzel
und widerlichem, kratzendem Geſchmacke.
Tinetura Ratanhiae.
Ratanhiatinctur.
Zu bereiten aus
ſ%%%C%%/% ⁵mD,dd ⁵⁵———— 8 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſte ss. 5.
Eine Tinctur von dunkelweinrother Farbe, in der Verdünnung
himbeerroth, ohne Geruch, von ſtark zuſammenziehendem, herbem Ge⸗
ſchmacke.
Tinetura Rhei aquosa.
Wäſſerige Rhabarbertinctur.
B / ⅛ ͤ ⁰iQ—QRQ m8 100
Din Theile org „ 10
Dehn Theile Kalmmmben eee 10
ahn . na 900
Hundertfünfzig Theile Zimmtwaſſer.. 150
b Weinael : 2, ee 90.
Die nicht zu fein geſchnittene und durch Abſieben vom Pulver
befreite Rhabarber, der Borax und das Kaliumcarbonat werden mit
287
dem zum Sieden erhitzten Waſſer übergoſſen, in einem verfchloffenen
Gefäße eine Viertelſtunde zum Ausziehen hingeſtellt, alsdann der Wein⸗
geiſt hinzugemiſcht. Nach einer Stunde wird dieſe Miſchung durch ein
wollenes Tuch colirt und das Ungelöſte gelinde ausgedrückt. Der Colatur
werden endlich auf je 850 Theile 150 Theile Zimmtwaſſer zugemiſcht.
Eine Tinctur von dunkelrothbrauner Farbe, nur in dünnen
Schichten durchſichtig, mit Waſſer ohne Trübung miſchbar, vom Geruche
und Geſchmacke der Rhabarber.
Tinetura Rhei vinosa.
Weinige Rhabarbertinctur.
Aus s
Acht Theilen Mhabarb eee ak ec 8
Zwei Theilen Pomeranzenſchal . 2
Einem Theile Cardamomenʒ / m re 1
und
Hundert Theilen Rense eis 100
wird eine Tinctur bereitet, in welcher nach dem Filtriren der ſiebente
Theil ihres Gewichtes Zucker aufzulöſen iſt.
Eine Tinctur von gelbbrauner, durch Alkali in Braunroth über⸗
gehender Farbe, vom Geruche der Cardamomen und ſüßem, gewürz⸗
haftem Geſchmacke, welche ſich unter kaum bemerkbarer Trübung mit
Waſſer miſchen läßt.
Tinctura Seillae.
Meerzwiebeltinctur.
Zu bereiten aus
Einem heile d Sue it. 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſtess . 5.
288
Eine Tinctur von gelber Farbe, ſchwachem Geruche und widerlich
bitterem Geſchmacke.
Tinetura Strychni.
Strychnosſamentinctur.
Zu Begeiten aus
nem Theile . r 1
mit
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſte ss 10.
Eine Tinctur von gelber Farbe und ſehr bitterem Geſchmacke.
Einige Tropfen, auf Porzellan verdunſtet, hinterlaſſen einen Rück⸗
ſtand, der durch Salpeterſäure gelbroth gefärbt wird.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 1,0.
Maximale Tagesgabe 2,0.
Tinctura Valerianae.
Baldriantinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Bald rianenrz l 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Weingeiſtes n n 5.
Eine Tinctur von röthlichbrauner Farbe und kräftigem Baldrian⸗
geruche und ⸗Geſchmacke.
289
Tinetura Valerianae aetherea.
Aetheriſche Baldriantinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile Baldrian wurzel 1
mit
Fünf Theilen Aetherweingeiſꝶũt tt 2000. 5.
Eine Tinctur von gelber Farbe, vom Geruche und Geſchmacke der
Beſtandtheile.
Tinetura Veratri.
Nieswurzeltinctur.
Zu bereiten aus
weißer Niesmurz k a sn 1
mit
Zehn Theilen verdünnten Weingeiſte s 10.
Eine Tinctur von dunkel röthlichbrauner Farbe und ehe
kratzendem Geſchmacke.
Vorſichtig aufzubewahren.
Tinetura Zingiberis.
Ingwertinctur.
Zu bereiten aus 5
Einem Theile Ba, %%% ̃ TR 1
mit
Fünf Theilen verdünnten Wenge W 5.
Eine Tinctur von braungelber Farbe, vom Geruche der 8
und brennendem Geſchmacke.
37
290
Tragacantha.
Traganth.
Der in Blättern und in bandartigen oder ſichelförmigen Streifen
erhärtete Schleim der Stämmchen zahlreicher Aſtragalusarten Klein-
aſiens und Vorderaſiens, z. B. des Astragalus adscendens,
A. leioclados, A. brachycalyx, A. gummifer, A. micro-
cephalus, A. pyenoclados, A. verus. Auszuwählen find die
aus weißen, durchſcheinenden, nur ungefähr 1 bis 3 mm dicken
und mindeſtens 0,5 em breiten, geſtreiften Stücken beſtehenden
Sorten.
Mit Waſſer übergoſſen, quillt der Traganth ſtark auf; mit
50 Theilen Waſſer giebt der gepulverte Traganth einen trüben,
ſchlüpfrigen, faden Schleim, der durch Natronlauge gelb gefärbt
wird. Verdünnt man denſelben mit Waſſer und filtrirt, fo färbt
ſich der Rückſtand auf dem Filter ſchwarzblau, wenn man ihn
mit Jod beſtreut; die ablaufende Flüſſigkeit hingegen wird durch
Jodwaſſer nicht blau.
Trochisei.
Paſtillen.
Zur Bereitung der Zuckerpaſtillen werde die ganze zu verwen⸗
dende Menge der Arzneiſubſtanz mit ſo viel Zuckerpulver, daß die
daraus gemachten Paſtillen je 1 g ſchwer werden „innig gemiſcht und
darauf unter vorſichtigem Zuſatze verdünnten Weingeiſtes in ein feuch⸗
tes, durch Druck eine zuſammenhängende Maſſe bildendes Pulver ver⸗
wandelt, aus welchem die verlangte Zahl Paſtillen geformt werde.
291
Zur Bereitung der Chocoladenpaſtillen werde eine aus gleichen
Theilen Cacaomaſſe und Zucker beſtehende Chocoladenmaſſe auf dem
Dampfbade geſchmolzen und fo viel von derſelben mit der zu verwen⸗
denden Menge der Arzneiſubſtanz innig gemiſcht, daß jede Paſtille 1g
ſchwer wird. Aus der halberkalteten Maſſe werde die verlangte Zahl
Paſtillen geformt.
Trochisei Santonini.
Santoninpaſtillen.
Sie enthalten je 0,025 g Santonin.
Tubera Aconiti.
Eiſenhutknollen.
Die rübenförmigen, durchſchnittlich ungefähr 6 wiegenden Wurzel⸗
knollen des Aconitum Napellus, welche, oben ungefähr 2 em
Dicke erreichend, bei 3 bis 8 em Länge, meiſt ſehr allmälig in eine
einfache Spitze auslaufen. Sie tragen oben einen kurzen Stengel⸗
ſtumpf oder einen Knospenreſt, auf der graubraunen, ſtark längs⸗
runzeligen Oberfläche die Austrittsſtellen zahlreicher Nebenwurzeln. Das
innere, weißliche Gewebe bricht mehlig oder körnig. Dieſelben ſchmecken
ſcharf würgend.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,1.
Maximale Tagesgabe 0,5.
37 *
292
Tubera Jalapae.
Jalapenknollen.
Die Knollen der Ipomoea Purga, meiſt von birnförmiger
Geſtalt oder etwas verlängert, von weniger als 1 em Durchmeſſer bis
über fauſtgroß, in eine meiſt kurze Spitze auslaufend, am oberen Ende
kurze, nur wenige mm dicke Stengelreſte tragend. Die graubraune,
runzelige, höckerige Oberfläche zeigt weder Blattnarben noch Neben-
wurzeln. Das ſehr dichte Gewebe bricht glatt, mehlig oder hornartig,
weder holzig noch faſerig, und läßt auf weißlichem oder graubräun⸗
lichem Grunde dunkle Harzzellen in concentriſchen Zonen erkennen,
welche nicht durch ſtrahlenförmige Gefäßbündel unterbrochen ſind. Die
Jalapenknollen ſchmecken fade, dann kratzend und riechen oft rauchartig.
In der bei Resina Jalapae vorgeſchriebenen Weiſe verarbeitet, ſollen
ſie mindeſtens 10 Procent Harz von den dort angegebenen Eigen⸗
ſchaften liefern.
Vorſichtig aufzubewahren
Tubera Salep.
Salep.
Die kugeligen oder birnförmigen Knollen verſchiedener Ophrydeen
des Orients und Deutſchlands, z. B. Orchis mascula, O. mili-
taris, O. Morio, O. ustulata, Anacamptis pyramidalis,
Platanthera bifolia. Von den zur Blüthezeit oder unmittelbar
nachher auszugrabenden Knollen werden die den Stengel tragenden
befeitigt, die übrigen in ſiedendes Waſſer getaucht, abgerieben und
293
getrocknet. Die Knollen find dann 0,5 bis 2 cm dick und bis gegen
4 cm lang, von meiſt etwas rauher, hell bräunlichgrauer oder gelb-
licher Oberfläche, am Scheitel die Narbe der Stengelknospe zeigend.
Das auch im Innern nicht dunkle Gewebe iſt ſehr hart und horn⸗—
artig; gepulvert geben die Salepknollen, mit 50 Theilen Waſſer ge-
kocht, einen nach dem Erkalten ziemlich ſteifen, faden Schleim, welcher
durch Jod blau gefärbt wird.
Unguenta.
Salben.
Bei der Bereitung der Salben ift in der Weiſe zu verfahren,
daß die ſchwerer ſchmelzbaren Beſtandtheile für fi oder unter ge
ringem Zuſatz der leichter ſchmelzbaren Körper geſchmolzen und die
letzteren der geſchmolzenen Maſſe nach und nach zugeſetzt werden,
wobei jede unnöthige Temperaturerhöhung zu vermeiden iſt.
Diejenigen Salben, welche nur aus Wachs oder Harz und Fett
oder Oel beſtehen, müſſen nach dem Zuſammenſchmelzen der einzelnen
Beſtandtheile bis zum vollſtändigen Erkalten fortwährend gerührt
werden. Waſſerhaltige Zuſätze werden den Salben während des Er⸗
kaltens unter Umrühren beigemiſcht. Sollen den Salben pulverförmige
Körper hinzugeſetzt werden, ſo müſſen dieſe als feinſtes, wenn nöthig
geſchlämmtes Pulver zur Anwendung kommen und zuvor mit etwas
Oel oder geſchmolzener Salbe gleichmäßig verrieben ſein.
Extracte oder Salze ſind vor der Miſchung mit dem Salbenkörper
mit wenig Waſſer anzureiben oder in Waſſer zu löſen, mit Ausnahme
von Tartarus stibiatus, welcher als ganz feines, trockenes Pulver
zugemiſcht werden muß
294
Alle Salben müſſen eine gleichmäßige Beſchaffenheit haben, dürfen
nicht ranzig riechen, noch Schimmelbildung zeigen.
Unguentum basilicum.
Königsſalbe.
Fünfundvierzig Theile gemeinen Olivenölesss ur... .- 45
Fünfzehn Theile gelben Wachſe sss. 15
Fünfzehn Theile ColophoniumnñwmmmUw w.... 15
Fünfzehn Theile Talg gg 15
Zehn Theile Terpen thin nenne nenen nen 10.
Sie ſei von gelbbrauner Farbe.
Unguentum Cantharidum.
Spaniſchfliegenſalbe.
Zwei Theile grob gepulverter Canthariden nnn. 2
werden mit
n er 8
10 Stunden im Dampfbade digerirt, abgepreßt und das
Oel filtrirt. Aus
Sin ß 7
des Filtrats werde mit
Drei Theilen gelben Wachſe s ER 3
die Salbe bereitet.
Sie ſei gelb.
295
Unguentum cereum,
Wachsſalbe.
Zu bereiten aus
Sieben Theilen Olivenöl ....... F
Drei Theilen gelben Wachſs
Sie ſei gelb.
Unguentum (erussae,
Bleiweißſalbe.
Zu bereiten aus
Dei enn ³f
und
Sieben Theilen Pei. 8
Eine ſehr weiße Salbe.
Unguentum Cerussae camphoratum.
Campherhaltige Bleiweißſalbe.
Zu bereiten aus
Fünfundneunzig Theilen Bleiweißſalbu0uuuee .
und
Fünf Theilen gepulvertern Camphers
Sie ſei weiß, nach Campher riechend.
296
Unguentum diachylon.
Diachylonſalbe.
„ ee
werden durch Auswaſchen von Glycerin und durch Stehen
im Waſſerbade vom Waſſer befreit, mit
e ER De ee
bei gelinder Wärme im Waſſerbade zuſammengeſchmolzen
und darauf bis zum völligen Erkalten umgerührt. Nach⸗
dem die fertige Salbe einige Stunden geſtanden hat,
werde dieſelbe nochmals agitirt.
Faſt weiße Salbe.
Unguentum Glycerini.
Glyeerinſalbe.
Ein Theil gepulverten Traganthes
werde mit
Fünf Theilen Weingeiſt
angerieben, x
a Eee
hinzugemiſcht und das Gemenge im Domnfhabe erwärmt.
Weiße, durchſcheinende, gleichmäßige Salbe.
e er eaesen
BE WE er „ ee
Unguentum Hydrargyri album.
Weiße Queckſilberſalbe.
Zu bereiten aus
Einem Theile weißen Queckſilberpräcipitates
und
Neun Theilen Paraffinſalbe
Eine weiße Salbe.
„ „„
e DEe aee
297
Unguentum Hydrargyri einereum.
Graue Queckſilberſalbe.
Dreizehn Theile Schweineſchmal zzz 13
Sieben Theile Hammeltalnl g,, 7
werden bei gelinder Wärme zuſammengeſchmolzen. Nach⸗
dem das Gemiſch vollkommen erkaltet iſt, nehme man
von demſelben 3 Theile, welche mit
Zehn Theilen Queckſilb enn. 10
in einer eiſernen Schale verrieben werden.
Das Metall werde in kleinen Mengen in der Art beigemiſcht, daß
ein neuer Zuſatz jeweilen erſt dann erfolge, wenn kein Queckſilber mehr
für das unbewaffnete Auge ſichtbar iſt. Schließlich ſetze man den Reſt
der Fettmiſchung hinzu und miſche aufs Genaueſte.
Bläulichgraue Salbe, in welcher Queckſilberkügelchen mit bloßem
Auge nicht zu erkennen ſind.
3 g der Salbe müſſen nach Entfernung des Fettes durch Aether
nahezu 1 g Queckſilber aufweiſen. i
Unguentum Hydrargyri rubrum.
Rothe Queckſilberſalbe.
Zu bereiten aus
Einem Theile rothen Queckſilberorydd -rrcere» 3
und .
Neun Theilen Paraffinſalbwv u. 9.
Eine rothe Salbe.
5 2
298
Unguentum Kalii jodati.
Kaliumjodidſalbe.
Zwanzig Theile Kalium jodidte: 20
gelöſt in
Zehn Theilen Waſſer kk! 3 10
werden gemiſcht mit
Hundertſiebenzig Theilen Paraffin ſalbe—ü 170.
Eine weiße Salbe.
Unguentum leniens.
Cold⸗Cream.
Zu bereiten aus
Vier Theilen weißen Wachſe ss rennen 4
S . éT—½—üö-ͤ 5
Zweiunddreißig Theilen MandelðbxnNn n . 32
Sehszehn Theilen Waſſe ee en 16.
Zu 50 g dieſer Salbe miſche man 1 Tropfen Roſenöl.
Weiße, weiche Salbe.
Unguentum Paraffini.
Paraffinſalbe.
Zu bereiten aus
einem Theile ene —=ͤ 1
und
a. Theilen fügen enn 4.
Sie ſei weiß, durchſcheinend, von Salbenconſiſtenz, zeige ſich unter
dem Mitroftope von Kryſtällchen durchſetzt und verflüſſige ſich zwiſchen
35° und 45.
299
Unguentum Plumbi.
Bleiſalbe.
Zu bereiten aus
Zweiundneunzig Theilen Schweineſchmal „uereneenenen. 92
und
Acht Theilen Bleieſſ fe 8.
Eine weiße Salbe.
Unguentum Plumbi tanniei. ;
| Tannin⸗Bleiſalbe.
Ein Theil Gerbſäureee „ 1
Zwei Theile Bleieſſiigggggggggggg 2
werden zu einem gleichmäßigen Brei zerrieben, welcher mit
Siebenzehn Theilen Schweineſchmal ner .: 17
zur Salbe verarbeitet wird
Eine etwas gelbliche Salbe.
Sie werde nur zur Dispenſation bereitet.
Unguentum Rosmarini compositum.
Rosmarinſalbe.
Zu miſchen aus
Sechszehn Theilen Schweineſchmal z 16
Acht Wellen ß anne 8
Zwei Theilen gelben Wachſesz z 2
Zwei Theilen Muscatbutte sense eeeennnennt
300
Der fertigen Salbe werden zugemifcht
l dd ne yes nan
5 n ei ðᷣ
* Gelbliche Salbe. 5
Unguentum Sabinae.
Sabinaſalbe.
Zu bereiten aus
nne
Neun Theilen Wachsſalbte .
Sie ſei braun.
Unguentum Tartari stibiati.
Brechweinſteinſalbe.
Zu bereiten aus
%ù — ⁵d V an ae We see ne
und
—T / ĩ ¾ (
Von weißer Farbe.
Unguentum Terebinthinae.
Terpenthinſalbe.
Zu bereiten aus gleichen Theilen
Terpenthin,
Gelben Wachſes und
Terpenthinöl.
Eine weiche Salbe von gelber Farbe.
301
Unguentum Zinci.
Zinkſalbe.
Zu bereiten aus
Einem Theile rohen Zinkoxy dds 323 1
und
Neun Theilen Scheme 5 9.
Eine weiße Salbe.
Veratrinum.
Veratrin.
Weißes, lockeres Pulver. An ſiedendes Waſſer giebt dasſelbe nur
ſehr wenig ab; das Filtrat ſchmeckt ſcharf, nicht bitter und bläut
rothes Lakmuspapier nur langſam. In 4 Theilen Weingeiſt und
2 Theilen Chloroform iſt das Veratrin löslich, weniger in Aether;
dieſe Auflöſungen reagiren ſtark alkaliſch. Mit verdünnter Schwefel
ſäure oder Salzſäure bildet das Veratrin bitter und ſcharf ſchmeckende
Auflöſungen, mit kochender Salzſäure giebt es eine rothe Löſung.
Veratrin, welches man mit 100 Theilen Schwefelſäure zerreibt, er⸗
theilt derſelben grünlichgelbe Fluorescenz; dieſe Farbe geht bald in
Roth über. Beſtreut man die in dünner Schicht ausgebreitete Löſung
in Schwefelſäure mit gepulvertem Zucker, ſo nimmt ſie gelbe, grüne,
zuletzt blaue Farbe an, welche nach einer Stunde zu verblaſſen be⸗
ginnt. 5
Sehr vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 0,005.
Maximale Tagesgabe 0,02.
302
Vinum.
Mein.
Deutſche und ausländiſche, weiße und rothe, namentlich auch ſüße
Weine, ſämmtlich aus dem Safte der Weintraube.
Vinum camphoratum.
Campherwein.
%%% —T 8 1
wird in
Einem Theile Wengen nn: ᷑ĩ?ĩx: in. 1
gelöſt und nach und nach unter Umſchütteln
Drei Theile Gummiſchley mmm 3
und
Fünfundvierzig Theile Weißwein 45
zugefügt.
Weißlich trübe Flüffigkeit; vor der Dispenſation umzuſchütteln.
Vinum Chinae.
Chinawein.
Hundert Theile Ehimatintun rr 108
Hundert Theile Biherrn nn 2 100
Drrihundert Theile Neresei ii u 300
werden gemiſcht und die Miſchung nach dreiwöchentlichem
Stehen filtrirt.
Der Chinawein ſei klar und braunroth.
303
Vinum Colchici.
Colchicumwein.
Ein Theil grob gepulverten Colchicumſamen
wird mit
Zehn Theilen Teresw einn
8 Tage macerirt, dann ausgepreßt. Die Colatur werde
filtrirt.
Klar und von gelbbrauner Farbe.
Vorſichtig aufzubewahren.
Maximale Einzelgabe 2,0.
Maximale Tagesgabe 6,0.
Vinum Ipecacuanhae.
Ipecacuanhawein. .
Ein Theil gröblich gepulverter Ipecacuangga˖ a
wird mit \
Bis Then ᷣ̃ ̃ ̃ͤ T ».—»Wns
8 Tage macerirt, hierauf ausgepreßt und die Colatur filtrirt.
Klare, gelbbräunliche Flüſſigkeit.
Vorſichtig aufzubewahren.
Vinum Pepsini.
Pepſinwein.
Fünfzig Theile Pepſin
werden mit
Fünfzig Theilen Glycerin
und
Dana. Theilen Waller .u..::.:2..n2.. „„ 50
| zu einem dünnen Brei verrieben. Demſelben werden
Achtzehnhundertfünfundvierzig Theile Weißwein 1845
und
a ᷑³ ĩ?nd TE, 5
hinzugeſetzt, die Miſchung unter öfterem Umrühren
6 Tage bei Seite geſtellt und filtrirt.
Klare, gelbliche Flüſſigkeit.
Vinum stibiatum.
Brechwein.
Eine filtrirte Auflöſung von
Einem Theile Brechweinſte in 3 1
in
Zweihundertfünfzig Theilen Teres wein 250.
Der Brechwein ſei klar und von braungelber Farbe.
Vorſichtig aufzubewahren.
Lineum aceticum.
Zinkacetat.
Weiße, glänzende Blättchen, löslich in 2,7 Theilen kalten, in
2 Theilen heißen Waſſers, auch in 35,6 Theilen Weingeiſt. Die
ſchwach ſauere wäſſerige Löſung wird durch Eiſenchlorid dunkelroth
gefärbt und giebt mit Kalilauge einen weißen Niederſchlag, der im
Ueberſchuſſe des Fällungsmittels löslich ift; dieſe Löſung wird durch
Schwefelwaſſerſtoffwaſſer wieder weiß gefällt.
Die wäſſerige Löſung (1 = 10) werde durch überſchüſſigen Schwefel;
waſſerſtoff rein weiß gefällt; das Filtrat hinterlaſſe beim Verdampfen
305
keinen feuerbeſtändigen Rückſtand. Beim gelinden Erwärmen mit
Schwefelſäure erleide es keine Schwärzung. Die Löſung in 3 Theilen
Waſſer darf ſich beim Verdünnen mit Waſſer nicht oder doch nur
wenig trüben. i
Vorſichtig aufzubewahren.
Zineum chloratum.
Zinkchlorid.
Weißes, an der Luft leicht zerfließliches Pulver oder weiße Stengel⸗
chen, in Weingeiſt und Waſſer leicht löslich, beim Erhitzen ſchmelzend
und in weißen Dämpfen ſich verflüchtigend, wobei ein während des
Glühens gelber Rückſtand bleibt. Die wäſſerige Löſung von ſauerer
Reaction wird durch Schwefelammonium weiß gefällt und giebt jo-
wohl mit Silbernitrat, wie mit Ammoniak weiße, im Ueberſchuß des
Ammoniaks lösliche Niederſchläge.
Die Löſung in gleichen Theilen Waſſer ſei klar und farblos, 5
bei Zuſatz der 3 fachen Menge Weingeiſt entſtehende flockige Niederſchlag
verſchwinde durch einen Tropfen Salzſäure. Die wäſſerige Löſung
(1 = 10) darf nach Zuſatz von Salzſäure weder durch Baryumnitrat
getrübt, noch durch Schwefelwaſſerſtoffwaſſer gefärbt werden. 1g
Zinkchlorid muß mit 10 cem Waſſer und 10 cem Ammoniak eine
klare Löſung geben, in welcher durch überſchüſſigen Schwefelwaſſerſtoff
ein rein weißer Niederſchlag entſteht, während das Filtrat nach dem
Abdampfen und Glühen keinen Rückſtand zurücklaſſen darf.
Vorſichtig aufzubewahren.
306
Lincum oxydatum.
Zinkoxyd.
Weißes, zartes, amorphes, in der Hitze vorübergehend gelbes, in
Waſſer unlösliches, in verdünnter Eſſigſäure lösliches Pulver.
Beim Schütteln mit Waſſer werde ein Filtrat erhalten, welches ſich
durch Baryumnitrat und Silbernitrat nur opaliſirend trübe. In
10 Theilen verdünnter Eſſigſäure löſe es ſich ohne Aufbrauſen. Dieſe
Löſung gebe mit überſchüſſigem Ammoniak eine klare, farbloſe Flüſſig⸗
keit, welche weder durch Ammoniumopalat noch durch Natriumphosphat
getrübt werde, beim Ueberſchichten mit Schwefelwaſſerſtoffwaſſer aber
eine rein weiße Fällung entſtehen laſſe.
Lineum oxydatum crudum.
Rohes Zinkorpd.
Weißes, zartes, amorphes, beim Erhitzen vorübergehend gelbes,
in Waſſer unlösliches Pulver.
Es ſei in verdünnter Eſſigſäure ohne Aufbrauſen löslich; der in
dieſer Löſung durch Natronlauge entſtehende Niederſchlag löſe ſich im
Ueberſchuſſe des Fällungsmittels zu einer klaren, farbloſen Flüſſigkeit.
0,2 g des Präparats, in 2 g verdünnter Eſſigſäure gelöſt, dürfen nach
dem Erkalten durch Kaliumjodid nicht verändert werden.
Nicht zum innerlichen Gebrauche zu verwenden.
Lincum sulfocarbolicum.
Zinkſulfophenolat.
Farbloſe, durchſichtige, an der Luft leicht verwitternde Säulen
oder Tafeln, leicht löslich in dem doppelten Gewichte Waſſer oder Wein-
307
geift zu einer ſchwach ſauer reagirenden, auf Zuſatz von Eiſenchlorid
ſich violett färbenden Flüſſigkeit. f
Die wäſſerige Löſung (1 10) werde durch verdünnte Schwefel.
ſäure und auch durch Ammoniumopalat nicht, durch Baryumnitrat
nur wenig getrübt; auf Zuſatz von überſchüſſigem Schwefelammonium
gebe ſie einen weißen Niederſchlag und ein Filtrat, welches einen in
ſtarker Hitze flüchtigen Rückſtand hinterlaſſen muß.
100 Theile geben beim Glühen annähernd 14,6 Theile Zinkoxyd.
Vorſichtig aufzubewahren.
Zineum sulfuricum.
Zinkſulfat.
Farbloſe, in trockener Luft langſam verwitternde, in 0,6 Theilen
Waſſer lösliche, in Weingeiſt aber unlösliche Kryſtalle. Die wäſſerige
Löſung reagirt ſauer und beſitzt einen ſcharfen, ekelhaften Geſchmack.
Sie giebt mit Baryumnitrat einen weißen, in Salzſäure unlöslichen
Niederſchlag, und wird durch Natronlauge zuerſt gefällt, giebt aber
mit einem Ueberſchuſſe derſelben eine klare, farbloſe Flüſſigkeit, welche
durch Schwefelwaſſerſtoff aufs Neue einen weißen Niederſchlag fallen
läßt. 5
Die wäſſerige Löſung (1 - 20) darf durch Silbernitrat nicht ge-
trübt werden. Nach dem Erhitzen mit Chlorwaſſer und Salzſäure
darf fie durch Kaliumſulfocyanat nicht geröthet und durch Schwefel⸗
waſſerſtoff nicht verändert werden.
1g des Salzes muß mit 10 cem Waſſer und 5 cem Ammoniak
eine klare Löſung geben, welche durch Natriumphosphat nicht ver⸗
ändert werden, aber durch überſchüſſigen Schwefelwaſſerſtoff einen
39*
308
weißen Niederſchlag fallen laſſen muß, worauf die filtrirte Flüſſigkeit
nach dem Abdampfen und Glühen keinen Rückſtand zurücklaſſen darf.
Mit Natronlauge darf das Salz kein Ammoniak entwickeln und ſeine
mit überſchüſſiger verdünnter Schwefelſäure verſetzte wäſſerige Löſung
darf mit metalliſchem Zink und e keine blaue Far
bung geben.
Veorſichtig aufzubewahren.
Maximale W 8 1,0.
Reagentia.
Reagentien.
Acidum aceticum dilutum. Eſſigſäure.
Acidum hydrochloricum. Salzſäure.
Acidum nitricum. Salpeterſäure.
Acidum nitricum ſumans. Rauchende Salpeterſäure.
Acidum oxalicum. Oxalſäure.
Die lufttrockene, auf Platinblech ohne Rückſtand verdampfende
Säure. 8
Acidum sulfuricum. Schwefelſäure.
Acidum sulfuricum dilutum. Verdünnte Schwefelſäure.
Acidum tannicum. Gerbſäure.
Bei Bedarf in 19 Theilen Waſſer zu löſen.
Acidum tartaricum. Weinſäure.
Bei Bedarf in 4 Theilen Waſſer zu löſen.
Aether. Aether.
Ammonium carbonicum. Ammoniumcarbonat.
1 Theil Ammoniumcarbonat in einer Miſchung aus 3 Theilen
Waſſer und 1 Theil Ammoniak gelöſt.
Ammonium chloratum. Ammoniumchlorid.
In 9 Theilen Waſſer gelöſt.
310
Ammonium oxalicum. Ammoniumoxalat.
In 19 Theilen Waſſer gelöft.
Aqua Calcariae. Kalkwaſſer.
Aqua chlorata. Chlorwaſſer.
Aqua hydrosulfurata. Schwefelwaſſerſtoffwaſſer.
Argentum nitricum. Silbernitrat.
Die volumetriſche Löſung.
Baryum nitricum. Baryumnitrat.
In 19 Theilen Waſſer gelöſt.
Benzolum. Benzol. Siedepunkt 81 bis 820.
Bismutum subnitricum. Baſiſches Wismutnitrat.
Bromum. Brom.
Calcium chloratum. Calciumchlorid.
In 9 Theilen Waſſer gelöſt.
Calcium hydricum. Kalkhydrat.
Calcium sulfuricum. Calciumſulfat.
Die geſättigte wäſſerige Löſung.
Carbonicum sulfuratum. Schwefelkohlenſtoff.
Farblos und ohne Rückſtand flüchtig.
Charta exploratoria caerulea. Blaues Lakmuspapier.
Charta exploratoria lutea. Curcumapapier.
Charta exploratoria rubra. Rothes Lakmuspapier.
Chloroformium. Chloroform.
Ferrum sulfuricum. Ferroſulfat.
Bei Bedarf in 2 Theilen Waſſer zu löſen.
Hydrargyrum bichloratum. Queckſilberchlorid.
In 19 Theilen Waſſer gelöſt.
311
Kalium chromicum flavum. Gelbes Kaliumchromat.
In 9 Theilen Waſſer gelöſt.
Kalium ſerricyanatum. Kaliumferricyanat.
Bei Bedarf ſind die vorher gewaſchenen Kryſtalle in 9 Theilen
Waſſer zu löſen.
Kalium ferrocyanatum, Kaliumferrocyanat.
In 9 Theilen Waſſer gelöſt.
Kalium jodatum. Kaliumjodid.
Bei Bedarf in 9 Theilen Waſſer zu löſen.
Kalium permanganicum. Kaliumpermanganat.
Die volumetriſche Löſung.
Kalium sulfocyanatum. Kaliumſulfocyanat.
In 19 Theilen Waſſer gelöſt.
Liquor Ammonii caustici. Ammoniak.
Liquor Ammonii sulfurati. Schwefelammonium.
Liquor Ferri sesquichlorati. Eiſenchloridlöſung.
Liquor Kali acetici. Kaliumacetatlöſung.
Liquor Natri caustici. Natronlauge.
Magnesium hydricum pultiforme. Breiförmiges Magneſiumhydrat.
Der aus einer Löſung von 3 Theilen Magneſiumſulfat in
20 Theilen Waſſer durch Natronlauge erhaltene, gut aus⸗
gewaſchene und mit Waſſer auf 10 Theile gebrachte Nieder⸗
ſchlag.
Magnesium sulfuricum. Magneſiumſulfat.
In 9 Theilen Waſſer gelöft.
Natrium aceticum. Natriumacetat.
In 4 Theilen Waſſer gelöſt.
312
Natrium carbonicum. Natriumcarbonat.
In 4 Theilen Waſſer gelöſt.
Natrium metallicum. Natriummetall.
Natrium phosphoricum. Natriumphosphat.
In 19 Theilen Waſſer gelöſt.
Natrium sulfurosum. Natriumſulfit.
Bei Bedarf in 9 Theilen Waſſer zu löſen.
Solutio Amyli, Stärkelöſung.
Bei Bedarf durch Schütteln eines Stückchens weißer Oblate
mit heißem Waſſer und Filtration zu bereiten.
Solutio Jod.
Die volumetriſche Löſung.
Spiritus. Weingeiſt.
Spiritus absolutus. Abſoluter Weingeiſt.
Von 0,795 bis 0,800 ſpec. Gewicht.
Stannum raspatum. Sinnfeile.
Lincum. Zink.
Es ſei frei von Arſen.
313
Löſungen zu volumetriſchen Prüfungen.
Temperatur 15°.
Acidum hydrochloricum volumetricum.
Normalſalzſäure.
146 g Salzſäure (ſpec. Gew. 1,124) mit Waſſer zum Liter ver⸗
dünnt.
1g reinen, friſch geglühten Natriumcarbonats muß 18,8 cem
dieſer Säure zur Sättigung verbrauchen.
Liquor Amyli volumetrieus.
Jodzinkſtärkelöſung.
%% / ᷣ ¼ᷣ (Vd. 4
Zwanzig Gramm Zinkchlorid 0
Hundert Renn as a ln. 100
werden unter Erſatz des verdampfenden Waſſers gekocht,
bis das Stärkemehl faſt vollſtändig gelöſt iſt.
Dann werden Br
Zwei Gramm reinen, trockenen Zinkjodidd 2
zugeſetzt, die Flüſſigkeit zum Liter verdünnt und fltrkrt
Farbloſe, nur wenig opalifirende Flüſſigkeit.
40
314
Liquor Argenti nitriei volumetricus.
Zehntel⸗Normalſilberlöſung.
17 g geſchmolzenen Silbernitrats zum Liter in Waſſer gelöſt.
Liquor Jodi volumetricus.
Zehntel⸗Normaljodlöſung.
Zwölf und ſiebenzehntel Gramm trockenen reinen Jods 12,7
und
Zwanzig Gramm Kaliumjo did.. 20
werden zum Liter in Waſſer gelöſt.
Liquor Kalii bromati volumetricus,
Kaliumbromidlöſung.
5,94 g reinen, trockenen Kaliumbromids werden zum Liter in
Waſſer gelöſt.
Liquor Kalii bromiei volumetricus.
Kaliumbromatlöſung.
1,667 g reinen, trockenen Kaliumbromats werden mit Waſſer zum
Liter gelöſt.
Die Miſchung von je 50 cem dieſer beiden Löſungen entwickelt
nach Zuſatz von 5 cem Schwefelſäure (1,836 — 1,840) fo viel Brom,
daß 0,0469 g Carbolſäure als Tribromphenol gebunden werden.
315
Liquor Kalii hydrici volumetrieus.
Normalkalilöſung.
Reine und kohlenſäurefreie Kalilauge.
1g Oxalſäure muß 15,9 cem der volumetriſchen Kalilöſung zur
Sättigung verbrauchen.
Liquor Kalii permanganici volumetricus.
Kaliumpermanganatlöſung.
1g Kaliumpermanganat wird in Waſſer zum Liter gelöft.
0,1 g reinſten Eiſendrahtes muß nach ſeiner Auflöſung in ver⸗
dünnter Schwefelſäure 56,2 cem dieſer Löſung bis zum Eintritt der
rothen Farbe verbrauchen.
Liquor Natrii chlorati volumetrieus.
Zehntel⸗Normalkochſalzlöſung.
5,85 g reinen, trockenen Kochſalzes werden mit Waſſer zum Liter
gelöſt.
10 cem dieſer Löſung müſſen nach Zuſatz von einigen Tropfen
Kaliumchromatlöſung 10 cem der volumetriſchen Silberlöſung bis zum
Eintritt einer ſchwachen Röthung verbrauchen.
316
Liquor Natrii thiosulfuriei volumetricus.
Eh. N 1 4.8 ic. 2 ve yo
nn ad ! ! 1 9
24,8 g Natriumthioſulfat werden in Waſſer zum Liter gelöſt.
„3g Jod müſſen 23,6 com dieſer Löſung bis zur Entfärbung
verbrauchen.
Solutio Phenolphtaleini.
Phenolphtaleinlöſung.
Ein: men G su, u. ĩð⸗ v. 1
wird in .
Hundert Gramm verdünnten Weingeiſte ss 100
gelöſt.
Die Löſung ſei farblos.
Tinctura Coccionellae.,
Cochenille⸗Tinctur.
Drei Gramm gepulverter Cochenille 55555 3
Fünfzig Cubikcentimeter Weingeiſũtt . 50
Zweihundert Cubikcentimeter Waſſe r 200
werden macerirt und filtrirt.
Die Löſung ſei rothgelb. Dieſer Farbſtoff dient als Indicator
bei der volumetriſchen Beſtimmung der Alkali⸗Carbonate.
317
Tabelle A
enthaltend
die ſtärkſten Doſen (Maximal⸗Doſen) der Arzneimittel für
einen erwachſenen Menſchen, welche der Arzt beim Ver⸗
ſchreiben zum innerlichen Gebrauche nicht überſchreiten darf,
es ſei denn, daß er ein Ausrufungszeichen (1) hinzufügt.
Acetw ige Ä„—P
nee, een rense
» ß
Apomorphinum hydrochlori cum
Aqua Amygdalarum amara rum
e re
Atropinum sulfuricum 33
Auro-Natrium chloratum .........- ee,
nn , ER
etum Aconiti 3
Maximale
Einzelgabe
Maximale
Tagesgabe
318
» H yoscyami ar seen
Poe
Gy datum
—
=)
5
8
8
T ͤòy—P J ĩᷣ
Liquor Kali arseni cos.
Morphinum hydrochloricſu mn.
» m,
WAW 4 nase
Hr ͤ——
Fhoip bern.
Physostigminum salicyli cum
Pilocarpinum hydrochloricuͥů n
Plumbum 9 Re AR
DR ve Mae ⁰ a a er Se ee
„ R 55 en „
% // — ·’¹ii· kx
Stryehninum nitricum
Summitates Sabinae
J)). ⁵P2:
%«²§%» ;. mn Q- ⁰æ ¶ ẽ . ae
Maximale
Einzelgabe
0,2
0,2
Maximale
Tagesgabe
Gramme.
319
Maximale Maximale
Einzelgabe | Tagesgabe
Gramme. Gramme.
Tartarus stibis tun.. 0,2 0,5
I ùMP.̃ ... 8 0,5 2,0
» e ͤ ͤ 0,5 1,5
» Dohhiee N 2,0 6,0
» Coloefnthidis- u. 1 ash gg ch 1,0 3,0
» Dial. u 1,5 5,0
» ner 0,2 1,0
» n 0.0, 23.355: 3%, 1,0 5,0
. Op sorochbE ðͤ 1,5 5,0
» en EEE 1,5 5,0
a Be 1,0 2,0
Tubera CVVT 0,1 g
J 0,005 0.02
„„ aaa ar reset, 2,0 6,0
ET TE 1,0 —
320
Tabelle B
n enthaltend
die gewöhnlich Gifte genannten Arzneimittel, welche unter
Verſchluß und ſehr vorſichtig aufzubewahren ſind.
Acidum arsenicosum.
Atropinum sulfuricum.
e bichloratum.
bijodatum.
» cyanatum.
» jodatum.
» oxydatum.
» » via humida paratum.
» praecipitatum album.
Liquor Kalii arsenicosi.
Phosphorus.
Physostigminum salicylicum.
3 nitricum.
Veratrinum
321
Tabelle €
enthaltend
diejenigen Arzneimittel, welche von den übrigen getrennt
und vorſichtig aufzubewahren ſind.
Acetum Digitalis.
Acidum carbolicum.
» » liquefactum.
» chromieum.
» hydrochlorieum.
» Try erudum.
» nitricum.
» » fumans.
» sulfuricum.
» » .erudum.
Amylium nitrosum.
1 8 men.
un . amara-
rum.
Argentum nitricum.
» » eum Calio
nitrico.
Auro- Natrium chloratum.
Bromum.
Cantharides.
Cerussa.
Cbloralum hydratum.
Chloroformium.
Codeinum.
Collodium cantharidatum.
Cuprum oxydatum.
» sulfuricum.
n » crudum.
Euphorbium. |
Extractum Aconiti
» Belladonnae.
» Cannabis indicae.
» Coloeynthidis.
1 Digitalis.
5 Hyoscyami.
Opii.
a Sabinae.
» Seillae.
Strychni.
Folie Belladonnne.
lis.
SR Colocynthidis.
Gutti.
Herba Conii.
» Hyoscyami.
Hydrargyrum chloratum.
„
322
Hydrargyrum chloratum vapore
paratum.
Jodoformium.
J g
Kali causticum fusum.
Kalium bichromicum.
Liquor Kali caustici.
» Natri caustici.
» Plumbi subacetici.
Lithargyrum.
Minium.
ee hydrochloricum.
sulfuricum
Pilocarpinum hydrochlorieum.
Plumbum aceticum.
» » erudum.
» jodatum.
Pulvis Ipecacuanhae opiatus.
Radix Ipecacuanhae.
Resina Jalapae.
Rhizoma Veratri.
Santoninum.
Semen Colchici.
» Stryehni.
Summitates Sabinae.
Tartarus stibiatus.
Tinetura Aconiti.
» annabis indicae.
» Cantharidum.
» Colchici.
» Colocynthidis.
» Digitalis.
Jodi.
» Ipecacuanhae.
» Opü benzoica.
» » erocata
» » simplex
Strychni.
Veratri.
Tubera Aconiti.
» Jalapae.
Vinum Colchici.
„ Ipecacuanhae.
» stibiatum.
Zincum aceticum
» chloratum.
» sulfocarbolicum.
» sulfurieum.
323
Tabelle
über
die zwiſchen + 12° bis 25° eintretenden Veränderungen der bei
den Reviſionen der Apotheken feſtzuſtellenden ſpecifiſchen Gewichte
officineller Fluͤſſigkeiten.
Bei denjenigen Flüſſigkeiten, deren ſpec. Gewicht bei + 15° nicht auf eine einzige Zahl
beſchränkt iſt, ſondern ſich innerhalb gewiſſer Grenzen bewegen darf, iſt eine Schwankung
in gleicher Höhe bei jedem der Temperaturgrade zwiſchen + 12 bis + 259 geſtattet.
er are
Acidum aceticum dilutum....
Acidum hydrochloricum .....
Acidum nitrieum .......:.. 5
Acidum phosphoricum
Acidum sulfuricum
Acidum sulfuricum dilutum ..
2„łõ6—ßũQ, „
Liquor Aluminii acetici .
Liquor Ammonii acetici .....
Liquor Ammonii caustici
Liquor Ferri acetic i...
Liquor Ferri sesquichlorati ..
Liquor Ferri sulfuriei oxydati.
Liquor Kali caustici ........
Liquor Kalii acetice i..
Liquor Kalii carboniei ..;...
Liquor Natri caustici .......
Liquor Plumbi subacetic i
Mixtura sulfuriea acida......
Spiritus aethereus ..........
Spiritus Aetheris nitrosi .....
% Alulns,......».....
Tinetura Opii eroeata.......
. Iinctura Opii simplex
1.041
(1,124
1,185
1,120
1,8361, 840
1.110—1,114
0,724 0,728
0,900 0,904
1,485— 1,489
1,225—1,235
1,044 1,046
1,032--1,034
0,960
1,081 1,083
1,280 — 1,282
1,428—1,430
1.1421, 146
1,176—1,180
1,330—1,334
1,159—1,163
1,235 —1,240
0,993—0,997
0,530—0,834
0,807-—0,811
0,840 0,850
0,892 0,896
0,980 0.984
0,974 0,978
1,042
1,125
1,187
1,121
1,841
1,114
0,728
0,904
1,492
1,232
1,046
1,034
0,961
1,082
1,283
1,431
1,145
1,179
1,333
1,162
1,239
0,997
0,834
0,811
0,847
0,896
0,983
0,978
|
16° | 17° | 18° | 19° | 20° 21% 220
1,040 | 1,040 | 1,039 | 1,039 | 1,038 | 1,038 | 1,037 | 1,037
1,124 | 1,123 | 1,123 | 1,122 | 1,122 1,122 1,121. | 1,121
1,184 | 1,183 | 1,183 | 1,182 | 1,181 | 1,181 | 1,180 | 1,179
1,120 1,119 | 1,119 | 1,119 | 1,118 | 1,118 | 1,118 | 1,117
1,837 | 1,836 | 1,835 | 1,834 | 1,833 | 1,832°| 1,830 | 1,829
1,112 1,111 1,111 1,110 | 1,110 | 1,109 1,109 | 1,108
0,725 0,724 | 0,723 | 0,722 | 0,721 | 0,719 | 0,718 | 0,717
0,901 | 0,900 | 0,900 0,899 0,898 | 0,897 | 0,896 | 0,896
1,485 1,483 | 1,481 1,479 | 1,477 | 1,475 | 1,473 1,472
1,229 | 1,229 | 1,228 | 1,228 | 1,227 | 1,227 1,226 1.225
1,045 1,045 1,044 | 1,044 | 1,044 | 1,044 | 1,043 | 1,043
1,033 | 1,033 | 1,032 | 1,032 | 1,032 | 1,032 | 1,031 1,031
0,960 | 0,959 | 0,959 | 0,959 | 0,959 | 0,958 | 0,958 | 0,958
1,081 | 1,081 | 1,081 | 1,081 | 1,080 | 1,080 | 1,080 | 1,080
1,281 | 1,280 | 1,280 | 1,280 | 1,279 | 1,279 1,279 | 1,278
1,428 | 1,428 | 1,427 | 1,426 | 1,426 | 1,425 | 1,424 | 1,424
1,143 | 1,143 | 1,143 | 1,142 | 1,142 | 1,141 | 1,141 1,140
1,178 | 1,177 | 1,177 | 1,176 | 1,176 | 1,176 | 1,175 | 1,175
1,332 | 1,331 | 1,331 | 1,330 | 1,330 | 1,330 | 1,329 | 1,329
1,160 | 1,160 1,159 1,159 1,158 | 1,158 1,157 1,157
1,238 | 1,237 | 1,237 | 1,236 | 1,236 | 1,236 | 1.235 1,235
0,995 | 0,994 | 0,993 | 0,992 | 0,991 0,990 | 0,989 | 0,989
0,831 | 0,830 | 0,830 | 0,829 | 0,828 | 0,827 0,826 | 0,826
0,808 | 0,807 | 0,806 | 0,805 | 0,805. | 0,804 | 0,803 0,803.
0,844 | 0,844 | 0,843 | 0,842 | 0,841 | 0,840 0,839 | 0,838
0,893 | 0,893 | 0,892 | 0,891 | 0,890 | 0,889 | 0,888 | 0,887
0.981 | 0,981 | 0,980 | 0,980 | 0,979 | 0,979 | 0,978 | 0,977
0,975 | 0,975 | 0,974 | 0,974 | 0,973 | 0,973 | 0,972 | 0,972
326
Tabelle
über
die Löslichkeit chemiſcher Präparate in Waſſer, Weingeiſt
und Aether bei + 15 in zum praktiſchen Gebrauche
abgerundeten Zahlen.
Waſſer. 1 5 Aether.
Addum benzoen g 400 — —
» CC ae 30 20 —
» able Aa 20 — —
» , 1 1 50
„ Prragall em 3 — —
* ln nen an cnenen. 600 — —
» EN 5 2 —
» ee N 1 4 —
B 8 12 — —
» e 25 — —
Aluminium sulfuricum 2 — —
Ammonium carbonicſunmnmn 4 — —
, 4 — —
i ien 1 12 .
Atropinum sulfuricuuůn g 1 3. —
Auro- Natrium chloratum ........... 2 — —
J%% mvkßß p 7⅛˙et . 18 — —
JJ. a Eee a 40 — —
Chininum bisulfuricu mn 12 35 —
» hydrochlorieum..........- 40 4 —
» n,, BE 800 90 —
327
Waſſer erg Aether.
ER 8 18 80 50 —
Cuprum sul ð 8 4 — —
Ferkum leer nn 50 —
» sulfuricht# su. 8 2 — —
eg bichloratum . .......=; 20 3 U
bijoda tum — 130 —
» cyanatunmn 20 20 —
Jodofoinmm. 8 — 50 6
Jol 8 5000 10 3
RAA XTX 0,5 2 —
» e,, 4 — —
» ee 2 200 —
» „„ 1 — —
5 SE 20 130 —
Jjodatuuůunn 1 Ba: ee
» ee ER 5 — —
» permanganicu n 25 — —
» en A 12 — —
» ee Re 2 — —
,, 150 — —
Magnesium sulfuricum 1 — —
anganum —A V8 2 — —
ee hydrochloricum een 25 50:7 —
W 20 — —
a N 5 30 —
» en Re 2 — —ͤ—
» n, ce. + 0000 15 — —
5 D 8 2 5 —
» carbömeil 33. 2 —
» chlorstum! 8 3 = BAR
» jodatum .....srrseeer nun 1 3 —
328
| Waſſer. wre | Aether.
Natrium Aitrieſmmmm 2 50 —
» phosphorieum .....--rr.e..: 10 — —
» salicyliſunn 1 6 —
» ana Te. sn, 4 — —
Physostigminum salicylicum 150 12 —
Plumbum eien 3 30 —
» Todatimln anne 2000 == —
% ↄ A. 2 0,5 — —
, 7 — —
—T.. N 8 5000 50 —
Strychninum nitricuinug tnt. 100 100 —
% K .. 1 — —
» en N 200 — —
„ e SR RR 2 — —
» BESSERE IN nn 20 — —
e 4 0 see ee neinnie 1200 1 .
Veratrinum ...... I — 4 —
Zenn , nenne 3 40 er
» salfocarbolicum... ..... us... 2 2 —
. ane 1 — —
329
N
- Spnonpmen-Tabelle.
tbführlatwerge .....--- 3 Wee e Some
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Abführpille nn Pilulae 8
Ac . encen tg are ern Acidum aceticum dilutum
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» glaciallee. Acidum aceticum g
„ plumbicumn .. Liquor Plumbi subaceticı
» F » » >
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Acidum 14 ebneen traum - Acidum aceticum
» BR ĩͤ kenn. Y boricum
TTT... » tannicum
» den A » hydrochlorieum
» Burattom.;. us, ge » »
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Quedfilberorpd „ präcipitirtees. » ydatum via humida paratum _
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1 FViridis LIIxI!ßw wd
Scharfe Saen en e e Unguentum 8
Schwanzpfeffer „ Cube
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„ 10 en sanieren Stibium sulfuratum nigrum
„ RE EEE RR Su en subli 8
Schwefelbu men
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IRRE ⁵ↄmmmM.. Kalium sulfuratu
„ - .- . nusdne nes hensen db Sulfur 0 aecipitatum
ER ; englifche TE TER RE Acidum 3 erudum
F 88 » sulfuri
Ei 3 newer ee ee »
Sarafea LER Stibium sulfurkfum nigrum
J ne nnd Herba 8 iae
eg J) Carragee
TT... K ²˙ ... Natrium Chen
fe, gene ice essen anhreehannuru apo kalinus venalis
Geifenbalfam ........ Linimentum saponato - camphoratum
3 Kerr 22 . natronatus
Seme ygdali amarum : Amygdalae amarae
» = dulee....ureseneeeuenenee . * dulces
» anisi vulga Fructus Anisi
» erde mom na n ee l » Cardamomi
///%%%% ⁵T—ͤ „ Carvi
ü N ENT Flores Cinae
„ foenieuli Fruetus Foenieuli
„ _Iycopodiü ....... 2
„ phellandrii aquatiei Fructus Phellandrii
» cetu s
» santoniei
anne „ zuſammengeſetzteerr Infusum Sennae compositum
lectuarium e Senna
rer .... Summitates Sabinae
Seydlitzs Pulver nn Pulvis a8rophorus laxans
re 5 (Bitter) Salz. e „eu... Nagnesi N
Lithargyrum
tum nitricum fusum
foliatum
Fruetus Vanillae
Natrium carbonicum siecum
344
ee 5 nn ET ͤ 2. -Baltian te erudum
rein 3 *
i 3 Fowleri ... Liquor Kalii arsenicosi
Spaniſchflieg 0d antharidst
Sener immens immerwährendes Euplasrum ( Cantharkdum perpetuum
a Species fusum pectorale Species pecto:
ne Taleum
Sperma Ceti ae a een
n Tartarus stibiatus
EN era Dar, ‚Spiritus
Spiritus Ferri io a V Iinctura Ferri aer 5
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» „ Liquor Ammonii
» nitri duleis 4 ð ðĩ Spiritus Aetheris en
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„ nitrico aether eus Spiritus * nitrosi
„ mitreso aether eus » »
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» caustieus . sr. ici
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8 Salicylieum
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N Radix Liquiritiae mundata
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8 tartaricum
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Spiritus Angelicae eompositns
Liquor Aluminii ac
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Thymolum
Oleum Thymi
Thymolum
Tinetura Opii simplex
» Rhei vinosa
>
Colchiei
» Opii simplex
Ferri chlorati aetherea
Folia Belladonnae
Extraetum Belladonnae
Trochisei
Species emollien
Unguentum Pham tanniei
» antharidum
* erussae
„ diachylon
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> Cantharidum
» Hydra einereum
» Rosmarini compositu!
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een ETUI Acidum tartaricum
ismuthoryd, ſalpeterſaures, baſiſches Bismutum subnitricum
Wofiverleiöhtäthen. NE I EREN Flores icae
MWohlverleibblüthentinetur........:..2......2.... Tinetura Arnicae
en ee Euphorbium
urmfarn ee 3 Extraetum Filieis
8 Rhizoma Filicis
eee 1 Vinum Colchiei
ſentinctur Tinet Colchiei
Sagen 8 Trochisei
3 Cortex Cmnamomi
Zincum sulfophenylicuuů̃ n Zincum sulfocarbolieum
TTT. ͤ en ». oxydatum
Zinkoxyd, carbolſchwefelſaures » sulfocarbolicum
> , ejligfaur: . » aceticum
„ „ käufliches oxydatum erudum
» pheny Ifure,; - is; re » Ader boten
8 „ſchwefelſaures J 5 urieum
ſulfocarbolſaures » sulfocarbolicum
Site r grmed Bee » 2
» sulfuricum
» oexydatum erudum
= 1 eig 55 Decoctum Sarsaparillae compositum mitius
» » forti
Zittwerblüthen are Flores Cinae
Zittwerſamen 8 „
Zuckerſäfte FSyrupi
Zugpflaſter Emplastrum Cantharidum perpetuuim.
A.
Abführender Thea
Abführendes Braufepulver. .
Abkochungen
tetun: m
aromaticum
» Digitalis.
” pyrolig olignosum eru-
» Pyr algen recti-
» ru 441 ai
Acidum aeetieum m
» dilutum .
» arsenicosum
y be er. N were
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» ln A
„ * Cru
» » liquefactum
„ cehromicum ......
„ itricu mn
„ formicicſum
„ hydroehloricum ..
„ „ cm
„ „ dilu
» lacticſum
” it ET RE RR
„ » fumans
„ p horicum.
» Pyrogallicum
” salieylieum ......
„ sulfuricum
„ » erudum
” » dilutum
* tanni eum
* tartaricum
Namen -Verzeichniß.
Seite Seite Seite
Aconitex tract % NK 5 1 3
241 Aconittinctur 221938 ferratum 25
215 Adeps suilluns 19 3 . 24
71 ae Eiſentinctur. . 280 a ung amaras 8
1} Ket herr 19 dulees. 28
11 °F - ceticus: 4% 19 Amylium nitrosum 26
2 Aetheriche Batbriantinchur 2289 er u Sees „ 26
Aetheriſche Chloreiſentinctur.. 279 Amylum Triticdi 27
3 Aetheriſche Eiſenacetattinetur. 279 acta, eigen
Aetherweingeifl: :::....::% 243 geſetzter a 244
3 | Uethylätber © :22r00000e.. 19 Angela „
3 ute lmrſtent 235365 13 81 10 . 118
4 Alantextra eee. 9 Anisslll.... 191
0 5 — . 23. N29 wusslhe fig Yınmoniakfläffige
| Alaun, gehen er ne 160
= e e 20 Antidotum Arsenici 27
r 83 Apomorphinhydrochlorat
8 dere eifenhaltige EUER 2 > Apormorphinum hydrochlo-
6 70 ricum er
3 » f sufammengefeßte 271
Amen .
BFF
10 Aluminiumacetatlöſunng
Aluminiumſul faltet
Aluminium sulfuricum.
Ameiſenſpirituns
Ammonis enn
4 Ammoniak
Ammoniakflͤfſigkeit, N
Ballige e
Ammoniakgumm im.
A ann bond ;
Ammonium brom
2 rn ue S 1
Ammoniumcarbonalt
18 Ammonium carbonichiib;
Seite Seite Seite
1 1 8 212 eg 55 227
35 1 , , 47
107 Bleieſſg. n 170 N tige Bleiweißſalbe 295
272 Bleiglätte 171 Campherliniment, flüchtiges. . 156
leijodid 212 | CampherõuuWwð . 193
272 Bleipflaſt 78 Campherſpirituuuns. 244
5 | Bleifalbe 299 Ca an ner 302
36 | Bleiwaffer 6 WR 47
e e 51 Cantparidencollobium ee 61
272 Bleiweißpflaſter. 77 | Eantharidenöl .....22.2.... 193
361 Bleiwäblalbe „no... 0. % 95 | Cantharides............. 48
36 » campherhaltige 295 Carbo Be pulveratus ... 48
1 ER 133 Carbolſaure 7
37 Bockshornſamen 237 a 8
0000 42 » ' verflüfigte 8
orax 43 Erben „ 31
Soragweintein ee 265 Cardamomen, ee 119
Borſäur eh Earbobenebieten PR 85
Bronfernagneke en 175 aste 1 129
A . .. „uaunan 15 Carmelitergeiſt ii 247
» abführendes . 215 0 e 48
9 » „ engliſches 215 Caryophylli 49
Brechw einn 304 Cascarillextracd .. 86
Brechweinſteinn 267 Cascarillrinde 63
38 8 S 300 Castoreum 49
C —.. ²˙— 220 Cate chu RE FEN 49
Brom 43 atechutinctur „„ 2 >
E „ )
V „ fla )
TVT U
TTV 2421 Oetaceum .. onucnenunie. 4
Bulbus Scillae .........- 4 u. Nitrate
sinapis ata
Sinus, nun; u
855 } ngeiltigeg .
Ehinarinde 335 63
—. nase 192 | Chinatinctu ur 276
Cajeputöl «392 » „zuſammengeſetzte 276
Elana N Ne 44 en „ 302
e 44 Chineſiſcher Simmt ........ 65
1 Galeiumen er 45 Chininbiſulfale 53
Caleium 5 prae- ininhydrochloralt 54
eipitatumn e infulfat u... 0... 55
Calci N 45 Chininum bisulfuricum 53
> f R 47 » ferro-eitrieum
Caleium phosphorieum 45 * hydrochlorieum,. 54
» » 47 » sulfuricum ..... 55
Calcium sulfuricum ustum. 47 Chinioldin 3
e .. „wine. Ehinioidintinetur. .....-.- 276
N FR 193 | Chinioidinum . 5 7
F
Seite
Chloralum hydratum ..... 57 D.
EN therifche. 279
Chiorkallin..2422:. 44 | Dammarharz „urceesen. nn
e e Dede 5a
Chloroformiunmn˖n 57 Decoctum Sarsaparillae
Serwaſſer .. 31 compositum fortius ....
hromſäure 9 3 ctum Sa e
Chryſa robin 58 ositum mitius
Chrysarobinum 58 Deſtilttes Waſſer
, re 195 D We a FR
Citronenſäure 9 Diachylonſalbboo
Citronenſch all. 67 Dover ſches Pulver
Cocosnußöᷣl. 196
Sen 8 42 9
er u... si serseanie 59 E.
BAAR - seen anni 60
( ng 83 5
Ww. I 249 Eibiſchſyruͥůn nn .
Goichieumtinchi „ 277 eee LT N
Coldieumwein...........- tines
eld tem . 298 Einfache sah iner
Collo dium 60 5 „ ätheriſche.
» Kar idatum . 610 e e
mm 623 eHenhlorid u... ass.
Co er las ee 62 |€ tr l
Colombowurzel N 218 Eijenextradt rt
Col A AR 0 ne TERN
Eoloquinthen..... urn... 1206 haltige Aloepilen N
Coloquinthenextract u 87 nduttnollen ; e
thentinctuunuſn 278 | lee
urangorinde 65 6 ee Wai
Copaivabalſaenmn „ 24000:
rtex Cascarillae....... 630 5 bi
» ines 63 Eiſenſalmi ak
„ Cinnamom i 65 Eiſen yr 00.
„ Condurango 65 Eiſentinctur, 25 er
„ Frangulae........ 66 Eiſenvitrioktll
» . Aurantii. 66 | im
» Si. 67 Elaeosacch ara
* ee 3 67 Elaſtiſches Collodium
ereus 681 1 5
'roeus e Ehxrir amamım .. 2:
Crotonöl 196 » Aur antiorum compo-
Cubebae 698... rSünmm
Cubeben 69 Elixir, bitter ER
Cubebenextracb „2... -».. , +» 87 Elixir e in Liguiri
ER oxydatu m 69 plastrum adhaesivum
e 8 70 » arid
erudum 70 ordmarium
*
Seite
22⁵
1
-1
—
Enzianwurzel
7
5 Ege jäther
Eſſig, e
Seite
Emplastrum Cerussae .... 77
» um cam-
phoratum „ 77
„ Hydrar, Byri - 5
» Lithargyri . 78
» » zur
positum 78
» saponatum 79
een. a 79
Eulsiones 79
Sate e wei
Entwäſſertes Ferroſulfat
107
Magneſiumſulfat 176
Natriumcarbonat 1
190
90
Natriumſulfat
Enzianextract.
Enziantinctur
ä 2257577533334
— 2 —
u e Kräuter
.„u.....
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Ejigfäur
„bern;
Euphorbium
Extras
FtrattNe .
ge actum ee ger,
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„ Belladonnae ..
» aW
» Cannabis indieae
» Cardui benedieti
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”
350
Seite Seite Seite
Extractum Sabinae i Nee Karte 157 | Gelatina Lichenis islandiei 125
> Fr 95 Flüſſiger 8 158 Gelbe Que erogyd 1
„ Secalis cornuti. 96 Flaſſtges Seni A LET Re
» Strychni....... 6 » . a Suter Terpenthin ar 268
» Taraxadi ..... 97 Folia Althaeae . 12 Gepulverte Holzkohle. 48
» Trifolii fibrini.. 97| » Belladonnae ....... 112 ee es. Eiſen n 103
„ Di near uhr 112 Gerbſdure 17
a Farfarss .. .2uJiiuuy 113 Gereinigte Baumwolle „.... 126
F. „ Jaborandi......... 113 Gereinigter Honig 178
» Juglandis ..... — 114 » 1
Farnextract 89 „ Malvaee — . . 114 e
Farnwurzel 2 Melisse 115 | Gereinigtes Lernens 214
Jaulbaumrinde 66 y 8 8 erispae . . 115 Gewürzhafte Kräu Pa:
Fenchel 120 „ piperitae . 115 Gewürznelken +—* . 49
Jenchel sd. nnn Nicotianag By 115 Giſtlattigſaf .... 153
—.. , Sabriase 116 — Lup ul 12
acetatlöſun gg. 1611 » 1 ee 116 Glycerin 43422126
— n 165 W Stramon i 117 Glyeerinf 6
Ferroc. x 98 „* Tritolli abrini ne 117 | Glycerinum 126
Ferrolactat 1 » . 117 | Goldſchwefe l..
Ferroſulfat 105 Fowler' ſche Löſun g 'ossypium depuratum 126
» twäſſertes ... 107 | Fructus Anis Gtinatziube......:.,..08) 6
Ferrum em saccha- > Aurantüi immaturi 118 | Graue Queckſilberſalbe 297
ratum FFA ne a an RE RR 55
„ omi...... 119 arabicum ......
» Jarvi 119 Gummi, arabiſches 127
» e dreh 120 | Gummigutt u 127
Fdenienli = Gummipflaſter. "
» wer Du Gummipulver ammenge⸗
. 2 eee Bas; 216
» Papaveris immaturi 121 e ee A 181
» Phellandrü ...... 121 | Guttaperchapapler
„ . Rhamnicatharticae 122 Gutti 22.2.2... 127
» „ 122 Gyps, gebrannter
Fungus chirurgorum 123
H.
6.
Haller’ (des S 180
Sanne « 123 Hamme kalg er A . 236
Galgantwur zel . .. 228 Hanf, indiſcherr .. 128
Sallae na ERTL 124 Santa ee 222
Galläp fel. ih IM Holle nn 75
Galläpfeltinctuer 280 Herba Absint hi 27288
Gebrannte Magneſia 73 » Cannabis indieae . 128
( BR en 21) Cardui 129
PP
Darin 44 „ Cochleariae 129
Gegengift der arſenigen Säure 27 „ on ... 15
Inn 62 „ yoseyami ....... .
Gelatina Carageen 1244 „ Lobe lize.. 131
351
Seite Seite Seite
Herba Melilottii. 132 J. Kalkwaſſer „
» Ser nd Er a * 188 Kamala nu 152
re 132 | Jaboranbiblätter ........... 113 Kamillen rer.
» Violae trieoloris ... 133 | Jalapenharz . .......-...: 226 Runde: e, künſtliches. 7
Himbeerſyruůn n 3 Jalapenknollen 292 Kinderpul ver 217
C 133 Jalapen pillen 210 Kirſchenſyrup e eee 257
Ho Faber 1 Lebensbalſam. 179 Jalapenſeiffſe rneer« 233 Königsſalbe
Holunderblüthen BDF ann 1
Soheilig - d e 3 Jodeiſenſyruunnd 258 Kräuter, erweichende 1
ren Jedoſorm . d ni 141 > gewürzhafte 240
Sack „ gepulverte 48 Jodoformiummnn +» 141 a S 7
ah ee eee 241 | Jodtinctut le 1 „
> 1785 n 211 |Jodum . .. 141 10 e Re |.
onig, gereinigter. 17 er Seas e 152
Hopfendrüſen 1 nini ee
Huflattigblätterr 113 K. 0 5 262
B ae RN 2
» bichloratum . 134 Kali -Alauꝙnnn Offnen 193
» en 135 Kali 8 fusum ... 142 et Karlsbader Salz. 232
» chlorat . 135 na en „un 266 Kupferogy una ee 69
» Kalifeife „ernennen Be Kupferſahſt „ 70
pore paasum 136 | Kaliumatetaie 143 > 1 wehe „„ „ |
» eyanatum... 136 alan. BT
» ee . 137 Kalium aceticum 143
» oxydatum . — 138 — — r 144 L.
» » via Kalium bicarbonicum 144 4
humida ha Kaliumbichromalt 144 | Lactucariunn 3 4
wur 138| Kalium bichromieum ..... 1 da nn ee
» praecıpita- „ bromatum 1444 „ „ gereinigter 252
tum album 139 Kaliumbromid cu Fame r 154
Kaliumca ee e 145 La r 154
Kaliumcarbonatlöſung - 169 ee i 109
I. Kalium carbonicum ...... 145 Lavendelö U. „55 198
» » erudum 146 Zn delſpiritus 247
ndiſcher Hank. . 128 Kaliumchlor ate. 147 aten , 55 f 179
Indiſchhanfextract +» „ 85 Kalium chlorieum - 14 197
„ 274 Sualunh dre 1 142 . F 211
3 ium jod ee ee e 198
Infusum Sennae compositum 140 Kaliumjodid +» 147 | Leinſamen ner ae
Ingwer 231 Kaliumjodidſalbe 298 Lichen islandicus 154
. . 289 Kalium ⸗Natriumtartrat . . 267 e n
Ipecacuanhaſyrnz ++ 259 Kaliumnitraltetet 148 | Lignum Guajac i Be
Ipecacuanhatinctutr . . . . . 282 Kalium nitricum 148 5 Onasise. nn
erg .. . . . 303 Kaliumpermanganat en
Irländiſches Moos.
e 5
Isländiſches Moos
Isländiſch Moos ⸗Gallerte.
Seite
- Linimentum Rn: cam-
pho ratum
ae 121
thinatum 158
Liquor Alumni. west 4 198
» acetici . 159
» » anisatus. 160
» caustici . 1
» TOSIVaSESI HE, 61
» Fern acetici.. & 161
» Oxye chlora 163
” » sesquichlorati "164
ur » sulfuriei oxy-
Ber Gatti! 165
» eaustic i. 166
» . Kalii acetici......
» arsenicosi 168
» „» carbonici 169
» tri caustie 16
„ Natrii silieiei ... .. 17
» Plumbi subacetiei . 170
. 171
Lithiumcarbonaaletet 172
Lithium carbonicum Be 172
Lobeliatinctur 282
131
7
245
. Bent 8
r 8
„„ 97
Lorbeeren Bi 2121
Rorbeeröl 1
Eyeopodium n 72
M.
jj 199
5 agneſia, gebrannte 173
% gnesia usta 173
= Wen . 174
| nie 174
ein effer-
vescens -" 279
: ale na 6 176
e „ 5 in
1 Magnesium 1 — 176
176
Malabarifche ni 119
Malvenblätter 55 114
352
Seite Seite
Malvenblüthen 110 N.
Mandeln, bittere 25 -
» Ba 26 Natriumacetat 182
en N 191 Natrium aceticum ....... 182
Manbelfyrup. :....... 2. 255 | Natriumb BR „ 183
Monganſul falt 177 | Natrium benzoieum...... 183
Manganum sulfurieum.... 177 | Natriumbicarbinat ........ 183
— FF 177 Natrium biearbonieum.... 183
4 260 | Natri ET 43
Dein a 235 | Natrium bromatum ...... 184
e EEE 4 | Natriumbromid ......... 184
Meere . en ee 3 2 eee 185
Meerzwiebelextrac i.. 95 „entwäſſertes 186
belong 206 Natrium en Diss 5
Meerzwiebeltinetu nr 287 erudum 186
nne 228 » siccum 186
Mel depuratu m 17 » chlo Data N 186
Meliſſenblätter. 115 Natriumchlorid 186
rosatu 178 Natrium- Golbdilerib 5 37
ennige 179 | Natrium joda tum 187
Mchn. 12 Natriumjod id 187
ilch hncker 232 Natriumni trat. 188
inn 179 Natrium nitrieum........ 188
8 oleoso-balsamiea. 179 zes BEBBRE 88
rica aciı . 180 | Natrium phosphoricum . . 188
Mohntpfe, Marriſe a 1212 c 189
. a Nee salieylicum...... 189
Mohnfanien. 2.2.22 9 e 5 190
Mohnſyrun ß 61 „entwäſſertes . 190
. 1 e Natrium aufen er 190
isländiſches 54 siccum 705
mrs nn 180 Natronlaug .
hydrochlorieum 180 Natronwaſſerglasss 170
en inſuff fat De PWW 194
8 sulfuricum . . 181 Nieswurzeltinctu e 289
tn 181 | Nieswurzel, weiße 230
Mofchustin TW 283
er Gummi arabiei.. 181
r 82 0.
Muscatbalſam e 38
Muscatbutter ..... weise 3991 Dekgber 2.2. nn 73
Muscatnuß ......... due 238 blen 1 191
tenen 2. e, N 1 191
Mutterfornegtrad ...... ee a, Fer Florum .. 192
Mutterpflafter...... 3 VVV 192
Myrrhe isses, % 192
My 2455 rn IR a & 8 193
Myrıhentindm .......... 283 » camphoratum 193
» eautbarldatum 193
» u 193
» Caryophyllo um... 194
Seite Seite
Oleum Cinnamomi....... 195 | Pepſinwein „„ Pulvıs — cum Taleo 277
„ 000 195 Percha 207 Pyrogallusſqà ure 15
» FFP 196 ben Satan re
» otonis „196 Perubalſam 39
» eee RS . . . 196 Petroleumbenziun 8 a.
„ Hyoscyam i 197 e eee ee * 118
„ Jecoris Aselli ee 197 | Dfefferminzöl.. ... ».. ..... 199 | Quaffiaı BE 93
> uniperl „ns. 197 ie 00. 231 Quaſſiaholz 155
» i 198 Pfefferminzſpirituns .... . 248 Queckenextratrt . 90
» Lavandulae 5 198 Pfefferminzſyrunnʒ n „ BEE Onedenwntpl kk 228
ff.. Rs 198 fferminzwaſſer. 33 ckſilber 134
N 199 Pfeffer, ſpaniſcher . 119 Queckſilberchlorid 2 ll
» 3 piperitae. 199 „ A 208 ilberhlorür. ......... 135
„ Nucistas 574. 199 a era 14 » „durch Dampf
% ˙ͤ KX 200 Phosphoruis bereitetes . 136
» » commune 200 Dang ſalicy lait 208 — euhisrengg ee 136
„ Pipers. 201 | Physostigminum salieylicam 208 Queckſil ber jodildddd 135
» Na 201 Piloearpinhydrochlorat er 9 — S 137
„ Rieini EN 201 | Piloe — aum hydrochlori- Queckſilbero gd 138
„ Rose T.... ͤ 0 * F gelben 138
„ Nosmari m 202 vun ag ferratae .. 209) Quedfilberpflafter. r. =
r 20 arboniei 209 Queckſilberpräcipitat, weißer
» m. a Tal SE nr eh 210 Queckſilberſalbe, graue ..... —
» recti- Pix quid 211 > 8 297
ficatum 204 | Placenta Een a nie... 2 » F weiße 296
„ . 204 Plumbum aceticum ......: 212 Quendel 132
2 200 » » Be 212
„ gemeines 20 » datum 212
Opium. m 8 25 Poödophynmm 213
Opiumegtrac t. 92 | Podophyllinum .........- 213
Opiumtinctur, einfache 285 Pomeranzenblüthen dl 192 Radix Alth
» „ benzosſäure⸗ Pomeran are N 74| »
haltige 283 Pomeranzenſch all 664 »
» ‚, fafranhaltige . 284 Bomerangenaleforup 8 255 „
oo 157 Pomeranzentinctu err 27 *
> en 58 en r we a 118):
Orangenblüthenfyrup. ...... R 2144
Orangenblüthenwaſſer // ĩ en ur 146 >»
xymel Seillae 206 ze * eruda 2144 >»
depu- »
rata 214| »
P. Pulver, Dover ſches 216 *
45 Pulvis a&rophorus ....... 215) „
affin, feſtess. » ». ieus 215%.
. 4 —.— Buster: 206) >» » laxans. 215 »
Paraffinſalbbe. 298 3 8 216 >»
Paraffinum liquidum 206 » Ipecacuar . .
solidum 207 6 216 | Ratanhia,
290 » Liquiritiae composi- R iati
WFE 216 Rauchende 8
MagnesiaeeumRheo 217 e m e
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—ͤ RE 68 Semen Colchiei 237
Safranhaltige Opiumtinctur. 284 » Bee ENT 237
Satan :?: 278 3 238
RER N EHEN 11 » Myristiese 88 238
V 293 „ Päp nn 239
Sal ‚Carolin faetitium . 232 „ Snap. 239
a 29 ** 239
Salepſchlem 3 182 Senegaſy run ai 263
arberſyr ä 262 Satie 1 Sense gaw z k . 224
Rhabarber, wäſſerige. 286 | Salicyljtreupulver ......... %%% ara 202
* ‚ weinige .. 287 | Salpetergeift, verſüßter 243 | Senfpapier 53
Rhizoma Calam ii 227 Salpeter En iges Silben 35 Senfſamen re 239
eie 227 Salpeter papier 52 Senſſpirit us 249
» Galangae....... 228 Sa an e 13 Sennalatw ere 73
„FE 228 14 Sennaſyru ß. 264
„ Imperatoriae 228 er Karlehader künstliches 232 Sennes blätter 116
„ „ 2 u een 1 Sibernittat
„ Tormentillae 0 ER 12 » „ſalpeterhaltiges 35
„ » ile e une 186
„ Ziedoariae A ˙ 233 Spaniſche Fliegen
Nogiberis . 231 Santoninpaſtillen 291 Spaniſcher Pfeffer. 119
> es 201 | Santoninum 233 | Spanifches Süßholz 221
Riv 214 | Sapo jalapinus.......... 233 | Spanifchfliegenpflafter ... - . 76
) lien 234 | Spanifchfliegenfalbe. 94
| >» » Zu er 234 Spaniſchfliegentinctur e 274
12 medicat . . . 235 | Spanifchpfeffertinetur. ........ 274
212 Sarfoparillabtodumg - Species 240
47 ſchwäch ere 72 „ aromaticae 240
17 Sarſaparilabtochung, ſtärkere 71 2 ea ER. 241
70 Serfaparille . 2 100 0...% 224 » 5: laxantes, „sand
306 | Saflafeasbolg . 156 » Lignorum 241
865 ionen pectorales 242
JJͤ naar jur BA) Opiehgli. Hi un neu.
355
Seite Seite Seite
Stechapfelblätterr. 117 1 Tineturae
teinklee Dr 132 Tinetura Ferri acetiei ae-
1 sulfuratum auran- Tabakblätter 6 1 therea..
C 249 Talcum . 265 » » chloratiae-
Stibium sulfuratum nigrum 250 265 erea. 9
€ u S 133 5 „ 14 » pomata... 280
VCC 251 „gereinigtes. 214 „ ‚Ayallamnn... es 280
5 Strychnin e 250 Tamin: Net A 99 » Gentianae ...... 281
Stry chim en 250 us boraxatuns 265 » Ik 281
S tehchnosſa „ 239 uratus 266 „ Ipecacuanhae 282
0 ee eee, 1 96 » natronatus 267 » obeliae 282
Strychn e e 2 bistus a 267 » Moschi 283
Styrax liquidu 251 Taufenkgälenat. BESTER | » r 283
Suecus 2 5 inspissatus 251 Terebinthina 1 ar » Opü benzoica.... 283
» Liquiritiae 25 reg 5 . 268 » » crocata . 284
depuratus 252 Terpenthinliniment 158 » » simplex . 285
Süße Mandeln e e 26 uin ll! 204 » Pimpinellae..... 286
88 olz, ruſſiſches. 221 „rettificirtes .. 204 „„ Ratanbhise 2... 286
ſpaniſches 221 Terpenthinſalbte 300 » . aquosa 286
aste . 259 Thee, abführender. 241 vinosa 287
fur depuratum ....... 253 | Thesgemifdhe „2.2.2020. 240 Tinctur, b e ar 272
praeei 8 e 253 Theerwaſſer 33 Tinctura Scillae......... 287
sublimatum 254 Thon, weißer 42 » rych u.
3 Sabinae 254 Thymian. 132 „ Valerianae
%%% 254 Thymiausl 20 „ aetherea 280 2
N PER 254 Ehhmol. m ana 268 » es 1 289 =
Syr an Althaeae ....... 255 Thymolum , 8 268 ngiberis 289 *
Am mygdalarum.. . 255 | Tinetura Absinthii 270 Tinclur, bittere re 271
3 Cortieis 2256 » Aconiti 270 Tincturen 269
» Florum . 257 „ A 270 Tormentill wurzel 229
» erasorum 57 » » gomposita 21 . 4 50 e e e 290
» Cinnamomi 58 » amar a 271 Tragant hh 290
„ Ferri jodati 258 » Aries 272 arg: River ge ee 214
» » oxydati » aromatica »»....- 272 Min ande 140
lubilis 259 » Asae foetidae 272 Prochisei a 290
> pecacuanhae 259 » A 273 » Santonini......+ 291
> Liquiritiae 259 » en SET er 273 | Tubera Acouiti. 291
» annae use 260 » Alain ul 27 „% Jalap as 292
» 5 261 » rn indicae. 274 292
„ Papareris 261 » Cantharidum . 74 .
* W 3 262 » Oapelch-... 5: zur; 274
» heiter 262 » Castorel.. .»..5: 275 U.
„„ Rubr int 263 » Catechun.......:. 275
„ Senegaee 263 „ 3 276 Ungnenti ase
5 N 264 » „ composita 276 | Unguentum basilieum ....
vs smpieX „22.0.6 264 » Chinioidini...... 276 „ Cantharidum .
ißer » Cinnamomi ..... 277 » cereum
» Solche 277 „ Cerussae
* ee . pr j * „
* Oi!! 2 phoratum. ..
» Digitalis. +4... 278 5 diachylon ....
356
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Onguentum Glycerini‘..... 296 8 5 ke 303 . baſiſches .. 41
= » Hydrargyri al- 33 303 Wollblum ll
3 296 » . 304 Wende 123
„ Hydrargyri ei- Wurmſamen 2 19
IereUM ....
* ke ee rgyri ru⸗- W. 2
» Kali och 298 Wacholderbeeren re 23 .
» leniens 298 Wacholdermuans . 251 Zeitloſenſamen „
* Paraffini..... 298 Wacholdersd l.. 197 See 8 a > |
V 299 Wacholderſpiritu; „„ 195
» » tanniei 209 Wachs, gelbes 50 Zim — up : ey...)
» Rosmarini Wachs ale * 295 3 e 277
compositum . 299 Wachs, weißes .. . . 50 Zimmtwaſſer ET
2 5 — RR 300 Wäſſer, deſtillirte 28 mene acetieum 304
„ Tartari stibiati 300 Wäſſerige eee 286 * Shleratumm 305
» Terebithine 300 Wäſſeriges ven naextrac 4.86 „ Gym 306
» Hine 301 | Walnuß blätter 114 > erudum. 306
daf, Mohntöpfe 8 121 — EN ng 3 „ sulfocarbolicum .. 306
omeranzen 118 Waſſer, deſtillirtes 32 „ sulfuricum 307
WW 121 Zinkacetat 304
Wein 302 Zinkchlorid 30:
[Wein geift. eee eee ee 242 Zinkoxyd 306
V. Wein ageiſtiges Chinaextract . 86 RE *
b me verdünnter. 2⁴⁵ — REN 301
122 | Weinige Rhabarbertinctur. .. 287 | Sinkjulfat ....... „„
. „ F 1 ſulfophenolae 306
. .. . . 301 Weinſtein. 266, Zitwerwur zel 230
5 0 iße Ni „ © RR 3
ze . 4| „ Qiueckſilberſalbte 296 eg Ferrocarbonat. 98
Weingeiſt 245 1 18 eee ee %%%
Beim „ 22E; Syenp. i) . 264 Sühne Alostinctur. 271
i 50 eee 5 15 > ea n 8 8 1 Chinatinctur 276
1 ſiuſſigte arbolf rißes Wachs es etzter Angelica
. Salpetergeiſt 243 Weizenſtärkkeeeeee 17771 ĩ KKK > ee 244
PV %% ( ea 128 N Gummi⸗
9 ; 5 302 Wermutegtraet 81 r
„ China 302 Wermattinctu r 270 ee Rhabarber⸗
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Berlin, gedruckt in der Reichsdrucketti.